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Dienstag, 20. November 2007 21:15
Ukrainischer Lefebvrist exkommuniziert
Daß Mitglieder der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Zeiten von ‘Summorum Pontificum’ exkommuniziert werden, mag erstaunen. Der Grund dafür ist in der Tat eine ganz besondere Todsünde.
Priesterweihe bei der byzantinischen Bruderschaft St. Josaphat
Priesterweihe bei der byzantinischen Bruderschaft St. Josaphat
(kreuz.net, Lemberg) Der westukrainische Pater Wasyl Kowpak ist exkommuniziert worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur ‘ Ukrainian Religious News Service’.

Der Geistliche ist Oberer der griechisch-katholischen Bruderschaft Sankt Josaphat, die ihr Zentrum in der Westukraine besitzt. Diese klerikale Vereinigung des byzantinischen Ritus schloß sich im Jahr 1997 der Priesterbruderschaft Pius X. an.

Im vergangenen Oktober weihte der Generalobere der Piusbruderschaft, Bischof Bernard Fellay, sieben Diakone der Gemeinschaft zu Priestern. Mons. Fellay verwendete dabei den Römischen Ritus in lateinischer Sprache.

Bischof Fellay auf Pastoralreise in OsteuropaBischof Fellay auf Pastoralreise in OsteuropaKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 10 Bildern zu starten.

Der Fall von Pater Wasyl Kowpak beschäftigte die kirchlichen Gerichte bereits seit einigen Jahren. Am 14. Juli 2006 sprach das Kirchengericht der Eparchie – Diözese – von Lemberg den Pater schließlich des „Verbrechens des Schismas“ schuldig und exkommunizierte ihn.

Lemberg – ukrainisch: Lwiw – ist die Hauptstadt der Westukraine.

Pater Kowpak appellierte gegen das Urteil beim Vatikan.

Doch jetzt hat die Glaubenskongregation den Entscheid des Lemberger Kirchengerichtes bestätigt. Das wurde am 19. November vom griechisch-katholischen Erzbischof von Lemberg, Mons. Ihor Wosniak, bekanntgegeben.

Die Exkommunizierung des Oberen der Priesterbruderschaft St. Josaphat war wohl nicht zuletzt eine kirchenpolitische Entscheidung.

Seine Bruderschaft hat sich nämlich in der Zwischenzeit auch in die Mittel- und Ostukraine ausgebreitet.

Sie scheut sich dabei nicht, außerhalb der alten griechisch-katholischen Gebiete und Zirkel zu wirken und auch Orthodoxe zum Katholizismus byzantinischer Ausrichtung zu bekehren.

In einer Zeit, da sich die griechisch-katholischen Kirchen strikt auf eine Pastoral an ihren historischen Gläubigen beschränken, um von den Orthodoxen nicht einer „Proselytenmacherei“ angeklagt zu werden, sind die missionarischen Bemühungen der Priesterbruderschaft Sankt Josaphat höchst brisant und politisch ganz und gar nicht korrekt.

Ein besonderer Stein des Anstoßes war und ist in diesem Zusammenhang die Erklärung von Balamand.

Sie wurde im Juni 1993 von der „Gemeinsamen Internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen der Katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche“ im libanesischen Kloster Balamand angenommen

Die Erklärung weist den „Uniatismus“ – den Versuch, weitere orthodoxe Teilkirchen der Hierarchie der Katholischen Kirche unterzuordnen – und den „Proselytismus“ – die Bekehrung von einzelnen orthodoxen Gläubigen zur Katholischen Kirche – zurück.

Seit dieser Erklärung fristet die Katholische Kirche des lateinischen und des byzantinischen Ritus in Osteuropa das Schicksal einer geschlossenen Gesellschaft, welche die Missionsarbeit nach außen praktisch ganz stark wachsenden neoprotestantischen Gruppierungen und Sekten überläßt.

© Bilder: dici.org
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 42 Lesermeinungen:
Montag, 14. Januar 2008 23:39
Josef Kardinal Slipyi war genauso Großerzbischof der Ukrainer, wie es Lubomir Kardinal Husar heute ist. Die Ukrainer haben unter Slipyi tatsächlich die Patriarchenwürde angestrebt, aber mit Rücksicht auf Moskau nicht bekommen. Slipyi durfte daher aufgrund seiner Wahl zum Patriarchen zwei Panagien und ein Pektorale, wie die Patriarchen tragen, jedoch keine weiteren Patriarchalinsignien. (Die Erz- und Großerzbischöfe sowie die Metropoliten tragen nur eine Panagia und Pektporale, die Bischöfe nur eine Panagia ohne Pektorale. Die Panagia enthält eine Marien-. oder Christusikone).

