14:37:28 | Freitag, 16. November 2007
Sie leiden unter Rückenschmerzen und psychischen Problem? Kein Problem. In der Schweiz gibt es die Möglichkeit zu einer Schnellheilung.
(kreuz.net, Zürich) In der Schweiz gibt es zwei Selbstmord- Unternehmen, ‘Dignitas’ und ‘Exit’.
Am 31.
Oktober beschäftigte sich die Sendung ‘Rundschau’ des ‘Deutschschweizer Fernsehens’ mit ‘Exit’.
Der
Verein wurde 1982 gegründet und zählt 50.000 Mitglieder. Bei einem jährlichen Mitgliederbeitrag von
35 Franken nimmt der Verein jährlich umgerechnet über eine Million Euro ein.
Noch im Februar distanzierte
sich der frühere Pressesprecher von ‘Exit’, Andreas Blum, von der Tochter-Firma ‘Dignitas’ und ihrem
Präsidenten,
Ludwig Minelli: Minelli schade der sogenannten Sterbehilfe „ganz, ganz massiv“.
Es sei
eine Frage der Zeit bis man ihm „das Handwerk lege“.
Inzwischen ist Blum als Pressesprecher zurückgetreten.
Er scheint auch an ‘Exit’ Zweifel bekommen zu haben. Er warf dem Verein vor, das Schweizerische Betäubungsmittel-Gesetz
zu verletzen, eine Regelung für die Sterbehilfeorganisationen zu bekämpfen und sich gegen ‘Dignitas’
nicht abzugrenzen.
Die Sendung ‘Rundschau’ berichtete, daß ‘Exit’ in ihren Räumlichkeiten Körpergifte
lagere, die nach dem Schweizerischen Betäubungsmittel-Gesetz nur von Ärzten aufgewahrt werden dürfen.
Das Strafmaß für dieses Vergehen beträgt bis zu drei Jahre Gefängnis.
Laut der ‘Rundschau’ fand
sich bei Selbstmord-Helferinnen Gift für zwei Kundentötungen, während in der ‘Exit’-Geschäftsstelle
mindesten zehn Gift-Rationen vorrätig waren.
Der Zürcher Staatsanwalt behauptet jetzt, davon nichts
gewußt zu haben. Er werde ‘Exit’ zur Rede stellen.
Zusammenarbeit mit ‘Dignitas’Es ist auf offensichtlich,
daß ‘Exit’ mit ‘Dignitas’ zusammenarbeitet. Die ‘Rundschau’ brachte dafür mehrere Beispiele.
So klagte
Frau D. über Rückenschmerzen und psychische Probleme und wollte sich umbringen. Exit lehnte es ab, ihr
einen tödlichen Giftcocktail zu servieren, vermittelte die Dame jedoch an ‘Dignitas’ weiter:
„Frau D.
ist dankbar, daß wir die Sache an ‘Dignitas’ weitergeleitet haben“ – heißt es in einem internen, vertraulichen
Brief, der der ‘Rundschau’ vorliegt.
Eine Mitarbeiterin von ‘Exit’ versprach sogar, die Todeskandidatin
mit dem Auto zu ‘Dignitas’ zu fahren.
Die ehemalige Mitarbeiterin von ‘Dignitas’, Soraya Werni, kennt
mehrere Fälle, die von ‘Exit’ an ‘Dignitas’ vermittelt wurden.
Worte und WirklichkeitDie gegenseitige
Unterstützung funktioniert auch umgekehrt – erzählt Frau Werni.
Einmal war eine Selbstmord-Kandidatin
nicht in der Lage, das von ‘Dignitas’ servierte Gift zu schlucken. Minelli setzte sich daraufhin mit der
Tochterfirma ‘Exit’ in Verbindung.
Wenig später kam ein Vertreter von ‘Exit’ und setzte der Frau eine
tödliche Infusion.
Der Haken bei der Sache: Die aktive Tötung eines Selbstmord-Kandidaten ist sogar
in der Schweiz strafbar.
Daß das Tötungsgeschäft auch ein Lügengeschäft ist, bewies ‘Dignitas’-Chef
Minelli am 12. November vor der Tageszeitung ‘Welt’. Dort erklärte er, daß seine Organisation nur dafür
sorge, daß sich ein Lebensmüder selber umbringe – log Minelli:
„Das bedeutet, daß der sterbewillige
Mensch den letzten Akt in seinem Leben selbst durchführen muß.“
Es sei denn, man setzt ihm eine Todesspritze.
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#4
Peter-Pan 20:13:52 | Samstag, 17. November 2007
#1
HomCat 14:48:39 | Freitag, 16. November 2007