(kreuz.net, Würzburg) Seit diesem Wintersemester ist Martin Stuflesser (37) neuer Liturgieprofessor an
der Universität Würzburg. Die Webseite des Bistums Würzburg veröffentlichte am Mittwoch ein Porträt
des Liturgikers.
Schon als Jugendlicher engagierte sich Stuflesser als Ministrant, Kantor, Organist und
Chorleiter für die Liturgie. Nach dem Abitur studierte er in Mainz und Münster Theologie.
Sein Doktoratvater
war der altliberale emeritierte Münsteraner Liturgieprofessor Klemens Richter.
Ab dem Jahr 2000 arbeitete
Stuflesser sechs Jahre bei Richter als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Dieser prägte ihn nach eigenen
Angaben sehr. „Doch das heißt nicht, daß wir immer einer Meinung waren“ – so Stuflesser:
„Wir haben
so manche theologische Schlacht geschlagen, das war richtig gut.“
Eine Frage, die Stuflesser ganz besonders
reizt, ist die liturgische Entwicklung in der Nachkonzilszeit: „Wir befinden uns im Moment in einer Phase,
wo die Umbrüche der Sechziger noch einmal kritisch reflektiert werden.“
Die Liturgie hat für Stuflesser
auch eine missionarische Dimension. „Viele Menschen finden über die Liturgie zum Glauben.“
Er wundert
sich „oft“, wie lieblos die Liturgie zelebriert wird. Er stößt sich auch daran, daß sich die Einführung
einer Zweiten Lesung in der Neuen Messe – in Deutschland – nicht durchgesetzt hat: „Dabei ist die eigentlich
selbstverständlich vorgesehen.“
Die Freiheit der Alten Messe sieht Stuflesser im Gegensatz zu seinem
Lehrer gelassen. Er möchte sie „einfach auch als Chance begreifen, daß sich verschiedene liturgische
Formen und Traditionen gegenseitig bereichern.“
Vom Zauberermärchen Harry Potter ist der Theologieprofessor
begeistert: „Ich bin bekennender ‘Harry Potter’-Fan.“
In seinem Büro stehen alle sieben Bände. Er hat
über die Buchreihe sogar schon einen Lektürekurs angeboten.
Stuflesser findet in den Büchern „unheimlich
viel“ Theologie. So trage die Hauptfigur Harry Potter sehr stark messianische Züge.
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36 Lesermeinungen
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Einmal nicht aufgepasst auf einen bischöflichen Journalisten und schon ist man kreuz.net-Star Also ich
weiß nicht, ob die vielen Leute, die meinen, hier einen Verbündeten auf höchster wissenschaftlicher
Ebene gefunden zu haben, nicht demnächst ziemlich enttäuscht sein werden. Man munkelt doch, dass es
um die Wissenschaftlichkeit dieses Herrn nicht allzu schlecht bestellt ist, und das zieht logischerweise
Dinge mit sich, die hier auf dieser Site nicht gerne gesehen werden: * kritisches Potential * differenzierte
Ansichten * fundierte Argumentationen. Und wie man mit den methoden wissenschaftlich redlich arbeitender
Theologie zur Ansicht kommen soll, dass die Erlaubnis zum partiellen Nichtvollzug einer im römischen
Messbuch vorgesehenen Reform liturgiewissenschaftlich, pastoraltheologisch und dogmatisch als richtig
zu bewerten ist, das muss mir irgendjemand einmal vormachen. Ich habe nämlich noch nie jemanden erlebt,
der für dieses Motu proprio war und dessen Argumentationen dann trotzdem nicht in irgendeinem Autoritäts-
oder Traditionalismus-Argument zusammengelaufen sind.
Zustimmung in diesem Punkt Beim Staus Quo kann es mittelfristig nicht bleiben. Riesenpfarrverbände sind
auf Dauer keine Lösung. Die Lebenssituation der Priester HEUTE ist in vielem anders als sie es um 1100
oder noch im 19. Jd. und Anfang des 20. Jd. war. Das muss man einfach zur Kenntnis nehmen.
#34 methusalix † 01:57:11 | Sonntag, 18. November 2007
@C. Hüller Realismus nennt man so was … Da haben Sie völlig Recht. Wenn sich die Kirchenfürsten allerdings
nicht ganz schnell etwa einfallen lassen, um wieder mehr Priester zu bekommen, erledigt sich das reale
Problem des Priestermangels von ganz alleine auf dem Weg der biologischen Lösung. Wenn es keine Priester
mehr gibt, ist die Religion Geschichte, wie die verblichene Sowjetunion, wie die ex-DDR und etliche andere.
