Heiliges Land
Verratenes Vertrauen
Kürzlich sagte der Nuntius des Vatikan in den USA die Wahrheit so deutlich, daß sich der Vatikan – um der Diplomatie die Ehre zu geben – zu einer Distanzierung gezwungen sah.
Links: Das israelische Wappen
Rechts: Erzbischof Pietro Sambi
Links: Das israelische Wappen
Rechts: Erzbischof Pietro Sambi
(kreuz.net) „Wenn ich ehrlich sein will, muß ich sagen, daß die Beziehungen zwischen der Katholischen Kirche und dem Staat Israel besser waren, als es noch keine diplomatischen Beziehungen gab.“

Das erklärte Erzbischof Pietro Sambi (69) am 16. November in einem Interview mit der italienischen Webseite ‘terrasanta.net’. Diese gehört den Franziskanern der Custodie im Heiligen Land.

Mons. Sambi ist Apostolischer Nuntius in den USA.

Schon von 1971 bis 1974 arbeitete er in der Apostolischen Delegation in Jerusalem. Im Jahr 1998 kehrte er dorthin als Nuntius zurück und übte sein Amt bis im Dezember 2005 aus.

Vatikanisches Vertrauen auf leere Versprechen

Der Erzbischof erklärt im Interview, daß die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel im Dezember 1993 für den Heiligen Stuhl ein „Akt des Vertrauens“ gewesen sei.

Der Schritt habe auf einem verpflichtenden Versprechen von seiten Israels beruht, danach auch die konkreten Aspekte des Lebens der katholischen Gemeinschaften und der Kirche zu regeln.

Am 30. Dezember 1993 wurde deshalb eine ‘Grundsatzvereinbarung’ zwischen dem Vatikan und Israel unterzeichnet.

Diese sah die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor und befahl gleichzeitig die Ausarbeitung einer ‘Rechtsvereinbarung’.
Erzbischof Pietro Sambi
„Es ist vor aller Augen, welches Vertrauen man den Versprechen Israels entgegenbringen kann.“


Diese wurde zwar im Jahr 1997 unterschrieben, aber auf dem Gebiet des Staates Israel nie in Kraft gesetzt.

Beschlossen wurde damals auch eine ‘Wirtschaftsvereinbarung’. Sie betrifft vor allem drei Punkte:

• Kirchengüter, die von Israel unrechtmäßig enteignet wurden oder mit ungerechten Steuern belastet werden
• die Durchsetzung des Prinzips, daß Dienste, welche die Kirche an der israelischen Bevölkerung – palästinensischen oder jüdischen Ursprungs – leistet, auch entsprechend vergütet werden.
• die Steuerfrage, wobei – wie von Israel bei der Unabhängigkeit im Jahr 1948 versprochen – der Zustand der letzten drei Jahrhunderte in einem internationalen Abkommen festgehalten werden soll.

Seltsame Situation

Die gegenwärtige Situation bezeichnet Erzbischof Sambi als „seltsam“:

„Die Abkommen – sowohl die ‘Grundsatzvereinbarung’ als auch die ‘Rechtsvereinbarung’ – sind unterschrieben und auf internationaler Ebene rechtskräftig. Doch in Israel sind sie nicht gültig, weil das dortige Gesetz bestimmt, daß ein international gültiges Gesetz auf israelischem Gebiet erst dann gültig wird, wenn es vom israelischen Parlament genehmigt wurde.“

Doch bisher habe sich niemand darum gekümmert, diese Genehmigung einzuholen.

Die ‘Wirtschaftsvereinbarung’ sei noch nicht unterschrieben worden, weil die Verhandlungen von der israelischen Regierung seit zehn Jahren sabotiert werden:

„Es ist vor aller Augen, welches Vertrauen man den Versprechen Israels entgegenbringen kann“ – so der Erzbischof.

Ohne diplomatische Beziehungen war es besser

„Das Visa-Problem für Mitglieder katholischer Institutionen war leichter zu lösen, als noch keine diplomatischen Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel bestanden“ erklärte Mons. Sambi weiter.

