Es ist leichter als man denkt, den Kontakt mit der Wirklichkeit zu verlieren. Von Dr. med. Wolfgang B. Lindemann.
Hintergrundbild des unter Jugendlichen stark verbreiteten, graphisch sehr ausgereiften Computerspiels ‘World of Warcraft’.
(kreuz.net) Videospiele begannen in den 80er Jahren. Es fing ganz harmlos an. Damals fraß „Pacman“ auf
dem Bildschirm Früchte und Sternchen.
In anderen Spielen ging man auf Schatzsuche oder konnte feindliche
Raumschiffe oder Panzer abschießen.
Die Spiele waren einfach, hatten graphisch wenig zu bieten, wurden
aber trotzdem von jugendlichen Computerfans gespielt, gesammelt und getauscht.
Dann wuchsen die Hauptspeicher,
Prozessoren, und Graphikkarten der Rechner. Die Spiele wurden lebensnäher.
Heute sieht der Gegner aus
wie ein richtiger Mensch. Man köpft ihn, reißt ihm das Herz aus der Brust oder die Gliedmaßen vom Körper.
Blut spritzt und Schreie gellen.
Der Umsatz der Computerspiele-Industrie vervielfacht sich ständig.
In den USA nahm dieser Wirtschaftszweig schon im Jahre 2003 sieben Milliarden Dollar ein.
Diese Summe
übertrifft schon lange die Einnahmen mit Theaterkarten.
Etwa zu 80% haben die Spiele Gewalt und Aggression
zum Inhalt.
Sie werden immer grausamer und gnadenloser. 10% bis 20% der Jugendlichen verbringen damit
viele Stunden am Tag.
Gleichzeitig gibt es seit ein paar Jahren ein neues Phänomen:
Jugendliche verschaffen sich Schnellfeuerwaffen und richten damit in Schulen Blutbäder an.
Sie werden
zu Monstern wie Robert Steinhäuser, der in seinem Erfurter Gymnasium 17 Lehrer und Schüler erschoß,
ehe ein heldenhafter Lehrer ihn unter eigener Lebensgefahr stoppte.
Gibt es da einen Zusammenhang zwischen
Gewalt und Gewaltspielen? Die Antwort lautet: Ja.
Gewalt wird in den Computerspielen – anders als beim
bloßen Anschauen von Fernsehgewalt – nicht nur passiv konsumiert, sondern aktiv trainiert.
Die Identifikation
des Spielers mit dem Aggressor, den er im Spiel darstellt, kann zu dessen Nachahmung auch im realen Leben
führen.
Im Fernsehen sieht man zudem meist nur Handlungsausschnitte.
Im Videospiel wird dagegen die
ganze Handlung eingeübt: das Auswählen des Opfers, die Wahl der Waffe, das Auflauern, der Angriff.
Ein Videospiel wird auch nicht durch Werbespots unterbrochen. Es bleibt keine Zeit zum Nachdenken oder
für Gefühle wie Mitleid und Schuld.
Ein Spieler, der ständig Gewalt sieht, stumpft ab und wird gleichzeitig
für Gewalt belohnt – Punkte, neue eigene Leben, eine Ebene weiter, mehr Waffen und Munition.
Man muß
kein Psychologe sein, um zu begreifen, daß es für niemanden gut ist, monatelang viele Stunden pro Tag
das Verletzen und Töten anderer Menschen am Bildschirm zu trainieren.
Gewiß, moderne Medien können
hervorragende Lernmittel sein. So machen Flugsimulatoren die Luftfahrt viel sicherer. Doch der Lerneffekt
funktioniert auch bei destruktiven Inhalten.
Kinder und Jugendliche lernen rascher und sind leichter
formbar als Erwachsene. Sie verlieren besonders schnell die natürlichen Tötungshemmungen und den Bezug
zur Realität.
Gewaltspiele verhindern, daß sie lernen, was ihnen in jungen Jahren beigebracht werden
sollte – sich mit anderen gewaltfrei auseinanderzusetzen.
Es gibt viele Untersuchungen wie die folgende:
Zwei Gruppen von Kinder spielen entweder ein gewaltfreies oder ein stark gewaltbeladenes Spiel. Danach
wird ihr Verhalten beobachtet.
Die Gruppe, die das gewalthaltige Spiel gespielt hatte, neigt anschließend
zur Gewalttätigkeit.
Mit längeren Video-Gewaltspielen gehen häufigere aggressive Gedanken und schlechtere
Studienleistungen einher.
Exzessive Computerspieler reden weniger mit Freunden und können weniger gut
über Gefühle sprechen.
Schließlich kann es zu Exzessen wie in Erfurt oder im US-Bundesstaat Virginia
kommen.
Die jungen Amokläufer haben stets ein ähnliches Profil: männlich, geringer Rückhalt in der
Familie, auf verschiedene Weise aus schulischen und zwischenmenschlichen Zusammenhängen herausgefallen.
Sie flüchten sich aufgrund von Kränkungen und Demütigungen zunächst in eine Cyber-Welt, um dort als
die Helden aufzutreten, die sie im realen Leben nicht sein können.
Dann lebten sie im Leben aus, was
sie am Bildschirm eingeübt haben.
Auszug aus einem am 15. Juni 2007 vor dem ‘Initiativkreis katholischer
Laien und Priester’ in Freiburg gehaltenen Vortrag. Eine Zusammenfassung des gesamten Vortrages hier.
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73 Lesermeinungen
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#74 Pünktchen 08:14:22 | Freitag, 16. November 2007
Leblhuber Das Problem besteht für mich darin, daß ab einem bestimmten Zeitpunkt alles repetetiv wird,
was der „Gegner“ und was man selbst sagt. Ich streune jetzt vermehrt in anderen Portalen herum! Freundliche
Grüße auch von mir! .chen
#72 Kurt K. 21:37:20 | Donnerstag, 15. November 2007
@ Sozialkatholisch: Uneingeschränkte Zustimmung! Unglaublich, aber wahr! Ich kann Ihnen mal 100%ig zustimmen!
Das Problem mit den Computerspielen ist in erster Linie nicht die Gewalt. Natürlich gibt es Einzelfälle
die die virtuelle Gewalt nicht vernünftig verarbeitet bekommen, die gibt es aber beim Fernsehen auch.
Sicherlich ist auch darüber nachzudenken die Gewalt im Fernsehen und bei den Computerspielen wegen der
Einzelfälle einzuschränken. Das Problem der Computerspiele in erster Linie ist das sie ungeheure Zeitdiebe
sind und ihre Spieler durch den hohen Zeitverlust die zwischenmenschliche Beziehungen zurückgehen zu
lassen was Physische wie psychische Krankheiten auslösen kann.
