An einigen Orten stellt sich heraus, daß keine Ausrede zu dumm und keine Schikane zu schäbig ist, um Bitten um die Alte Messe ins Leere laufen zu lassen.
(kreuz.net, Siebnach) Der Verein ‘Pro Sancta Ecclesia – Inititiative katholischer Laien und Priester’
hat in der November-Ausgabe seines Publikationsorgans ‘IK-Nachrichten’ eine erfreuliche Zwischenbilanz
veröffentlicht.
Die ‘IK-Nachrichten’ erscheinen in einer monatlichen Auflage von gegenwärtig 27.000
Exemplaren – Tendenz steigend.
‘Pro Sancta Ecclesia’ koordiniert Anträgen für Feiern der Messe im Alten
Ritus in Deutschland und Österreich.
„Die Behauptung, es bestehe kein ‘Bedarf’ nach der überlieferten
Heiligen Messe, ist eindeutig falsch“ – so die ‘IK-Nachrichten’.
Entsprechende Äußerungen – zum Beispiel
von Kardinal Joachim Meisner von Köln am 2. Oktober in der ‘Tagespost’ – könne man mit einer Bekanntgabe
des Wahlergebnisses vor Öffnung der Wahllokale vergleichen.
In den vergangenen Wochen sei die Nachfrage
nach der Alten Messe vielmehr kontinuierlich gestiegen.
In einigen Fällen sind Bitten aus einer einzigen
Pfarrei oder einer einzigen Seelsorgeeinheit so zahlreich, daß die kritische Grenze von ungefähr zwei
Dutzend Gläubigen auch ohne Anträge aus dem Umland überschritten wird.
Als unerläßlich erweise sich
freilich, die Einzelanträge zuerst zu sammeln und den Antrag erst dann bei der Pfarrei zu stellen.
Auf
diese Weise besteht in den Sammelstellen eine Kontrolle über die Einzelanträge.
Durch das auch von
Papst Benedikt XVI. beklagte intolerante Verhalten gegenüber den Altgläubigen sei das Vertrauensverhältnis
zur kirchlichen Hierarchie bei vielen empfindlich gestört.
Man zögere, sich überhaupt an Anträgen
zu beteiligen, weil in der Vergangenheit Gruppen von über hundert Personen nicht einmal eine Antwort
erhielten.
Das Vertrauen könne nur durch ein großzügiges, entgegenkommendes Verhalten wiederhergestellt
werden. Doch das sei an vielen Orten nicht zu erwarten.
In diesem Kontext müssen die Koordinatoren der
Anträge zur Kenntnis nehmen, daß an einigen Orten keine Ausrede zu dumm und keine Schikane zu schäbig
ist, um die Bitten um die Alte Messe ins Leere laufen zu lassen.
Das bisherige Ergebnis
In Weilheim
in Oberbayern konnte laut ‘IK-Nachrichten’ bereits mit der regelmäßigen Sonntagsmesse begonnen werden.
Auch im Münchener Osten und Umland scheint in absehbarer Zeit ein Start gesichert zu sein. Zelebrant
ist dort der Geistliche Rat Walter Lang.
An einigen Orten gab es Verhandlungen, die noch zu keinem Ergebnis
geführt haben.
An vielen Orten führten die Anträge zu keiner Reaktion oder die Pfarrer hielten sich
selber oder die Initiatoren für nicht zuständig.
Hier beauftragte ‘Pro Sancta Ecclesia’ den Mainzer
Kirchenrechtler Hw. Georg May als Rechtsvertreter.
In allen Fällen haben die Koordinatoren die Geistlichen
freundlich an das vorgebrachte Anliegen erinnert oder ihnen die Rechtslage erläutert.
Weitere Anträge
In der bayrischen Bischofsstadt Eichstätt konnte nach längeren Verhandlungen eine Lösung gefunden
werden.
Ab dem ersten Adventssonntag finden dort regelmäßige alte Sonntagsmessen in der Schutzengelkirche,
der Eichstätter Universitäts- und Seminarkirche sowie in der Peterskirche statt.
In Regensburg waren
die Verhandlungen über eine ständige Sonntagsmesse bei Redaktionsschluß der ‘IK-Nachrichten’ am 20.
Oktober noch immer nicht erfolgreich beendet.
Mit den Anträgen aus Stadtrandgemeinden ist dort die Zahl
von hundert Bitten überschritten worden.
Ferner wurden oder werden an folgenden Orten Anträge von 21
bis 70 Gläubigen gestellt:
28755 Bremen 38104 Braunschweig 51427 Bergisch Gladbach-Refrath 54552 Dockweiler
56856 Zell-Merl 59581 Warstein 63739 Aschaffenburg 64285 Darmstadt 65193 Wiesbaden 68307 Mannheim-Sandhofen
77736 Zell a. H. 89290 Buch 92637 Weiden 93133 Burglengenfeld 93444 Bad Kötzting
An vielen Orten sammelten
Katholiken in ihrem Bekanntenkreis Einzelanträge.
Das ist – so die ‘IK-Nachrichten’ – die wirkungsvollste
Methode, um eine ständige Sonntagsmesse zu erhalten.
Wichtig ist, daß der Antrag an die Pfarrei in
schriftlicher Form und in Abstimmung mit ‘Pro Sancta Ecclesia’ erstellt wird.
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61 Lesermeinungen
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@Franz-Josef Klapdor – undifferenziert wie nicht anders von einem V-II’ler zu erwarten. In der Tat werde
ich mich bemühen mit ewig gestrigen feinfühliger umzugehen – ich werde in Erinnerung an das Karfreitagsgebet
der hlg. röm.-kath. Kirche (unter der Leitung des Hlg. Vaters in Rom) auch für Sie beten – für die
Bekehrung der im Glauben irrenden. Da Sie sich offensichtlich nie mit Fatima, Garabandal, Dozule beschäftigt
haben, nie andere Literatur als Karl Rahner lasen, wissen Sie auch nichts über Jesus Christus und Seine
Sicht der heutigen Menschheit. Macht ja auch nichts – nach Ihrem Ableben werde Sie im Gegensatz zu mir
viele Freunde und Bekannte treffen: im Fegfeuer oder der Hölle. Nein Danke! Da nehme ich liebend jedes
Kreuz auf mich um direkt in den Himmel zu gelangen und so einer dauerhaften begegnung der Glaubensschänder
auf +.net zu entgehen. Möge der hlg. Geist die Tippergemeinde hier auf den Irrwegen des Lebens lenken
und leiten.