Vertrauen könne man nicht auf dem Markt kaufen – so der Nuntius weiter: „Vertrauen entsteht aufgrund des Respekts gegenüber den unterschriebenen Vereinbarungen und aufgrund der Treue zum gegebenen Wort.“

In den USA werde alles Mögliche unternommen, um Druck in die richtige Richtung auszuüben:

„Israel hat bereits genügend Schwierigkeiten mit zu vielen Ländern. Es scheint töricht, sich unter den Freunden weitere Schwierigkeiten zu schaffen.“

Freund oder Feind?

Häufig habe Israel die Verzögerungen mit Prioritäten bei der Sicherheitspolitik begründet.

Der Erzbischof kann dieses Argument nicht verstehen: „Die Logik sagt, daß die Sicherheit mit der Anzahl befreundeter Staaten und dem Abnehmen der feindlich gesinnten Staaten wächst.“

Mons. Sambi zitiert auch einen rabbinischen Ausspruch, wonach der beste General den Feind nicht überwindet, sondern ihn zum Freund macht.

Das Interview mit dem Nuntius enthielten so viel Wahrheit, daß sich der Pressesprecher des Vatikan, Pater Federico Lombardi, schon einen Tag später – am 17. November – beeilte, die Worte des Nuntius als Ausdruck „seines persönlichen Denken und seiner eigenen Erfahrung“ zu bezeichnen.

Zugleich erneuerte Pater Lombardi die Hoffnung des Heiligen Stuhles auf einen „schnellen Abschluß“ der wichtigen Verhandlungen zwischen dem Vatikan und dem Staat Israel.
      
