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Sonntag, 25. November 2007 14:31
Der Gottesstaat ist gut für’s Seelenheil
Die Verfassung Spaniens unter General Francisco Franco kam dem katholischen Staatsideal viel näher als der gegenwärtig allgemein praktizierte staatliche Atheismus.
Eröffnung eines neuen Priorates in Hamburg Mitte Oktober, rechts: Pater Franz Schmidberger
Eröffnung eines neuen Priorates in Hamburg Mitte Oktober, rechts: Pater Franz Schmidberger
(kreuz.net) Die Ablehnung der Religionsfreiheit bedeute nicht, daß man Menschen zwingt, katholisch zu werden.

Das erklärt der deutsche Distriktsobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Pater Franz Schmidberger, im jüngsten Vorwort des monatlich erscheinenden ‘Mitteilungsblatts’ seiner Gemeinschaft.

Der Pater unterscheidet eine radikale und eine gemäßigte Religionsfreiheit.

Die radikale Religionsfreiheit besage, daß der Mensch jeder beliebigen Religion anhangen und nach seiner eigenen Facon selig werden könne. Das lehne „selbst“ das Zweite Vatikanum ab – so Pater Schmidberger.

Pater Schmidberger im Gespräch mit Gläubigen
Pater Schmidberger im Gespräch mit Gläubigen
Die gemäßigte Religionsfreiheit betrifft das Verhältnis des Staates zur Religion. In diesem Bereich behauptet das Zweite Vatikanum, daß der Mensch ein Recht auf Religionsfreiheit besitze.

Pater Schmidberger stellt klar, daß der Mensch vom Staat nicht zum Glauben gezwungen werden kann: „Umso mehr, als die Annahme einer Religion ein innerer Verstandes- und Willensakt ist und damit überhaupt nicht erzwungen werden kann.“

Falsch liege das Zweite Vatikanumm, wenn es sagt, daß der Staat niemanden am öffentlichen Bekenntnis einer Religion hindern dürfe – so Schmidberger: Der Staat müsse nicht jede Religion – ob wahr oder falsch – öffentlich wirken lassen:

„Die so verstandene Religionsfreiheit ist nichts anderes als eine religiöse Indifferenz des Staates.“

Für den Distriktsoberen ist das die Ausrufung des staatlichen Atheismus oder wenigstens des Agnostizismus.

Pater Schmidberger zitiert mehrere vorkonziliare Dokumente des Lehramts, die diese Religionsfreiheit verurteilen.

Die Verfassung Spaniens unter General Francisco Franco († 1975) habe die katholische Lehre vorbildlich umgesetzt.

Pater Schmidberger zitiert aus dem sechsten Artikel dieser Verfassung:

„Bekenntnis und Ausübung der katholischen Religion, welche die Religion des spanischen Staates ist, genießen offiziellen Schutz. Niemand darf wegen seines religiösen Glaubens oder der privaten Ausübung seines Kultes beunruhigt werden. Es sind keine anderen äußeren Zeremonien oder Kundgebungen erlaubt als die der Staatsreligion.“

Zusammenfassend erklärt Pater Schmidberger die Folgewirkungen der vom Zweiten Vatikanum proklamierten Religionsfreiheit:

• Sie leugnet Gottes allumfassende Herrscherrechte.
• Sie entthront unseren Herrn Jesus Christus als König der Gesellschaft.
• Sie stellt die Kirche auf dieselbe Stufe mit den falschen Religionen.
• Sie bewirkt die Entchristlichung der Gesellschaft.
• Sie führt die Menschen zur religiösen Gleichgültigkeit.
• Sie begünstigt nicht die Bekehrung der Seelen zur wahren Religion, sondern eher ihr Verbleiben in den falschen Religionen.


Als praktische Beispiele nennt Pater Schmidberger den Glaubensabfall in den früher katholischen Staaten Italien und Spanien sowie den Massenabfall der Gläubigen in Südamerika, die in Scharen zu protestantischen Freikirchen überlaufen:

„Der Schaden für die Sache Gottes und das ewige Heil der Seelen könnte nicht größer sein.“

© Bilder: Piusbruderschaft
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 125 Lesermeinungen:
Dienstag, 4. Dezember 2007 18:11
methusalix: Haben Sie es immer noch nicht begriffen?
Denn die Entlassung des Chefredakteurs würde ja sofort als Zensurmaßnahme etc von anderen Medien und Privatpersonen (vermutlich auch von Ihnen) scharf kritisiert.
Die römisch katholische Kirche ist ein Tendenzbetrieb;(noch dazu einer, in dem der alleroberste Chef das absolute sagen als Gesetzgeber, Richter und Gerichtsvollzieher hat. So eine Machtfülle finden Sie sonst nur noch bei sinistren Diktatoren und in Despotien wie eben China.) als solcher entscheidet der Inhaber über den Chefredakteur. Wenn ihm die Schreibe des Chefredakteurs nicht passt, dann fliegt der eben. So einfach ist das.

