Protestantismus
„Ich erschrecke immer wieder über die Säkularisation der Kirche“
Für die evangelische ‘Kirchliche Sammlung’ hat das eigene Glaubensleben – einschließlich der Beichte – hohe Priorität. Gläubige Protestanten sind der Kirche näher als liberale Katholiken.
Bild zur Jubiläumsfeier der 'KSBB'. Von links nach rechts: Dr. Ingo Friedrich, Andreas Späth, Landesbischof Mindaugas Sabutis (Litauen), Botschafter a.D. Dr. Alexander von Rom, Rektor Prof. Hermann Schoenauer, Prof. Dr. Peter Beyerhaus.
Bild zur Jubiläumsfeier der ‘KSBB’. Von links nach rechts: Dr. Ingo Friedrich, Andreas Späth, Landesbischof Mindaugas Sabutis (Litauen), Botschafter a.D. Dr. Alexander von Rom, Rektor Prof. Hermann Schoenauer, Prof. Dr. Peter Beyerhaus.
(kreuz.net) Die evangelische ‘Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern’ (KSBB) hat in Neuendettelsau in Mittelfranken auf vier Jahrzehnte Bekenntnisarbeit zurückgeblickt.

Der Vorsitzende der ‘Kirchliche Sammlung’, Andreas Späth, erinnerte an die Anfänge der Gruppierung in den geistigen Kämpfen Mitte der 60er Jahre.

Für die ‘Kirchliche Sammlung’ habe das eigene Glaubensleben einschließlich der Beichte hohe Priorität – so Späth.

Der CSU-Vize und Vorsitzende des ‘Evangelischen Arbeitskreises’ Ingo Friedrich sprach über die Grenzziehung zwischen Politik und Religion.

Die gegenwärtig größere Zurückhaltung der ‘Evangelischen Kirche in Deutschland’ mit politischen Aussagen nütze ihrer Glaubwürdigkeit.

Dem EKD-Ratspräsidenten Wolfgang Huber sei es auch damit gelungen, dem Protestantismus in Deutschland neues Profil zu geben.

Friedrich erinnerte an eine große Unternehmensberatung, die vor einigen Jahren von einer Landeskirche beauftragt wurde, Verwaltungsstrukturen zu optimieren.

Von sich aus schlug die Firma vor, die Kirche solle auf ihr ureigenes Produkt setzen: „Sinnstiftung für das ganze Leben, Trost in schwersten Lagen, ja sogar die Verheißung des Ewigen Lebens“.

Friedrich griff das Stichwort „Beichtstuhl“ seines Vorredners auf und erinnerte an evangelische Traditionen: „Hier in Neuendettelsau bekreuzigt man sich mitunter, ich denke Luther selbst hat es auch noch getan.“

Gesten wie das Niederknien vor dem Altar hätten angesichts der Gegenwart Gottes ihren Sinn und könnten die Ökumene voranbringen.

Rektor Martin Pflaumer – Ratsvorsitzende der ‘Arbeitskreis Bekennender Christen’ – warb für eine Initiative zur Wiedergewinnung des Buß- und Bettages.

Gebet und geistliche Erneuerung seien entscheidend: „Mit Gesten wie dem Bekreuzigen und Niederknien sind wir Protestanten manchmal etwas gehemmt“. Rektor Pflaumer bedauerte das.

Bischof Mindaugas Sabutis (32) von der lutherischen Kirche in Litauen reflektierte in seinem Festvortrag den Kampfruf der Französischen Revolution „Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit“.

Es sei kein Zufall, daß der Kommunismus diese Parole für sich reklamiert habe.

Vor dem EU-Beitritt Litauens seien Religionsvertreter seines Landes nach Brüssel eingeladen worden. Dort seien sie mit dem Pseudobekenntnis „Ich glaube an Entwicklung, Industrialisierung und Fortschritt“ konfrontiert worden.

Sabutis empfand das als fragwürdige Anspielung auf die Trinität.

Bei dieser Gelegenheit wurde ihm bewußt, daß weder in den Grundwerten der Französischen Revolution noch in der EU-Doktrin Platz für Gott ist.

Die Menschenrechte würden in Europa oft beschworen, aber nicht eingehalten – erklärte Sabutis mit Anspielung auf die millionenfachen Abtreibungen.

Auch der Begriff der Familie werde in einem Sinne umgedeutet, der „gegen die Natur und gegen den Plan Gottes“ sei.

