Ein Jesuit und Bestseller-Autor
Er starb in Köln unter den Bomben des Zweiten Weltkrieges in der Illusion, auf einer Weltreise in einem Schiff auf hoher See zu sein.
(kreuz.net) Heute vor 150 Jahren – am 16. November 1857 – wurde der Schriftsteller Jón (Stefán) Svensson
in Mödruvellir in Nordisland geboren.
Das berichtete die Webseite ‘kath-info’.
Mödruvellir ist ein kleines Dorf fast 400 Kilometer nordöstlich von der Hauptstadt Reykjavik, unweit des Meeeres.
Der Vater, Sven Thórarinsson, ein Nachfahre der Normannen, war Bezirksamtsmann in Mödruvellir und starb 1869. Von den acht Kindern der evangelischen Familie starben drei im Kindesalter.
1870 verließ der zwölfjährige Nonni, wie Jón als Kind genannt wurde, schweren Herzens seine Heimat, um das Angebot eines Gönners anzunehmen, in Frankreich zu studieren.
Die Mutter gab ihm den Ratschlag auf den Weg, das tägliche Gebet nie zu unterlassen.
Da im Juli 1870 der deutsch-französische Krieg ausbrach, mußte Svensson in Dänemark warten, wo die Katholische Kirche seit 1849 Freiheit besaß. Im Jahr 1869 war eine Apostolische Präfektur errichtet worden, der Island zugeordnet war.
Apostolischer Präfekt war der deutsche Prälat Hermann Grüder (1869-1883).
Er hielt 1853 die erste katholische Predigt in Dänisch seit der Reformation. Bei ihm kam Nonni unter.
Durch ihn und den Kontakt zu den Jesuiten lernte er den katholischen Glauben kennen und trat mit 13 Jahren in die Kirche ein.
Den Weg zu dieser Entscheidung schilderte er später in seinem Buch „Wie Nonni das Glück fand“ – dem wertvollsten seiner Jugendbücher.
Nach einem Jahr ging er nach Amiens – 120 Kilometer nördlich von Paris. Dort besuchte er das Gymnasium.
Am 22. August 1878 trat er in die Gesellschaft Jesu ein. Er studierte in Frankreich, Belgien, Holland und schließlich in England.
1890 wurde er in Liverpool von Bischof Bernard O’Reilly zum Priester geweiht.
Svensson wechselte in die deutsche Ordensprovinz, weil dieselbe für die skandinavischen Länder zuständig war.
Er kam als Lehrer ins dänische Ordrup ans Sankt-Andreas-Kollegium, das die Jesuiten 1873 eröffnet hatten. Hier unterrichtete er Französisch, Altnordisch, Sport und Zeichnen, bis er 1911 wegen eines Gichtleidens aufhören mußte.
Nun widmete er sich ganz der Schriftstellerei. Bereits 1906 hatte er sein erstes Buch geschrieben.
1912 erschien „Nonni. Erlebnisse eines jungen Isländers, von ihm selbst erzählt“.
Zwölf in deutscher Sprache geschriebene Nonni-Bücher sollten es werden. Sie wurden in vierzig Sprachen übersetzt und erreichten Millionenauflagen.
Er verarbeitete darin hauptsächlich seine Kinder- und Jugendjahre auf Island.
Sein Ziel war es, wie er selber bekannte, Freude zu bereiten: „Als ich vor Jahren anfing, meine Jugenderlebnisse in Vorträgen zu erzählen, da sah ich, wieviele Freude jung und alt daran hatten. Der Kreis meiner Zuhörer wurde immer größer. Bald konnte ich nicht mehr überall hin, wo man mich hören wollte, und so begann ich meine Bücher zu schreiben.“
1988 wurden die Nonni-und-Manni-Bücher als sechsteilige Fernsehserie verfilmt.
Svenssons Vortragsreisen führten ihn nach Kanada, Japan und die USA.
Nur noch zweimal sah er seine Heimat wieder, zum letzten Mal 1930, als er auf Einladung der Regierung zur Tausend-Jahr-Feier des Althing – des ältesten bis heute bestehenden Parlaments der Welt – zurückkam.
1895 wurde Svensson dem Jesuitenkolleg in Valkenburg in Holland zugewiesen. Das Kolleg wurde 1943 von der Gestapo aufgelöst.
Darum kam Pater Svensson nach Eschweiler in Deutschland.
Noch während des Krieges wechselte er nach Köln. Dort starb er bei einem Bombenangriff auf die Stadt im Luftschutzkeller des Franziskus-Hospitals in Köln-Ehrenfeld in der Illusion, auf einer Weltreise in einem Schiff auf hoher See zu sein. Es war der 16. Oktober 1944.
Pater Svensson liegt auf dem Melaten-Friedhof in Köln.
Heute hält der emeritierte Kölner Weihbischof Klaus Dick im St. Franziskus-Hospital einen Gedenkgottesdienst.
Am 23. November wird der Botschafter der Republik Island in Köln eine Nonni-Ausstellung eröffnen.