Ich bin gespannt OB sich die katholische Hierarchie etwas einfallen lässt und wenn ja, WAS dann passiert.
Eines ist sicher, langweilig wirds nicht.
@ Methusalix Als Ehefrau zur linken Hand des Salzburger Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau schenkt
sie ihm 15 Kinder. Der Zölibat verhindert das Erbrecht und so entsteht für Salome und ihre Kinder durch
Schenkung ein ungeheures Vermögen. Sie sprechen mit Ihrer -im Kontext unpässlichen- Äußerung etwas
sehr Interessantes an: die augenblickliche Kirchenverfassung macht es schwierig, wenn nicht gar unmöglich,
am Zölibat zu rütteln. Es kann daher bei Reformen im Hinblick auf den Zölibat nur in Richtung Orthodoxie
gehen, niemals in Richtung laissez faire. Realismus nennt man so was …
#29 methusalix † 00:10:38 | Samstag, 17. November 2007
… es menschelte schon immer in der Klerisei, müssen die Popen sich deshalb anderen gegenüber so unmenschlich
zeigen? Nettes Fundstück aus der Geschichte Salzburgs. Alt von Altenau Die Erinnerung an dieses erloschene
Geschlecht ist von der reizenden Salome Alt von Altenau geprägt. Als Ehefrau zur linken Hand des Salzburger
Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau schenkt sie ihm 15 Kinder. Der Zölibat verhindert das Erbrecht
und so entsteht für Salome und ihre Kinder durch Schenkung ein ungeheures Vermögen. Zitiert nach Stiftung
Seeau.
#28 Benedikt 23:14:24 | Freitag, 16. November 2007
Lieber Rolfi… Bei Weltbild und generell der V2-Propaganda (mit „Schwulenmessen“ etc.) geht es eben nicht
mehr nur um moralisches Versagen (was nicht aus der Kirche ausschließt), sondern um Verbreitung verurteilter
Irrlehren (was sehr wohl aus der Kirche ausschließt)! Studieren Sie doch mal die alten Visitationsberichte –
die Leute damals waren sich keiner Schuld bewusst. Ich laß in einem Bericht von der letzten Visitation
des Stiftes St. Stephan in Mainz (also so um 1800), dass ein Kanonikus um Erlaubnis bat (wohl gemerkt
bei den Visitatoren!), einen Durchbruch zur Garten seiner Allerliebsten vornehmen zu dürfen. Sie haben
in ihrem Mikrokosmos ein perfektes Kirchenbild entwickelt, das niemals mit der Realität übereinstimmte.
Für jede der Mißstände, die Sie in der Kirche von heute ausmachen könnte man Ihnen von Mißständen
aus der Kirchengeschichte erzählen. Und seien Sie froh, dass die Kleriker der früheren Zeit nicht so
viel publiziert haben…
#25 Leblhuber 23:02:54 | Freitag, 16. November 2007
@Romulus: „Eine erste Nennung von Romulus wird in der Erwähnung eines „Rhomylos“ als Sohn des Aeneas
gesehen.“ Fieberhaft gesucht, was??? Gut, dass es Wikipedia gibt. Wenn Du einen Lese- und Schreibkurs
machst, geht es nächstens schneller.
#24 Pater Lingen 22:59:27 | Freitag, 16. November 2007
Zum Benni: Wenigstens die KzM-Einleitungstexte lesen! a**** „Daher kommt es, dass nur drei Menschenklassen
von ihr [der Kirche] ausgeschlossen werden: erstens die Ungläubigen, dann die Häretiker und Schismatiker,
endlich die Exkommunizierten … Von den übrigen aber, wenn auch noch so gottlosen und verbrecherischen
Menschen, ist gar kein Zweifel, dass sie noch in der Kirche verbleiben …“ (Cat. Rom. I, 10,9). ****e
(Die derzeitige Sedisvakanz – Der Unterschied zwischen katholischer Kirche und ökumenischer Antikirche)
Bei Weltbild und generell der V2-Propaganda (mit „Schwulenmessen“ etc.) geht es eben nicht mehr nur um
moralisches Versagen (was nicht aus der Kirche ausschließt), sondern um Verbreitung verurteilter Irrlehren
(was sehr wohl aus der Kirche ausschließt)! Benni sollte mal einen theologischen Grundkurs machen! Und
bitte nicht bei Rahner (dito), Kasper („Einführung“) und erst recht nicht Ratzinger („Einführung“).
Literaturempfehlungen ebenfalls bei KzM!
