08:37:37 | Samstag, 5. Februar 2005
Soll er oder soll er nicht? + RIP: 101-jähriger Kardinal verstorben + Frauenpriestertum anders rum + Wie annulliere ich richtig? + 146.000 Unterschriften
Soll er oder soll er nicht?Vatikan. Der ehemalige Präfekt der Ostkirchenkongregation, Achille Kardinal
Silvestrini, meinte in einem Interview mit einer italienischen Tageszeitung, daß sich der Vatikan nach
dem Ende des jetzigen Pontifikats Regeln für den möglichen Rücktritt eines kranken Papstes überlegen
müsse. Derzeit stelle sich das Problem zwar nicht, aber „es könnte sein, daß man bei einem künftigen
Pontifikat anders über Situationen wie Krankheit und Altern denke“. In Bezug auf Papst Johannes Paul
II. sagte der Kardinal: „Vom menschlichen Standpunkt aus betrachtet ist der Niedergang unvermeidlich.
Dieses Pontifikat geht großartig zu Ende.“ Eine gegenteilige Auffassung vertrat dagegen Mario Francesco
Kardinal Pompedda, der emeritierte Präfekt der apostolischen Signatur. Er glaube, daß ein Papst die
Kirche auch von einem Krankenbett aus regieren könne, selbst wenn er nicht einmal in der Lage sei zu
sprechen. Allerdings könne er bestimmte Aufgaben, etwa die Ernennung von Bischöfen, nicht delegieren.
RIP: 101-jähriger Kardinal verstorbenItalien. Letzten Donnerstag ist Corrado Kardinal Bafile in einer
römischen Klinik gestorben. Am 4. Juli diesen Jahres wäre er 102 Jahre alt geworden. Er stammte aus
den Abruzzen, einer Region in Mittelitalien im Osten Roms. Kardinal Bafile war zwischen 1960 und 1975
päpstlicher Nuntius in Deutschland. Zwischen 1976 und 1980 leitete er die Kongregation für Selig- und
Heiligsprechungen. Heute wird Joseph Kardinal Ratzinger im Petersdom für ihn das Requiem zelebrieren.
Der Heilige Vater würdigte den Kardinal im Beileidstelegramm, weil er sein ganzes Leben im Dienst am
Evangelium verbracht hatte.
Frauenpriestertum anders rumEngland. Ein anglikanischer Priester (43),
der sich als Student vor zwanzig Jahren, zur „Frau“ umoperieren ließ, erhielt eine öffentliche Unterstützung
von seinem kirchlichen Vorgesetzten, dem anglikanischen Bischof von Hereford. Das berichtete die BBC.
Der anglikanische Bischof erklärte bei einem Treffen mit der Pfarrei, daß „Miss Sarah Jones“, der dort
als Vikar arbeitet, in Wirklichkeit ein umoperierter Mann ist. Der Transvestit war einer der ersten, die
vom Bischof nach dessen Amtsübernahme im Jahre 2004 zum anglikanischen Priester ordiniert wurde. Die
anglikanische Diözese machte den Fall bekannt, nachdem sich eine Zeitung dafür interessiert hatte. Eine
Sprecherin der anglikanischen Diözese erklärte: „In der kurzen Zeit, in der Sarah Mitglied der Pfarrei
gewesen ist, ist sie zu einem sehr beliebten Vikar geworden.“
Wie annulliere ich richtig?Vatikan. Am
kommenden Dienstag wird der Vatikan ein neues Dokument mit Normen für die kirchlichen Ehegerichte herausgeben.
Das Schreiben heißt „Dignitas Connubii“ – „Die Würde der Ehe“ – und soll erklären, wie die Kirche Annullierungsverfahren
von ungültig geschlossenen Ehen führen soll. Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Interpretation
von Gesetzestexten, Julian Kardinal Herranz Casado (74), wird den Text in einer Pressekonferenz am 8.
Februar vorstellen.
146.000 UnterschriftenDeutschland. Der Präsident des deutschen Bundestages Wolfgang
Thierse (SPD) hat gestern im Berliner Reichsgebäude 146.000 Unterschriften gegen die berüchtigte Spätabtreibung
entgegengenommen. Dies berichtet die katholische Tageszeitung „Die Tagespost“ in ihrer heutigen Ausgabe.
Die Unterschriftenkampagne gegen die Tötung von Kindern in den letzten Wochen vor ihrer Geburt ging vom
Katholikenrat des Bistums Speyer aus. Bisher haben sich die Kirchenzeitungen von 16 Bistümern, sowie
andere katholische Verbände und Initiativen angeschlossen. Ein Antrag der Christdemokraten zur Spätabtreibung
wird im März von den Bundestagsabgeordneten behandelt werden. Bis dahin werden weiterhin Unterschriften
gesammelt. Walter Ramm von der Aktion Leben Deutschland
kritisierte die Unterschriftenaktion. Initiativen,
die sich allein gegen „Spätabtreibungen“ wendeten, würden den Eindruck erwecken, daß eine frühere
Abtreibung eine „bessere“ sei.
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