Am darauffolgenden Tag hält der Island-Experte und Präsident der ‘Deutsch-Isländischen Gesellschaft’, Professor Dr. Gert Kreutzer, im Rahmen 34. Kölner Island-Kolloquiums einen Vortrag über Leben und Werk Pater Jón Svenssons.
Das berichtete die Webseite ‘kath-info’.
Mödruvellir ist ein kleines Dorf fast 400 Kilometer nordöstlich von der Hauptstadt Reykjavik, unweit des Meeeres.
Der Vater, Sven Thórarinsson, ein Nachfahre der Normannen, war Bezirksamtsmann in Mödruvellir und starb 1869. Von den acht Kindern der evangelischen Familie starben drei im Kindesalter.
1870 verließ der zwölfjährige Nonni, wie Jón als Kind genannt wurde, schweren Herzens seine Heimat, um das Angebot eines Gönners anzunehmen, in Frankreich zu studieren.
Die Mutter gab ihm den Ratschlag auf den Weg, das tägliche Gebet nie zu unterlassen.
Da im Juli 1870 der deutsch-französische Krieg ausbrach, mußte Svensson in Dänemark warten, wo die Katholische Kirche seit 1849 Freiheit besaß. Im Jahr 1869 war eine Apostolische Präfektur errichtet worden, der Island zugeordnet war.
Apostolischer Präfekt war der deutsche Prälat Hermann Grüder (1869-1883).
Er hielt 1853 die erste katholische Predigt in Dänisch seit der Reformation. Bei ihm kam Nonni unter.Durch ihn und den Kontakt zu den Jesuiten lernte er den katholischen Glauben kennen und trat mit 13 Jahren in die Kirche ein.
Den Weg zu dieser Entscheidung schilderte er später in seinem Buch „Wie Nonni das Glück fand“ – dem wertvollsten seiner Jugendbücher.
Nach einem Jahr ging er nach Amiens – 120 Kilometer nördlich von Paris. Dort besuchte er das Gymnasium.
Am 22. August 1878 trat er in die Gesellschaft Jesu ein. Er studierte in Frankreich, Belgien, Holland und schließlich in England.
1890 wurde er in Liverpool von Bischof Bernard O’Reilly zum Priester geweiht.
Svensson wechselte in die deutsche Ordensprovinz, weil dieselbe für die skandinavischen Länder zuständig war.
Er kam als Lehrer ins dänische Ordrup ans Sankt-Andreas-Kollegium, das die Jesuiten 1873 eröffnet hatten. Hier unterrichtete er Französisch, Altnordisch, Sport und Zeichnen, bis er 1911 wegen eines Gichtleidens aufhören mußte.
Nun widmete er sich ganz der Schriftstellerei. Bereits 1906 hatte er sein erstes Buch geschrieben.
1912 erschien „Nonni. Erlebnisse eines jungen Isländers, von ihm selbst erzählt“.
Zwölf in deutscher Sprache geschriebene Nonni-Bücher sollten es werden. Sie wurden in vierzig Sprachen übersetzt und erreichten Millionenauflagen.
Er verarbeitete darin hauptsächlich seine Kinder- und Jugendjahre auf Island.
Sein Ziel war es, wie er selber bekannte, Freude zu bereiten: „Als ich vor Jahren anfing, meine Jugenderlebnisse in Vorträgen zu erzählen, da sah ich, wieviele Freude jung und alt daran hatten. Der Kreis meiner Zuhörer wurde immer größer. Bald konnte ich nicht mehr überall hin, wo man mich hören wollte, und so begann ich meine Bücher zu schreiben.“
1988 wurden die Nonni-und-Manni-Bücher als sechsteilige Fernsehserie verfilmt.
Svenssons Vortragsreisen führten ihn nach Kanada, Japan und die USA.
Nur noch zweimal sah er seine Heimat wieder, zum letzten Mal 1930, als er auf Einladung der Regierung zur Tausend-Jahr-Feier des Althing – des ältesten bis heute bestehenden Parlaments der Welt – zurückkam.
1895 wurde Svensson dem Jesuitenkolleg in Valkenburg in Holland zugewiesen. Das Kolleg wurde 1943 von der Gestapo aufgelöst.
Darum kam Pater Svensson nach Eschweiler in Deutschland.
Noch während des Krieges wechselte er nach Köln. Dort starb er bei einem Bombenangriff auf die Stadt im Luftschutzkeller des Franziskus-Hospitals in Köln-Ehrenfeld in der Illusion, auf einer Weltreise in einem Schiff auf hoher See zu sein. Es war der 16. Oktober 1944.
Pater Svensson liegt auf dem Melaten-Friedhof in Köln.
Heute hält der emeritierte Kölner Weihbischof Klaus Dick im St. Franziskus-Hospital einen Gedenkgottesdienst.
Am 23. November wird der Botschafter der Republik Island in Köln eine Nonni-Ausstellung eröffnen.