#71 Leblhuber 21:16:10 | Donnerstag, 15. November 2007
Liebes Pünktchen! In allen anderen Fragen bitte ich nur um Fairneß und würde mich ohne weiteres auch
selber dazu verpflichten! Dem schließe ich mich gerne an. Daraus wird aber sicher keine Verbrüderung,
weil die gegensätzliche Position zu vielen Themen bestehen bleibt. Sie sind mir in den letzten Tagen
schon abgegangen. Hoffentlich waren Sie nicht krank? Freundliche Grüße
#70 Pünktchen 18:00:31 | Donnerstag, 15. November 2007
Leblhuber Das „kompetente Kind“ organisiert sich selbst aber oft nach eigenen – und wiederum von Medien
und peers vermittelten – Maßstäben. Auch das medienverwahrloste videotische Kind hat ja eine Form von
„Selbstorganisation“ gefunden! Es sind im übrigen ja gerade die trügerischen Komptenzerlebnisse in der
hermetischen Welt des Computerspiels, die das Kind reizen und ihm ein falsches Gefühl von Sicherheit
und Kontrollmacht geben. Ich bin überzeugt, daß wir in dieser Frage nur um Nuancen auseinanderliegen.
In allen anderen Fragen bitte ich nur um Fairneß und würde mich ohne weiteres auch selber dazu verpflichten!
#69 Leblhuber 17:35:13 | Donnerstag, 15. November 2007
@Pünktchen: Falsch ist es auf jeden Fall, den Kindern ungehindert und unkontrolliert Zugang zu allen
Medien zu eröffnen im „guten“ Glauben, das EIGENE Kind werde von diesen Möglichkeiten sicher auch den
richtigen Gebrauch machen Der „gute Glaube“ an das Kind und seine Fähigkeit zur Selbstorganisation ist
zwar wichtiger Bestandteil jeder Erziehung, aber allein genommen, eben keine Erziehung. Neben der sozialen
Deprivation ist es ja gerade die emotionale Deprivation und das subjektive Empfinden der Benachteiligung,
ob nun begründet oder nicht, was zum Missbrauch führt. Ungehinderter und unkontrollierter Zugang zu
nicht altersgerechten Medien, ist immer abzulehnen. Das schließt im Übrigen Printmedien ein. Ceterum
censeo murem esse delendum!!!
#68 Pünktchen 16:30:05 | Donnerstag, 15. November 2007
Leblhuber Die Verwahrlosungstendenz ist (interessanterweise nur bei männl. Nutzern) um so größer, je
mehr das alltagskulturelle Setting von Kindern/Jugendlichen durch soziale Deprivation gekennzeichent ist.
Für Kinder/Jugendliche, die die meiste Zeit alleingelassen sind und diese Zeit ausschließlich mit Medienkonsum
nach eigenem Gusto füllen, für sog. „Schlüsselkinder“ z.B., wäre eine gute Ganztagseinrichtung die
bessere Lösung. Hier könnten Sie ebenso den Umgang mit Medien einüben, verbleiben aber in einem sozialen
Kontext, der es ihnen erlaubt, sich über die Medieninhalte mit anderen auszutauschen. Alleine schon dadurch
wird eine gewisse kritische Distanz aufgebaut. Der einzelne befindet sich nicht in der Reiz-Reaktions-Kiste
Mensch-Maschine, sondern das Ganze erweitert sich zu einem „Dreieck“ Mensch-Maschine-Mensch. Falsch ist
es auf jeden Fall, den Kindern ungehindert und unkontrolliert Zugang zu allen Medien zu eröffnen im „guten“
Glauben, das EIGENE Kind werde von diesen Möglichkeiten sicher auch den richtigen Gebrauch machen…
#67 Leblhuber 16:04:27 | Donnerstag, 15. November 2007
@Pünktchen: Ich sehe keinen sachlichen Dissens zwischen uns! D’accord! Mit einer Ausnahme: Die Forderung
nach einer generellen Verbannung der PCs und Playstations aus den Kinderzimmern ist weder durchführbar
noch sinnvoll. Aber vielleicht habe ich Sie da auch missverstanden. Freundliche Grüße
@ Pünktchen In unserem Zeitalter wo so gut wie alles niviliert wird, Religion, Kultur, Nation, Familie
etc., fehlen den Jugendlichen auch Werte die sie hochhalten können. Wenn man nichts mehr hat was man
hochhalten kann fällt man schneller in die zeitlich unkontrollierte, stundenlange Nutzung von Computer
und Fernsehen. Ist nur so ein Gedanke, was meinen sie dazu?
#65 Pünktchen 15:42:17 | Donnerstag, 15. November 2007
Leblhuber Ich sehe keinen sachlichen Dissens zwischen uns! „Medienverwahrlosung“ als qualitativ neues
Phänomen ist natürlich sozial eingebettet. Ihre Analysen und Empfehlungen decken sich ja weitgehend
mit denen von Pfeiffer. Ziel ist Medienkompetenz, die Gefahr heißt Medienverwahrlosung. MfG .chen
#64 Leblhuber 14:31:35 | Donnerstag, 15. November 2007
@Pünktchen: Alle jugendl. Amokläufer waren männlich und Extrem-Vidioten… Aber auch im familiären
Bereich sollte das TV und die Spielkonsole im Kinderzimmer Tabu sein! Amokläufer waren immer männlich
und ein bestimmtes Alter scheint mir kein signifikantes Merkmal zu sein. Ich gebe Pfeiffer ja weitgehend
Recht. Nur scheint mir die Diskussion hier etwas einseitig zu laufen. Es ist die Unterprivilegiertheit,
die mir unter allen Faktoren der wichtigste zu sein scheint. Ein technisch hochgerüstetes Kinderzimmer
ist dann keine Gefahr, wenn für ein Alternativangebot gesorgt wird. Sportliches und kulturelles Fördern
der Kinder setzt das Interesse der Eltern voraus und ist ohne Einsatz finanzieller Mittel nicht zu haben.
Dazu kommt dann noch die soziale und psychische Verwahrlosung, die, unabhängig davon, ob beide Eltern
berufstätig sind, oder nicht , auch wieder vor allem die unterprivilegierten Kinder betrifft. Daher ist
die Ganztagsschule die einzige Alternative. Wo das Elternhaus versagt, hat der Staat dessen Aufgabe zu
übernehmen. Das müssen wir uns schon etwas kosten lassen. Den Fernseher und den PC aus dem Kinderzimmer
zu verbannen, ist keine Lösung, zumal Ausbildung und Bildung heute ohne PC und Internet nicht mehr zu
haben sind. Der PC ist ja auch Arbeitsgerät und als solches für Kinder heute unverzichtbar.
@ pünktchen Ein Internat hat viele Vor und Nachteile und wenn unsere Familien weiter so zerrüttet werden
könnten gute, christliche Internate wohl wirklich das Gebot der Stunde werden. Aber auch im familiären
Bereich sollte das TV und die Spielkonsole im Kinderzimmer Tabu sein! Auf jeden Fall im Kinderzimmer und
in allen anderen schwer kontrollierbaren Bereichen auch. Berufstätige Alleinerziehende sollten wirklich
darüber nachdenken ob ein Internat nicht die bessere Lösung ist. Pädagogisch gut konzipierte und betreute
Ganztagseinrichtungen hören sich zuerst einmal gut an, bergen aber wohl viele Gefahren wie Entchristlichung
etc… Ich denke das das klassische konservative Familienbild wohl die beste Lösung wären.