#60 Benedikt 23:21:41 | Freitag, 16. November 2007
@ Ultramontanus Wollen Sie mich eigentlich verkohlen? Wenn Sie Sedisvakantist sind, wieso argumentieren
Sie dann überhaupt noch mit Quo Primum? Von der Warte des Sedisvakantismus aus sind die liturgischen
Änderungen nicht wegen Quo Primum ungültig, sondern weil die Änderer hierzu nicht befugt waren, weil
sie eben nicht Inhaber der nötigen Amtsgewalt sein. Da Sie als Sedisvakantist auch davon ausgehen müssen,
dass die augenblicklich sichtbare Kirche eben nicht die wahre Kirche ist, ist ihr Verweis auf Quo primum
auch deshalb obsolet.
#59 Ultramontanus 22:05:20 | Freitag, 16. November 2007
@Bendikt: Leider wieder Quatsch. Diese „Änderung“ wurde von Roncalli eingefügt, der aus anderen Gründen
(pacem in terris sowie Eröffnungsrede zum „Konzil“) garnicht Papst gewesen sein kann.
#58 Benedikt 21:28:47 | Freitag, 16. November 2007
@ Ultramontanus Quatsch mit Soße. Im eigentlichen Messkanon wurden nie Änderungen vorgenommen, nur an
den Festen. Das war vor dem „Konzil“ Konsens, das solche Änderungen erlaubt sind, mehr nicht! „Quatsch
mit Soße“ fällt auf Sie zurück. Allein die Einfügung des Hl. Josef und einer weiteren Präfation widerlegen
Ihre Aussage. Und „Konsens“ ist keine verbindliche Regelung. Im Gegenteil bedeutet ein Konsens immer eine
freiwillige Einigung – man könnte also auch anders.
Lieber Ruhrpöttler! Sie haben die Ironie in meinem nickname sicherlich in den falschen Hals gekriegt.
Aber Gott sei Dank hat es gewirkt! Ihre Anfeindungen stellen Sie doch nur bloß als Verkünder einer überholten
Drohbotschaft, die mit dem, was Jesus wollte und auf den Weg brachte, absolut nichts zu tun hat. Da hilft
das ewige Gesülze von der „hlg. tridentinischen Opfermesse“ (Was soll dieder untheologische Ausdruck
eigentlich bedeuten?) auch nicht weiter. Gehen Sie soch mit Meinungen und Äußerungen wie z. B. von Aleph
und Gotthard etwas christlicher um und orientieren Sie sich ganz einfach an Jesu Beispiel, der doch unsinnige
Vorschriften gründlich weggeräumt hat. Fakt ist, dass Liturgie etwas Veränderbares ist und dass sie
immer auf dem Weg ist, sich zu entwickeln. Beton ist höchstens in den Köpfen, wie es bei den Anhängern
und Mitgliedern der Pius-Sekte klar ersichtlich ist.
#56 Ultramontanus 18:42:17 | Freitag, 16. November 2007
@Benedikt: Quatsch mit Soße. Im eigentlichen Messkanon wurden nie Änderungen vorgenommen, nur an den
Festen. Das war vor dem „Konzil“ Konsens, das solche Änderungen erlaubt sind, mehr nicht!
#55 Benedikt 18:20:37 | Freitag, 16. November 2007
@ Ultramontanus Da schreibt ein Papst vor, dass der tridentinische Messritus (der klassische römische
Ritus!) ewig (wörtlich) nicht mehr geändert werden darf und Benedikt bezweifelt einfach, dass die Bulle
noch gültig ist. Wunschdenken ersetzt keine Tatsachen. Das Dokument spricht vom Römischen Ritus. Und
das ist der vom Papst jeweils approbierte Ritus. Welche Form diese haben muss, davon steht in dem Dokument
rein gar nichts. Auch vor dem II. Vatikanum wurden am Ritus Änderungen vorgenommen. Das Quo Primum-Argument
ist eine Erfindung der Neotraditionalisten. Zuvor wurde es von keinem Reformkritiker jemals verwendet.
Auch die Beratungen Konzils wissen nichts davon.
Überlieferte Messe! Warum immer Alte Messe? Überlieferte Katholische Messe ist richtig! Die NOM ist
von Paul VI gemacht, die überlieferte von den Aposteln und Kirchenvätern.
Und wieso keine Show? was hat man denn davon einen Gottesdienst so zu machen, wie man ihn macht. Das propagiert
nur ein bestimmtes Gottesbild, wie es diesen Tradis genehm ist. Was wisst Ihr denn schon von Gott? Könnt
Ihr mit Sicherheit etwas darüber aussagen, was dem lieben Gott genehm ist? Ich glaube das Ritual ist
Euch genehm, weil es Eurer verstockten Geisteshaltung entspricht. Vielleicht stört es den lieben Gott
garnicht wenn die Messe mehr einer Show entspricht, was die Menschen richtig mitreisst und begeistert.
Wozu versammeln sie sich denn sonst. Wenn ich mich nur berieseln lassen will kann ich das auch daheim.
#52 Defensor Fidei 16:45:53 | Freitag, 16. November 2007
@ Gotthard Gegen eine 20-minütige Tridentmesse ist eine NOM-Messe mit Band Seelenbalsam Erstens machen
Sie den Fehler, den Ritus als solchen mit seiner Ausführung zu verwechseln. Zweitens geht die These von
einer 20-minütige Messe im Alten Ritus wohl selbst in der einfachsten Form (stille Messe an Werktagen)
völlig an der Realität vorbei. Drittens ist der NOM an Werktagen definitiv kürzer. Hier sind 20 min.
ausgesprochen realistisch. Viertens unterschlagen Sie bewußt, daß die feierliche Sonntagsmesse im Alten
Ritus den NOM an Länge bei weitem übertrifft. Fazit: Sie erzählen hier den gleichen Unsinn wie schon
im Zusammenhang mit der Taufe!
Theologicus Haereticus – der Name ist Program sonst wüßten Sie, daß dir hlg. trid. Opfermesse keine
Lustveranstaltung, kein Herrenmahl, keine protestanische Fete u.dergl. ist. 1935… Sie haben ein gesegnetes
Alter – Respekt. Leider ist der Rest wohl schon im Sarg und unter der Erde verschwunden. Sehr bedauerlich!
Anstatt für die ehrwürdige Zelebration zu kämpfen und damit viele Seelen zu retten kommt eine Unterstützung
des tingeltangel NOM und des V-II dabei heraus. Eigentlich sollten Sie sich schämen. Insb. da auch Ihr
Ableben irgendwann (hoffentlich gottbefohlen! und gottgefällig!!) bevor steht.
