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Freitag, 16. November 2007 10:01
Messianische Züge
In der Bibliothek des neuen Liturgikers an der Universität Würzburg stehen sieben besondere Bände. Denn: „Ich bin bekennender ‘Harry Potter’-Fan.“
Der neue Liturgieprofessor an der Universität Würzburg, Martin Stuflesser
Der neue Liturgieprofessor an der Universität Würzburg, Martin Stuflesser
(kreuz.net, Würzburg) Seit diesem Wintersemester ist Martin Stuflesser (37) neuer Liturgieprofessor an der Universität Würzburg. Die Webseite des Bistums Würzburg veröffentlichte am Mittwoch ein Porträt des Liturgikers.

Schon als Jugendlicher engagierte sich Stuflesser als Ministrant, Kantor, Organist und Chorleiter für die Liturgie. Nach dem Abitur studierte er in Mainz und Münster Theologie.

Sein Doktoratvater war der altliberale emeritierte Münsteraner Liturgieprofessor Klemens Richter.

Ab dem Jahr 2000 arbeitete Stuflesser sechs Jahre bei Richter als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Dieser prägte ihn nach eigenen Angaben sehr. „Doch das heißt nicht, daß wir immer einer Meinung waren“ – so Stuflesser:

„Wir haben so manche theologische Schlacht geschlagen, das war richtig gut.“

Eine Frage, die Stuflesser ganz besonders reizt, ist die liturgische Entwicklung in der Nachkonzilszeit: „Wir befinden uns im Moment in einer Phase, wo die Umbrüche der Sechziger noch einmal kritisch reflektiert werden.“

Die Liturgie hat für Stuflesser auch eine missionarische Dimension. „Viele Menschen finden über die Liturgie zum Glauben.“

Er wundert sich „oft“, wie lieblos die Liturgie zelebriert wird. Er stößt sich auch daran, daß sich die Einführung einer Zweiten Lesung in der Neuen Messe – in Deutschland – nicht durchgesetzt hat: „Dabei ist die eigentlich selbstverständlich vorgesehen.“

Die Freiheit der Alten Messe sieht Stuflesser im Gegensatz zu seinem Lehrer gelassen. Er möchte sie „einfach auch als Chance begreifen, daß sich verschiedene liturgische Formen und Traditionen gegenseitig bereichern.“

Vom Zauberermärchen Harry Potter ist der Theologieprofessor begeistert: „Ich bin bekennender ‘Harry Potter’-Fan.“

In seinem Büro stehen alle sieben Bände. Er hat über die Buchreihe sogar schon einen Lektürekurs angeboten.

Stuflesser findet in den Büchern „unheimlich viel“ Theologie. So trage die Hauptfigur Harry Potter sehr stark messianische Züge.

© Titelbild: Pressestelle Bistum Würzburg
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 36 Lesermeinungen:
Sonntag, 18. November 2007 23:09
Hódmezövásárhelykutasipuszta: Einmal nicht aufgepasst auf einen bischöflichen Journalisten und schon ist man kreuz.net-Star
Also ich weiß nicht, ob die vielen Leute, die meinen, hier einen Verbündeten auf höchster wissenschaftlicher Ebene gefunden zu haben, nicht demnächst ziemlich enttäuscht sein werden. Man munkelt doch, dass es um die Wissenschaftlichkeit dieses Herrn nicht allzu schlecht bestellt ist, und das zieht logischerweise Dinge mit sich, die hier auf dieser Site nicht gerne gesehen werden:
* kritisches Potential
* differenzierte Ansichten
* fundierte Argumentationen.
Und wie man mit den methoden wissenschaftlich redlich arbeitender Theologie zur Ansicht kommen soll, dass die Erlaubnis zum partiellen Nichtvollzug einer im römischen Messbuch vorgesehenen Reform liturgiewissenschaftlich, pastoraltheologisch und dogmatisch als richtig zu bewerten ist, das muss mir irgendjemand einmal vormachen. Ich habe nämlich noch nie jemanden erlebt, der für dieses Motu proprio war und dessen Argumentationen dann trotzdem nicht in irgendeinem Autoritäts- oder Traditionalismus-Argument zusammengelaufen sind.
Sonntag, 18. November 2007 08:54
Christian Hüller: Zustimmung in diesem Punkt
Beim Staus Quo kann es mittelfristig nicht bleiben. Riesenpfarrverbände sind auf Dauer keine Lösung.
Die Lebenssituation der Priester HEUTE ist in vielem anders als sie es um 1100 oder noch im 19. Jd. und Anfang des 20. Jd. war. Das muss man einfach zur Kenntnis nehmen.
Sonntag, 18. November 2007 01:57
methusalix †: @C. Hüller
Realismus nennt man so was …

Da haben Sie völlig Recht. Wenn sich die Kirchenfürsten allerdings nicht ganz schnell etwa einfallen lassen, um wieder mehr Priester zu bekommen, erledigt sich das reale Problem des Priestermangels von ganz alleine auf dem Weg der biologischen Lösung.
Wenn es keine Priester mehr gibt, ist die Religion Geschichte, wie die verblichene Sowjetunion, wie die ex-DDR und etliche andere.
Ich bin gespannt OB sich die katholische Hierarchie etwas einfallen lässt und wenn ja, WAS dann passiert. Eines ist sicher, langweilig wirds nicht.
Samstag, 17. November 2007 20:41
Christian Hüller: @ Methusalix
Als Ehefrau zur linken Hand des Salzburger Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau schenkt sie ihm 15 Kinder. Der Zölibat verhindert das Erbrecht und so entsteht für Salome und ihre Kinder durch Schenkung ein ungeheures Vermögen.

Sie sprechen mit Ihrer -im Kontext unpässlichen- Äußerung etwas sehr Interessantes an:
die augenblickliche Kirchenverfassung macht es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, am Zölibat zu rütteln.

Es kann daher bei Reformen im Hinblick auf den Zölibat nur in Richtung Orthodoxie gehen, niemals in Richtung laissez faire.

Realismus nennt man so was …
Samstag, 17. November 2007 00:50
Benedikt: @ obelix / methusalix
Naja, wegen Ihrem Ceterum censeo halt…
Samstag, 17. November 2007 00:45
obelix †: Nö! Warum denn?
(Schauen Sie sich mal die Ehefrau von methusalix an!)
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