12:36:40 | Samstag, 5. Februar 2005
Vor einigen Tagen veröffentlichten Seelsorger des Dekanates Rorschach im Bistum St. Gallen eine generelle Einladung zur Interkommunion. Der Bischofsvikar der Diözese verurteilte diesen Schritt als „absolut unverantwortlich“.
(kreuz.net, Rorschach) In der Online-Ausgabe des St. Galler Tagblatts vom Samstag hat sich der Bischofsvikar
der Diözese St. Gallen, Domdekan Markus Büchel, zur
„eucharistischen Einladung“ des Dekanates Rorschach
geäußert: „Es ist absolut unverantwortlich, so etwas in die Welt zu setzen.“ Mit „so etwas“ meint der
Prälat die freundliche Einladung des Rorschacher Dekanates an jedermann – unabhängig von Glauben, Religion
oder Konfession – an der Eucharistie teilzunehmen. Rorschach liegt am Bodensee, unweit der Grenze zu Deutschland
und zu Österreich.
Am 2. Februar veröffentlichte die Lokalzeitung „St. Galler Tagblatt“ einen Brief
der Rorschacher „Seelsorgerinnen und Seelsorger“. Darin werden Nichtkatholiken und Nichtchristen eingeladen,
bei der Heiligen Messe „mitzuessen“. Denn, so die Begründung, auch Jesus habe mit allen möglichen Leuten
gegessen. Und selbst Papst Johannes Paul II. bezeichne die „eucharistische Gastfreundschaft“ als „Grund
der Freude“.
Diese Erklärung sei absolut unverantwortlich, empörte sich der für die diözesane Pastoral
verantwortliche Bischofsvikar. Die Seelsorger hätten nicht einmal zwischen dem Christentum und anderen
Religion unterschieden.
Wie es scheint, bezieht Bischofsvikar Büchel sein Urteil nur auf die Einladung
von Nichtchristen zur heiligen Kommunion: Nichtkatholische Christen bekämen durchaus die Kommunion, sofern
sie diese wollten: „In der konkreten Situation weisen wir niemanden zurück.“ Denn, „wir können im Einzelnen
nicht überprüfen, ob jemand katholisch, evangelisch oder konfessionslos ist.“
Der Bischofsvikar brachte
seine Besorgnis zum Ausdruck, daß nach der unglücklichen Stellungnahme des Rorschacher Dekanates wieder
Stimmen laut würden, die den Laientheologen theologische Inkompetenz vorwerfen und sie deshalb abschaffen
wollten.
Die Pastoralreferentin Beatrice Mock, eine der Hauptinitiatoren der „herzlichen Einladung“,
zeigte sich von der Stellungnahme des Bischofsvikars irritiert. Zwar werde die Kommunion an alle ausgeteilt,
aber eine explizite Einladung werde als ‘absolut unverantwortlich’ bezeichnet. „Warum darf nicht laut
gesagt werden, was man ohnehin macht?“
Sie und die anderen Seelsorger, welche die Einladung unterzeichnet
hätten, plädierten für mehr Ehrlichkeit, Mut und Realitätssinn.
Eine Katechetin aus dem Rorschacher
Dekanat pflichtete der Stellungnahme der Pastoralreferentin bei. Bischofsvikar Büchel könne nicht den
Aufruf zur Interkommunion als „absolut unverantwortlich“ abwerten und gleichzeitig die gegenwärtige Praxis
gutheißen.
„Einerseits sieht Büchel die pastorale Not und die Unmöglichkeit, die Kommunion Andersgläubigen
vorzuenthalten, andererseits predigt er scharf dagegen. Als Katechetin ist seine Kritik für mich unverständlich.“
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Pelagius 12:44:23 | Sonntag, 6. Februar 2005
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Bruno-Maria Schulz 09:37:00 | Sonntag, 6. Februar 2005
#5
Bruno-Maria Schulz 09:35:14 | Sonntag, 6. Februar 2005
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Dolfus 18:41:49 | Samstag, 5. Februar 2005
#3
Bruno-Maria Schulz 17:11:27 | Samstag, 5. Februar 2005
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spectator † 14:12:13 | Samstag, 5. Februar 2005
#1
Pelagius 13:08:43 | Samstag, 5. Februar 2005