Schweiz
Den Eigenbrötlern läutet das Totenglöcklein
Es wird immer deutlicher, daß das Schweizer Staatskirchenrecht eine tödliche Zwangsjacke ist, die zerrissen werden muß. Von Dr. Lukas Brühwiler-Frésey.
Kathedrale St. Urs und Viktor, Bischofskirche in Solothurn des Bistums Basel.
Kathedrale St. Urs und Viktor, Bischofskirche in Solothurn des Bistums Basel.
(kreuz.net, Zürich) Am 12. November nahm Bischof Kurt Koch von Basel Stellung zum umstrittenen Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft in der Causa Röschenz.

Seine Ausführungen sind brillant und zukunftsweisend.

Der Bischof bezeichnet das Urteil als irrelevant und nicht bindend, weil es das Kirchenrecht staatlichen Bestimmungen unterordnet.

Im Konfliktsfall versage das Staatskirchenrecht und stelle die Freiheit der Kirche radikal in Frage. Ein solcher Anspruch des Staates dürfe in keiner Weise hingenommen werden.

Damit hat Mons. Koch aus den zur Diskussion stehenden Vorgehensweisen die beste ausgewählt und eine Kapitulation der Kirche vermieden.

Er zeigt dann auf, wie es weiter gehen muß.

Die vom Kantonsgericht Basel-Land gewollte Unterordnung der Kirche unter den Staat widerspreche einem zeitgemäßen Verständnis des Verhältnisses von Kirche und Staat. Ein Umdenken sei „unbedingt angesagt“.

Dieser Prozeß wird in der Schweiz lang und mühsam sein. Denn es ist mit dem Widerstand der in der Schweiz existierenden kirchenfeindlichen Vogteien zu rechnen.

Es geht aber um „schwerwiegende Fragen grundsätzlicher Art“. Dabei müssen Konsequenzen bedacht werden, die in ihrer ganzen Tragweite noch nicht absehbar sind.

Der Weg für den Umbau des eigenbrötlerischen schweizerischen Staatskirchenrechts ist damit vorgezeichnet.

Daß der Bischof und Präsident der Schweizer Bischofskonferenz dies offenbar in Abstimmung mit dem Vatikan machen will, zeugt von der Ernsthaftigkeit seines Vorgehens.

Lizenz Titelbild: GNU
      
8 Lesermeinungen
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#8   jeremy   09:20:24 | Mittwoch, 14. November 2007
Geyer: Was zum Schmunzeln????
o.O Was ist daran zum schmunzeln, wenn ein 60 Jahre alter Mann von einem Metallkreuz erschlagen wird. Das ist doch wohl weit eher tragisch – für ihn, seine Familie.
Also komisch kann ich dabei wirklich nichts finden.
Geschmacklos, so eine Bemerkung. :-! :-!
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#7   Florian Geyer   19:03:41 | Dienstag, 13. November 2007
Was zum schmunzeln !
www.diepresse.at/…welt/342849/index.do
zum Dank wurde er promt in den Himmel berufen der brave Mann ! Gibts einen besseren Lohn
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#6   Yaoi   18:55:20 | Dienstag, 13. November 2007
Dem Concierge läutet das Nachtglöcklein
kreuz.net bedient sich aber überraschend oft Bildern aus der viel verhassten FritzG-Pedia… :-D
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#5   Arkanum/kreuts.net †   17:43:18 | Dienstag, 13. November 2007
Ein spannender Aspekt aus der Stellungnahme von Bischof Koch,
bei kath.net kath.net/detail.php?id=18201 im Originalton nachzulesen:
„Sollte das Vorhaben, die staatskirchenrechtlichen Systeme gegen die Kirche zu missbrauchen, wie dies bei Röschenz in eklatanter Weise der Fall ist, Schule machen – die Kirchgemeinde Kleinlützel ist ein weiteres Beispiel dafür – , würde die Kirche keine andere Möglichkeit mehr haben als die, für eine völlige Trennung von Kirche und Staat einzutreten.“
Spannend deshalb, weil die Trennung von Kirche und Staat nur selten von kirchlicher Seite in dieser Deutlichkeit eingefordert wird.
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#4   ExBochumer †   17:41:15 | Dienstag, 13. November 2007
Nur mal so in die Diskussion geworfen:
W E N D E H Ä L S E
gibt es in der Geschichte schon genug.
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#3   Guiseppe   16:55:06 | Dienstag, 13. November 2007
Stimme der Vernunft?
stimme der vernunft: „… dass bei fehlender Trennung von Kirche und Staat eben die Kirche dem Staat folgen muss.“
Warum muss in diesem Fall die Kirche dem Staat folgen? Zum Glück hat die Kirche vor 70 Jahren in Deutschland nicht so gehandelt wie Sie es von ihr im allgemeinen fordern. Leider ging es deshalb zahlreichen Katholiken damals an den Kragen.
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#2   stimme der vernunft †   16:38:32 | Dienstag, 13. November 2007
jaja…
da faseln die Fundies vom katholischen Staat, aber kapieren nicht, dass bei fehlender Trennung von Kirche und Staat eben die Kirche dem Staat folgen muss.
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#1   HomCat   16:36:10 | Dienstag, 13. November 2007
Schon wieder
:-[ Es wird langweilig…
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