@Gotthard Die Anfeindungen gegen die „alte Messe“ (gerade auch von Theologen und Priestern, die mit ihrer
Entwicklung in den 60iger Jahren stecken geblieben sind), haben natürlich dazu geführt, dass sich alle
„Tradis“ besonders intensiv mit liturgischen Fragen und dem korrekten Ablauf der Messe auseinandergesetzt
haben. Dies ist aber kein Effekt der „Liturgiereform“, sondern eher eine Reaktion auf die Polemik und
den Hass so mancher Modernisten gegen die überlieferte Hl. Messe. Angesichts innerhalb weniger Jahrzehnte
dramatisch leer gewordener Kirchen und einem weitgehenden Zusammenbruch kath. Glaubenslebens kann ich
auch bei großzügigster Auslegung der „Liturgiereform“ wirklich keine positiven Folgen zubilligen. Aber
keine Sorge – der Anfang hin zu einer Besserung ist mit dem MP gemacht – die Hl. Messe aller Zeiten ist
wieder da und sie wird in der Zukunft wieder ihren segenbringenden Platz in der Kirche finden; das können
auch Ewiggestrige wie „Gotthard“, „Aleph“, „Landorgler“ u.a. nicht mehr verhindern. Deo gratias!
#49 Gotthard 13:10:01 | Freitag, 16. November 2007
@komma Meine Erfahrungen sind auch hier als „postkonziliarer Katholik“ andere. Die von Ihnen beschriebenen
Lieblosigkeiten und Missbräuche in der „Alten Messe“ mag es früher vielleicht gegeben haben. Dann hat
die Liturgiereform ja selbst bei der „außerordentlichen Form“ positive Wirkungen gezeigt!
Zitat ist von Adenauer „Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern ?“ Tun Sie da mal dem ersten
Bundeskanzler dieser Republik keinen Tort an. Das Zitat stammt von Konrad Adenauer und weil es so gut
ist, hat es der Fußballkaiser leicht verändert weiterverwendet.
#47 Ultramontanus 12:00:45 | Freitag, 16. November 2007
haha… ist ja lustig: Da schreibt ein Papst vor, dass der tridentinische Messritus (der klassische römische
Ritus!) ewig (wörtlich) nicht mehr geändert werden darf und Benedikt bezweifelt einfach, dass die Bulle
noch gültig ist. Das päpstliche Lehramt scheint ja eine lustige Sache zu sein. Wie würde es der Fußballkaiser
formulieren: „Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern ?“
#46 Benedikt 11:47:53 | Freitag, 16. November 2007
@ Ultramontanus In Quo Primum stellt Papst Pius V. unfehlbar fest, dass alle die den „NOM“ propagieren,
sich den Zorn Gottes und seiner Heiligen Apostel zugezogen haben und zuziehen. Da steht nicht „soll zuziehen“
sondern „soll wissen, dass er sich…“! Das steht da nicht. „NOM“ ist ein reiner Unterscheidungsbegriff
in diesen Liturgiedebatten. Offiziell íst das als „NOM“ bezeichnete der Römische Ritus aller Zeiten.
Und niemand will diesen abschaffen und niemand will Priester daran hindern, die Messe nach dem vom Papst
approbierten Messbuch zu feiern. Ergo kommt Quo Primum – falls es denn noch gültig sein sollte – hier
gar nicht zur Anwendung.
@Ultra Pius V soll sich lieber Sorgen darüber machen, ob er nicht sich selbst den Zorn Gottes zuzieht,
indem er nämlich einfach völlig selbstherrlich behauptet, irgendjemand, der ihm, Pius V, nicht zuwillen
ist, zöge sich Gottes Zorn zu.
@ Don Camillo So ein Blödsinn, der Nächste ist mir nicht egal. Das ist eine boshafte Unterstellung von
ihnen. Kennen sie die Geschichte aus der Bibel mit dem Blinden der einen Blinden führen will? Darum gehe
ich in die „Alte“ Messe, damit mir diese zum Heile dient, damit ich Heil werde von meinen Sünden, bzw.
an der durch die Erbsünde geschädigten Natur. Es heißt außerdem nicht du sollst nur deinen Nächsten
lieben, sondern es heißt du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Wenn wir Kirche sein wollen
dürfen wir uns nicht nur begegnen, dann müssen wir uns auch auf den Weg machen, auf den Weg zu Gott.
Wenn wir eine Gemeinschaft von Heiligen sein wollen müssen wir uns zuerst einmal selber heiligen, wenn
ich nur den anderen heiligen will klappt das nicht. Die Liebe Gottes besteht übrigens auch darin das
er uns persönlich gesund, heil machen will und uns in den Sakramenten die Möglichkeit dazu schenkt.
Die Nächsten, mein Gott und ich Seit meinem Engagement für die Ermöglichung einer Hl. Messe im überlieferten
Ritus in meiner Nähe, zunächst als „Indultmesse“ und jetzt als „außerordentliche Form“, habe ich nicht
nicht nur ein persönliches besonders inniges Verhältnis zu Gott verspürt, sondern gerade die Verbundenheit
mit den Mitgläubigen, die „Don Camillo“ besonders fordert und betont. Damit es diese echte Verbundenheit
geben kann bedarf es meiner Erfahrung nach allerdings eines gewissen „Tiefgangs“ der Liturgie, die dann
auch den Glauben befruchten kann ( „lex orandi, lex credendi“) – die an der Oberfläche bleibende Effekthascherei
vieler Aktivisten im NOM habe ich in vielen Gottesdiensten meiner Jugend zur Genüge erlebt. Sie trägt
nicht, schon kurz nach dem „tollsten“ Jugend – und Firmgottesdienst ist bald keiner der jungen Menschen
mehr in der Kirche zu sehen.
#41 Ultramontanus 11:08:06 | Freitag, 16. November 2007
Hats eigentlich niemand gelesen ? In Quo Primum stellt Papst Pius V. unfehlbar fest, dass alle die den
„NOM“ propagieren, sich den Zorn Gottes und seiner Heiligen Apostel zugezogen haben und zuziehen. Da steht
nicht „soll zuziehen“ sondern „soll wissen, dass er sich…“!
