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Montag, 5. November 2007 20:32
Gerechtigkeit für Traditionalisten
Ein Kurienerzbischof versteht die Rebellion von Bischöfen und Kardinälen gegen den Papst nicht: Ihr Umgang mit dem Motu Proprio offenbare Stolz und ideologische Vorurteile.
Kommunionspendung in der Neuen Messe.
Kommunionspendung in der Neuen Messe.
(kreuz.net, Rom) Der Sekretär der Gottesdienst- Kongregation, Erzbischof Albert Malcolm Ranjith Patabendige Don (59), versteht die bischöfliche Rebellion gegen die Freigabe der Alten Messe nicht.

Das erklärte der Kurienerzbischof gegenüber dem italienischen Online-Dienst ‘Petrus’.

Auf das Motu Proprio habe es positive Reaktionen gegeben, aber auch Kritik und Widerstand: „Auch von Theologen, Liturgikern, Priestern, Bischöfen und sogar von Kardinälen.“

Mons. Ranjith versteht diese „Rebellion“ gegen den Papst nicht. „Ich lade alle ein – im besonderen die Hirten – dem Papst, der der Nachfolger Petri ist, zu gehorchen.“ Die Bischöfe hätten dem Papst Treue geschworen. Mons. Ranjith ruft sie jetzt auf, ihrem Versprechen auch Folge zu leisten.

Erzbischof Ranjith
Erzbischof Ranjith
Erzbischof Ranjith kritisiert insbesondere diözesane Ausführungsbestimmungen, die das Motu Proprio einschränken wollen.

Derartige Aktionen würden ideologische Vorurteile und Stolz – „eine der schwersten Sünden“ – offenbaren.

Der tridentinische Ritus sei Teil der Tradition der Kirche. Der Papst habe die „Motive für seine Maßnahme“ gebührend erklärt. Es handle sich bei dem Motu Proprio um einen Akt der Freiheit und der Gerechtigkeit für Traditionalisten.

Toter Buchstabe
Der Sekretär der Liturgiekongregation sprach im Interview auch über die Neue Messe. In diesem Zusammenhang betonte er, daß es „wichtig, sogar fundamental“ sei, den Priester auf die Seite zu schieben: „Der Protagonist der Messe ist Christus.“

Der Erzbischof versteht auch nicht, wieso die Messe in „Shows mit Tänzen, Liedern und Applaus“ verwandelt wird, „wie es bei der Neuen Messe regelmäßig passiert“.

„Ich bin gegen Tanz und Applaus während der Messe. Messen sind kein Zirkus.“

Seine Kongregation habe zahlreiche Dokumente erlassen, die solche Liturgiemißbräuche verurteilen. Viele dieser Dokumente seien toter Buchstabe geblieben, in „staubigen Regalen“ verendet – oder „noch schlimmer: in Mülleimern“.

Sinnloses Geschnattere
Mons. Ranjith äußerte sich auch zum Mißbrauch der Predigt während der Heiligen Messe. Predigten müßten einen katechetischen Charakter haben. Soziologismus und sinnloses Geschnattere seien zu vermeiden.

Wenn jemand exzessiv lange predige, bedeute das, daß er sich nicht vorbereitet habe. Die angemessene Zeit für eine Predigt seien zehn bis 15 Minuten.

Die Homilien müßten peinlich sauber einstudiert sein.

Der Höhepunkt der Messe sei das eucharisitische Mysteriums und nicht die Predigt.

Messe als Show
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 61 Lesermeinungen:
Freitag, 9. November 2007 12:07
stat crux: Schreibtischreform?
Da ist mir was entgangen. Wo ist denn in dere Bugnini-Messe ein Schreibtisch durch einen Mahltisch ersetzt worden?

Schluss damit!

Freitag, 9. November 2007 11:40
Benedikt: @ mariokin
Wenn diese 99,98 % die alte Liturgie seit Kindesbeinen kennen würden, würde auch kein Hahn nach dem NOM krähen…

So? Und wie kam es dann zu der Durchsetzung des „NOM“? Und warum sind die Verweigerer von alter Messe und Motu Proprio stets solche, die die alte Messe noch von früher kannten?
Dienstag, 6. November 2007 23:16
mariokin: @cum te
Wenn diese 99,98 % die alte Liturgie seit Kindesbeinen kennen würden, würde auch kein Hahn nach dem NOM krähen…

Das zeigt nach Ihrer Logik dann auch, wie unsinnig im umgekehrten Schluss eine solche Reform gewesen ist und die meisten, die sie als Erwachsene erlebten und dazu gehören Sie nicht!, erlebten sie als Befremdend und unnötig! Davon kenne ich genügend Zeitzeugen.

Wie gesagt die Reform von 1965 war mit einigen Teilen der Messe in Volkssprache war das, was sich die Konzilsväter dachten mit Sacrosanctum consilium, aber nicht die neoprotestantische Schreibtischreform Bugninins mit einem Mahltisch, der keiner kirchlichen Tradition entspricht, weder der östlichen und schon gar nicht der katholischen, ja nicht mal der Lutheraner, die heut noch mit Rücken zum Volk am Altar stehen, gehen sie doch mal in die lutherischen Landeskirchen! Das entspringt dem krankhaften Zwinglitum der in allem nur ein Symbol aber kein Opfer sehen wollte. Es entspricht auch dem Freidenkertum der Freimaurerei, deren Religion der Humanismus, d.h. der gute Mensch ist und es entspricht dem Geist der Freikirchler, der protestantischen Sekten, die eine Opfermesse ablehnen und den Priester nurmehr als Bruder unter vielen, aber nicht als einen von Gott Herausgerufenen und für den Dienst am Altar für Gottes Volk bestellten, ein „alter christus“ (lat.) sehen, eben, einen „anderer Christus“, jemand also, der in seiner Person in Vollmacht und Kraft göttlicher Gewalt handelt.
Dienstag, 6. November 2007 21:43
Gotthard: @maliems
kein Afrikaner will Tanz in der Messe?
Kennst Du Dich in Afrika aus?
Ich schon …
Dienstag, 6. November 2007 15:10
Freinsberg: @maliems
aber vielleicht Afrikanerinnen?
Dienstag, 6. November 2007 13:55
maliems: kein Afrikaner
will Tanz in der Messe
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