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Freitag, 23. November 2007 11:23
Das Bistum Aachen zieht die Bremse
Das erste Gespräch mit einem Beauftragten des Bischofs und einem örtlichen Kirchenvertreter fand in einer sehr ablehnenden und unfreundlichen Atmosphäre statt. Von Nicola Vandermeer.
Alte Messe im Brompton-Oratory in London.
Alte Messe im Brompton-Oratory in London.
(kreuz.net, Mönchengladbach) Die größte Initiative von Gläubigen zur Umsetzung des Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ auf dem Gebiet des Bistums Aachen existiert in Mönchengladbach.

Sie trägt den Namen „Motu Proprio in MG“. Die Abkürzung „MG“ steht für Mönchengladbach.

Die kreisfreie Stadt besitzt 265.000 Einwohner und befindet sich am Niederrhein zwischen der holländischen Stadt Roermond und Düsseldorf.

Auf Pfarreiebene wurden die ersten Mönchengladbacher Verhandlungen über die Alte Messe bis in den Oktober hinein verzögert. Begründung: Das Motu Proprio sei „mitten in der Urlaubszeit“ erschienen.

Man hegte damals wohl noch die Hoffnung, daß die Bischofskonferenz auf die Bremse treten würde.

Nach Erscheinen der ‘Leitlinien’ der Deutschen Bischofskonferenz wurde der Mönchengladbacher Antrag nach Artikel 4 dieser Leitlinien an den Bischof von Aachen, Mons. Heinrich Mussinghoff, weiterverwiesen.

Die Initiative „Motu Proprio in MG“ bat im Auftrag der Gläubigen um eine wöchentliche Sonntagsmesse im Alten Ritus. Gewünscht wurde eine Kirche im Stadtzentrum, da die meisten Antragsteller dort wohnen.

Die Messe sollte am ersten Adventssonntag 2007 beginnen und in der Gottesdienstordnung sowie in der Aachener Kirchenzeitung angekündigt werden.

Für den Fall, daß es im Bistum für die Messe keinen Priester geben sollte, erklärte die Initiative, einen geeigneten Priester einer Ecclesia-Dei-Gemeinschaft benennen zu können, der bereit ist, sonntags in Mönchengladbach zu zelebrieren.

Die notwendigen liturgischen Geräte und Bücher kann die Initiative ebenfalls zur Verfügung stellen.

Das Bistum müßte sonntags nur eine der fast fünfzig Kirchen in Mönchengladbach für den Alten Ritus öffnen.

Messe als Dank für ‘Summorum Pontificum’Messe als Dank für 'Summorum Pontificum'Klicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 8 Bildern zu starten.

Frostige Gesprächskultur
Das erste Gespräch mit einem Beauftragten des Bischofs und einem örtlichen Kirchenvertreter fand in einer sehr ablehnenden und unfreundlichen Atmosphäre statt.

Der Bischof von Aachen wolle nur Priester aus dem eigenen Bistum zulassen – hieß es.

Damit war ein Beginn am ersten Adventssonntag vom Tisch. Denn das Bistum besitze derzeit keinen geeigneten Priester.

In Mönchengladbach gibt es jeden Sonntag in einer katholischen Kirche eine Liturgie der griechisch-orthodoxen Gemeinde. Es ist davon auszugehen, daß der zelebrierende Priester nicht im Bistum Aachen inkardiniert ist.

Ein Priester der unierten Chaldäer, der in einer Innenstadtpfarrei zelebriert, reist eigens aus Belgien an.

Nächster Termin in acht Monaten
Der Vertreter des Generalvikariats kündigte an, daß die Nachforschung, ob es im Bistum Aachen einen geeigneten Priester gebe, unbestimmte Zeit dauern werde.

Erst nach hartem Drängen benannte er doch einen Termin – den 30. Juni des Jahres 2008. Das wäre in fast acht Monaten.

Sollte sich am Ende herausstellen, daß es keinen geeigneten Priester gibt, müsse ein Geistlicher gesucht werden, den man eigens für den Alten Ritus ausbilden müßte – erklärte ein Gläubiger:

'Basilika minor' St.Vitus in Mönchengladbach
‘Basilika minor’ St.Vitus in Mönchengladbach
„Diese Suche dürfte dann noch einmal acht Monate dauern. Anschließend folgt vermutlich eine ein- bis zweijährige Ausbildung. Gut Ding will Weile haben.“

Wenn man keinen ausbildungswilligen oder -fähigen Priester findet, kann das Motu Proprio in Mönchengladbach unter den vom Bischof gewünschten Bedingungen nicht in die Tat umgesetzt werden.

Es ist auch zu befürchten, daß man in Mönchengladbach sowieso keine geeignete Kirche für eine Alte Messe am Sonntag morgen finden will.

Es wäre nämlich zu befürchten, daß die Gläubigen dem morgentlichen Wortgottesdienst eine tridentinische Abendmesse vorzögen: Das würde die Gemeinde spalten.

Die inzwischen bekanntlicherweise mündig gewordenen Christen dürfen nach wie vor nicht selber entscheiden, welchen Ritus sie bevorzugen.

Die allsonntägliche Spaltung der Gemeinden in 5% sonntägliche Kirchgänger und 95%, die zuhause bleiben, stört dagegen die wenigsten.