@Leblhuber – Nimms mit nicht übel, aber das konnte ich mir nicht verkneifen Sag mal, was bist du denn
für ein armseliges Mäuschen? Soll ich nun Mitleid mit der haben, oder was? Da wird sich Kurti K. aber
mächtig über dich freuen. Lebli kann Realität von Sage nicht mehr unterscheiden, vielleicht zuviel
Harry Potter gelesen… „Eine erste Nennung von Romulus wird in der Erwähnung eines „Rhomylos“ als
Sohn des Aeneas gesehen.“
#22 Leblhuber 22:35:10 | Freitag, 16. November 2007
@Kurt K.: Ich hab Sie erwischt und nun – naja, was soll man auch anderes erwarten als Gossensprache! …von
einem, der sich in einem kath. Forum nach einem Sohn des Mars nennt, der von einer Prostituierten aufgezogen
wurde!!!
Ja, sehr Komisch Romulus! Man stelle sich vor, ein Koch erzählt etwas übers Kochen, obwohl er nie gekocht
hat. Die Katholische Priester erzählen doch auch ständig was übers poppen, obwohl…
Gute Nacht, Bildungsland Deutschland!!!! Ist dieser Typ überhaupt Kleriker? Wenn nicht, was tut der dann
auf einem Liturgie-Lehrstuhl? Man stelle sich vor, ein Koch erzählt etwas übers Kochen, obwohl er nie
gekocht hat. Harry Potter, als ob es nichts wichtigeres gäbe als dieses Zeug. Sollen jetzt alle Potter-Deppen
Liturgie studieren, oder was will der?
#16 Benedikt 21:36:53 | Freitag, 16. November 2007
@ Pater Lingen Wo ist eigentlich Ihre Stellungnahme zu dem exorbitant großen Anteil an Konkubinariern
im Klerus auch in Zeiten vor dem II. Vatikanum und nach dem Tridentinum?
#15 Pater Lingen 21:16:52 | Freitag, 16. November 2007
Momentan auf der Startseite vom V2-Verlag „Weltbild“: „Harry Potter und der Orden des Phönix“ „Harry
Potter“ – Suche bei Weltbild: 226 Treffer Buch: 170 Treffer Spielwaren: 1 Treffer DVD/Video: 21 Treffer
Musik: 12 Treffer Software/Games: 12 Treffer Sonstige: 1 Treffer Und nicht vergessen: Albus Dumbledore,
Harry Potters Mentor, ist schwul. Welche war noch mal die „größte transnationale Schwulenorganisation“?
Ja, wenn der Heilige Vater deutsch könnte und wenigstens mal einen Moment Zeit hätte, einen Blick auf
die Kirche in Deutschland zu werfen: Der Weltbild-Verlag wäre schon längst geschlossen, gell?
#14 Tridentinus 17:12:03 | Freitag, 16. November 2007
Stufelessers Dissertation enthält manche Kritik an der nachvatikanischen Liturgiereform, manchmal in
Fnn verborgen, aberdeutlich. Altphilologisch und argumentativ-hermeneutisch arbeitet er darin aber nichtimmer
exakt.
Immense Erfolgschancen Das muss man alles nicht verbiestert sehen. Es ist doch schön, wenn ein Professor
der Liturgiewissenschaft nicht nur die Vorteile des alten und neuen Missale vergleicht und deren Texte
aus beruflichem Interesse inhaliert, sondern auch Zeit findet, die sieben Potter-Bände zu lesen und darüber
hinaus auch noch Zeit hat, in einem publikumswirksamen Interview, den Helden der Serie mit messianischen
Attributen zu versehen. Das ist gelebtes, auflagensteigerndes Aggiornamento. Es ist schon mehr als lobenswert,
dass auch die Kirche sich nicht zu schade ist, derart mit in den Chor der Harry-Potter-Begeisterten einzustimmen,
um die Erfolgschancen der Romanserie ins Immense zu steigern. Wenn jede Pfarrbücherei aufgrund dieser
Empfehlung künftig die Harry-Potter-Bände vorrätig haben wird, ist das doch was. Da freut sich nicht
nur der Verleger, sondern auch der ein oder andere Buchhändler um die Ecke, bei dem die Bände gekauft
wurden!!!