#40 Don Camillo 11:02:12 | Freitag, 16. November 2007
@sozialkatholisch Die tridentinische Messe dient mir in erster Linie zum Heile und nicht zum Event wie
leider der entopferte NOM für viele. In diesem Satz bringen Sie eine heilsindividualistische Verengung
präzise auf den Punkt: Wichtig bin ich und mein Gott. Wichtig ist, dass ich zu meinem Heil komme. Alles
andere ist nebensächlich. Es ist egal, ob mein Nächster auch zu Gott findet. În dieser Sicht wird die
diabatische Grunddimension christlichen Lebens völlig ausser acht gelassen. Dies erklärt auch viele
der Ausfälligkeiten in diesem Forum. Wenn wir wirklich Kirche sein wollen, so sollten wir uns auch tatsächlich
als Brüder und Schwestern begegnen. Und da ist Polemik fehl am Platz. Denn Kirche sollte das Ziel haben,
eine Gemeinschaft von Heiligen zu sein, die mitleidet, wenn eines seiner Glieder „krankt“. Dies ist übrigens
ein Bild, das von den Kirchenvätern häufig gebraucht wurde. Dabei will ich die Wichtigkeit der sowohl
ana- als auch katabatischen Beziehung jedes einzelnen mit Gott nicht in Abrede stellen. Diese liebende
Beziehung zu Gott ist Grundlage eines jeden christlichen Lebens. Doch wenn diese Beziehung stimmt, wenn
ich wirklich aus dieser Gnade Gottes lebe, dann wird es auch möglich in liebender Gemeinschaft mit den
Mitmenschen zu leben. Als der ritus ordinarius eingeführt wurde, achtete man besonders auch darauf, dass
die diabatische Dimension möglich wird. Das hat nichts mit Event zu tun. Da haben Sie eine sehr defizitäre
Meinung von Liturgie, die dann sehr nahe am Magischen is
Tohuwabohu ? Meine Erfahrungen sind auch hier als „postkonziliarer Katholik“ andere. Die von Ihnen beschriebenen
Lieblosigkeiten und Missbräuche in der „Alten Messe“ mag es früher vielleicht gegeben haben. In den
mittlerweile vielen Hl. Messen im überlieferten Ritus die ich in den letzten Jahren mitgefeiert habe,
habe solche Dinge nicht ein einziges Mal erlebt. Im NOM dagegen sind Missbräuche und selbstgefällige
liturgische Freiheiten und Variationen (die von keinem Missale gedeckt sind) allerdings die Regel und
nicht die Ausnahme. Und diese eigen erlebten Erfahrungen von heute zählen für mich, nicht ihre anekdotischen
Geschichten von anno dazumal: wo immer eine Hl. Messe im überlieferten Ritus für mich erreichbar ist
ziehe ich diese immer einer NOM Messe vor.
Tohuwabohu Bedeutet Wüst und Leer, oder die größte mögliche Unordnung. Ich kann mir natürlich vorstellen
das es früher auch Missbrauch und liturgischen Blödsinn in einigen Tridentinischen Messen gegeben hat.
Heutzutage habe ich so etwas in noch keiner tridentinischen Messe erlebt und denke auch das der NOM dem
Tohuwabohu mehr Tür und Tor öffnet als die „Alte“ Messe, denn im NOM habe ich schon einige krumme Sachen
erlebt. Bei den vielen Möglichkeiten der Auswahl im NOM hat ein normalsterblicher Laie wie ich fast keine
Möglichkeit zwischen Regelkonform und selbstgerechten Eigenkompositionen zu unterscheiden. In einer tridentinischen
Messe kann man sich dieses Wissen mit einem Schott und ein wenig Zeit schnell aneignen.
Liturgisches Tohuwabohu Libertas Ecclesiae@ Das stört mich nicht, wenn ich Ihrer Meinung nach die verkehrten
Rückschlüsse ziehe. Immerhin habe ich den tridentinischen Ritus hautnah miterlebt, zu Zeiten als er
noch allenthalben gefeiert wurde. Teilweise war es ein liturgisches Tohuwabohu:Erst die Predigt, dann
Kommunionausteilung und dann begann erst die Messe im tridentinischen Ritus, ohne Kommunion, weil die
ja schon mit Hostien aus der vorangegangenen Messe gehalten war. Das Volk durfte vielleicht einmal ein
Lied singen. Ein Sanctus-Lied oder ein Marienlied, wenn der Organist lustig war, häufig während der
Wandlung, weil es keine Koordination zwischen Altargeschehen und Orgel gab und auch nicht beabsichtigt
war. Das Volk war unter diesen Umständen schon genötigt, sich eine fromme Betätigung wahrend dieser
Zeit zu suchen, den Rosenkranz zu beten oder das Andenken an die Verstorbenen zu pflegen. Ganz schlimme
Gottesdienstbeiwohner sollen hinter der Säule Krezworträtsel gelöst haben. Immerhin haben sie nach
damaliger Lesart durch ihre Anwesenheit der Sonntagspflicht Genüge geleistet. Aber das hat aber wenig
mit dem zu tun, weshalb es eigentlich das Herrenmahl gibt.
@ Aleph Von da an war es noch eine lange Zeit, bis das Volk als Gemeinde in das Geschehen der Messe einbezogen
war. Sie treffen meines Erachtens die falschen Rückschlüsse. Realistisch gesehen ist das Volk als Gemeinde
in den weitaus meisten NOM-Messen heute zumindst auch nicht mehr in das Geschehen der Messe einbezogen,
als das früher der Fall war. Eher im Gegenteil. Nach meinen Erfahrungen sind die Gleichgültigkeit und
Bequemlichkeit heute noch viel größer geworden. Man lässt die Messe, sofern amn überhaupt noch hingeht,
einfach so über sich ergehen. Der NOM ist, so wie er heute gewöhnlich zelebriert wird, viel mehr priesterzentriert,
als dies in der außerordentlichen Form des römischen Ritus der Fall ist. Die Leute, die überhaupt noch
kommen, verhalten sich in ihrer Mehrzahl absolut passiv. Wenn der NOM wirklich eine Notwendigkeit gewesen
sein soll, wie Sie glauben, wo sind dann die Gläubigen geblieben? Seit Einführung des NOM vor ca. 40
Jahren ist der Gottesdienstbesuch in Deutschland um 70 % zurückgegangen – mit weiterhin sinkender Tendenz.
Damit will ich zwar keinen monokausalen Zusammenhang behaupten, aber wirklich gebracht hat der NOM im
Endeffekt eigentlich auch nichts. Die Probleme liegen tiefer.