#62 Pünktchen 10:50:16 | Donnerstag, 15. November 2007
@sozialkatholisch Möglicherweise ist für Jungen eine Gemeinschaftserziehung im Internat mit geregelten
und restringierten Zugangsbedingungen zu TV und Comp-Spielen, dafür aber mit erhöhtem Angebot an Sport,
Gemeinschaftsprojekten, Freizeitaktivitäten, individueller Begabungsförderung usw. das Gebot der Stunde.
Aber auch im familiären Bereich sollte das TV und die Spielkonsole im Kinderzimmer Tabu sein! Wie berufstätige
Alleinerziehende der Gefahr der „Medienverwahrlosung“ erzieherisch entgegentreten wollen, ist wirklich
fraglich. Vielleicht böten pädagogisch gut konzipierte und betreute Ganztagseinrichtungen hier einen
Ausweg!
@ Pünktchen Die Jungen erleben offensichtlich die „Funktionslust“ bei gewaltbestimmten Computerspielen
anders und tiefer als Mädchen und neigen insgesamt zu zeitlich extremeren Formen der Mediennutzung (incl.
TV). Ihre sozialen Kompetenzen verkümmern und auch die Schulleistungen werden meßbar schlechter gegenüber
den Leistungen der Mädchen … Das ist wohl wahr. Leider gibt es auch immer weniger Schutzfunktionen
wie Lehrer, Eltern, ältere Geschwister etc. die den unkontrillierten Medien-Konsum einschränken können.
#60 raindance1 † 10:21:02 | Donnerstag, 15. November 2007
kann das pünktchen einen Satz schreiben ohne Prof. Pfeifer zu erwähnen. Diese verblödende Hörigkeit
ist ja schlimmer als jedes Killerspiel. Leben Sie eingentlich, oder sind Sie nur auf die automatisierte
Wiedergabe von Forschungsergebnissen und Studien getrimmt.
#59 Pünktchen 09:44:54 | Donnerstag, 15. November 2007
Sozialkatholisch So ist es! Es geht nicht um die isolierte Frage: welche Gewaltneigung können Computerspiele
bei Kindern/Jugendlichen wecken oder stärken. Vielmehr geht es darum: Welche meßbaren Wirkungen und
Folgen ergeben sich aus den veränderten Rahmenbedingungen von Kindheit und Adoleszenz. Hier zeigt sich,
daß im sozialen/emotionalen Bereich mit seinen ganz eigenen Entwicklungs- und Bildungsaufgaben die männlichen
Jugendlichen ins Hintertreffen geraten genau in dem Maße, wie ihre mediale und „virtuelle“ Verfügungsmacht
zunimmt! Die Jungen erleben offensichtlich die „Funktionslust“ bei gewaltbestimmten Computerspielen anders
und tiefer als Mädchen und neigen insgesamt zu zeitlich extremeren Formen der Mediennutzung (incl. TV).
Ihre sozialen Kompetenzen verkümmern und auch die Schulleistungen werden meßbar schlechter gegenüber
den Leistungen der Mädchen …
Medienverwarlosung Das Problem mit den Computerspielen ist in erster Linie nicht die Gewalt. Natürlich
gibt es Einzelfälle die die virtuelle Gewalt nicht vernünftig verarbeitet bekommen, die gibt es aber
beim Fernsehen auch. Sicherlich ist auch darüber nachzudenken die Gewalt im Fernsehen und bei den Computerspielen
wegen der Einzelfälle einzuschränken. Das Problem der Computerspiele in erster Linie ist das sie ungeheure
Zeitdiebe sind und ihre Spieler durch den hohen Zeitverlust die zwischenmenschliche Beziehungen zurückgehen
zu lassen was Physische wie psychische Krankheiten auslösen kann.
#57 Pünktchen 09:08:46 | Donnerstag, 15. November 2007
Leblhuber Der von Ihnen in fett gedruckte Satz wird gerade auch von Prof. Pfeiffer / Hannover vertreten.
Die Ganztagsschule als Alternative für (männliche) Jugendliche, die ansonsten (wegen Berufstätigkeit
der Eltern usw.) der von Pfeiffer überzeugend eruierten „Medienverwahrlosung www.kas.de/wf/de/33.3595/“
anheimfallen, wird in diesem Grunde ausdrücklich empfohlen. Es erscheint mir wichtig darauf hinzuweisen,
daß Pfeiffer mit seinem interessanten Ansatz weder eine monokausale Theorie vertritt, noch die Wirkung
der Medien lediglich unter dem Gesichtspunkt der Gewalt beschreibt. Insofern reden die meisten der Vorposter
vollständig am Problem vorbei! Es handelt sich gerade nicht um eine isolierte Betrachtung unter der leitenden
Fragestellung: Wie beeinflussen Computerspiele das Aggressionsverhalten o.ä. SONDERN: Wie sieht der Jugendlichenalltag
und die Entwicklungsperspektive von Jugendlichen zwischen den Kenngrößen: Familie, Schule, Gleichaltrige
und Medien aus und welche Wirkungen sind aus Veränderungen in den genannten Kenngrößen zu erwarten?
Die auffälligste Veränderung in den letzten Jahrzehnten ist die medientechnische Hochrüstung der Kinderzimmer.
Es zeigt sich, daß in der Mediennutzung durch Jugendliche hochgradig geschlechtsspezifische Muster auftreten.
Gleichzeitig fallen die Schulleistungen der Jungen in genau demselben Zeitraum drastisch und meßbar (grenzüberschreitend
in allen westlichen Staaten!) gegenüber den Leistungen der Mädchen ab. Alle jugendl. Amokläufer waren
männlich und Extrem-Vidioten…
#56 Leblhuber 01:17:28 | Donnerstag, 15. November 2007
Liebes Pünktchen! Im 19. Jhdt. mussten Kinder der Unterschicht arbeiten. Bis in die Mitte des 20. Jhdts.
waren sie der Indoktrinierung und Vereinnahmung parteipolitischer Organisationen ausgesetzt, oder trieben
sich auf der Straße herum. Heut sind sie genau so sozial, psychisch und intellektuell vernachlässigt,
wie sie es immer waren. Nur gibt es halt, neben der Straße, auch noch den PC. Wenn jemand unterpriviligiert
ist, sein Selbstbewusstsein aus zweifelhaften Quellen nähren muss und ansonsten sich selbst überlassen
bleibt, ist der vorprogrammierte Lebenslauf womöglich grau bis schwarz. Wenn Eltern Ihre Kinder nicht
erziehen können, aus welchen Gründen auch immer, muss der Staat diese Aufgabe übernehmen. Meiner Meinung
nach kann das nur die Ganztagsschule sein. Dafür müssen wir die Mittel bereitstellen. Langfristig gedacht,
kommt uns die Vernachlässigung teurer, als die öffentlich finanzierte Ganztagsbetreuung. Nicht die PC-Spiele
sind Schuld, sondern die versagende Familie und der versagende Staat. Ein Kind, das in einer Umgebung
aufwächst, die seine vielfältigen Fähigkeiten erkennt und fördert, das erzogen und begleitet wird,
wird durch den PC und seine, auch destruktiven Möglichkeiten, nicht gefährdet.
