Wie schleppt man einen hartgesottenen Sünder in den Beichtstuhl? Das deutsche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat dazu eine Idee. Wenn der Sünder nicht zur Beichte kommt, dann kommt die Beichte eben zum Sünder.
(kreuz.net/KIN, München) Seit einem Jahr fährt ein ungewöhnlicher Abholdienst durch Deutschland und
die umliegenden Länder. Es handelt sich um einen VW-Bus, der vom katholischen Hilfswerkes „Kirche in
Not“ in einen Beichtstuhl umgebaut wurde. „Kirche in Not/Ostpriesterhilfe“ wurde nach dem Zweiten Weltkrieg
vom inzwischen verstorbenen belgischen Prämonstratenserpater Werenfried van Straaten gegründet.
„Überaus
erfreulich“ nennt der Geschäftsführer von ‘Kirche in Not Deutschland’, Klaus Wundlechner, die öffentliche
Resonanz auf diese rollende Art, die Sünder für das Sakrament der Beichte zu begeistern. Viele Reumütige
würden das Angebot gerne annehmen.
Im umgebauten VW-Bus steht ein Priester für Seelsorgegespräche
oder für die Beichte zur Verfügung. Manche verlorene Schafe finden im Beichtbus nach vielen Jahren wieder
die heiligmachende Gnade und das Gespräch mit der Kirche.
Selbst die Presse hat geschnallt, daß der
fahrende Beichtstuhl eine echte Marktlücke füllt. Berichte über den rollenden Beichtpriester sind in
„Auto-Bild“, im Frauen- und Lifestyle-Magazin „Woman“, in der Ärztezeitung, in der „Frankfurter Allgemeinen“,
der „Welt“, der „Süddeutschen Zeitung“ erschienen. Auch viele Radio- und TV-Sender hätten das Anliegen
nach den Worten des Geschäftsführers von „Kirche in Not“ durchwegs gut verstanden und wohlwollend aufgenommen.
Das deutsche Boulevardmagazin „Die Bunte“ nahm das Beichtmobil sogar auf ihrer beliebten „In oder Out“-Liste
auf. Unter dem Motto „Gott gibt Gas“ wurde die Initiative den Lesern als „in“ vorgestellt: „Das spricht
dafür, daß das Angebot der Versöhnung durch die Beichte ein Bedürfnis unserer Zeit trifft“, meint
der Geschäftsführer von „Kirche in Not“.
Das Beichtmobil wurde vor einem Jahr auf dem Kongreß „Treffpunkt
Weltkirche“ in Augsburg (Bayern) in Dienst gestellt und vom Bischof von Eichstätt, Walter Mixa, geweiht.
Bischof Mixa ist auch der Schirmherr der Initiative.
Mit der Idee, einen Beichtstuhl auf Reisen zu schicken,
folgte „Kirche in Not“ einer Aussage von Papst Johannes Paul II. Der Papst hatte erklärt, daß die Beichte
das Schlüsselsakrament für die Neuevangelisierung Europas sei.
Erst kürzlich rief der Papst die Priester
auf, „die Beichte als eine reinigende und erneuernde Begegnung“ mit Gott „liebenswert und attraktiv“ zu
gestalten.
Kirche in Not stellt das Beichtmobil Pfarreien, Gemeinschaften und Initiativen auf Anfrage
kostenlos zur Verfügung. Zur Beichte und zum Beichtmobil strahlen die christlichen Fernsehsender Bibel-TV
und EWTN am 13. Februar eine von Kirche in Not produzierte Fernsehsendung der Reihe „Spirit – Leben mit
Stil“ aus. Weitere Infos gibt es unter www.kirche-in-not.de oder Telefon: 0 89 / 7 60 70 55.
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3 Lesermeinungen
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Hey, warste auch schon im Beichtmobil? Ich hab’ letzte Woche mal ‘n Seitensprung gewagt. Tolles Weib sag
ich dir. Meine Frau? Nö – weiß natürlich nix. Das Dingsda kommt doch dieser Tage vorbei. Beichte ich
das Ding mal schnell und vergessen. Das Superweib kommt eh erst im Sommer wieder und da machen wir noch
mal so richtig high-life. Das Dingsda „Beichtmobil“ oder wie das heißt, kommt ja alle 4 Wochen- null
Problemo Praktisch wa?! Bußsakrament, wassn das? Is auch egal – ich bin ja katholisch da beichtet mal
halt. Bruno-Maria Schulz
Ich könnte mir vorstellen… …dass neben der rein oberflächlichen medialen Aufmerksamkeit vielleicht
bei manchem/r Sünder/in ein vielleicht eher spontan zustandegekommenes Beichtgespräch doch tiefer gehen
könnte als zuerst gedacht. Die Gnade wirkt wo sie will, wer will sie ausgerechnet aus einem „Beichtmobil“
verbannen? Natürlich liegt es an der seelsorgerlichen Qualität des rollenden Beichtvaters, die Spreu
vom Weizen zu trennen und zu entscheiden, in welchen Fällen die sakramentale Lossprechung herangereift
ist. Bereits die Tatsache, dass in der Öffentlichkeit durch den mobilen Beichtstuhl wieder vom Sakrament
der Busse und Vergebung, und zwar als Einzelbeichte gesprochen wird, könnte Anstösse geben, diese Gnadenquelle
wieder ernster zu nehmen angesichts der Nöte der Zeit und der Psychotherapönitentiare. Die „Ostpriesterhilfe“
hat da offenbar auf die alte Idee ihrer Kapellenwagen zurückgegriffen, die nach dem Krieg in der Gegend
rumfuhren, und ihr eine neue Stossrichtung gegeben. Ich seh das also nicht so absolut negativ, kann aber
ein erstes „Schöckchen“ gut verstehen.
daß der fahrende Beichtstuhl eine echte Marktlücke füllt ist ja wohl Quatsch oder soll das was kosten?
Ein Riesenblödsinn ist das. Wenn „hartgesottene Sünder“ nicht den Weg zur Kirche und Beichte finden,
nützt solche ein „Service“ null. Ihre Beichte bleibt Monolog, ohne Einsicht, ohne Resultat. Sinnloses
Ritual solcher „Beichtservice“ den man halt zwischendurch mal bestellt wie eine Pizza. Gehn wir mal eben
beichten oder zu McDonald? Bruno-Maria Schulz