NOM als Notwendigkeit Glauben Sie wirklich, dass die Leute so dumm waren? Wie konnte die Kirche über
400 Jahre eine falsche Messe feiern. Da wundert mich nur, dass die Leute nicht schon viel früher vom
Glauben abgefallen sind. Libertas Ecclesiae @ Ihre Schlüsse in Ehren. Aber der Text von Gotthard verleitet
mich nicht zu diesen Denkergebnissen. Wenn er nämlich behauptet, dass die Liturgie für das Volk zelebriert
wurde, hat er einfach recht. Erst durch die liturgische Bewegung in den zwanziger Jahren wurde das Volk
als Teil des christlichen Gottesdienstes entdeckt. Von da an war es noch eine lange Zeit, bis das Volk
als Gemeinde in das Geschehen der Messe einbezogen war. Viele Jahrzehnte diente der Schott in erster Linie
als Übersetzungsbuch der Messtexte, die in deutscher Sprache von den Vorbetern vorgetragen wurden, weil
das Volk in der großen Mehrheit damit beschäftigt war, sich in der Sonntagsmesse mit dem Rosenkranz
zu langweilen oder Andachts- und Sterbebildchen zu betrachten, um der Verpflichtung, der Sonntagsmesse
beizuwohnen, einigermaßen mit frommen Beschäftigungen nachzukommen. Dahin war es nun einmal trotz aller
liturgischen Schönheiten und der imposanten Erhabenheit der tridentinischen Messe gekommen. Sie hat durchaus
ihre Vorzüge, aber doch in einer homogenen Gemeinschaft in Klöstern, mit Klerikern und theologisch und
liturgiegeschichtlich vorgebildeten Personen. Die große Gemeinde ist nicht dafür geeignet, allenfalls
als Staffage. Deshalb ist NOM eine Notwendigkeit.
#31 Leblhuber 01:12:59 | Freitag, 16. November 2007
Jööööö schau! Wen haben wir denn da?? Die Schlange Nehushtan! Es könnte aber auch Bokrug oder sein
Alter Ego sein. X mal gesperrt und doch wieder präsent. Kreuz.net ist halt offen für jeden . Wie schön!
#30 Ultramontanus 01:10:57 | Freitag, 16. November 2007
@Nehushtan: Was ist denn das für ein Schwachsinn ? Die Messe im Mittelalter war die Messe, wie sie in
Quo Primum am 13.7.1570 von Pius V. verbindlich für die gesamte Kirche vorgeschrieben worden ist. Diese
Messe geht so im Kern bis auf die Ursprünge des Christentums, also bis auf die Apostel zurück. Was sollen
denn diese ominösen „Heili-Geist-Messen“ sein ?
#29 Nehushtan † 00:53:25 | Freitag, 16. November 2007
Einwurf… …genau genommen müßte – streng traditionell – so wie im Mittelalter gefeuert werden. Mit
Heilig-Geist Messen. Und Engels-Messen. Das Engelswerk könnte dabei sehr wohl behilflich sein…die Greber
Christen und man andere ebenfalls… Die Orthodoxen sind in vielerlei Hinsicht näher an der Tradition
dran als Protestanten und selbst Katholiken… www.artfond.de/geldseite Ich empfehle Odo Casel und seine –
umstrittene – Theologie als Lektüre. Ferner weise ich auf Eriugena und Nikolaus von Oresme hin.
#28 Gotthard 23:27:25 | Donnerstag, 15. November 2007
@Marsilius F Lieber Gotthard, auf Ihre Art sind Sie auch ein Fundamentalist. Sie haben andere Ideale als
die Hardcoretradis hier, aber die verteidigen Sie mit den gleichen Scheuklappen… Scheuklappen? Ich lache
mich schräg … die hardcoretradis sollen doch feiern wie sie wollen. Dagegen habe ich noch nie eine
Silbe gesagt. Ich melde mich immer dann zu Wort, wenn diese Typen die Unfehlbarkeit für sich beanspruchen.
@Lieber Gotthard es geht nicht um die Wortmeldungen in diesem Forum. Lesen Sie mal aufmerksam entsprechende
Stellungnahmen eines gewissen Kard. Ratzingers, lesen Sie Stellungnahmen anderer vatikanischer Würdenträger.
Und ich denke, man findet dort ziemliches Unbehagen an bestimmten „Fehlentwicklungen“ der heutigen Liturgie.
Und diese kann und muss man klar benennen, das hat mit Traditionalismus nichts zu tun. Es gibt natürlich
Wahlmöglichkeiten in der heutigen Liturgie, aber die sind beschränkt. So können Sie als Priester etwa
unter approbierten Hochgebeten auswählen, aber es ist kirchenrechtlich verboten, eigene, nicht approbierte
zu verwenden. Das gilt für die übrigen Texte der Liturgie genauso. Eine Messe mit Band als „Balsam“
zu bezeichnen, kann ich nur insofern nachvollziehen, als Sie ein profilierter Vertreter der „68er“ sind.
Ich würde dies nie als Balsam bezeichnen können. Weil es ich es in liturgischen Kontexten nicht ernst
nehmen kann… Für den einen ist es Balsam, für den anderen ein unglaublicher liturgischer Kulturverlust,
der mit dem Zweiten Vatikanum nichts zu tun hat. Wobei Sie da ruhig hingehen sollen, wenn Ihnen das gefällt.
Dann sollten Sie aber auch akzeptieren, dass es Menschen gibt, die sich der außerordentlichen Liturgie
verbunden fühlen. Das möchte der Papst in seinem Motu proprio erreichen. Lieber Gotthard, auf Ihre Art
sind Sie auch ein Fundamentalist. Sie haben andere Ideale als die Hardcoretradis hier, aber die verteidigen
Sie mit den gleichen Scheuklappen…
#26 Gotthard 22:26:15 | Donnerstag, 15. November 2007
@Marsilius F Ich bin mir sicher, dass das Unbehagen an der ordentlichen Liturige zu einem guten Teil an
der konkreten Praxis liegt, die oft sehr verbesserungswürdig ist. Sorry, wo gibt es denn dieses sogenannte
Unbehagen an der heutigen Liturgie? Die hiesigen Wortmeldungen sind doch unterhalb der Wahrnehmungsgrenze.
Wäre dieses Unbehagen tatsächlich vorhanden, würden die diversen Zentren der alten Liturgie die Gläubigen
schon lange nicht mehr fassen können … davon war selbst auf diesen Seiten noch nie die Rede. Gegen
eine 20-minütige Tridentmesse ist eine NOM-Messe mit Band Seelenbalsam.
