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Donnerstag, 15. November 2007 10:22
Noch ein Vorkämpfer des Zweiten Vatikanums
Die Glaubenswächter des 19. Jahrhunderts waren entweder böswillig oder theologische Vollidioten. Sie rissen angeblich Aussagen aus dem Zusammenhang und interpretierten sie völlig willkürlich.
Startseite der offiziellen Webseite zur Seligsprechung.
Startseite der offiziellen Webseite zur Seligsprechung.
(kreuz.net) „Es freut mich wirklich sehr, daß Antonio Rosmini endlich zur Ehre der Altäre erhoben wird.“

Das erklärte der Präfekt der Heiligsprechungs- kongregation, Jose Kardinal Saraiva Martins, vor der Septemberausgabe der italienischen Monatszeitung ‘30Giorni’, die der Bewegung ‘Comunione e Liberazione’ nahesteht.

Der umstrittene italienische Ordensgründer Pater Antonio Rosmini († 1855) wird am nächsten Sonntag seliggesprochen.

‘30Giorni’ hat vom Postulator des Seligsprechungsprozesses erfahren, daß die Gesamtkosten für den Fall „relativ hoch“ gewesen seien.

Der Präfekt der Heiligsprechungskongregation bezeichnet den Seligsprechungsprozeß als „ganz besonders komplex“.

Gut 30 Jahre nach seinem Tod verurteilte die Inquisition Pater Rosmini.
Gut 30 Jahre nach seinem Tod verurteilte die Inquisition Pater Rosmini.
Einer der Gründe ist die posthume kirchliche Verurteilung des Paters im Jahr 1887 in dem Dekret des Heiligen Offiziums ‘Post obitum’.

Kardinal Martins relativiert das Dekret mit dem Hinweis, daß sich Pater Rosmini zu dem Zeitpunkt nicht mehr habe verteidigen können.

Der Kardinal übt auch scharfe Kritik am damaligen Heiligen Offizium. Die beanstandeten Sätze seien „aus dem Zusammenhang gerissen“ und „vollkommen willkürlich interpretiert“ worden.

Der Kirchenfürst hält Pater Rosmini für einen „großen, scharfsinnigen und prophetischen Denker.“

Respektable Meinung in der Minderheit
Im Interview sprach Kardinal Martins auch über die Kritik der alten Jesuiten an Pater Rosmini. Diese seien ihm „nicht gerade freundlich“ gesinnt gewesen: „Aber die Jesuiten haben ihre Meinung schon lange geändert.“

Ein unbeugsamer Kritiker Pater Rosminis war der sehr bekannte italienische Thomist Pater Cornelio Fabro († 1995). Er führte die „Kursänderung“ der Jesuiten auf einen „tief sitzenden Schuldkomplex“ zurück.

Kardinal Martins erklärt zur „respektablen Meinung“ des Thomisten: „Es stimmt, daß der verstorbene Pater Fabro seine negative Meinung über Rosmini nie revidiert hat.“

Doch inzwischen sei er deutlich „in der Minderheit“.

Liturgie, Religionsfreiheit und ein Verständnisproblem
Mikrophone zum besseren Verständnis der Liturgie?
Mikrophone zum besseren Verständnis der Liturgie?
Kardinal Martins erklärte ferner, daß Pater Rosmini das vorweggenommen habe, was die nachkonziliare Liturgiereform habe erreichen wollen.

Er habe „das Drama“ einer Liturgie erkannt, die für das Volk und die Zelebranten angeblich nicht mehr verständlich gewesen sei – und impliziert, daß sich das heute geändert hat.

Der künftige Selige habe versucht, die Liturgie dem Klerus und dem Volk nahezubringen. Deshalb habe er ein eingehendes Studium der Liturgie gefordert, „nicht nur“ die Übersetzung in Landessprache.

Pater Rosmini sei ferner ein Vorläufer der konziliaren Lehre von der Religionsfreiheit – so Kardinal Martins: „Hier kann man Rosmini wirklich als unverstandenen Vorkämpfer bezeichnen.“

Das – bis heute hochumstrittene – Dokument über die Religionsfreiheit ‘Dignitatis humanae’ verdanke ihm viel.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 19 Lesermeinungen:
Donnerstag, 15. November 2007 20:59
Romulus: Kampf
Interessant ist, dass beim Vat. II so oft von Vor-kämpfern die Rede ist.
Dieses Wort verrät eigentlich schon alles!
Donnerstag, 15. November 2007 18:07
catharina: In bester Gesellschaft
Unter den Seligen und Heiligen der Kirche gibt es schon recht viele, bei denen sich mühelos lehrmäßige Fehler finden lassen. Selbst bei Kirchenvätern und -lehrern ist das der Fall. Den hl. Augustinus kennen wir auch als „Vorläufer“ späterer Häresien, so z.B. des Protestantismus und des Jansenismus; nach Chesterton ist er geradezu ein – freilich unfreiwilliger – Vater der Häretiker… Rosmini ist also in bester Gesellschaft.
Donnerstag, 15. November 2007 17:07
Leblhuber: Nichts als Polemik!
Die Glaubenswächter des 19. Jahrhunderts waren entweder böswillig oder theologische Vollidioten.

Ich möchte dieses infantile Artikelchen nicht weiter kommentieren. Aber dem anonymen Artikelschreiberling sei, in Abwandlung seines Eingangszitates, gesagt, dass er entweder böswillig oder ein theologischer Vollidiot ist. Letzteres scheint mir auf jeden Fall zuzutreffen.

ANTONIO ROSMINI, der Prophet der katholischen Freiheit
http://www.30giorni.it/te/articolo.asp?id=15759
Donnerstag, 15. November 2007 16:35
timpressum: Geht doch einfach…
Geht doch, wohin ihr wollt! Ist dem lieben Gott egal! Echt!
Donnerstag, 15. November 2007 13:53
Das Gebimmel kann man im NOM ruhig abschaffen, da hab ich gar nichts gegen und in die „Alte“ Messe gehe ich auch immer lieber und Dank dem Motu Proprio habe ich auch immer mehr Möglichkeiten dazu. Sie können auch gerne in den NOM gehen, oder müssen sie da sogar beruflich hin?
KommunionhelferInnen sind ein Gutes Mittel um den Glauben an und die Ehrfurcht vor der Eucharistie zu zerstören.
Aber was ist denn mit dem verstümmelten Stufengebet, das kann wohl auch ruhig weggelassen werden, wir kommen ja sowieso alle in den Himmel!
Donnerstag, 15. November 2007 13:41
Aleph: Gebimmel bei NOM getrost abschaffen
Vielleicht sollte man beim NOM mehr abschaffen als nur das Gebimmel! Z.B. KommunionhelferInnen, Handkommunion, Kanon Nr. 2, weglassen des stark verstümmelten Stufengebetes, weglassen der allgemeinen Schuldvergebung, etc. etc.---
Sozialkatholisch @ Da erlaube ich mir anderer Meinung zu sein. Das Gebimmel kann man getrost abschaffen. Das hat mit Gottesdienst nicht zu tun. Aber KommunionhelferInnen, Handkommunion etc. sind bei NOM sehr wichtig, um die Gemeinde besser zu beteiligen. Gehen Sie doch in die alte Messe. Da gibt es zwar Glöckchenklang, aber die Gemeinde bleibt außen vor.
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