Zensur, wie sie hier immer behauptet wird, ist etwas anderes. Wenn zum Beispiel ein Gottesstaat wie der Iran, oder ein nicht ganz so liberaler Staat wie der Sudan, um es mal euphemistisch auszudrücken, missliebige Meinungen VÖLLIG UNTERDRÜCKT.

Da aber in Deutschland katholische Meinungen, auch erzreaktionäre und stockkonservative Meinungen, wie die von Mixa, Meisner, Laun und Co NICHT unterdrückt werden, findet eine Zensur eben NICHT STATT. Wir dürfen auf die nächste nicht-Zensur eines Mixa-Wortes schon alle gespannt sein. Jüngst hat er sich wieder als glühender Frauenfeind decouvriert.

PS: Dass Meisner und Konsorten allerdings Ihre frauen- und kinderfeindlichen Angriffe nicht unwidersprochen absondern dürfen, daran müssen Sie, Vineta und Sie Benedikt sich gewöhnen, das ist genau so Bestandteil der öffentlichen Debatte wie meine Stellung hier als virtueller „Kinderschlächter“.
Dienstag, 4. Dezember 2007 14:19
Benedikt: @ methusalix
Wer die absolute Macht hat, hat auch die absolute Verantwortung. Es ist zwar rührend, wie Sie den Papst in Schutz nehmen, dass er es nicht beeinflussen konnte, aber völlig unsinnig. Ein Federstrich des Papstes und der Chefredakteur ist weg.

Richtig, und an diesem Beispiel können Sie dann schön den Unterschied zwischen Theorie und Praxis der Machtausübung nachvollziehen. Denn die Entlassung des Chefredakteurs würde ja sofort als Zensurmaßnahme etc von anderen Medien und Privatpersonen (vermutlich auch von Ihnen) scharf kritisiert. Bevor amn solches in Kauf nimmt fragt man sich also lieber drei Mal, ob es wirklich nötig ist.
Dienstag, 4. Dezember 2007 07:18
methusalix: Das Gegenteil der Meinungsfreiheit ohne Zensur, wie sie hier praktiziert wird …
… können Sie in Diktaturen und Despotien erleben, also dort, wo Sie bei Veröffentlichung einer missliebigen Ansicht (wenn Sie sie überhaupt in die Öffentlichkeit bringen können) mit schlimmerem rechnen müssen, als von den grossen Publikationen missachtet zu werden. In China zum Beispiel.

So wie ich nicht verlangen kann, dass meine Meinung an prominenter Stelle im L’Osservatore Romano gedruckt wird, können Sie nicht verlangen, dass Ihre Ansichten gross in Zeitungen gedruckt werden, die mit Ihrem Weltbild nicht überein stimmen (man nennt das Tendenzbetrieb und die römisch-katholische Kirche ist einer).
Und Ihr Weltbild scheint mir doch ein ziemlich abstruses zu sein, wenn Sie ernsthaft die Meinungsfreiheit in D, A oder CH in Frage stellen wollen, oder eine Zensur sehen wollen. Allerdings sollten so reaktionäre Blätter wie die Tagespost oder die Publikationen von Frau Meves und Frau Kuby, die doch einen grossen Leserkreis erfassen, Ihren Intentionen entsprechen. Sie sehen also, dass man druchaus eine Meinung unter den Menschen WEIT verbreiten kann, auch wenn sie den Ansichten der „68er Meinungsdikatoren“ diametral entgegen steht. Dass nicht jeder diesen Quatsch hören will, steht auf einem anderen Blatt. So wie es keine Zensur gibt, gibt es auch keinen Zwang sich Ihre stockkonservativen Ergüsse ständig zu Gemüte führen zu müssen.

