09:53:20 | Mittwoch, 21. November 2007
Wer in einer Sackgasse gelandet ist, sollte den Mut haben, umzudrehen und sich eines Besseren zu bedienen.

Das von Ian Wilmut geklonte und zu früh verstorbene Schaf Dolly als Ausstellungstück
(kreuz.net, Münster) Völlig überraschend hat einer der bedeutendsten Pioniere der Reproduktions- technologie,
Ian Wilmut (63) von der Universität Edingburgh, erklärt, sich aus dem therapeutischen Klonen menschlicher
Embryonen zurückzuziehen.
Wilmut war im Jahr 1996 mit dem Klonschaf Dolly weltbekannt geworden.
Der
Forscher sieht die Zukunft in einer im letzten Jahr neu entwickelten Methode – der sogenannten „Reprogrammierung“
von Hautzellen.
Diese Zellen können durch das Einschleusen von Genen so verändert werden, daß sie
gleiche Eigenschaften wie embryonale Stammzellen herausbilden.
„Wir sind sehr froh über diese neuere
Entwicklung. Sie zeigt, daß es in der Stammzellforschung inzwischen aussichtsreiche Alternativen zur
verbrauchenden Embryonenforschung gibt“, erklärte dazu die Bundesvorsitzende der ‘Christdemokraten für
das Leben’, Mechthild Löhr.
Sie verwies darauf, daß Wilmut in seiner eigenen Begründung für diesen
Schritt zwei Hauptmotive genannt habe.
Das erste Motiv sei die weiterhin fehlende Effizienz beim Klonen,
da bisher noch kein Klonversuch beim Menschen weltweit erfolgreich nachgewiesen werden konnte.
Zweitens
ist für den Forscher auch der große ethische Widerstand relevant, der dem therapeutischen Klonen entgegengebracht
wird.
„Die Erkenntnis führender Klonforscher wie Wilmut kann in Deutschland nur zu einer Konsequenz
führen, nämlich, daß wir bei unserer klaren gesetzlichen Regelungen bleiben, und keine Ausweitung dieser
Forschung zulassen.
Wer in einer Sackgasse gelandet ist, sollte den Mut haben umzudrehen, so wie Wilmut
es jetzt für sich entschieden hat“ – so Frau Löhr.
Auch die internationale Wirtschaft hat sich inzwischen
schon weitgehend aus der Finanzierung der embryonalen Stammzellforschung zurückgezogen.
Nur die staatliche
Unterstützung fließt weiter.
Die neu entwickelte Methode macht Stammzellforschung ohne den Einsatz
von menschlichen Embryonen möglich und aussichtsreich.
„Diese wegweisenden Signale aus der Forschung
werden hoffentlich auch von den Bundestagsabgeordneten verstanden, die sich in den verschiedenen Parteien
weiterhin für eine Verschiebung des Stichtages beim Stammzellimportgesetz stark machen“ – erwartet Frau
Löhr:
„Es geht eindeutig darum, Forschungsfreundlichkeit auch zukünftig nicht höher zu bewerten als
den Schutz und den Wert menschlicher Embryonen.“
Erst vor wenigen Tagen hatten US-Wissenschaftler einen
ersten Erfolg im Klonen von Primaten bekannt gemacht, die sich allerdings allesamt als nicht lebensfähig
erwiesen.
Aus den 304 Embryonen konnten zwei embryonale Stammzell-Linien entwickelt werden.
Es bleibe
also weiterhin wichtig zu beobachten, daß hier kein Einstieg in das Klonen von Menschen gesucht oder
gerechtfertigt werde.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#1
Aleph † 20:15:47 | Mittwoch, 21. November 2007