@Romulus Ich bin mir sicher, dass das Unbehagen an der ordentlichen Liturige zu einem guten Teil an der
konkreten Praxis liegt, die oft sehr verbesserungswürdig ist. Es gibt natürlich viele Misstände, keine
Frage. Aber man kann die ordentliche Liturgie auch sehr „ordentlich“ feiern. Auch dies habe ich schon
erlebt, bis hin zu einem wunderschönen lat. Hochamt am Hochaltar. Umgekehrt kann man die außerordentliche
Liturgie auch sehr würdevoll und erhaben feiern, aber man kann die liturgischen Texte auch in einem wahrhaft
atemberaubenden Tempo herunterleiern. Ich denke, entscheidend ist der würdevolle und andächtige Vollzug
der Liturgie gleich welchen Usus. Missbräuche sind überall möglich. Im übrigen braucht die Kirche
beide Usus. Man kann schließlich den ordentlichen Usus nicht über Nacht abschaffen und wieder den außerordentlichen
Usus verpflichtend einführen. Das ist nicht durchführbar. Man bräuchte eine neue Liturgische Bewegung,
die mit den Fehlentwicklungen Schluss macht und eine echte Reform der Reform ermöglicht. Aber die von
den „68ern“ propagierte Bastelliturgie mit Popmusik, die mit der ordentlichen Liturgie der Kirche nichts
gemein hat, gehört in den Orcus der Liturgiegeschichte P.S.: Habe ich das Wort „gleichsam“ wirklich verwendet?
#24 Gotthard 21:52:20 | Donnerstag, 15. November 2007
@romulus es liegt in der Natur des Novus ordo missae, dass er zur freien und damit banalen Gestaltung
verführt Natürlich lädt eine Liturgie in der Muttersprache zur freieren Gestaltung ein – in Latein
ist das fast unmöglich und auch völlig unsinnig, da es niemand verstehen würde. Gott sei Dank gibt
es in der heutigen Liturgie viele Wahlmöglichkeiten … Dier ersten Jahrhunderte hatten eine absolut
freie Liturgiegestaltung bis hin zu den Hochgebeten – waren diese Messen deshalb banal? Eine bis in die
letzte Silbe fixierte Messe in einer unverständlichen Sprache ist menschenfern – und Gottes nicht würdig,
der den Menschen mit der großartigen Fähigkeit der Variation und Kreativität geschaffen hat.
#23 Romulus 20:45:55 | Donnerstag, 15. November 2007
@Marsilius … gleichsam… Wenn ich in einer Predigt dieses Wort höre, dann heißt es für mich: abschalten;
und so ging es mir auch mit deinem Beitrag, Marsilius. Was Du versuchst ist die Quadratur des Kreises,
es liegt in der Natur des Novus ordo missae, dass er a) zur freien und damit banalen Gestaltung verführt
und b) die Nerven der Leute strapaziert.
@ Marsilius Ficinus Der ordentliche Usus… ist alles andere als banal, er wird leider nur so manches
Mal banal und primitiv gefeiert Wirklich nur „so manches Mal“? In den weitaus meisten Pfarrgottesdiensten
ist die Banalität zum Alltag geworden.
@Der ordentliche Usus… … ist alles andere als banal, er wird leider nur so manches Mal banal und primitiv
gefeiert. Dies liegt aber an einer weit verbreiteten liturgischen Unkenntnis, die meint, Liturgie sei
etwas, was aus dem Augenblick heraus entstehe. Die Kirche gibt für die Feier der Liturgie glasklare Richtlinien,
die in den liturgischen Büchern aufgezeichnet sind. Und dies ist für den weitaus größten Teil des
Klerus eine unabdingbare Voraussetzung, denn eine nur verschwindend geringe Anzahl an Klerikern könnte
liturgische Texte frei formulieren, da hierfür neben großen theologischen Kenntnissen ein souveräner
Umgang mit Sprache nötig ist. Wenn man den ordentlichen Usus auch „ordentlich“ feiern will, bedarf das
schon einer gediegenen liturgischen Bildung, und dass es daran mangelt, hat der Hl. Vater in dem Begleitschreiben
zum Motu proprio gleichsam ironisch festgestellt. Man muss endlich klar formulieren, dass „Gitarrenmessen“
mit seichter Kaufhausmusik und Ringbüchern, in denen sich oftmals aberwitzige Dinge finden lassen, nichts
mit der „ordentlichen“ Liturgie der Kirche zu tun haben, sondern Konstrukte von theologischen „68ern“
sind, die meinen, die chaotischen Zustände der 70er Jahre perpetuieren zu müssen. Es ist interessant,
dass die jüngere Generation hier schon wieder in weiten Teilen ganz anders denkt. Auch eine Form des
Generationenkonflikts…
@ Aleph Meister Gotthard geht leider von falschen theologischen Prämissen aus, da nützt der ganze „wissenschaftliche“
Impetus nix. * In Trient wird die Liturgie reformiert und festgeschrieben. Die „Stille Messe“ wird zur
Hauptform. Die Messe bleibt für viele Jahrhunderte eine Kleriker-Liturgie, die „für das Volk“ gefeiert
wird. Die tiefgreifenden Veränderungen der Lebensumstände finden in der Feiergestalt des Gottesdienstes
keinen Widerhall. Glauben Sie wirklich, dass die Leute so dumm waren? Wie konnte die Kirche über 400
Jahre eine falsche Messe feiern. Da wundert mich nur, dass die Leute nicht schon viel früher vom Glauben
abgefallen sind.
#19 Aleph † 19:50:27 | Donnerstag, 15. November 2007
Kurz, Knapp, Präzise Gotthard @ Das ist kurz, knapp, präzise eine wirkungsvolle Liturgiegeschichte,
der es an nichts mangelt. Danke. Sie ist sachbezogen, überhöht keine Ereignisse, sondern stellt nachvollziehbar
dar, wie denn das Herrenmahl im Verlauf der Jahrhunderte begangen wurde. Vor allem ist sie nicht winekmelmessenhaft
sektiererisch. Da gibt es kein Wenn und Aber. Auf dieser stromlinienförmigen Entwicklung basiert NOM.
Wer es fassen kann, der fasse es.