Am darauffolgenden Tag hält der Island-Experte und Präsident der ‘Deutsch-Isländischen Gesellschaft’, Professor Dr. Gert Kreutzer, im Rahmen 34. Kölner Island-Kolloquiums einen Vortrag über Leben und Werk Pater Jón Svenssons.
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Freitag, 28. März 2008 22:12
Felicitas: Ein Jesuit und Bestseller-Autor – namens „Nonni“
Allen „Nonni“-Verehrerinnen und -Verehrern – und solchen, die den wunderbaren Erzähler aus Island noch
nicht kennen – möchte ich „verraten“, dass es seine 12 „Nonni“-Bücher IMMER NOCH gibt, und zwar bei
Online-Antiquariaten.
Eine Liste seiner Werke, Fremdpublikationen, etc. sowie eine recht nette Biographie gibt es übrigens bei Wikipedia – sie wurde erst kürzlich überarbeitet.
Zur ZDF-Weihnachtsserie von 1988 „Nonni und Manni. Die Jungen von der Feuerinsel“ gibt es seit einigen Jahren eine 3-teilige DVD, u.a. bei „Weltbild.de“. Diese spannende Unterhaltung mit herrlichen Bildern von Island ist m.E. nicht nur Kinder und Jugendliche sehenswert.
Last, but not least, möchte ich Leseratten darüber informieren, dass aus Anlass des 150. Geburtstags von Jón Svensson im Jahr 2007 ein Jubiläumsband zu seinen Ehren erschienen ist, und zwar bei KeRLE (Herder), mit dem Titel „Nonni und Manni. Abenteuer auf Island“. Im Juni 2008 soll ein weiterer Band mit den Kindheitserlebnissen „Nonnis“ folgen.
Viel Spaß!
Eine Liste seiner Werke, Fremdpublikationen, etc. sowie eine recht nette Biographie gibt es übrigens bei Wikipedia – sie wurde erst kürzlich überarbeitet.
Zur ZDF-Weihnachtsserie von 1988 „Nonni und Manni. Die Jungen von der Feuerinsel“ gibt es seit einigen Jahren eine 3-teilige DVD, u.a. bei „Weltbild.de“. Diese spannende Unterhaltung mit herrlichen Bildern von Island ist m.E. nicht nur Kinder und Jugendliche sehenswert.
Last, but not least, möchte ich Leseratten darüber informieren, dass aus Anlass des 150. Geburtstags von Jón Svensson im Jahr 2007 ein Jubiläumsband zu seinen Ehren erschienen ist, und zwar bei KeRLE (Herder), mit dem Titel „Nonni und Manni. Abenteuer auf Island“. Im Juni 2008 soll ein weiterer Band mit den Kindheitserlebnissen „Nonnis“ folgen.
Viel Spaß!
Sonntag, 18. November 2007 01:25
Uräus †: Von der Redaktion entfernt
Sonntag, 18. November 2007 01:19
Aleph: Svensson geht auch ohne
Wer hat denn ein Buch von Schriftsteller Jón (Stefán) Svensson gelesen, ohne dass gleich wieder der Katechismus und die ganze Glaubenslehre gezückt werden müssen? Svennsson macht auch ohne katholisches Getue viel Spaß und trotzdem ist er glaubwürdig. Merkwürdig!
Samstag, 17. November 2007 21:23
Alois Bischof: Sehr schöne Geschichte…
Und möge Island unter dem Patronat des Hl. Knud wieder zum katholischen Glauben zurückkehren.
Nonni zeigt uns daß wir Priester lieben sollten, und vor allem auch (moralisch verantwortete und fromme) Freude verbreiten sollten, und zwar immer den Kampf mit der Sünde fortführen, doch nie einen Kampf gegen Mitmenschen.
Bringen wir auch mehr Freude in Christus, als Sauer und UNzufriedenheit!
Nonni zeigt uns daß wir Priester lieben sollten, und vor allem auch (moralisch verantwortete und fromme) Freude verbreiten sollten, und zwar immer den Kampf mit der Sünde fortführen, doch nie einen Kampf gegen Mitmenschen.
Bringen wir auch mehr Freude in Christus, als Sauer und UNzufriedenheit!
Samstag, 17. November 2007 18:38
Samurai: Wikinger oder Normanne?
Richtig, da seine Vorfahren auf Island lebten, ist es höchtswarscheinlich, daß sie Wikinger waren, wobei
die Herkunft des Wortes nicht eindeutig ist. Mit Normannen bezeichnete man ursprünglich seit etwa dem
9. Jahrhundert die Bewohner Skandinavien im Allgemeinen, eben die Nor(d)mannen/Nordmänner. Später bezog
sich die Bezeichnung meist auf die Norweger, Dänen und Schweden.
Samurai
Samurai
Samstag, 17. November 2007 18:13
Sirilo: Wikinger, nicht Normannen
Jón Svenssons Vater war ein Nachkomme der Wikinger, die Island entdeckten, nicht der Normannen, die sich u.a. die Normandie, Sizilien und später auch England aneigneten.
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