18 Lesermeinungen
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#19   Peter-Pan   08:05:37 | Dienstag, 20. November 2007
@Axtkopf
Sie haben Recht, ich bin Hasserfüllt!
Ja, daran lassen Sie in keinem Post irgendeinen Zweifel. Die Frage ist nur: Warum?
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#18   Benedikt   14:24:20 | Montag, 19. November 2007
@ Leblhuber
wissen Sie ganz genau, unter welchen historischen Gegebenheiten z.B. die Konkordate mit Italen, Österreich oder Deutschland zustandekamen
Die Kirche musste dafür sorgen, dass auch unter den Regimen die Verkündigung weitergehen konnte.
Sagen Sie mir bitte, warum soll ein nicht katholischer Staatsbürger für die Kosten aller Lehrer an kath. Privatschulen aufkommen?
Die Frage kann man doch bei tausenden Ausgabeposten stellen.
Warum soll der Staat, der die Lehrer bezahlt, auf das Curriculum des Religionsunterrichtes nicht Einfluss nehmen können?
Weil der Staat sich da nicht einmischen will?
Warum soll der Staat die Kirchensteuer einheben? Warum soll die Kirche von der Körperschafts-, Vermögens-, Grund-, Kapitalertragssteuer befreit sein?
Gucken Sie sich doch mal die Steuerprivilegien von Vereinen, Stiftungen etc an!
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#17   Leblhuber   02:52:16 | Montag, 19. November 2007
@obelix:
Bestes Beispiel, Deutschland am 8. Mai 1945. War nicht so lustig damals in Berlin die hasserfüllten Russen da zu haben, nachdem wir ja etliche Jahre mit unserem „Bolschwistenhass“ darum gebettelt haben, dass sie zu uns kommen.
Bei den Israelis wäre ich besonders vorsichtig. Die sind im Besitz von Nuklearwaffen. Wenn Sie die mit Ihrem Hass provozieren, kommen die Sie vielleicht holen Axtkopf. Und dann werden Sie gaaaanz stumpf.
Als Persiflage gefällt mir Ihr Ausbruch ganz gut. Sie sollten sich aber wieder beruhigen, sonst schlafen Sie schlecht.
Gute Nacht!
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#16   obelix †   02:17:39 | Montag, 19. November 2007
@Axtkopf
Axtkopf: @Peter-Pan
Sie haben Recht, ich bin Hasserfüllt!
Vorsicht! So was kann hasserfüllte Gegenreaktionen zur Folge haben. Hass erzeugt wiederum Hass.
Bestes Beispiel, Deutschland am 8. Mai 1945. War nicht so lustig damals in Berlin die hasserfüllten Russen da zu haben, nachdem wir ja etliche Jahre mit unserem „Bolschwistenhass“ darum gebettelt haben, dass sie zu uns kommen.
Bei den Israelis wäre ich besonders vorsichtig. Die sind im Besitz von Nuklearwaffen. Wenn Sie die mit Ihrem Hass provozieren, kommen die Sie vielleicht holen Axtkopf. Und dann werden Sie gaaaanz stumpf.
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#15   Leblhuber   01:24:59 | Montag, 19. November 2007
@Benedikt:
? Der Staat ist doch Vertragspartei bei einem Konkordat.
So, wie ich Sie intellektuell einschätze, wissen Sie ganz genau, unter welchen historischen Gegebenheiten z.B. die Konkordate mit Italen, Österreich oder Deutschland zustandekamen
Sagen Sie mir bitte, warum soll ein nicht katholischer Staatsbürger für die Kosten aller Lehrer an kath. Privatschulen aufkommen? Warum soll der Staat, der die Lehrer bezahlt, auf das Curriculum des Religionsunterrichtes nicht Einfluss nehmen können? Warum soll der Staat die Kirchensteuer einheben? Warum soll die Kirche von der Körperschafts-, Vermögens-, Grund-, Kapitalertragssteuer befreit sein?
Ich habe nichts dagegen, dass sich der Staat an den Kosten der Erhaltung von kirchlichen Kulturgütern beteiligt. Alles andere ist zu hinterfragen.
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#14   Benedikt   00:48:59 | Montag, 19. November 2007
@ Leblhuber
Die Privilegien der Kirche, durch Konkordate festgeschrieben, sind nicht im Interesse des Staates und seiner Bürger. Weder in Europa noch sonst wo.
? Der Staat ist doch Vertragspartei bei einem Konkordat.
@ Axtkopf
Machen Sie halt eine Therapie :-S.
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#12   Axtkopf   00:26:22 | Montag, 19. November 2007
@Peter-Pan
Sie haben Recht, ich bin Hasserfüllt!
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#11   Leblhuber   00:25:16 | Montag, 19. November 2007
Dieser Artikel bietet keine Information, sondern schürt Ressentiments!
• Kirchengüter, die von Israel unrechtmäßig enteignet wurden oder mit ungerechten Steuern belastet werden
• die Durchsetzung des Prinzips, daß Dienste, welche die Kirche an der israelischen Bevölkerung – palästinensischen oder jüdischen Ursprungs – leistet, auch entsprechend vergütet werden.
• die Steuerfrage, wobei – wie von Israel bei der Unabhängigkeit im Jahr 1948 versprochen – der Zustand der letzten drei Jahrhunderte in einem internationalen Abkommen festgehalten werden soll.
Welche Kirchengüter wurden enteignet?
Welche Steuern sind für Kirchengüter ungerecht? Wahrscheinlich alle!!!
Dienste, die ich nicht in Auftrag gebe, brauche ich nicht zu bezahlen. Welche Dienste hat Israel geordert und nicht bezahlt?
Wie soll Israel einen Zustand der letzten 300 Jahre in einem Abkommen festhalten, wo doch dieser Zeitraum in die osmanische Herrschaft fällt.