Mottenkisten-Propaganda Das sind alles populäre, aber falsche Behauptungen zu Computerspielen, würden
die direkt nachgeahmt, hätten wir täglich hunderte von Amokläufern. Die wissenschaftlichen Untersuchungen
sind widersprüchlich, es zeigen sich nur statistische Korrelationen von Gewaltspielkonsum und Gewalt,
die keine Ursächlichkeit belegen, sondern eher auf gemeinsame Ursachen im sozialen Umfeld deuten. Christian
Pfeiffer agiert bei dem Thema nicht seriös, er verkauft die Korrelationen als Ursächlichkeit, und auf
der www.kfn.de-Seite seines kriminologischen Forschungsinstituts findet sich ein offener Brief an den
Medienausschuss der Bundesregierung, in dem er Normenzensur gegen Spiele im allgemeinen Strafrecht (§131),
also das allgemeine Erzwingen seines persönlichen Geschmacksurteils und gesellschaftlicher Normvorstellungen,
fordert, unabhängig davon, ob wirklich eine Gewaltwirkung vorliegt. Und schließlich sollten wir in einem
freien Staat leben, wo jeder tun und lassen kann, was er will, gerade im Privaten, und nur da etwas verboten
werden kann, wo unmittelbar und bewiesener Maßen ein schwerer, beweisbarer Schaden für andere droht.
Reine Fantasiemedien schaden niemandem und dürfen darum, spätestens ab dem 18. Lebensjahr, auch keinerlei
gesellschaftlichen Normgrenzen unterworfen werden! (Wer will, kann sich ja seine eigenen Grenzen setzen!)
Wo kein Opfer, da kein Verbrechen!
#54 Pünktchen 21:37:59 | Mittwoch, 14. November 2007
raindance et alii Sie haben noch immer kein Wort über die von Prof. Pfeiffer vorgelegten Forschungsergebnisse
verloren. Ihre Argumente sind allesamt so kindisch, daß eine eingehende Widerlegung unterbleiben kann!
Gute Nacht!
Unsinn! No. 3 @raindance1 „Vor allem männliche Exemplare sind fast ausnahmslos kriminell, verwahrlost,
jederzeit gewaltbereit, mediengeil und jederzeit bereit, mal wild um sich zu ballern. (…) Killerspiele
sind jetzt das Problem und dank ihres millionenfachen Vorkommens wurden bereits 99 Prozent unserer männlichen
Kids versaut. Der Schaden ist groß, unsere Zukunft dahin, das wars dann Deutschland.“ Als ich ein kleiner
Junge war, damls in Ostdeutschland, da sagten die Kommunisten der Rock’n’roll sei subversiv. Möglich,
das sie Recht hatten! (falls ist nicht gemerkt haben, das war ironisch gemeint) PS: Früher war sogar
die Zukunft besser!
#51 raindance1 † 18:03:12 | Mittwoch, 14. November 2007
Milliarden Umsätze Hier wird von jährlichen Milliarden Umsätzen mit Computerspielen gesprochen. Eine
richtige Boom-Branche…demnach müssten sich im laufe der Jahre mehrere hundert Millionen solcher Spiele
in den Kinder- und Jugendzimmer unserer westlichen Welt angesammelt haben. Die dramatsichen Folgen dieser
Spielevorkommen sind überall sichtbar. Vor allem männliche Exemplare sind fast ausnahmslos kriminell,
verwahrlost, jederzeit gewaltbereit, mediengeil und jederzeit bereit, mal wild um sich zu ballern. Der
Erziehungsmurx der vergangenen Jahrzehnte rückt damit völlig in den Hintergrund, Alkohol und Drogen
sind längst kein Thema mehr. Scheidungsfolgen stecken unsere Kids locker weg. Killerspiele sind jetzt
das Problem und dank ihres millionenfachen Vorkommens wurden bereits 99 Prozent unserer männlichen Kids
versaut. Der Schaden ist groß, unsere Zukunft dahin, das wars dann Deutschland.
Unsinn! No. 2 @Pünktchen „Es wäre nun ganz und gar naiv davon auszugehen, daß die Hersteller dieser
Spiele die Zielgruppe: (männliche) Jugendliche NICHT im Auge hätte: dies gilt sicher auch für Inhalte,
Design, Werbung und Vertrieb der entsprechenden Spiele. Wir wissen doch ganz genau, daß das Label „Für
Kinder und Jugendliche bis … verboten“ eine eigene Anreizwirkung auf genau diese Kinder und Jugendlichen
hat!“ Sie lieben eindeutig Verschwörungstheorien. Hier mal ein paar Fakten für aus der Praxis für
die Praxis: Zum einen ist seit Jahren ein eindeutiger Anstieg weiblicher Spieler zu merken. Zum anderen,
es stimmt, diese Spiele haben eine Anziehungswirkung für Kinder und Jugendliche. Wie auch Alkohol, Zigaretten,
Pornographie, Autofahren, Baustellen, verschlossene Türen, Betreten verboten, dumme Mutproben … etc.
pp… PS: Früher war sogar die Zukunft besser! PS No. 2: Wie war nur ohne Killerspiele und Horrorfilme
überhauptt Gewalt möglich? PS No. 3: haben die Kindersoldaten in Afrika auch Zugang zu Killerspiele
und Horrorfilmen?
= Zweitaccount .chen: raindance Sie verweisen auf Professor X, ein anderer auf Professor Y Dieses Argument
hat einen Schönheitsfehler: es stimmt immer (und das heißt es ist unbrauchbar!) Pfeiffer kann in seiner
Publikation auf eine ganze Reihe von US-amerikan. Forschungen verweisen und er wird in der Wissenschafts-community
offenbar sehr ernst genommen. Der Spiegel hat mehrfach Pfeiffer zustimmend referiert in all den Themenheften,
in denen es um die auffallende Leistungsverschlechterung von Jungen im Vergleich zu Mädchen geht. Für
dieses Phänomen bräuchten Sie eine bessere Erklärung als die Pfeiffersche, wenn sie den Ansatz der
(stark geschlechtsspezifischen) „Medienverwahrlosung“ ablehnen.
#47 Pünktchen 13:42:34 | Mittwoch, 14. November 2007
Computerspiele bilden einen wachsenden Markt: Dr. Lindemann weist in dem Artikel darauf hin, daß es schon
um Milliardenumsätze geht! Es wäre nun ganz und gar naiv davon auszugehen, daß die Hersteller dieser
Spiele die Zielgruppe: (männliche) Jugendliche NICHT im Auge hätte: dies gilt sicher auch für Inhalte,
Design, Werbung und Vertrieb der entsprechenden Spiele. Wir wissen doch ganz genau, daß das Label „Für
Kinder und Jugendliche bis … verboten“ eine eigene Anreizwirkung auf genau diese Kinder und Jugendlichen
hat! (Und die Industrie sollte das NICHT wissen? ) Den Eltern (o. Erziehungsberechtigten) alleine die
ganze „Abwehrschlacht“ gegen diese mediale Flutwelle aufzubürden, heißt im Grunde genommen: der Kampf
ist schon verloren!