#18 Komma 19:34:31 | Donnerstag, 15. November 2007
Theologicus – bei mir war es ganz anders Anfang der 60iger Jahre geboren war ich häufig konfrontiert
mit selbst gebastelten „Ringbuchmessen“ und vielfältiger „liturgischer Kreativität“. Niemand hat die
„erneuerte“ Liturgie in Frage gestellt, weder in meinem familiären noch in meinem sozialen Umfeld – es
gab für mich einfach keine andere liturgische Variante als den NOM. Die Hl. Messe wirkte auf mich häufig
banal und profan – eine andere gab es aber (anscheinend) nicht. Mit dem älter werden habe ich mich allerdings
zunehmend gefragt, ob es sich bei diesen ganzen „Messangeboten“ eigentlich noch in erster Linie um Gottesdienste
handelte oder ob sich die profilierenden Menschen – Priester wie Laien – nicht oft allzu sehr selbst in
den Mittelpunkt stellten und den Blick auf das wesentliche Geschehen der Hl. Messe längst verloren hatten.
Zusammen mit Studienfreunden habe ich mich daher zunehmend nach ruhigeren, berechenbareren, „echten“ Gottesdiensten
gesehnt, in denen die handelnden Menschen in den Hintergrund und Gott wieder in den Mittelpunkt des Geschehens
gerückt wurde. Als ich dann erstmalig in der Nähe von Frankfurt durch Anregung eines Freundes die Hl.
Messe im überlieferten Ritus besuchte schien mir alleine schon der Umgang mit dem Leib Christ überzeugend
und stimmig – sorgsame Verwendung des Korporale, Geschlossenhalten der Finger des Priesters nach der Wandlung
bis zur Purifikation, Patene, Mundkommunion usw. Hier brauchte man die Realpräsenz keinem zu erklären –
hier war sie offenkundig. Deo Gratias! o^/
Passive Mitfeier Theologicus Haereticus schrieb: … und mich bereits als Sextaner … über die passive
Mitfeier der Gemeinde aufgeregt … Genau das ist meine Erfahrung in den allermeisten NOM-Messen: passive
Mitfeier eines Großteils der Gläubigen, Gleichgültigkeit, geistige Trägheit, Bequemlichkeit und große
Langeweile. Die Zahlen sprechen für sich: Immer mehr Gläubige kehren dem NOM den Rücken, wie die amtliche
Statistik der DBK aufweist.
Vielen Dank, Gotthard… für Ihren prägnanten Abriss der Liturgiegeschichte. Ihre Worte heben sich wohltuend
ab von der Schimpferei gegen den sogenannten NOM. Ich, Jahrgang 1935, habe die Tridentinische Messe noch
bewusst erlebt und erhahren und mich bereits als Sextaner (als ich begeistert Latein zu lernen und verstehen
begonnen hatte) über die passive Mitfeier der Gemeinde aufgeregt. Dass jede Messe eigentlich eine Privatmesse
war, kapierte ich nämlich ganz schnell, denn immer war ja nur das, was der Zelebrant vorn vor sich hin
mümmelte (so nannten wir als Minis das leise Privatgeraune), war bekanntlich gültig. Und wenn ein Chor
oder eine Schola das Ordinarium sang, hatte der Priester dieselben Texte „submissa voce“ zu raunen. Welche
Befreiung brachte uns jungen Theologen das Konzil! Endlich war die Gemeinde einbezogen in das Liturgiegeschehen,
was ihr Jahrhunderte hindurch verwehrt war! Das Wort des Löwener Theologen Lambert Beaudoin „Il faut
democratiser la liturgie“ war von den Konzilsvätern wahrgemacht worden. Diesen Schatz der aktivenTeilnahme
der Gläubigen lassen wir uns von ewig Gestrigen, die sich im Suchen und Aufspüren von sogenannten Missständen
so eifrig üben, nicht entreißen! Geradezu lächerlich ist das krampfhafte Suchen und Zeigen von Fotos,
die angebliche Missbräuche in der Liturgie beweisen sollen. Die dem Glauben Fernstehenden fragen sich
mit Recht, ob wir Katholiken keine wichtigeren Probleme haben.
Der modernistische … … Grundfehler ist die falsche Auffassung der Heiligen Messe als „Mahl“ und nicht
als „Opfer + Mahl“. Gotthard zeigt diese falsche Auffassung durch seinen Beitrag von 18:31. Er spricht
nur von einem Mahl. Richtig ist vielmehr, dass schon die Urchristen die Messe als Opfer ansahen. Aus dieser
unterschiedlichen Auffassung der Katholiken einerseits und andererseits den Modernisten wie Gotthard erklärt
sich dann vieles von den anderen Dingen, in denen Dissens besteht.
@ Gotthard Wie erklären sie sich denn dann die große Ehrfurcht vor der Eucharistie mit den Kopten und
syrisch Orthodoxen die sich schon vor 300 n. Chr. von uns getrennt haben. Wie erklären sie sich die große
Ähnlichkeiten bei den Sakramenten wenn vorher angeblich so ein Durcheinander herrschte?
#12 Gotthard 18:31:50 | Donnerstag, 15. November 2007
@sozialkatholisch Der tridentinische Ritus hat sich von der ersten Eucharistie im Abendmahlssaal kontinuierlich
entwickelt und hat gewiss noch Bestanteile die so gut wie auf die Apostel zurückgehen. * Die urchristliche
Gemeinde feierte das Herrenmahl am Tag der Auferstehung. * In den ersten Jahrhunderten gibt es keine einheitliche
Liturgie. * aus dem 3. Jahrhundert die Kirchenordnung des Hippolyt, die von einer Aussonderung von Brot
und Wein aus den mitgebrachten Gaben berichtet, ein Hochgebet überliefert und die Brotbrechung und Austeilung
der geweihten Gaben beschreibt. * Im Mittelalter wird aus der schlichten Mahlfeier der frühen Christen
ein höfisches Zeremoniell. Die Gemeinde kann der Kulthandlung sprachlich und inhaltlich nicht mehr folgen.
Aus der gemeinsamen Feier wird immer mehr ein privates Suchen nach dem Seelenheil. Die Messfeier ist zum
Mysterienspiel geworden. * In Trient wird die Liturgie reformiert und festgeschrieben. Die „Stille Messe“
wird zur Hauptform. Die Messe bleibt für viele Jahrhunderte eine Kleriker-Liturgie, die „für das Volk“
gefeiert wird. Die tiefgreifenden Veränderungen der Lebensumstände finden in der Feiergestalt des Gottesdienstes
keinen Widerhall. *Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kommt es zur „liturgischen Bewegung“, die sich mit der
Jugendarbeit verbindet. * In den vierziger Jahren werden die Anliegen zu einer gesamtkirchlichen und in
der Enzyklika „Mediator Dei“ bestätigt. * Vatikanum II steht auf diesen Schultern!!!!!!!!!!!!!
