Die Heiligen sind eine Erfindung des Mittelalters
Zu Allerheiligen engagierte sich eine Gemeinde in Linz einen protestantischen Prediger. Der packte die Gelegenheit beim Schopf und zog über die Heiligen her. Von Christopher Gillibrand.
(kreuz.net, Linz) Ende Oktober erregte ein Aushang an der Ursulinenkirche in Linz meine Aufmersamkeit.
Er kündigte zum vergangenen Allerheiligenfest – „am Tag nach dem Reformationsfest“ – eine Abendmesse
um 20.00 Uhr an.
Die Ursulinenkirche befindet sich im Zentrum von Linz und dient als Kunst-, Konzert- und als Gemeindekirche für den katholischen Akademieverband der Diözese.
Hoppla – dachte ich mir – jetzt definiert sich der Allerheiligentag schon vom Reformationsfest her.
Der Aushang kündigte an, daß die Predigt von dem lutherischen Pfarrer Dr. Thomas Pitters gehalten werde. Zelebrant der Messe war der Pfarrer der Linzer St. Markus-Kirche, Konsistorialrat Johann Maislinger.
Das kann nur schiefgehen – dachte ich mir: Wie soll ein evangelischer Pfarrer über alle Heiligen sprechen? Sicher nur abfällig.
Ich behielt mit meiner Vorausahnung leider recht. Die Predigt des Protestanten überstieg sogar meine Befürchtungen.
Während seiner Predigt erklärte Pitters, daß die Heiligenverehrung angeblich „aus dem Mittelalter“ stamme und in der „frühen Kirche“ unbekannt gewesen sei.
Heilige seien für uns bloß moralische Vorbilder: „Als Fürbitter sind sie unnütz“. Nach Pitters Ansicht sollen wir die Heiligen auch nicht verehren.
Denn mit der Taufe seien wir selber „Heilige“ geworden. Darum sei es nicht nötig, zu den Heiligen zu beten.
Der protestantische Pfarrer zitierte auch das – völlig aus dem Kontext gerissene und verfälscht wiedergegebene – rumänische Sprichwort „Bevor du beim Herrgott ankommst, fressen dich die Heiligen.“
Damit wollte er offenbar sagen, daß die Heiligen sogar einen negativen Einfluß besitzen.
Pitters zitierte ferner aus dem 21. Artikel der Augsburger Konfession über den Dienst der Heiligen.
Man soll der Heiligen gedenken und ihre guten Werke als Beispiel nehmen. Aber aus der Bibel könne man „nicht beweisen“, daß die Heiligen überhaupt eine Rolle spielten.
Mit dem protestantischen Theologen Hans Martin Barth bezeichnete er den „evangelischen Heiligen“ als einen „tapferen Sünder“, der sich traut, im Vertrauen auf Gott eine Entscheidung zu treffen.
Man darf nicht vergessen, daß Pitters während seiner Predigt in der Ursulinenkirche von zahlreichen Reliquien und Heiligenstatuen umgeben war. Das störte ihn nicht.
Ich photographierte Pitters während seiner Predigt mehrfach. Auch das störte niemanden.
Nach der Predigt, setzte er sich auf die Seitenbank im Altarraum. Während der Heiligen Wandlung blieb er einfach sitzen.
Beim Vaterunser kam er auf einen Wink des Zelebranten zum Altar und stellt sich neben den Priester.
Als ich ihn in dieser Position photographieren wollte, riß mir ein Gläubiger – oder vielleicht ein gläubiger Aufpasser – die Kamera weg.
Er wies mich ausdrücklich darauf hin, daß ich nicht photographieren dürfe, „weil das verboten ist“.
Darauf erhob ich mich und schritt zum Ausgang. Dort stand ein weiterer Aufpasser, der mir das Photographieren verbot.
Ich rief in das Kircheninnere, es sei ein Skandal, daß in einer katholischen Kirche akatholische Lehren verbreitet werden: „Das sind Lehren, die ein Katholik nicht vertreten kann. Sie gehören in die Kirche von Martin Luther.“
Mir sind die Unterschiede zwischen Katholisch und Protestantisch klar. Ich bin Engländer und Konvertit. Die protestantische Lehre kenne ich gut.
Es befremdet mich zutiefst, daß es einem protestantischen Pfarrer erlaubt ist, in einer katholischen Kirche seine Irrlehren zu verbreiten und danach keine Richtigstellung erfolgt.
Der Verfasser studierte an der Universität Oxford und lebt in Brüssel.
Die Ursulinenkirche befindet sich im Zentrum von Linz und dient als Kunst-, Konzert- und als Gemeindekirche für den katholischen Akademieverband der Diözese.
Hoppla – dachte ich mir – jetzt definiert sich der Allerheiligentag schon vom Reformationsfest her.
Der Aushang kündigte an, daß die Predigt von dem lutherischen Pfarrer Dr. Thomas Pitters gehalten werde. Zelebrant der Messe war der Pfarrer der Linzer St. Markus-Kirche, Konsistorialrat Johann Maislinger.
Das kann nur schiefgehen – dachte ich mir: Wie soll ein evangelischer Pfarrer über alle Heiligen sprechen? Sicher nur abfällig.
Ich behielt mit meiner Vorausahnung leider recht. Die Predigt des Protestanten überstieg sogar meine Befürchtungen.
Während seiner Predigt erklärte Pitters, daß die Heiligenverehrung angeblich „aus dem Mittelalter“ stamme und in der „frühen Kirche“ unbekannt gewesen sei.
Heilige seien für uns bloß moralische Vorbilder: „Als Fürbitter sind sie unnütz“. Nach Pitters Ansicht sollen wir die Heiligen auch nicht verehren.