#12 Peter-Pan 14:31:11 | Freitag, 16. November 2007
@HomCat Ja, stimmt. Harry Potter ist deshalb so sehr im Fokus der Fundis, weil sich die Reihe eines beispiellosen
Erfolges erfreut. Obwohl ich glaube, dass zumindest „His dark materials“ ebenfalls bald ins Gespräch
kommen wird. Die Verfilmung des ersten Bandes „The golden Compass“ kommt Weihnachten ins Kino und scheint
großartig zu sein. Tatsache ist doch, im Grunde bietet Harry Potter kaum Angriffsfläche – fast jeder
andere Jugendroman (schon bei Mark-Twain brechen die Kids Schwüre auf die Bibel und veranstalten okulte
Rituale nachts auf dem Friedhof) bietet mehr Angriffsfläche. Harry Potter hingegen: Saubere Sprache,
klare Trennung zwischen gut und böse, kein Sex (jedenfalls nicht offen) und eine unzweifelhafte moralische
Botschaft. Und es ist nicht mehr Okultismus drin, als in allen alten Märchen (Grimm, Andersen, 1001 Nacht,
Peter Pan, …). Aber weil Harry Potter gerade so in ist – und vielleicht weil sich mehr Kinder dafür
interessieren, als für die Bibel – weckt das die Wut der Kirchenfundis.
@Peter Pan Der Witz ist doch, daß die Kirche das verbieten muss, was im Moment ein Hype ist, denn nur
so interessiert es überhaupt jemanden, was die Kirche sagt. Das selbe gilt für Homosexualität. JETZT,
wo es viele gibt, die es offen leben, muss posaunt und gehetzt werden. Was soll das verkappte Bodenpersonal
denn mit Ihren genannten Büchern? Das wäre zu unspektakulär für die Presse. Da frag ich mich, warum
die Kirche das Telefonbuch noch nicht verboten hat?… Immerhin stehen da Namen mit Telefonnummer von
Menschen drin, die Harry Potter lesen, schwul sind, Pädophile, Satansanhänger, Menschen, die den Schäferhund
lecken lassen, Drogen konsumieren und zu 90% NICHT in die Kirche gehen…
#10 Peter-Pan 14:06:27 | Freitag, 16. November 2007
@HomCat Ja, im Ernst, jeder der damit leben kann, dass Aschenputtels böse Stiefmutter ihren Töchtern
Zehen und Ferse abschneidet, damit der der Glasschuh passt, wird auch in Harry Potter nichts übermäßig
blutiges finden . Und auch ich möchte mich hier outen: Als leidenschaftlicher Harry Potter – Fan. Habe
den siebsten Band gleich gekauft, als er auf Englisch erschienen ist. War einfach toll. –--------------------------
Der Witz an der ganzen Kirchenkritik: Unter okulten, gotteslästerlichen oder kirchenfeindlichen Aspekten
ist Harry Potter das harmloseste, was die moderne Jugend-Literatur zu bieten hat. Lest mal die ebenfalls
geniale Trilogie „His dark materials“ von Philip Pullman. Da gibt’s Krieg mit dem Himmel (und im dritten
Teil fällt Gott; kein Witz). Oder Bartimäus, wo der jugendliche Held Pentagrame auf den Boden zeichnet
und Dschinns und Dämonen beschwört. Oder Fairy Wars von Herbie Brennan (Nekromanie im zweiten Band).
Alles tolle Bücher.
SOOSOO Ich mag den Potter. Der war so schön unblutig. Mit Graus denke ich noch an meine Kindheit und
die Alpträume die ich hatte, weil der Böse Wolf mich fressen wollte und die Hexe sich schon auf den
saftigen Grillpenis von Hänsel gefreut hat.
#8 Freinsberg 13:49:10 | Freitag, 16. November 2007
Nur Harry-Potter-Fan? Schade, dass der neue Liturgiewissenschaftler nur unter dem Aspekt Harry Potter
vorgestellt wird. Eigentlich hätte ich erwartet, dass KreuzNet ihn als Freimaurer, Liberalen, VII-Anhänger
oder Ähnliches anklagt.
Märchen vorlesen Es ist kein Mangel, die Potter-Bücher nicht gelesen zu haben. Sie waren vor Jahren
just angebracht, als sich eine breite Lesemüdigkeit in der Bevölkerung ankündigte. Der eine oder andere
ließ sich auf diese Weise wieder vom Erlebnis, ein Buch zu lesen, erneut faszinieren. Aber Märchen sind
doch etwas anderes und die sollen den Kindern auch immer wieder vorgelesen werden, wenn sie das wolln.
Harry Potter hat da nur schwer Chancen, den Grimmschen Kinder- und Hausmärchen den Rang abzulaufen. Die
sind vielfältiger und nicht nur auf eine Person bezogen.
