Gentechnik
In Deutschland läuft die Forschung mit Kinderzellen an
Kinderzellen stammen aus getöteten Embryonen. Embryonale Kinderzellen haben die Fähigkeit, sich in jedes beliebige Gewebe des menschlichen Körpers weiterzuentwickeln. Darum sind sie für die Biotechnik-Industrie sehr interessant.
(kreuz.net/ALfA, Berlin) Ende Januar 2005 wurde in Deutschland die achte Genehmigung für Forschungsarbeiten an sogenannten Stammzellen erteilt.

Embryonale Stammzellen werden aus den Zellen von Kleinstkindern produziert, die dazu am vierten Lebenstag getötet werden. Stammzellen sind Alleskönner, weil sie sich in jedes beliebige menschliche Gewebe ausdiffferenzieren können und daher von der Bioindustrie für therapeutische Zwecke eingesetzt werden können.

Die Genehmigung ergeht an Professor Dr. med. Jörg Gerlach von der Arbeitsgemeinschaft für Experimentelle Chirurgie. Die Gruppe um Dr. Gerlach arbeitet in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie. Sie ist Teil des Charité Campus Virchow-Klinikum in Berlin.

Die Erteilung der Genehmigung wurde vom „Robert Koch-Institut“ in Berlin-Wedding mitgeteilt. Das Robert Koch-Institut ist die Genehmigungsbehörde für Anträge auf Import und Verwendung von Stammzellen, die aus getöteten embryonalen Kindern gewonnen werden. Vor der Genehmigung konsultierte das Robert Koch-Institut die deutsche „Zentrale Ethik-Kommission für Stammzellenforschung“. Die Kommission habe sich zum Ansuchen positiv geäußert.

Das genehmigte Projekt von Dr. Gerlach will erforschen, unter welchen Bedingungen die aus getöteten Kleinstkindern gewonnenen Stammzellen dreidimensional vermehrt und zu reifen Leberzellen herangezüchtet werden können.

Das Projekt solle zur Entwicklung eines therapeutischen Verfahrens für die außerkörperliche Leberersatztherapie beitragen. Dieses Verfahren könnte zum Beispiel bei einem akuten Leberversagen angewendet werden, um bei einem Patienten den Zeitraum bis zur Verfügbarkeit einer Spenderleber zu überbrücken.

Die Eigenschaften von Leberzellen, die aus Zellen getöteter Kinder erzeugt sind, sollen mit den Eigenschaften von Leberzellen verglichen werden, die aus dem Lebergewebe eines ausgeformten Menschen stammen.

Zugleich solle versucht werden, Leberzellen aus menschlichen Nabelschnurblutzellen heranzuzüchten und diese ebenfalls mit den Leberzellen eines ausgeformten Menschen zu vergleichen. Dies soll der Mitteilung des Robert Koch-Institutes zufolge zeigen, welche Zelltypen sich am besten für die Bereitstellung funktionsfähiger Leberzellen eignen.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Gerlach habe bereits umfangreiche Erfahrungen mit der Kultivierung menschlicher Leberzellen sowie tierischer embryonaler Stammzellen.
      
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