#11 Romulus 18:28:24 | Donnerstag, 15. November 2007
An unsere römischen Mitleser im Vatikan Der nächste wichtige Schritt wäre jetzt die Bischofs- und die
Priesterweihe nach dem ALTEN vorkonziliaren Episcopale zu vollziehen und die jeweils zweifelhaften landessprachlichen
nachkonziliaren Fassungen zu verbieten. Die FSSPX sollte diese Forderung massiv an Rom herantragen. Damit
wäre der ganzen Kirche geholfen.
@ Aleph Jesus hat doch nicht im Abendmahlssaal den NOM gefeiert, keine Kommunionhelfer gehabt und wahrscheinlich
sogar Mundkommunion ausgeteilt. Der tridentinische Ritus hat sich von der ersten Eucharistie im Abendmahlssaal
kontinuierlich entwickelt und hat gewiss noch Bestanteile die so gut wie auf die Apostel zurückgehen.
Das katholische (allgemeine) sollte auch mehr für die apostolischen Kirchen gelten als für die Protestantischen.
Mit den Messen der anderen apostolischen Kirchen hat der tridentinische Ritus noch Gemeinsamkeiten die
im NOM kaum noch vorhanden sind, obwohl die Trennung schon ca. 1700 Jahre zurückliegt. Bitte nennen sie
mir doch meine unbiblischen Argumente und deformierten Glaubenssätze! Wo tue ich mich denn mit der Bibel
schwer?
#9 Don Camillo 18:18:49 | Donnerstag, 15. November 2007
Jeder Mensch, der einigermassen vernünftig denken kann, müsste doch sehen, dass es keinen eigentlichen
„run“ auf den ritus extraordinarius gibt. Natürlich mag es schön sein, dass diese Form der einen Eucharistie
wieder einfacher zugänglich gemacht wurde. Nichtsdestotrotz zeigen nun mal die Nettozahlen, dass die
gewaltige Mehrheit der Gläubigen mit dem ritus ordinarius zufrieden ist und in ihm eine Heimat gefunden
hat. Dass die Missbräuche, die sich beim ritus ordinarius eingeschlichen haben, ausgemerzt werden müssen
steht ausser Frage. Doch Missbräuche gab es auch beim jetzigen ritus extraordinarius und es ist wohl
zu befürchten, dass es sie wieder vermehrt geben wird, wenn dieser Ritus wieder häufiger benutzt wird.
#8 Aleph † 17:49:46 | Donnerstag, 15. November 2007
Jesus hat die NEUE MESSE (NOM) gefeiert Jesus wusste nichts von einer alten Messe. Er hat beim ABENDMAHL
DIE NEUE MESSEgefeiert. Es ging da keineswegs um alte und nochältere Riten, sondern um seine unmittelbare
Gegenwart. Genausowenig hat er, Jesus, sich Gedanken über Sedisvakantisten gemacht. Das sind wohl solche
Sektierer wie die altneupresbyterianische Kirche (Dürrenmatt: Grieche sucht Griechin). Dass Sie wenig
in der Schrift lesen, entnehmen ich Ihrer häufig total unbiblischen Argumente und den deformierten Glaubenssätzen,
die vielleicht römisch-katholisch sein mögen, aber mit dem allgemeinen (= katholischen) Christentum
nicht in Verbindung zu bringen sind. Katholiken tun sich halt immer noch sehr schwer mit der Bibel.
@ Aleph Wie kommen sie denn jetzt darauf das ich nicht manchmal im NT lese? Diese Gleichnis sagte Jesu
zu den Pharisäern um die Neugründung seiner Religion, bzw. neuen Lehre von den verworrenen, jüdischen,
von Menschen verkomplizierten Gesetzen zu befreien. Auch steht Johannes der Täufer für das AT und Christus
für das NT. Wenn sie diese Gleichnis auf den NOM und der „Alten“ Messe beziehen würden sie ja sagen
das das V2 u.a. mit dem NOM eine Religionsneugründung ist und damit Wasser auf die Mühlen der Sedisvakantisten
gießen. Ich finde nicht das dieses Gleichnis unseres Herrn ohne weiteres hier zur Geltung kommen sollte.
Gedenkt eurer Führer, die das Wort Gottes zu euch geredet haben! Schaut den Ausgang ihres Wandels an,
und ahmt ihren Glauben nach! Jesus Christus [ist] derselbe gestern und heute und in Ewigkeit. Hebr 13,
7+8 Was halten sie denn von diesem Vers?
#6 Aleph † 17:18:55 | Donnerstag, 15. November 2007
Neuer Wein in neue Schläuche Sozialkatholisch@ Wir brauchen keine alte Formen, sondern neue Formen für
die alten Inhalte des Glaubens. Jesus sagt das im Gleichnis, dass neuer Wein in neue Schläuche gehört.
Denn neuer Wein in alten Schläuchen, verdirbt die alten Schläuche. Das gilt auch für den alten Ritus
und NOM. Manchmal im NT lesen, weitet den Horizont ungemein.
@ Aleph Das ist aber Schwarz/Weiß -Denken von ihnen. Sie sehen wahrscheinlich beide Riten feindlich einander
gegenüberstehen. Wenn die „Alte“ Messe mehr Fuß fast wird sie es schaffen das der NOM würdiger gefeiert
und schlimmen Lasten befreit wird. Vielleicht wird sie es auch schaffen das der NOM positiv reformiert
wird (reformare = in die alte Form bringen).
#2 Aleph † 16:33:24 | Donnerstag, 15. November 2007
Grantie in die nächsten Jahrhunderte Vom Punkt Null bis zu etwa 2 Milliarden Katholiken wirde sich die
Remissionierung der katholischen Massen zur alten Messe noch über Jahrzehnte oder Jahrhunderte hinziehen.
Nun gut, dann kann ja in dieser Übergangszeit NOM ganz gute Dienste leisten, bis alle Katholiken restlos
vom außerordentlichen Ritus restlos überzeugt sein werden damit sie dann außerordentlich feiern können.
Wie gut, dass es bis dahin den ordentlichen NOM gibt, der die nächsten Jahrzehnte garantiert ist. Damit
wäre sichergestellt, dass wenigstens langfristig, bis zur außerordentlichen Epoche die Messe in der
Regel wenigstens ordentlich nach NOM gefeiert wird.
#1 Don Camillo 16:20:17 | Donnerstag, 15. November 2007
Geht man davon aus, dass an jedem der erwähnten Orte künftig 100 Gläubige am ausserordentlichen Ritus
teilnehmen werde, so gibt das etwa 1700 Messbesucher.