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Dienstag, 6. November 2007 12:58
Gregorianisches Urgestein
Was die Kirche nach dem Konzil sorglos und kurzsichtig auf die Müllkippe warf, wird jetzt von Idealisten in mühseliger Kleinarbeit wieder zusammengetragen.
Gregor der Große († 604) diktiert einem Schreiber die vom Heiligen Geist eingeflösten Gregorianischen Choräle.
Gregor der Große († 604) diktiert einem Schreiber die vom Heiligen Geist eingeflösten Gregorianischen Choräle.
(kreuz.net) Vor sechs Jahren gründete der Deutsche Niklaus Schröder in Heidelberg den ‘Hartker Verlag’.

Schröder hat Theologie, Sprache, Musik und Theater studiert. Das führte ihn schließlich zum Gregorianischen Choral.

Im vergangenen April veröffentlichte die Schweizer Regionalzeitung ‘St. Galler Tagblatt’ eine Reportage über ihn.

Webseite des 'Hartker Verlags'
Webseite des ‘Hartker Verlags’
Der ‘Hartker Verlag’ will wichtige Quellen und Sekundärliteratur zum Gregorianischen Choral und der geistlichen Musik, vor allem des Mittelalters, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Schröders Verlag ist nach dem St. Galler Benediktinermönch Hartker benannt, der um das Jahr 1000 gewirkt hat.

Hartker ließ sich sogar dreißig Jahre lang in eine niedrige Zelle einmauern, um sich dort ganz dem Schreiben zu widmen.

Dem Verleger hat es vor allem Hartkers zweibändige Antiphonar angetan.

Es enthält die Gesänge der St. Galler Mönche während des Stundengebets. Hartker schrieb es und versah es mit feinsten Neumen.

Neumen sind Punkte und Striche, die zur Notation Gregorianischer Melodien verwendet werden.

Das Antiphonar von Hartker gilt als graphisches Meisterwerk und als wichtigste aller mittelalterlichen Choralhandschriften.

Antiphonar des St. Gallener Mönchs Hartker
Antiphonar des St. Gallener Mönchs Hartker
Es kann online eingesehen werden.

„In diesem Codex spricht einem die Gregorianische Musik am ursprünglichsten an“ – erklärt Schröder vor dem ‘St. Galler Tagblatt’:

„Doch eigentlich ist Gregorianik gar nicht Singen, sondern Beten“.

Schröder hat in seinem Verlag ein gregorianisches „Nocturnale“ publiziert.

Es enthält die gregorianischen Gesänge, welche das nächtliche Stundengebet der Mönche begleiteten.

Anders als die früh schon recht komplizierten Meßgesänge ist die Gregorianik des monastischen Stundengebets nüchtern.

Der reichste Schatz an solchen Gregorianischen Gesängen findet sich im Codex Hartker. Dort sind die Texte in fein säuberlicher, miniaturhafter Schrift verzeichnet. Noch zarter sind die Neumen darübergesetzt.

Das vom Hartker Verlag publizierte Nokturnale umfaßt sechshundert Seiten. Es ist zugleich das erste Buch des Verlags.

Die Gesänge zu den nächtlichen Gebeten waren in jüngerer Zeit kaum noch aufzutreiben.

Praktisch alle Klöster haben sie entsorgt, als sie begannen, das Stundengebet auf Deutsch und mit anspruchslosen Melodien zu halten, wobei dieser Schritt als „Erneuerung der Liturgie“ gepriesen wurde.

© Bild Harter : Cod. Sang. 390, Stiftsbibliothek St. Gallen/ Codices Electronici Sangallenses
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 16 Lesermeinungen:
Freitag, 9. November 2007 19:47
Aurelius: Zu den Verleumdungen gegen H.P.S.: Zum Kotzen!
HPS ist mit Sicherheit nicht an an AIDS gestorben. Diese Verleumdungen gegen ihn, die hier verbreitet werden, sind echt zum Kotzen und zeigen, wo kreuz.net und einige seine Leser stehen.

Christlich ist das mit Sicherheit nicht.

Da hilft wohl nur noch beten!
Mittwoch, 7. November 2007 03:48
misterunknown: Von der Redaktion entfernt
Dienstag, 6. November 2007 22:44
Hektor.von.Knokke: Von der Redaktion entfernt
Dienstag, 6. November 2007 22:28
Typ: @ möchtegern-kathole, @ Allgemeinheit
Die Legende besagt nun mal, dass er eingemauert sein Antiphonale geschrieben habe.

Zum Aufstieg und Fall des Holger Peter Sandhofe, des Erfinders der Bonner Indultmesse:

Das verschweigt uns kreuz.net also einfach mal eben den Namen des Editors eines hochgepriesenen Nocturnale und nennt uns nur den Herausgeber, während sonst bei jeder Meldung jeder Kaplan, der irgendwas predigt, gleich namentlich genannt wird.

Und was ist nun mit H P Sandhofe, dem Bearbeiter des Nocturnale? [von der Redaktion zensuriert]

Das ist also einer der Protagonisten des einzig wahren, nämlich tridentinischen Katholizismus?

Na bravo. Der Name fällt im Artikel wohl nur deswegen nicht, weil kreuz.net merkt, dass hier die eigene Ideologie wie ein Kartenhaus zusammenstürzt…
Dienstag, 6. November 2007 19:51
möchtegern-kathole: @Typ: Selbst wenn …
… das Antiphonale von mindestens vier Schreibern verfasst wurde, dann ist das keine Widerlegung dieser „Legende“. Vielleicht hat er noch was anderes geschrieben? Vielleicht für seinen Anteil so lange gebraucht? Oder die „Legende“ ist wirklich widerlegt, aber dann muss aus Gründen der Logik eine andere Begründung her.
Dienstag, 6. November 2007 18:17
Typ: Auweh
Hartker ließ sich sogar dreißig Jahre lang in eine niedrige Zelle einmauern, um sich dort ganz dem Schreiben zu widmen.

Die Legende ist schon lange widerlegt, weil erwiesenermaßen das Harker zugeschriebene Antiphonale von mindestens vier Schreibern verfasst wurde.
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