Nicht überall ist es so schlecht wie in Aachen
Man kann nicht leugnen, daß andere Bistümer in Deutschland bei der Umsetzung des Motu Proprio effizienter sind.

Ein Antragsteller machte dem Unmut der Aachener Gläubigen Luft:

„Pfarreien werden aufgelöst und zusammengelegt, warum tut man das gleiche nicht auch mit ineffizient arbeitenden Bistümern?“

Man könne die Suffragandiözese Aachen wie im Jahr 1821 wieder aufteilen – eine Hälfte nach Köln, die andere nach Münster: „Dann klappt es auch mit der Umsetzung des Motu Proprio schneller.“

Denn im dreißig Kilometer entfernten Düsseldorf, das zum Erzbistum Köln gehört, gibt es seit kurzem bereits eine zweite Gemeinde mit der Alten Messe.

In der Zwischenzeit denkt man in Mönchengladbach darüber nach, einen sonntäglichen Busfahrdienst zu einer Alten Messe im Nachbarbistum zu organisieren.

© Vernon Quaintance, traditionalcatholic.org.uk
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 68 Lesermeinungen:
Samstag, 23. Februar 2008 12:18
carolusmagnus: Falschmeldung…
Leider entspricht die Meldung, daß der Bischof dem Wunsch der Initiative in Mönchengladbach entsprochen hätte, nicht ganz der Wahrheit, wie in dem Artikel „ Bistum Aachen im Aufwind?“ zu lesen ist. Die Gläubigen in Mönchengladbach hatten um eine regelmäßige Sonntagsmesse gebeten, ohne eine plausible Begründung wurde dieser Wunsch verweigert. Die Gläubigen hatten ja einen romtreuen Priester benannt, der sonntags eigens angereist wäre. Wenn man diesen Priester – aus nicht erklärten Gründen – nicht will, dann hätte man sich lt. Artikel 7 des Motu Proprio „SummorumPontificum“ an Rom um Hilfe wenden müssen, damit Rom einen geeigneten Priester hätte benennen können. Die Meldung des Bistums ist in diesem Punkt nicht ganz ehrlich, was bei Kirchenvertretern, besonders unangenehm auffällt, da das Christentum doch sonst Wahrhaftigkeit predigt…
Donnerstag, 14. Februar 2008 16:51
Gotthard: Mönchengladbach
Bischof Heinrich Mussinghoff hat Pfarrer P. gebeten, regelmäßig für den Nordbereich des Bistums Gottesdienste in außerordentlichem Ritus anzubieten. Dieser Gottesdienst wird jeden Montag um 18 Uhr in Mönchengladbach zelebriert werden.

Mit der Beauftragung von Pfarrer P. entspricht der Aachener Bischof dem Wunsch der Initiative „Motu proprio in MG“, auch für Mönchengladbach eine Tridentinische Messe nach den liturgischen Büchern von vor 1962 anzubieten. Gefeiert wird diese Gottesdienstform am ersten Montag im Monat, beginnend nach dem Weißen Sonntag, dem 7. April 2008.
Freitag, 7. Dezember 2007 22:57
carolusmagnus: „Talis hominibus fuit oratio qualis vita“
Betrifft Kommentar von „Gotthard“: Scheinbar wollen oder können Sie meinen am 2.12.2007 geäußerten Gedanken nicht folgen, daher halte ich eine weitere Konversation mit Ihnen für unfruchtbar und Zeitverschwendung. Auf ein Niveau, das von Unsachlichkeit und Beleidigungen geprägt ist, möchte ich mich nicht begeben: „Talis hominibus fuit oratio qualis vita“. Ihre beleidigenden Worte vom 4.12.2007 will ich Ihnen gerne verzeihen: „Der Siege göttlichster ist das Vergeben“ (Schiller, Die Braut von Messina).
Dienstag, 4. Dezember 2007 00:22
Gotthard: @carolusmagnus
Ich habe konkrete Informationen, sehe aber keine Veranlassung hier zum jetzigen Zeitpunkt Einzelheiten zu veröffentlichen ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung des Betroffenen.
also nur dummes Geschwätz… eines Wichtigtuers…
Sonntag, 2. Dezember 2007 16:36
carolusmagnus: Gotthard / Herzogenrath
1. Wenn Sie sich nicht beim Generalvikariat in Aachen oder bei dem betroffenen Pfarrer von Herzogenrath selbst erkundigen möchten – Ihr Problem.
2. Ich habe konkrete Informationen, sehe aber keine Veranlassung hier zum jetzigen Zeitpunkt Einzelheiten zu veröffentlichen ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung des Betroffenen.
3. Nach den Gesetzen der Logik wäre aber selbst eine solche Veröffentlichung meinerseits kein Beweis, wie Sie schreiben.
4. Die etwas polemische Bemerkung „Also bisher nur heiße Luft“ dient wohl nicht gerade einer sachlichen Auseinandersetzung.
5. Wenn Sie „Du“ groß schreiben, sollten Sie „deine“ auch groß schreiben, noch korrekter wäre allerdings „Sie“ und „Ihre“.
Sonntag, 2. Dezember 2007 09:18
Gotthard: @Karl den Großen
…und dem man ebenfalls unglaubliche Schwierigkeiten macht…
ich hatte gedacht, Du hättest konkrete Informationen, die deine Behauptung bewiesen hätten.
Also bisher nur heiße Luft!
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