#46 raindance1 † 13:36:49 | Mittwoch, 14. November 2007
pünktchen Ihre Darlegungen kranken an der Tatsache, daß Sie Fakten und Forschungsergebnisse nicht zur
Kenntnis nehmen zu diesem Thema gibt es reichlich Forschungsergebnisse, die so unterschiedlich sind, das
es sich nicht lohnt, daraus Kenntnisse zu ziehen. Sie verweisen auf Professor X, ein anderer auf Professor
Y, jeder der schlauen Herren kam zu einem anderen Ergebnis. Und so sucht sich pünktchen die Fakten und
Forschungsergebnisse die pünktchen genehm sind, ein anderer sucht sich andere…und so sind die noch
so schlau klingenden Ausführungen ohne jede Bedeutung, und das ist für kreuz.net gut genug…
@Pünktchen Ich weiß, daß wir so gut wie auf der selben Stufe stehen. Aber in dem Artikel ging es um
die Spiele, die bösen bösen Spiele. Und warum sollen die verboten werden? Um die Faulheit der Eltern
wegzuverbieten? Das ist doch der falsche Ansatz! Können Sie mich denn nicht ein wenig versuchen mich
zu verstehen?
#44 Pünktchen 13:04:02 | Mittwoch, 14. November 2007
HomCat Auch diese Frage ist fehladressiert! Wir hatten ja schon festgestellt (und sind uns darin einig),
daß es um die Nutzung und die Zugangsbedingungen geht. Im übrigen darf nicht nur über Kinder geredet
werden, gerade auch männliche Jugendliche sind stark gefährdet, in ein täglich-mehrstündiges Nutzungsmuster
abzurutschen, das für die Entwicklungserfordernisse dieser Altersgruppe schädlich ist (leicht ablesbar
an den sich verschlechternden Schulleistungen von Jungen im Vergleich zu Mädchen seit die Verbreitung
von Videospielen in Kinderzimmern sich durchgesetzt hat…).
Einfache Überlegung mit dem Unterschied, daß Atombomben von Erwachsenen gemacht und benutzt werden,
Spiele von den Kindern aber nicht gekauft werden können. Wer kauft die denn also?
#42 Pünktchen 12:00:31 | Mittwoch, 14. November 2007
HomCat: Zum Thema „Begriffsstutzigkeit“: Wenn Sie meine Beiträge, aber auch die Empfehlungen von Prof.
Pfeiffer wirklich mit Verstand gelesen hätten, dann hätten Sie erkennen müssen, daß es um die Nutzung
u.a. von Videospielen durch Kinder geht und die Regelung der Zugangsbedingungen zu diesen Spielen. Natürlich
ist auch die Frage der Eignung bestimmter Spiele für Kinder zu diskutieren. Im Zusammenhang mit der Mediennutzung
sprach Pfeiffer von einer zunehmenden medieninduzierten „Verwahrlosung“ besonders männlicher Jugendlicher
mit z.T. drastischen und meßbaren Konsequenzen für Schulleistung und Delinquenzneigung. Das hirnrissige
Argument, von Spielen ginge an und für sich eine Gefahr aus, wurde von mir nirgends vorgetragen! (Von
Atombomben geht an und für sich auch keine Gefahr aus, sondern erst von ihrem Einsatz! – Eine triviale
Erkenntnis! –) Es geht und ging immer u.a. um Computerspiele in der Nutzung von Kindern. Auf die Gefahr,
daß Spiele als Ersatz für Zuwendung verabreicht werden, hatte ICH selbst hingewiesen! (Ihr diesbezgl.
Hinweis ist also fehladressiert.) Der Vorwurf der „Begriffsstutzigkeit“ geht damit in vollem Umfang an
Sie zurück! Sie sind offenbar darauf angewiesen, die Position des Argumentationsgegners zu verfälschen,
um ihn angreifen zu können. Erbärmlich!
@Pünktchen Ich glaube Sie haben nicht verstanden. Ich akzeptiere doch die Forschungsergebnisse und ich
erkenne da auch ein Potential, das es heute, wie auch zu jeder anderen Epoche, gibt und gab. Äußere
Faktore wirken immer auf jemanden ein, besonders Kinder. Aber nochmal. Es liegt nicht an den Einflüssen,
sondern daran, daß Kinder Sie erleben können. Im Kriegsfall war es nicht auszuschließen, daß man Tod
und Gewalt begegnet. Heute sind Eltern einfach zu faul Ihre kinder zu erziehen. So siehts aus. Wenn ein
6jähriger ein Gewaltspiel spielen darf, wer hat denn da dann die Schuld? Das Kind? Bestimmt nicht! Das
Spiel für Erwachsene? Bestimmt auch nicht! Aber die Eltern, die zulassen, daß es gespielt wird. Sind
Sie so begriffstutzig, oder tun Sie nur so?
#40 Pünktchen 23:02:38 | Dienstag, 13. November 2007
raindance Ihre Darlegungen kranken an der Tatsache, daß Sie Fakten und Forschungsergebnisse nicht zur
Kenntnis nehmen. Die Alternative medienvermittelte Gewalt oder häusliche Gewalt ist auch nur eine Scheinalternative!
Insofern labern Sie nur so ins Blaue hinein. Was Prof. Pfeiffer / Kriminolog. Forschungsinstitut Hannover
zum Thema „Medienverwahrlosung“ zu sagen hatte (zwei Links dazu s. unten in früheren Beiträgen von mir!),
das müßten Sie erst mal entkräften können! Gute Nacht!
#39 raindance1 † 19:20:06 | Dienstag, 13. November 2007
@ Seefeldt meine Großmutter lebte in einem kleinen katholischen Dorf weit abseits großer Städte. Und
selbst da sind die Jugendlichen um die Häuser der Juden getanzt und riefen „ der Jud muss raus, der Jud
muss raus“…und dabei hatte Hitler nicht die medialen Möglichkeiten die er heute vorfinden würde. Soweit
zu den hehren Absichten der nicht NSDAP Wähler in der katholischen Provinz. Und ob die Western Filme
mit reichlich Indianerniedermetzelszenen nun US Filme waren oder nicht, spielt doch keine Rolle, konsumiert
wurden sie auch in Deutschland. Und auch der später folgenden RAF Terroristen holten sich ihre Anregungen
mit Computerspielen. Es ist für manches Kind besser, vor dem PC zu hocken, als mitanzusehen, wie der
Vater wie üblich die Mutter drangsaliert, weil sie ihm das fünfte Bier noch nicht an den Arsch getragen
hat. Da ist die wahre Brutstätte von Haß und Gewalt zu finden.