Kinder brauchen Märchen In den Bücherschränken meiner zwei Kinder und meiner Enkelkinder stehen selbstverstänlich
Grimms Märchen, in denen es von Hexen und Zauberern, Riesen und Zwergen, Drachen und Einhörnern nur
so wimmelt. Chesterton zufolge , dem vom Papst immerhin der Ehrentitel des „defensor fidei“ verliehen
wurde, ist das auch recht so. Was also ist gegen das Kunstmärchen Harry Potter, in dem es um Hexen und
Zauberer, Riesen und Zwerge, in dem der rührendste Held ein Elf ist zu sagen – außer das Frau Kuby Okkultismus
wittert? Was ist gegen den Herrn der Ringe zu sagen, in dem es um Riesen und Zwerge, Elfen usw, geschrieben
von dem erzkatholischen Herrn Tolkien? Was gegen C.S.Lewis Kunstmärchen Narnia? All diese Bücher leben
von urchristlichen Motiven, singen das Hohelied der Liebe und der selbstlosen Freundschaft und enden mit
der Niederlage des personifizierten Bösen, besiegt von der Liebe, und besiegt von einem Helden, der zur
Selbsthingabe bereit ist, bis hin zum Tod. In dem Bücherschrank meiner Kinder und Kindeskinder hat dies
alles seinen berechtigten Platz, und daß ihr Vater und Großvater ein erzkonservativer Katholik ist,
ist meiner Nachkommenschaft durchaus bekannt. Kinder brauchen Märchen (Bettelheim)
@Aleph Wenn die Potter-Bände nach anfänglicher katholischer Zurückhaltung jetzt auch noch kirchliches
Lob und Zuspruch erfahren, dürfte den Auflagesteigerungen nichts mehr im Wege stehen. Kardinal Ratzingerhatte
vor Jahren esoterische Elemente bei Harry Potter ausfindig gemacht und davor gewarnt. Das scheint jetzt
überwunden zu sein. Aber auch die Beatles haben durch ein Buch von Karl Rahner vor Jahrzehnten schon
auch kirchliche Akzeptanz erfahren. Ja, der „Bund katholischer Klofrauen“ hat sich neulich ähnlich geäussert.
Die Akzeptanz von Klopapier erhöht sich mit der Zunahme der Durchfallerkrankungen, was zu einer nicht
unerheblichen Steigerung der Auflage führt.
Als ob es irgendjemanden, der Potter liest, auch nur ein klitzekleines bisschen interessieren würde,
was der Papst von Harry Potter hält. Und diejenigen, die das interessiert, lesen ihn eh nicht, ganz egal
was der Papst davon hält.
Ratzinger und Potter Kardinal Ratzinger hat keineswegs esoterische Elemente bei Harry Potter ausfindig
gemacht (er hat die Bücher gar nicht gelesen), sondern nur höflich auf einen diesbezüglichen Brief
von Frau Kuby geantwortet. Sonst nichts.
Kirchliche Akzeptanz Wenn die Potter-Bände nach anfänglicher katholischer Zurückhaltung jetzt auch
noch kirchliches Lob und Zuspruch erfahren, dürfte den Auflagesteigerungen nichts mehr im Wege stehen.
Kardinal Ratzingerhatte vor Jahren esoterische Elemente bei Harry Potter ausfindig gemacht und davor gewarnt.
Das scheint jetzt überwunden zu sein. Aber auch die Beatles haben durch ein Buch von Karl Rahner vor
Jahrzehnten schon auch kirchliche Akzeptanz erfahren.
Harry der Messias? Starker Tobak, aber so ferne liegt das gar nicht. Wer sich durch die sieben Bände
durchgelesen hat, wird, wie im zweifelsfrei katholischen „Herrn der Ringe“ uralt urchristliche Züge wiedererkennen.
Ist der letzte Band nicht ein LOBLIED auf die „familiy values“, wie der Amerikaner sagen würde. Ist der
Sieg Potters über den Bösen nicht der Sieg der Liebe über das Böse? Scheitert der Böse Lord nicht
daran, daß er die Liebe nicht kennt, und ihre Macht unterschätzt? Wer die sieben Bände gelesen hat,
vor allem den letzten Band wird trotz der magischen, manchmal okkultistischen Umkleidung eine alte Botschaft
erkennen: der Böse wird scheitern, weil die Macht der Liebe stärker ist, als all die „groß Macht und
viel List“ die seine „grausam Waffen ist“. Woldemort scheitert, weil er nicht wissen will, daß sein scheinbar
mächtigster Verbündeter gebunden ist durch die ewige, wenn auch unglückliche Liebe an eine Frau.