Die Säkularisation der Gesellschaft sei ein Faktum: „Aber ich erschrecke immer wieder über die Säkularisation der Kirche“.

„Ich will niemanden mit schlechter Prophetie erschrecken: Aber es gibt vielleicht schon bald keinen Mittelweg mehr zwischen Lüge und Wahrheit.“
      
10 Lesermeinungen
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#10   Nachtlaterne   10:00:52 | Dienstag, 27. November 2007
und es ist wahr…
…dass die sünde eine gewaltige trennwand zwischen gott und dem menschen ist und dass diese trennwand ohne eine echte beichte nicht mehr eingerissen werden kann und somit die geister der fremdbestimmung, die aus dem inneren sumpf und morast ohne wenn und aber aufsteigen und aus den menschen gleichgültige, gierige und lieblose lebende tote machen, den menschen beherrschen, ohne dass dieser es wahrhaben will. wir kennen also nur unser merkwürdiges dasein, nicht aber das licht der liebe, weil es nicht in uns ist. das es nicht in uns ist, das kann man schnell beweisen. belege gibt es mer als genug! wer ist noch in der lage zur kritischen selbstkontrolle? in dem wort selbstverwirklichung liegt die wahrheit, wenn man dieses wort wortlich übersetzt: sich selbst verwirken! wir haben ohne das leben selbst, also ohne gott, keinen zugang zu leben und zur liebe! wir müssen also vorab unsere gleichgültigkeit, unseren falschen stolz und unsere gier besiegen lassen und uns dann in demut vor gott üben. wie weit sind wir vom ziel entfernt!
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#9   Lutheraner   15:22:53 | Montag, 26. November 2007
Mit Kamillentee gegen Heroinsucht
Von sich aus schlug die Firma vor, die Kirche solle auf ihr ureigenes Produkt setzen: „Sinnstiftung für das ganze Leben, Trost in schwersten Lagen, ja sogar die Verheißung des Ewigen Lebens“.
Solange die Kirche sich den Hurensöhnen der Politik als politisch korrekte Matratze zu Verfügung stellt, solange quillt Verwesungsgeruch aus den heiligen Hallen.
Wir brauchen keinen Sinn, wir brauchen Taten: Weg mit dem mafiösen Vielvölkerstaat EU! Denn die Feigen [aber] und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.
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#8   Lorenz   19:06:39 | Sonntag, 25. November 2007
@Sirilo, Bokrug ist, soweit ich es sehen kann,…
ein zwar skurriler, aber friedlicher Blogger. Mir ist noch nie aufgefallen, dass er, der zwischendurch auch mal Angelos hieß, sich hat provozieren lassen, wie es viele hier mit Vorliebe tun, um dann an die Grenzen der Unflätigkeit vorzudringen. Außerdem geht er manchmal sogar auf die Debatten ein, innerhalb derer er seine Verschwörungstheorien anpreist.
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#7   Sirilo   09:21:08 | Sonntag, 25. November 2007
Ach du lieber Himmel! Bokrug ist wieder da!
Bokrug/Taran/Galahad etc. ist wieder einmal auferstanden und sucht jetzt Kreuz.net unter dem Namen „Snake Plessken“ heim. Sein Spam-Wahn feiert fröhliche Urständ…
Muß das sein?
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#6   Snake Plessken †   07:28:30 | Sonntag, 25. November 2007
Dennoch…
…bietet auch die katholische Soziallehre wichtige Ansatzpunkte, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und spirituell zu wirken.
Ferner wäre auf den Neuplatonismus hinzuweisen.
www.artfond.de/geldseite
www.ad-hoc-news.de/…-Beitrag-der-Kirchen
Westfälischen Landessynode in Bielefeld forderte Rüttgers am Freitag zugleich eine gesellschaftspolitische Debatte über die Zukunft des Landes. Für eine solche Diskussion brauchten Politik und Kirche einander, damit die älter werdende Gesellschaft innovativ, lebendig und flexibel bleibe. Sie müsse sich dem harten Wettbewerb der Globalisierung stellen, aber gleichzeitig die sozial Schwachen nicht vergessen. Dazu mahnten die Kirchen stets.