WoW als „grafisch ausgereift“ zu bezeichnen… …ist wie zu sagen, der Papst wäre eine lesbische Frau
protestantischen Glaubens. Womit ich das Spiel jetzt nicht abwerten möchte…
#37 Seefeldt 18:43:31 | Dienstag, 13. November 2007
Keineswegs! Es wurde keineswegs von allen Deutschen in großer Einstimmigkeit Heil Hitler gerufen – zur
Zeit ihrer größten Zustimmung wählte nur etwa ein Drittel der Wähler die NSDAP, wobei in den katholischen
Gebieten der Anteil der NSDAP-Wähler deutlich geringer war als in den anderen Gebieten. Und die Wähler
der NSDAP wählten Hitler auch nicht, damit er die Juden töten sollte, sondern weil sie sich von Hitler
Hilfe aus der schwierigen Lage Deutschlands in dieser Zeit und außerdem den wirksamsten Schutz vor dem
Bolschewismus erhofften. Die Wildwestfilme, in denen die Indianer niedergemetzelt wurden, waren US-Filme.
In deutschen Filmen wurden die Indianer wesentlich differenzierter dargestellt (Winnetou, aber auch Tangua).
Inzwischen ist man ja aber auch in den US-Filmen zu einer realistischeren Indianerdarstellung gelangt
(„Der mit dem Wolf tanzt“ beispielsweise war wirklich gut).
#36 raindance1 † 18:35:50 | Dienstag, 13. November 2007
die Kinderstuben von früher waren eben ganz anderst deshalb haben auch alle dank ihrer guten Kinderstube
in großer Einstimmigkeit Heil Hitler gerufen…und die Nachkriegsgenerationen wollten dann friedlicher
sein, für diese drehte man dann Western-Filme in denen Indianer dann kindgerecht wie Ratten niedergemetzelt
wurden.
#35 Pünktchen 18:21:10 | Dienstag, 13. November 2007
Homcat Pfeiffer hat eine Vielzahl von Faktoren benannt, in der die von Ihnen aufgezählten allesamt eine
Rolle spielen! Das Problem ist jedoch, daß neben einigen schon früher bekannten Faktoren nunmehr durch
die extensive Mediatiserung der Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen ein neuer und wirkungsmächtiger
Einflußfaktor aufgetreten ist, der in Kombination mit den genannten „sozialen“ Faktoren eine verheerende
Konsequenz für männliche Adoleszenten haben kann. Daß es eine mediengestütze soziale Deprivation in
den Kinderstuben mit seelischen Langzeitfolgen gibt, ist ein unbestreitbares Ergebnis der Pfeifferschen
Forschungen. Es geht nicht um monokausale Erklärungsmuster, aber die entscheidenden Faktoren müssen
in ihrem Zusammenspiel gesehen werden. Videospiele als Mittel zu täglich mehrstündigem Eskapismus aus
einer immer weniger begriffenen und bewältigten Sozialwelt von Jungen ist einer der Faktoren, die Pädagogik
und Politik ins Auge zu fassen haben: gleichgültig, ob ein Homcat das begreift oder nicht…
@Pünktchen OHHHH… Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Ein Neunmalkluger mit Hang zum Hochschulprofessor.
Diese Art von Korinthenk… mag ich besonders gerne. Und warum schreiben Sie immer das H dazu? Sie sind
scheinbar nicht in der Lage selbst zu entscheiden. Das spiegelt sich in Ihren Texten wieder. In meiner
Region, also dialektalisch, wird postum auch für „gleich“ verwendet. Scheinbar reiten Sie gerne auf was
rum. War mir klar… Ich werde aber in Zukunft versuchen mit Ihnen in angemessenem Deutsch zu schreiben,
Hochwürden. Zu Herr Pfeiffer kann ich eins sagen: Jede Forschung hat einen limitierenden Faktor. Und
dieser Faktor ist in diesem Fall das Kind. Wenn das Kind eine Gewaltbereitschaft mitbringt, dann wird
es durch Spiele, TV, Bücher etc sicher beeinflusst. Was wiederum NICHT bedeutet, daß das Spiel daran
Schuld ist, sondern die Erziehung. Also liegt die Schuld alleine bei den Eltern, die dem Kind entweder
Gewalt vorleben oder zulassen, daß das Kind solche Spiele spielen darf. Aber man schiebt die Schuld lieber
auf Spiele oder Filme statt auf familiäre Gewalt oder schlechte Erziehung.
#33 Pünktchen 14:15:05 | Dienstag, 13. November 2007
Homcat: Ein Christ „erledigt“ post(h)um gar nichts mehr und ein Nichtchrist auch nicht, denn beide wären
sie mausetot! Zum Gebrauch des Wortes „postum“ / „posthum“ sie hier bei Zwiebelfisch www.spiegel.de/…,1518,332973,00.html!
Homcat: „Ein Politiker schwingt kluge Worte, ein Christ geht hinaus und ändert es postum…“ Also abgesehen
davon, daß jemand „post(h)um“ nichts mehr erledigen kann, was sollte er denn „erledigen“, Ihrer Meinung
nach, da beginnt doch wohl erst die Diskussion! … Was sagen Sie zu den Vorschlägen von Prof. Pfeiffer?
Geht es nicht doch etwas konkreter?
@Pünktchen Ach ja? Wir brauchen also eine Medienabrüstung… Sie reden wie ein Politiker, nicht wie
ein Christ. Ein Politiker schwingt kluge Worte, ein Christ geht hinaus und ändert es postum…
@Gudrun Es ist leichter als man denkt, den Kontakt mit der Wirklichkeit zu verlieren Wie schön, dass
Sie zur Einsicht kommen, Herr Lindemann. Kreuz.net ist ein hervorragendes Beispiel dafür Einen lieben
Gruss an ihre Katzen :(3
#30 engelhardt † 11:52:36 | Dienstag, 13. November 2007
Richtig! Es gibt nicht einen einzigen Beleg dafuer, dass es einen Zusammenhang zwischen Computerspielen
und Straftaten bei Jugendlichen gibt. Nicht einen einzigen.
Unsinn! Gibt es da einen Zusammenhang zwischen Gewalt und Gewaltspielen? Die Antwort lautet: Ja. Falsch!
Die Antwort ist Nein! Dieser Artikel ist völliger Quatsch und Unsinn! Dass der Autor kein Experte und
kein Spieler ist, merkt man sehr schnell. Es gibt viele Untersuchungen, die einen Zusammenhang beweisen?
Welche denn? Denn es gibt für die Behauptung des Autors keinen (!) wissenschaftlichen Beweis. Die Untersuchungen,
die der Autor aufgreift, sind lächerlich. Was sind das für Studien? Bestimmt nicht wissenschaftlich.