Denn mit der Taufe seien wir selber „Heilige“ geworden. Darum sei es nicht nötig, zu den Heiligen zu beten.
Der protestantische Pfarrer zitierte auch das – völlig aus dem Kontext gerissene und verfälscht wiedergegebene – rumänische Sprichwort „Bevor du beim Herrgott ankommst, fressen dich die Heiligen.“
Damit wollte er offenbar sagen, daß die Heiligen sogar einen negativen Einfluß besitzen.
Pitters zitierte ferner aus dem 21. Artikel der Augsburger Konfession über den Dienst der Heiligen.
Man soll der Heiligen gedenken und ihre guten Werke als Beispiel nehmen. Aber aus der Bibel könne man „nicht beweisen“, daß die Heiligen überhaupt eine Rolle spielten.
Mit dem protestantischen Theologen Hans Martin Barth bezeichnete er den „evangelischen Heiligen“ als einen „tapferen Sünder“, der sich traut, im Vertrauen auf Gott eine Entscheidung zu treffen.
Man darf nicht vergessen, daß Pitters während seiner Predigt in der Ursulinenkirche von zahlreichen Reliquien und Heiligenstatuen umgeben war. Das störte ihn nicht.
Ich photographierte Pitters während seiner Predigt mehrfach. Auch das störte niemanden.
Nach der Predigt, setzte er sich auf die Seitenbank im Altarraum. Während der Heiligen Wandlung blieb er einfach sitzen.
Beim Vaterunser kam er auf einen Wink des Zelebranten zum Altar und stellt sich neben den Priester.
Als ich ihn in dieser Position photographieren wollte, riß mir ein Gläubiger – oder vielleicht ein gläubiger Aufpasser – die Kamera weg.
Er wies mich ausdrücklich darauf hin, daß ich nicht photographieren dürfe, „weil das verboten ist“.
Darauf erhob ich mich und schritt zum Ausgang. Dort stand ein weiterer Aufpasser, der mir das Photographieren verbot.
Ich rief in das Kircheninnere, es sei ein Skandal, daß in einer katholischen Kirche akatholische Lehren verbreitet werden: „Das sind Lehren, die ein Katholik nicht vertreten kann. Sie gehören in die Kirche von Martin Luther.“
Mir sind die Unterschiede zwischen Katholisch und Protestantisch klar. Ich bin Engländer und Konvertit. Die protestantische Lehre kenne ich gut.
Es befremdet mich zutiefst, daß es einem protestantischen Pfarrer erlaubt ist, in einer katholischen Kirche seine Irrlehren zu verbreiten und danach keine Richtigstellung erfolgt.
Der Verfasser studierte an der Universität Oxford und lebt in Brüssel.
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Montag, 12. November 2007 00:04
Detlef Rose: @ Maria Escorial
Nein, Euer Ehren! Ich habe mich klar und unmissverständlich ausgedrückt: SOLUS CHRISTUS – Einzig und ALLEIN CHRISTUS rechtfertigt!
Sonntag, 11. November 2007 20:54
Maria Escorial: @Detlef Rose
ja, aber eben „auch“…
Sonntag, 11. November 2007 20:26
Detlef Rose: Solus Christus
Christus rechtfertigt – auch die Heiligen!
Sonntag, 11. November 2007 19:50
Gunsenum: @maria escorial
Nach dem Motto: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott…
Ich würd mir ja mal Gedanken machen. am letzten Tag, da wirst auch keinen Heiligen haben, der Dich bei Gott rechtfertigt. Musste schon selbst tun.
Ich würd mir ja mal Gedanken machen. am letzten Tag, da wirst auch keinen Heiligen haben, der Dich bei Gott rechtfertigt. Musste schon selbst tun.
Sonntag, 11. November 2007 19:31
Maria Escorial: @Typ, die „Heiligen“ der Bibel waren oft spätere Märtyrer,
und sind damit die stärksten Vermittler (nebst der Mutter des Herrn) beim Dreifaltigen Gott. Das Martyrium ist das Gleichwerden mit Christi Kreuzopfer und Jesus selbst sagte, dass seine Nachfolger/innen noch grösseres vollbringen werden (an Martyrium, als er selbst). Das ist für mich ein Fakt warum ich gerne bei Attacken des Teufels v.a. die Priestermärtyrer um Hilfe bitte, und mir hat der Heilige John Fisher schon ganz gewaltig geholfen aus grösster Bedrängnis. Auch der Heilige John Henry Newman ist ein wunderbarer Helfer. Diese geistigen Grössen arbeiten immer mit Gottes Willen zusammen, es besteht keinerlei Besorgnis, dass irgend ein Heiliger oder eine HEilige gegen den Willen Gottes handeln würde. Darum ist die Rede des Pastors absolut dumm und verwerflich. Wir können nur beten für solche Menschen.
Sonntag, 11. November 2007 18:08
Detlef Rose: @Typ Danke!
Danke für die standhafte Richtigstellung, was die Evang.-Luth. Lehre zu den Heiligen betrifft! Leider gibt es noch immer Leute, die mächtig daran interessiert sind, Christen der Augsburgischen Konfession in ein schlechtes oder/und falsches Licht zu rücken. Manche Missverständnisse werden allerdings auch von uns Evangelischen geradezu provoziert. Meine Heiligenpredigt zu Allerheiligen wäre sicher inhaltlich anders gewesen als das aus Linz zitierte. So, wie es berichtet wird, war der Auftritt sicher nicht gerade glücklich. – Übrigens: Auch was Maria betrifft, ist im Konkordienbuch (Bekenntisgrundlage der Evang.-Luth. Geistlichen) festgehalten: „Maria semper orat per ecclesiam.“ (Maria betet immerwährend für die Kirche). Was wollt ihr mehr!!!
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