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Sonntag, 25. November 2007 11:41
Dann habe ich endlich diesen bösen Haß losgelassen
„Das war mein Schmerz und mein Zorn und mein Kummer, weil der Tod mich in die andere Richtung riß.“ Von Esther Maria Stallmann, Vatican Magazine.
Esther Maria Stallmann
Esther Maria Stallmann
(kreuz.net) Ich schreibe hier drumherum, wie ich mich Gott wieder zugewandt habe. Warum ich heute glaube, mehr als früher, viel mehr und sicherer und nie enttäuscht wurde und glücklich bin von ihm.

Der Grund dafür ist, daß ich nicht weiß, wie es eigentlich war. Ich hatte keine Erscheinung, ich habe keine tränenreiche Geschichte, in der ich sagen könnte „ … und dann habe ich endlich diesen bösen Haß losgelassen und mein Leben ganz Jesus gegeben und bin seitdem nicht mehr in die Disko gegangen und hab aufgehört zu rauchen …“. So eine Geschichte gibt es nicht bei mir.

Ich glaube, diese ganzen drei Jahre waren so, wie ich die intime Ansprache von Gott in gewissen Momenten beschrieben habe. Meine Seele hatte ihren Kopf in seine Richtung gedreht, schon lange vor Papas Krankheit. Und lächelte.

Die Maiausgabe des 'Vatican Magazine'
Die Maiausgabe des ‘Vatican Magazine’
Und das war mein Schmerz und mein Zorn und mein Kummer, weil der Tod mich in die andere Richtung riß. Irgendwann habe ich nachgegeben. Ich hab dem Schönen nachgegeben, weil ich eine Neigung dazu habe. Ich habe mich nicht getröstet und Papas Tod irgendwie erklärt.

Viel mehr und wichtiger: Ich habe verstanden, daß ich keine Ahnung von der Welt, unserem Leben und der ganzen Geschichte meines Lebens habe … keine, überhaupt keine, null Ahnung.

Das zu begreifen hat mich, glaube ich, befreit. Ich verstehe Leid nicht. Aber ich verstehe, daß Gott immer da ist. Und er ist immer schön, er ist immer Liebe.

Er steht nicht unabhängig in seiner Welt, und ich schaue auf ihn, sehe Liebe, dreh mich um und sehe Leid. Nein. Ich bin in der Welt, meine Seele antwortet ihm. Darin gibt es kein Leid und keine Angst und Verzweiflung – gibt es wirklich nicht.

Ich habe oben über diese Momente gesprochen, und niemand würde behaupten, daß man in diesen Momenten realitätsfern ist.

Ich glaube, daß sie Wahrheit sind, daß sie das rechte Verhältnis zu der Welt schaffen. Dafür muß man seinen Willen lassen, etwas anderes zu tun, als sich zu Gott zu verhalten.

Dafür muß man sich eingestehen, daß man keine Ahnung hat von der Welt und seinem Leben und dem, wie man selber ist und sein soll, denn was kann ich schon denken?


Auszug aus einem Artikel der Maiausgabe des ‘Vatican Magazin.

Letztes Mal: Vor einem Jahr ist mein kleiner Bruder gestorben
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
6. Dann habe ich endlich diesen bösen Haß losgelassen
2 Lesermeinungen:
Dienstag, 27. November 2007 09:49
Nachtlaterne: und es ist wahr…
…dass die sünde eine gewaltige trennwand zwischen gott und dem menschen ist und dass diese trennwand ohne eine echte beichte nicht mehr eingerissen werden kann und somit die geister der fremdbestimmung, die aus dem inneren sumpf und morast ohne wenn und aber aufsteigen und aus den menschen gleichgültige, gierige und lieblose lebende tote machen, den menschen beherrschen, ohne dass dieser es wahrhaben will. wir kennen also nur unser merkwürdiges dasein, nicht aber das licht der liebe, weil es nicht in uns ist. das es nicht in uns ist, das kann man schnell beweisen. belege gibt es mer als genug! wer ist noch in der lage zur kritischen selbstkontrolle? in dem wort selbstverwirklichung liegt die wahrheit, wenn man dieses wort wortlich übersetzt: sich selbst verwirken! wir haben ohne das leben selbst, also ohne gott, keinen zugang zu leben und zur liebe! wir müssen also vorab unsere gleichgültigkeit, unseren falschen stolz und unsere gier besiegen lassen und uns dann in demut vor gott üben. wie weit sind wir vom ziel entfernt!
Sonntag, 25. November 2007 14:21
matt2 †: man kratzt an der Oberfläche…
und will doch in die Tiefe vordringen. Ich habe immer versucht offen zu sein für jede Regung, jede Empfindung, jeden Traum den ich empfing, dass ich dem nachgehe es versuche zu halten und mich daran zu erheben. Das war mir wichtiger als die äußeren Anforderungen, wichtiger als Ausbildung und Arbeit, wichtiger als ein konkretes Dasein mit eigener Familie, das konnten andere.

Denn hier fühlte ich mich in der Tiefe der Seele betroffen. Hier erging der Ruf an mich. Hier war die Liebe meine Sache, nicht die eines anderen, hier fühlte ich meine Größe und Besonderheit, um die ich in der Aussenwelt vergeblich rang.

Manchmal denkt man dann, wie wäre das gewesen, oder welcher Mensch wäre ich geworden. Auch das Gefühl des Verlustes drängt sich einem auf. Ich glaube, irgendwann kommt für jeden die Zeit, wo er mehr zurückschaut und in der Vergangenheit lebt, nach vertanen Gelegenheiten forscht und dem Wesen, das darin verschüttet liegt. Wieviel Erfahrung braucht der Mensch? Wie oft muss er um den Erdball reisen um sich selbst zu finden? Mir war das nie ein Anliegen. Nur diese Empfindungen, die haben mich stets fasziniert.

Als alle Welt ihren Weg ging, blieb der matt ein Träumer und hing in den Wolken. Ich spiele in dieser Welt keine Rolle, oder ich spiele eine Rolle von universeller Tragkraft. Aber einordnen will ich mich nicht.

„And they say that a hero can save us.
IM NOT gonna stand here and wait.
I’ll hold onto the wings of the eagles.
Watch as we all fly away.“
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