18:10:11 | Montag, 19. November 2007
Eine italienische Webseite hat ein kürzlich veröffentlichtes Interview mit dem neuen Präsidenten der altgläubigen ‘Una Voce’-Föderation im wesentlichen selber erfunden.

Audienz im Vatikan. V.l.n.r.: Leo Darroch, Kardinal Castrillon, Jack Oostveen, Mons. Perl
(kreuz.net) Am 15. November distanzierte sich Leo Darroch von einem angeblich mit ihm auf der italienischen
Webseite ‘Petrus’ geführten Interview.
Darroch ist der neue Präsident der ‘Foederatio Internationalis
Una Voce’, eine große Laienorganisation, die sich für die Alte Liturgie einsetzt.
„Dieses Interview
ist eine völlige Verfälschung dessen, was ich dem italienischen Journalisten gesagt habe“ – so Darroch
in einer Stellungnahme die auf der traditionalistischen Webseite ‘Angelqueen.org’ veröffentlicht wurde.
Schon während des auf Englisch geführten Interviews mit dem Journalisten Bruno Volpe seien ihm aufgrund
von dessen Kommentaren Zweifel gekommen, ob dieser ihn überhaupt sprachlich verstehe.
Den ersten Abschnitt
des Interviews, in dem Darroch gefragt wird, ob er mit seiner Wahl zufrieden sei und er sich bei seinem
Vorgänger bedankt, sei eine reine Erfindung Volpes.
Denn das kurze Interview habe vor seiner Wahl zum
Präsidenten stattgefunden.
Auch die folgende Interview-Frage „Was ist der wichtigste Punkt ihres Regierungsprogramms?“
sei dementsprechend nie gestellt worden.
Volpe habe ihn zuerst gefragt, ob die Mitglieder von ‘Una Voce’
romtreu seien – so Darroch.
Im Interview-Text läßt Volpe den Neo-Präsidenten von ‘Una Voce’ antworten:
„Sehen sie, wir sind keine Lefebvristen. Ich möchte diese Tatsache betonen.“
Darrochs Kommentar: „Das
ist eine andere Erfindung“.
Es sei nicht seine Aufgabe, öffentliche Kommentare über die Priesterbruderschaft
St. Pius X. abzugeben:
„Ich habe die Wörter »Lefebrianer« oder »Lefebvristen« nie benützt, weil
ich glaube, daß sie die Erinnerung an Erzbischof Lefebvre, den ich wegen seiner lebenslangen Arbeit für
die Kirche bewundere, zutiefst verletzen.“
Er besitze auch unter „vielen guten Priestern und ehrlichen
Gläubigen“ der Piusbruderschaft zahlreiche Freunde.
Vor einigen Jahren habe er sogar in einer landesweiten
gelesenen katholischen Zeitung in Großbritannien einen Leserbrief publiziert, in dem er den Gebrauch
der Wörter „Lefebrianer“ oder „Lefebvristen“ kritisiert habe.
Darroch erklärt ferner, daß ihm auch
die Interview-Aussage, daß „wir uns dem Zweiten Vatikanischen Konzil nicht widersetzen, dessen Dokumente
wir respektieren“ sowie die Feststellung, daß der „Ökumenismus ein grundlegender Schritt ist, der verwirklicht
werden muß“, unterschoben worden sei:
„Hier genügt es zu sagen, daß ein sehr orthodoxer, befreundeter
Prälat mir am Telephon erklärt hat, daß er im Artikel zwar meinen Namen sah, sich aber beim Lesen gefragt
habe, mit wem genau der Journalist im Interview gesprochen habe.“
Zur Interview-Aussage, wonach das Meßbuch
von Paul VI. ein „gutes Meßbuch“ sei und es absurd wäre, es „a priori zu kritisieren“, erklärt Darroch:
„Ich habe nichts ähnliches gesagt.“
„In Wahrheit habe ich erklärt, daß jede Messe, die strikt nach
den Rubriken des Missales von 1969/70 und mit korrekter Intention zelebriert wird, eine gültige Messe
ist. Aber sie ist und bleibt eine bleiche Nachahmung des Missales von 1962.“
Schließlich kritisiert
Darroch auch die Interview-Formulierung, wonach er „Zweifel über die Handkommunion geäußert habe“.
Darroch: „Bezüglich der Handkommunion habe ich keinerlei Zweifel. Ich habe immer gesagt, daß ich glaube,
daß diese Praxis nicht katholisch ist und so schnell wie möglich gestoppt werden muß.“
Dafür sei
sein Hinweis auf Mutter Teresa unerwähnt geblieben, die einmal erklärt hat, daß das größte Problem
der heutigen Kirche die Handkommunion sei.
Abschließend erklärt Darroch, daß jemand, der Ansichten
vertritt, wie sie ihm in dem Interview untergeschoben wurden, niemals zum Präsidenten einer Vereinigung
gewählt würde, die sich zum Ziel gesetzt hat, die jahrhundertealten Traditionen der Kirche zu bewahren
und zu fördern.
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