In einer Radiosendung für Jugendliche hörte ein australischer Priester drei Beichten und gab entsprechende Bußen auf. „Ungültig“, stellte sein Generalvikar fest. Doch der Radiobeichtvater braucht wohl keine Konsequenzen zu befürchten.
(kreuz.net, Melbourne) Der aufgeschlossene Priester Robert Maguire aus der Erzdiözese Melbourne schaffte
es gestern wegen drei von ihm abgenommenen spektakulären Radiobeichten auf die Titelseiten der australischen
Presse. Melbourne ist die zweitgrößte Stadt Australiens und befindet sich im Süden des Landes.
Pfarrer
Maguire war am letzten Sonntag Gast in einer abendlichen Jugendsendung im Radio. Moderiert wurde die Sendung
von einem gewissen John Safran. Dieser lud den Pfarrer ein, während der Sendung die Beichten von Zuhörern
abzunehmen. Der blauäugige Priester stimmte zu und prompt meldeten sich drei angeblich beichtwillige
Personen am Telefon.
Alle drei bekannten in der Livesendung für jedermann hörbar ihre Sünden und erhielten
darauf von Pfarrer Maguire eine entsprechende Buße.
Der Generalvikar von Melbourne, Monsignore Les Tomlinson,
meinte gegenüber der australischen Tageszeitung „Melbourne Herald Sun“, daß eine Beichte im Radio „ungeeignet“
sei, weil dabei das Beichtgeheimnis gebrochen würde. Ein Priester, der das Beichtgeheimnis breche, müsse
mit ernsten Konsequenzen rechnen. Dazu gehört die Laisierung, das heißt, die permanente Verbannung eines
Priesters aus seinem Amt, oder die Exkommunikation.
„Der Pönitent mag sich entscheiden, den Inhalt seiner
Beichte offenzulegen, aber der Priester darf das Beichtgeheimnis unter keinen Umständen brechen.“ Letzteres
sei aber, so Monsignore Tomlinson, bei einer Radiobeichte der Fall.
Ein weiteres Problem einer Radiobeichte
bestehe nach den Worten des Generalvikars auch darin, daß dritte Parteien in Verlegenheit gebracht werden
könnten. „Jemand kann beichten: ‘Ich habe meine Frau, Mrs. X, geschlagen, weil sie mich betrogen hat’“,
gab der Generalvikar als Beispiel an. Mrs. X sei aber vermutlich nicht einverstanden, in einer durch das
Radio übertragenen Beichte genannt zu werden.
Der Generalvikar der Erzdiözese Melbourne stellte klar,
daß die im Radio gebeichteten Sünden nicht vergeben seien, weil Pfarrer Maguire die Worte der Lossprechung
nicht gesagt habe. Der Generalvikar äußerte sich besorgt, daß die Beichtenden ihre Radiobeichte hätten
falsch interpretieren können.
Ein Priester der Erzdiözese Melbourne, welcher Mitglied der konservativen
Vereinigung „Australische Bruderschaft des katholischen Klerus“ ist, stellte in einer Reaktion die Frage,
ob die Zeitung vielleicht die Erklärungen des Generalvikars verfälscht habe. Er könne sich nicht vorstellen,
daß der Generalvikar die Ungültigkeit der Beichte mit dem bloßen Fehlen der Absolutionsformel begründet
habe. Die Kirche betrachte auch eine vollständige, aber über das Telefon durchgeführte Beichte grundsätzlich
als ungültig, unabhängig davon, ob die Form des Ritus bewahrt bleibe oder nicht.
„Ich hoffe, daß die
Diözese das Nachäffen des Bußsakramentes im Radio nicht sang- und klanglos hinnimmt“, erklärte der
Priester. Es wird wohl bei der Hoffnung bleiben. Man könne nicht damit rechnen, daß der Radiobeichtvater
von seiner Erzdiözese zur Rechenschaft gezogen werde.
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Mit der Beichte wird, wie auch aus anderen Kreuz.net Artikeln klar, viel Humbug getrieben. Ich weiß von
Katholiken, die sagen, ICH BEICHTE UND DER FALL IST ERLEDIGT. Natürlich ist das nicht nur Provokation
gegenüber Protestanten, deren verzerrtes Bild der katholischen Beichte verstärkt wird. Es ist Gotteslästerung
und Schändung des Sakramentes der Buße. Obige Radiobeichte steht dem unheiligen Ablasshandel zu vorlutherischer
Zeit in nichts nach. Wer begreift eigentlich noch Inhalte des Glaubens? Dass Glaube nicht fromme Annahme,
sondern Realität Gottes ist? Einzige Realität die alle Zeiten und alles Sein überdauert? Beichte, Buße,
Vergebung der Sünden, Neubeginn im Verhältnis zu Gott; Wiedergeburt und Erneuerung im heiligen Geist
(Tit 3,5) ist so weit reichend, so unvorstellbar gottnah, so vertraulich einzig im alleine zählenden
Verhältnis GOTT UND ICH, dass jedes Experiment der Art des Leitartikels, ein Spiel mit Leben und der
Existenz ist. Bruno-Maria Schulz