Dieser Artikel ist so tendenziös, wie alle anderen auch. Es wird versucht, Ressentiments zu verstärken und die Tatsachen zu verschleiern. Wie geht es denn Christen in muslimischen Ländern? Wie viele Christen leben noch im Gazastreifen?
Viel interessanter ist doch folgende Tatsache:
1994 Der Vatikan nimmt offizielle diplomatische Beziehungen mit dem Staat Israel auf. Zugleich offizielle Beziehungen mit der PLO und Jordanien.
Die Privilegien der Kirche, durch Konkordate festgeschrieben, sind nicht im Interesse des Staates und seiner Bürger. Weder in Europa noch sonst wo.
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#10   Benedikt   23:33:46 | Sonntag, 18. November 2007
Vertrag
„Die Abkommen – sowohl die ‘Grundsatzvereinbarung’ als auch die ‘Rechtsvereinbarung’ – sind unterschrieben und auf internationaler Ebene rechtskräftig. Doch in Israel sind sie nicht gültig, weil das dortige Gesetz bestimmt, daß ein international gültiges Gesetz auf israelischem Gebiet erst dann gültig wird, wenn es vom israelischen Parlament genehmigt wurde.“
Also das kann ein Diplomat (!) unmöglich so gemeint haben. Die Unterschrift unter einem völkerrechtlichen Vertrag macht diesen keineswegs verbindlich, dazu muss der Vertrag erst ratifiziert werden (in demokratischen Staaten idR vom Parlament). Unklar ist auch, wie ein Vertrag auf „internationaler Ebene rechtskräftig“ werden soll, wenn dessen Auswirkungen sich allein auf Israel beziehen.
@ maliems
das wird sich erst ändern wenn der dollar-staat pleite ist.
Also nie.
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#9   Osservatore   22:09:14 | Sonntag, 18. November 2007
Ein mutiger Diplomat
Piero Sambi ist ein mutiger Mann. Ich habe ihn in Israel erlebt, als er bei der Besetzung von Bethlehem durch die Israelis einen Protestmarsch von Diplomaten und Politikern anführte. Sambi nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um Menschenrechte geht oder um die widerrechtliche Besetzung heiliger Stätten. Dass er nun in Washington wirkt, ist ein besonderer Vertrauensbeweis des Papstes.
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#8   maliems   20:28:47 | Sonntag, 18. November 2007
die amis
was will man machen? der staat israel kümmert sich genauso wenig um das völkerrecht wie die usa. das wird sich erst ändern wenn der dollar-staat pleite ist.
eigentlich schade. viel vorschuss-vertrauen haben die israelis durch ihr verhalten gegenüber den palästinensern und den einheimischen christen kaputt gemacht.
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#7   Peter-Pan   20:13:21 | Sonntag, 18. November 2007
@Axtkopf
Wenn man sich durch Ihre wutverzerrten Beiträge liest, wird eines klar:
Sie sind hier derjenige, der meint, er könnte sich alles erlauben.
Sind Sie eigentlich zu irgendeinem anderen Gefühl als Haß fähig?
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#6   Axtkopf   20:06:13 | Sonntag, 18. November 2007
Verdammte Scheiße!
Die Juden gehen mir so langsam auf den Sack! Die denken wohl, nur weil sie so schöne Nasen haben, können sie sich alles erlauben!
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#5   Vineta   19:09:02 | Sonntag, 18. November 2007
Nicht nur ein vatikanisches Problem!
„Israel hat bereits genügend Schwierigkeiten mit zu vielen Ländern. Es scheint töricht, sich unter den Freunden weitere Schwierigkeiten zu schaffen.“
Fakt ist nun mal leider: Genau das geht ja auch den wohlwollendsten deutschen Israelfreunden durch den Kopf bei jeder neuen Äußerung des jüdischen Zentralrats.
Selbstverständlich liegt das nie an den Äußerungen, sondern an dem immer noch unvollkommenen Wohlwollen der Israelfreunde hierzulande.
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#4   Peter-Pan   18:22:16 | Sonntag, 18. November 2007
@Yaoi
… und schoooooon sind wir wieder bei der antijüdischen Propaganda.
Nur leider weiß bereits jeder Deutsche, das es für die Länder der Erde besser wäre, kein Beziehungen zum Judenstaat zu unterhalten.
Es wird nur nicht laut gesagt…
Ich bin Deutscher und weiß nichts dergleichen – und kenne auch keinen, der so etwas wüsste.
Warum wäre das denn besser?
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#3   Waldemar Michael   18:13:36 | Sonntag, 18. November 2007
@yaoi
Was ist das denn für ein infantiles Geschwätz eines Unbelehrbaren. Auch Jesus war Jude.
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#2   Gotthard   18:10:33 | Sonntag, 18. November 2007
@yaoi …
Nur leider weiß bereits jeder Deutsche, das es für die Länder der Erde besser wäre, kein Beziehungen zum Judenstaat zu unterhalten.
Diese Deine „Erkenntnis“ kann ich nicht teilen und weise sie entschieden zurück.
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#1   Yaoi   13:16:44 | Sonntag, 18. November 2007
Zum ersten mal lese ich was inhaltlich korrektes auf kreuz.net
Nur leider weiß bereits jeder Deutsche, das es für die Länder der Erde besser wäre, kein Beziehungen zum Judenstaat zu unterhalten.
Es wird nur nicht laut gesagt… :-#
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Es wurden 2 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
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