Wenn man schon Konrad Lorenz imitiert, dann bitte auch wissenschaftlich fundiert. Es gibt Untersuchungen,
bei denen man die Gehirnaktivität gemessen hat. Und was ist bei Spielern festgestellt worden? Die Gehirnregion,
die für Emotionen, Gefühle, aber auch Wut und Aggression zuständig ist, war -oh Wunder – im normalen
Bereich. Die Region, die für Konzentration zuständig ist, war sehr aktiv. So aktiv, wie beim Autofahren,
arbeiten, abwaschen etc. By the way, hätten die Militärs diesen Zusammenhang auch nicht erkannt. Deswegen
findet man auch keine „Killerspiele“ bei der militärischen Ausbildung. Übrigens fand der erste (bekannte)
Amoklauf 04.09.1917 in Vaihingen an der Enz, mit 17 Toten statt (de.wikipedia.org/…/Ernst_August_Wagner).
Wer war schuld? Fernsehen? Video? Spiele? … Ja, ich bin Spieler. Deswegen habe ich mich mit den Nebenwirkungen
der Spiele beschäftigt. Und leider wird seit Jahren solch ein Schwachsinn verbreitet.
#27 Pünktchen 11:47:46 | Dienstag, 13. November 2007
Homcat „WAS KANN DENN DAS SPIEL DAZU?“ fragen Sie. Dazu ist grundsätzlich zu sagen, daß nur Personen
verantwortlich sind für Handlungsweisen. Ein Gegenstand (auch ein „Spiel“!) „kann“ niemals „etwas dazu“.
Folglich ist Ihr Einwand töricht. Eine Waffe „kann“ auch „nichts dazu“, daß Menschen sie benutzen. Nicht
einmal eine Atombombe ist selber verantwortlich dafür, daß sie gegen Menschen zum Einsatz kommen kann.
(Dennoch fordert man Abrüstung und Verbreitungsverbot!) Pornographie kann nichts dazu, daß Menschen
sie ansehen und dadurch in ihren Verhaltensweisen und Erregungsmustern nachhaltig beeinflußt werden.
usw. Es geht also immer um Menschen und den (u.U. interessegeleiteten oder sorglos-leichtsinnigen) Gebrauch
der Dinge durch Menschen! Nirgends hatte sich Prof. Pfeiffer für die Abschaffung oder das Verbot von
Medien / von Medieninhalten stark gemacht (obwohl auch darüber diskutiert werden muß! – s. Kinderpornographie!),
sondern er plädiert für geregelte Zugangsbedingungen. Er problematisiert die Tatsache, daß Mediennutzung
durch Jugendliche und medientechnische Hochrüstung von Kinderzimmern immer häufiger die fehlende persönliche
Zuwendung durch Erziehungsberechtigte kompensieren sollen (z.B. das Fernsehen als „heimlicher Erzieher“
usw.) Wir brauchen für (besonders: männliche) Jugendliche eine medientechnische Abrüstung im Kinderzimmer
und die Entwicklung von Alternativen, die Sozial- und Medienkompetenz stärken. Dazu ist einiges in den
verlinkten Texten aus Hannover gesagt!
@Pünktchen Sie haben es immer noch nicht verstanden. Ich gebe Ihnen ja recht, daß es durchaus Spiele
gibt, die nicht für Kinder bestimmt sind. Aber nochmal, WAS KANN DENN DAS SPIEL DAZU?
#25 Pünktchen 10:09:02 | Dienstag, 13. November 2007
Ganz generell gesprochen hat sich der von Prof. Pfeiffer geprägte Begriff der „Medienverwahrlosung“ als
erklärungskräftiger Ansatz www.kas.de/wf/de/33.3595/ für Geschlechtsspezifika im Bereich der Jugenddelinquenz
und bei Schulversagen herausgestellt. Es muß überraschen, daß die inzwischen gut belegten Zusammenhänge
zwischen Mediennutzung und Gewaltneigung/Schulversagen im Jugendalter immer noch heruntergeredet oder
verniedlicht werden.
@Hoffnung MEIN REDEN Aber unsere geistigen Onanisten reden nur schlau, was Ihnen ihre Sekte eingetrichtert
hat und übersehen die Menschlichkeit. Drogensüchtige sind pfui, über die wird die „Sünde“ gelegt,
ebenso verhält es sich hier mit Prostituierten, Schwulen und neuerdings Computerspielen. Aber all unsere
Hochkatholiken, mein Lieblingsuser Nachtlaterne zB, reden und reden und lästern und haben kein Respekt
und lügen, verstoßen also gegen mindesten 2-3 Gebote, und was kommt? Heiße Luft. Kein Mumm in den Knochen
und kein Mut hinaus zu gehen und was zu bewegen. Das einzige was bewegt wird ist der mouse-Finger und
das Weihwasser in der Kirche…
#23 Hoffnung 09:57:37 | Dienstag, 13. November 2007
nu ja Herr Lindemann … gewalt im Fernseh und in Videospiele ist nun wirklich nicht förderlich im Berreich
der Erziehung und meinetwegen auch darüber hinnaus. Aber als ich die Fotos gesehen habe die bei Ihrem
Vortrag gemacht worden sind, dann frage ich mich schon ob das die Zielgruppe war, die Sie erreichen wolten,
von den leeren Stühlen, die deutlich in der Mehrheit waren mal abgesehen. Daher verstehe ich zwar, dass
Sie die Mühe der Vortragszusammenstellung einem größeren Publikum zugängig machen möchten, aber das
hier ist wohl nicht der richtige Ort um etwas zu bewegen. Sie müßten schon die damit konfrontieren die
Probleme damit haben oder Ratsuchende damit beglücken die in Ihrem Umfeld einen Betroffenen haben. Aber
vielleicht unterschätze ich die Konserative Seite der Macht?
Das mag sein… … aber es ist doch nicht das Spiel, das zum Spieler kommt, sondern umgekehrt. Also sollte
man auch die Käufer kontrollieren und nicht das Spiel. Das ist doch hirnrissig…
#21 Pünktchen 09:44:55 | Dienstag, 13. November 2007
Nicht nur „Behauptungen“ … Nach den Ergebnissen des kriminologischen Forschungsinstitutes Hannover gibt
es einen sehr deutlichen Zusammenhang zwischen Mediennutzung im Jugendalter und Gewaltneigung: „Gewalttätigkeit
bei deutschen und nichtdeutschen Jugendlichen – Befunde der Schülerbefragung 2005 und Folgerungen für
die Prävention www.kfn.de/…kfn/assets/fb100.pdf.“ Hannover 2007.
Unnötige Diskussion Selbst wenn es so wäre, ist die heutige Zeit nicht doch kontrollierter, wie es sonst
in der Geschichte war? Wir haben die FSK und Computerspiele werden geprüft. Ganz anders war es doch da
in der Geschichte. Kriege, Leichen, Gefolterte wurden öffentlich zur Schau gestellt. Wie wäre es vor
2007 Jahren wohl gewesen? Der Gekreuzigte hätte statt „INRI“ „FSK ab18“ über sich hängen gehabt. Ebenso
sehe ich den Wehrdienst als identisches Problem an. Niemand sagt, daß das Schießen und Üben in der
Bundeswehr den Ex-Gediehnte dazu verleitet die Uni zu stürmen. Ich bin für die Einstufung in Altersgruppen
und die Selbstkontrolle der Eltern. Denn das Spiel kann nichts dafür. Vielleicht sollten die, die hier
großartige Moralapostel abgeben, sich engagieren in ihrem eigenen Umfeld…
#19 engelhardt † 08:52:32 | Dienstag, 13. November 2007
Behauptungen, Behauptungen… Gibt es da einen Zusammenhang zwischen Gewalt und Gewaltspielen? Die Antwort
lautet: Ja. Die Antwort lautet tatsaechlich: dafuer gibt es keine Belege. Wer etwas anderes behauptet,
luegt. So einfach ist das.