Beleidigungen allerdings, fallen NICHT unter die Meinungsfreiheit; wobei darüber, was beleidigend ist, im Zweifelsfall ein Gericht entscheidet.
Dienstag, 4. Dezember 2007 01:26
Vineta: @ methobelix und seine freiheitlich verfaßte Demokratie Teil III
1) Was soll Ihr dauerndes Gerede , eine Zensur fände nicht statt, ich könnte mich ja hier frei äußern? Bei kreuz.net bisher, d.h. 77mal, ja!!!Bei anderen Zeitungen verschwindet der größte Teil aller Meinungsbeiträge im Orkus, und man frägt sich, wieso die sog. Administratoren abends noch in den Spiegel schauen können, wenn sie tagsüber alles Qualifizierte aussondern und fast nur konformistischen Schwachsinn veröffentlichen lassen. Alle auflagestarken Zeitungen gehören der SPD oder Union oder sind linkschaotischen Gruppen hörig. Wo UNABHÄNGIG drauf steht, ist Abhängigkeit drin. Der Unterschied zwischen der heutigen Presse und dem Völkischen Beoachter ist ???

2)Für Ihre Sektlaune beim Einschätzen der Meinungsfreiheit gibt es genau drei Erklärungen:

a)So ein brav angepaßter Musterknabe wie Sie, der im vorauseilenden Gehorsam hier sogar falsch schreibt, kann einfach nicht mitbekommen, was faul ist im Staate „Dänemark“.(Aber man soll die Hoffnung bei solchen Leuten nicht ganz aufgeben, wenn sie doch immerhin erkennen, daß das Sich-Drücken um nen Federstrich Feigheit ist).

b) Sie sind ein Konformist aus Berechnung, da Sie zu den Profiteuren dieses Systems gehören.

c) Sie wissen sehr wohl Bescheid über die Pseudomeinungsfreiheit und treten genau deshalb hier nur als der dumme August auf.

3) Ihr Eingehen auf das Keulen bzw. die Keulen über unseren Köpfen, mit der Friedhofsruhe verordnet wird, ist so was von abwegig! Zu solchen alles mißdeutenden Kaspereien schweigt man besser.
Montag, 3. Dezember 2007 23:13
Graf von Galen: Für ein freies und heiliges Deutschland, @ Benedikt
Na, wenn das als Erziehung gilt, dann ist ja alles in Butter. Da es auch Religionsunterricht an den Schulen gibt und Sendeplätze für die Kirchen im Fernsehen, erzieht der Staat ja im Sinne der katholischen Religion mit.
Wenn Sie den z.Zt. in deutschen Schulen erteilten
Religionsunterricht für katholisch halten, ist Ihnen
wohl wirklich nicht mehr zu helfen.

Solche Auffassungen nutzen nichts, wenn man in weitgehend areligiösen Gemeinschaften lebt. Soll ich mich jetzt mein ganzes Leben einen religiösen Staat fordern
Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Man muß immer
das Ideal anstreben, selbst wenn es klar ist, daß dieses
b.a.w. nicht zu erreichen ist. So muß man sich immer
bemühen ein sündenfreies Leben zu führen, auch wenn
klar ist, daß man dies niemals hier auf Erden erreichen
wird.
Montag, 3. Dezember 2007 19:43
obelix: @Vineta @Benedikt
Aber sie empfinden bei dieser Politik das unnötige Leiden von Millionen nicht so, als ob es das eigene wäre, und es überkommt sie kein unbeschreiblicher Zorn über Politiker, die das kalt läßt, …

Die zuständigen Kommunalpolitiker haben meinen Zorn schon zu spüren bekommen. Siehe oben.

… weil sie wie meistens damit beschäftigt sind, die Steuergelder zu verpulvern für –-man merkt, Sie ahnen’s nicht, wissen ‘s nicht und wollen es lieber nicht wissen.

Deswegen bin ich da sehr aktiv. Wie ich schon schrieb, sehr zum Ärger der Kommunalpolitik, die ein Olympiastadion bauen wollten.

@Benedikt

Der Past hat in der römisch-katholischen Kirche, die ja eine absolutistisch verfasste Monarchie ist mit hierarchischer Gliederung, den absoluten Primat.

Wer die absolute Macht hat, hat auch die absolute Verantwortung. Es ist zwar rührend, wie Sie den Papst in Schutz nehmen, dass er es nicht beeinflussen konnte, aber völlig unsinnig. Ein Federstrich des Papstes und der Chefredakteur ist weg.
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