Da die griechisch-katholische Kirche der Ukraine sui iuris ist und sich daher selbst verwaltet, ergibt sich die Frage, inwieweit der Großerzbischof ohne päpstliche Erlaubnis Bischöfe für seine Jurisdiktion weihen kann. Ein Patriarch darf, ob auch ein Großerzbischof, ist mir nicht bekannt.

Hinzu kommt allerdings, daß die Weihe nicht auf dem Terrirorium des Großerzbistums, sondern auf erzbschöflich-römischen Territorium gespendet wurde. Wegen des Territorialprinzips ergibt sich hier die Frage, ob unabhängig von „sui iuris“ päpstliche Erlaubnis notwendig war. Allerdings lag hier ein Sonderfall vor, weil die ukrainische Kirchenleitung im römischen Exil residierte. Die Frage ist also nicht ganz einfach.
Donnerstag, 22. November 2007 10:02
Tridentinus: @Gotthard
Über vieles, was Erzbischof Lefebvre sagte, kann man diskutieren und auch zu anderen Schlüssen kommen, dabei aber gleichfalls traditionstreuer Katholik bleiben. vielleicht ist der von Ihnen ausgewählte Text dafür ein mehr oder weniger gutes Beispiel. Als Erzbischof Lefebvre dies sagte, dürfte er allerdings schätzungsweise in ihrem aktuellen Alter gewesen sein…
Donnerstag, 22. November 2007 00:10
Gotthard: Welch ein Unsinn eines alten Mannes
„Wir sind verraten! Sie sind verraten. Alle ehrlichen Menschen sind verraten. Alle sind verraten, die den katholischen Glauben haben und an Unseren Herrn Jesus Christus glauben. Alle Menschen sind verraten, die Unseren Herrn Jesus Christus, die Moral, die Zehn Gebote und die wahre Heilige Schrift verteidigen wollen. Durch die modernistischen Ideen sind alle diese Menschen verraten! Diese Ideen ersetzen den Glauben durch die Forschung. Eine reine freimaurerische Idee: „Wir befinden uns alle auf der Suche nach der Wahrheit. Sie existiert nicht. Man wird sie niemals finden.“ Wir aber wissen, daß sie existiert. Wir kennen sie. Wir wollen an unserem Glauben festhalten. Man ersetzt die Zehn Gebote Gottes durch die Menschenrechte. Man setzt heute die Religion der Menschenrechte an die Stelle der Zehn Gebote Gottes. Wir wissen sehr gut, daß die Menschenrechte und die Gerechtigkeit auf dieser Welt nur durch die Zehn Gebote Gottes existieren. Wenn wir unsere Pflichten gegen Gott und gegen unseren Nächsten erfüllen, dann wird Gerechtigkeit herrschen. Dies geschieht allerdings nicht durch den Kampf gegen die Autorität Gottes, gegen jede Autorität. Die Menschenrechte sind nichts anderes, als ein Kampf gegen die Autorität. Man ersetzt das Gesetz durch das Gewissen. Jeder macht, was er will. Jeder beruft sich auf sein Gewissen und nicht mehr auf das Gesetz. Das sind die modernistischen Ideen, die man in der Welt verbreitet. So wollte man eine Liturgie in diesem Geist erschaffen, im Geist d…
Mittwoch, 21. November 2007 16:20
r.ruhrgebietler: @Raphael240889 – Gott segne Sie auf Ihrem Weg
Skt. Michael beschütze Sie auf Ihrem Weg
die Liebende Gottesmutter und Jungfrau Maria nehme Sie unter Ihrem Mantel in Schutz vor den verblendeten Machenschaften Satans und der Welt.

Gelobt sei Jesus Christus im allerheiligsten Sakrament des Altares!
Wider V-II und niemals NOM!
Mittwoch, 21. November 2007 12:30
Raphael240889: Schade um die Menschen
In diesen Zeiten ist es doppelt schade, dass es immer weniger möglich ist, Priester zu finden und zu werden, welche die Menschen vom ganzen Herzen und ganzem Einsatz her zu Gott bringen. Wo es keine Wahrheit gibt, erkaltet die Liebe, denn wo alles drunter und drüber geht, versteht niemand mehr etwas. Schade um den ukrainischen Priester, dass er auf diese brutale Weise zu spüren bekommt, was es heißt, katholisch und Gott ganz ergeben zu sein. Man kann der Piusbruderschaft nur wünschen, dass Sie weiter standhaft bleibt, um am Ende die Menschen wieder von Jesus Christus allein zu überzeugen. Jeremy hat also recht – man soll froh sein um das, was noch ist.
Mittwoch, 21. November 2007 11:27
jeremy: Sozialkatholisch
Ich glaube, ich verstehe, was Sie meinen.
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