#17 Fragender 00:16:44 | Dienstag, 13. November 2007
Fragen über Fragen: 1. Hatten die Folterknechte und Mörder der „heiligen Inquisition“ Gewalt-Computerspiele?
2. Bruder Theophil würde (laut eigener Aussage) gerne mit einem Sprenstoffgürtel zu einer CSD-Parade
gehen: Ist er ein Opfer der Gewalt-Computerspiele? 3. Die Kirche hat eine lange Tradition im Segnen von
Waffen und auch Kriegen. Sind selbst Päpste vor den Folgen der Computerspiele betroffen???? 4. Waren
die Kreuzzüge eigentlich real oder doch eher ein virtuelles Speil im Cyberspace?
#16 donantonio 21:21:42 | Montag, 12. November 2007
Lassen wir doch die Uzi mal im Dorf. Massenmörder und Serienkiller hat es immer schon gegeben. Haarmann
hat keine Horrorfilme geschaut und die Postbeamten, die vor einiger zeit in Amerika mit einer abgesägten
Schrotflinte ihre Mitarbeiter um die Ecke brachten, spielten nicht Doom. Ego-Shooter(Ballerspiele aus
der Ich-Perspektive) sind seit ihrer Erfindung die populärste Art des Videospiels. Jeder junge Mann hat
sie auf seinem Rechner, auch dann wenn seine Eltern anderes vermuten. Das muß Mutti und Vati auch nicht
beunruhigen, denn Killerspiele sind das Cowboy und Indianer Spiel der Neuzeit. Bundy, Dahmer und andere
Massenmörder hatten aller Wahrscheinlichkeit nach Soldatenfigürchen am Kinderzimmer, diese sind aber
genausowenig der Grund für ihre Taten, wie ein „Killerspiel“ der Grund für die Taten von Schulattentätern
ist. Es mag natürlich sein, daß ein Schüler seine Taten populären Vorbildern angleicht und Filme oder
Spiele imitiert. Aber das passiert wenn der Entschluss zur Tat schon lange gefaßt ist. Der „Ich renne
durch ein Gebäude und töte alles was mir in den Weg kommt“ Mörder ist genauso ein Typus des Massenmörders
wie der „Ich schieße mit einem Scharfschützengewehr aus großer Höhe auf alles was sich da unten bewegt. „
Mörder und wird immer wieder kopiert. Außerdem sind die, die nach dem Verbot solcher Spiele schreien
auch meist genau dieselben, die Homo-kritische Priester wegen Volksverhetzung einbuchten wollen, denn
solche Hetze führe ja auch zu Gewalt.
#15 raindance1 † 21:10:24 | Montag, 12. November 2007
gegen manche Leserdiskussionen auf kreuz.net ist Boxen fast schon ein Liebessport. (Ein sündiger noch
dazu, denn noch gehen da immer gleichgeschlechtliche aneinander)
@juergen Ihr Vergleich ist richtig. Aber Ihre Folgerung ist falsch, denn: Beides ist niveaulos. Box-Sport,
also zuschaun wie einer den anderen komplett fertig macht, bis einer -oft schmerzgekrümmt – am Boden
liegt und nicht mehr auf kann, ist doch was für Perverse. Wer an sowas seinen Spass hat, sollte mal zum
Psychiater.
#11 raindance1 † 20:39:05 | Montag, 12. November 2007
kreuz.net bietet demnächst auch Killerspiele an dann endlich können die lieben Leser hier ihre Mitleser
und Mitschreiberlinge nicht nur verbal zerreissen…dann gehts richtig zur Sache…
Boxen Wie ist das eigentlich mit Boxen? Da haut dem anderen auf die Fres** und das macht dann nicht agressiv?
Aber wenn man virtuell am PC jemandem auf die Fres** haut, macht das agressiv?
Ich denke es kommt auf das Spiel und den Modus drauf an… für mich haben diese Spiele eigentlich mehr
Reiz, wenn es nicht ums Abschießen ansich geht, sondern darum eine bestimmte knifflige Aufgabe als Team
zu bewältigen. Des weiteren ist ein Spiel nur dann interessant, wenn es einem viel Können abverlangt
und viel dynamische Situationen generiert, die eine Partie jeweils neu und abwechslungsreich gestalten,
sodass es nicht langweilig wird. Auf diese Weise kann man auch lernen in schwierigen und gespannten Momenten
richtig zu reagieren und die Gunst einer Gelegenheit spontan zu erkennen und auszunutzen. Man kann verschiedene
Rollen einnehmen, als Macher, oder als Supporter. Es ist ein Zeitvertreib. Natürlich erlebt man manchmal
Typen, die keinen Sportsgeist besitzen und herumstänkern und -schimpfen, aber das kann man ja ignorieren,
oder man sagt ihnen auch was zurück auf lustig.
#7 raindance1 † 20:02:00 | Montag, 12. November 2007
Wenn mit Computerspielen Milliarden Umsätze gemacht werden, dann sind zwei oder drei Amokläufer pro
Jahr und weltweit doch ein vergleichsweise kleines Risiko…stellen Sie sich vor, was jedes Jahr mit Alkohol
und Drogen und deren Beschaffung angerichtet wird
@lutheraner ich bin auch der Meinung, daß es vor 20 Jahren exponentiell weniger Computerkriminalität
gab. Es gab auch exponentiell weniger Computer. Dafür haben die Kriegsverbrechen in Deutschland exponentiell
abgenommen in den letzten 62 Jahren.
Belege Gibt es da einen Zusammenhang zwischen Gewalt und Gewaltspielen? Die Antwort lautet: Ja. Hat der
Autor das jetzt nur mal so kreuznettypisch plakativ herausgesagt, oder hat er wissenschaftliche Belege
dafür?
#1 Lutheraner 19:25:08 | Montag, 12. November 2007
Es besteht gar kein Zweifel, … daß Pornographie und Verrohung im ursächlichen Zusammenhang mit TV-Müll,
Internet und Computerspielen stehen! Das weiß auch jeder, vom Politiker bis zum Konsumenten. Doch um
des Geldes willen, fragt der Fachmann einfach Computer-Kinder selbst: Findet ihr, daß euch der PC-Schrott
verroht? Nee! Kindern haben keinen Vergleichsmaßstab, … aber Erwachsene. Leider leugnen auch sie und
sind damit schleche Vorbilder, daß es nämlich in Zeiten vor der EU exponentiell weniger Verbrechern
in Deutschland gab als heute!