Rüttgers sagte: «Wir müssen darüber reden, wie wir die Soziale Marktwirtschaft als Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung erhalten, die wirtschaftliche Vernunft und soziale Gerechtigkeit miteinander verbindet.» Auch müsse darüber gesprochen werden, wie das Land weltoffen bleibt und sich trotzdem gegen das internationale Verbrechen und gegen Fanatismus und Terrorismus zu wehren weiß. Auch sei darüber zu diskutieren, wie sich die Kultur trotz vielfältiger Einflüsse ihrer eigenen Wurzeln und den Werten des christlich-jüdischen Abendlandes und der Aufklärung immer wieder vergewissere und sie lebendig halte.
Seit Dienstag tagt die 15. Westfälische Landessynode der Evangelischen Kirche in Bielefeld-Bethel. Die Zusammenkunft sollte am (heutigen) Fre…
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#5   Nachtlaterne   19:36:22 | Samstag, 24. November 2007
die vertreter der kirche…
. – von ganz wenigen ausnahmen abgesehen – verkünden liberalität und das nennen sie freiden obwohl es sich um faulen frieden handelt. sie machen auf sozial und zeigen sozialprojekte vor und nennen das gerechtigkeit, während sie gleichzeitig das gigantische schlachtfest an ungeborenen üerhaupt nicht mehr zur kenntnis nehmen.
zu luther: der mann hat das kind mit dem dreck im bade ausgeschüttet. häte er versucht den drekc herauszuschütten, das hätte ich nachvollzogen. christus aber musste mit heraus und durfte sich dann von ihm vereinnahmen lassen, weil ansonsten eine ganz tiefe kirchenspaltung gar nicht möglich gewesen wäre. luther ist kein guter berater!!
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#4   Lutheraner   18:10:43 | Samstag, 24. November 2007
Alle Räder stünden still, …
Dem EKD-Ratspräsidenten Wolfgang Huber sei es auch damit gelungen, dem Protestantismus in Deutschland neues Profil zu geben.
Häää? Gehörte das nicht in die Abteilung Humor? Nur noch 3,9 % der 26 Mio. Protestanten gehen in die Kirche.
[link]Wenigstens da arbeiten die Kirchen mal zusammen[link]EineStadtverkauftihreSeele[link]
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#3   Pünktchen   17:17:24 | Samstag, 24. November 2007
„verkappt“
Und wer steckt unter dem Käppchen „Spätmerker“? Etwa ein Altbekannter??? :-S
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#2   Spätmerker   17:07:23 | Samstag, 24. November 2007
Diese Hochkirchlicher sind…
…nichts anderes als verkappte Rosenkreuzer.
Vorsicht! :-@
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#1   Horst Metzker   16:23:29 | Samstag, 24. November 2007
Nicht die Säkularisation erschreckt, sondern
der Erklärungsnotstand der Kirchen.
1.) Beichte.
Nach wie vor glaubt der Katholik der heutigen Zeit, daß der Pfarrer nur aushorchen will, und ähnliches. (Sünden)
Dabei hat man sehr früh in der Kirche erkannt, daß der Mensch ein Ventil für seine Ängste und Nöte braucht, die er heute beim Psychiater loswerden versucht, in Folge teure Medikamente. Dabei geht es bei vielen psychischen Erkrankungen nur darum, daß man niemand kennt, dem man sein Herz ausschütten kann. Ein öffnen der Seele, das der Mensch von Zeit zu Zeit braucht, um wieder geistig frei atmen zu können. Leider ist die Kirche nicht in der Lage, dieses Angebot dem Menschen zu vermitteln, bzw. viele Priester sind selbst daran, unterstelle in Unkenntnis, nicht interessiert.
2.) Familie.
Ich bin altmodischer Hetero, und suche auch nicht den Zeitgeist der meint, daß andere Lebensformen auch Familie sein können. Nie habe ich gehört, gelesen, gesehen, oder hatte eine Eingebung, die mir sagte, daß gleichgeschlechtlich, auch Kinder hervorbringt.
Immer nur Stecker, Steckdose, Strom, also Energie.
Ich habe bestimmt Verständis für Homosexuelle, denn alle Menschen sind Gottes Kinder, und so sehe ich es auch. Doch wenn 2 Homo zur Befriedigung ihrer familiären Gefühle ein Kind von Heteros adoptieren wollen, dann hört schon irgendwann der Spaß auf. Ein Kind braucht Mama und Papa zur gesunden Entwicklung!
3.)
Sich mit den Problemen der Zeit auseinander zu setzen, ist Aufgabe der Kirche, die angeblich Gott dient.
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