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Montag, 26. November 2007 11:56
Die lustvolle Sexualität darf nicht fehlen
Die Welle der Mülltrennungs- Gottesdienste, die auf ökologiebegeisterte Kinder zugeschnitten waren, ist bereits wieder abgeebbt. Von Hubert Hecker.
Ausschnitt der Webseite der Jugendkirche im Bistum Limburg
Ausschnitt der Webseite der Jugendkirche im Bistum Limburg
(kreuz.net) Das Evangelium vom Reich Gottes ist unter der Hand der Theologen zu einem weltlich-utopischen Menschenwerk verkommen.

Reich Gottes – das bedeute einfach eine Welt, in der Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung herrschen. Das ‘Reich’ müsse als das Ziel der Geschichte hergestellt werden.

Wenn man die Programme in deutschen Diözesen und kirchlichen Bildungshäuser durchsieht, stellt man fest, daß der säkulare Reichsgedanke das Tun weiter kirchlicher Kreise beherrscht.

Die Jugendkirchen sind ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Kirche zu einem Tummelplatz für verschiedene diesseitige Interessen gemacht wurde.

Die Limburger Jugendkirche ‘cross over’ stellte sich bei ihrer Einführung als Ersatzdisko vor – als ein Ort, „wo dich deine Freunde hin abschleppen, du abgefahrene Aktion erlebst, Partys feierst. Dort kannst du skaten, sprayen, abtanzen, feiern, Theater, Musical, Bandauftritte, HipHop – Gottesdienst, chill out …“

Inzwischen bieten zahlreiche Jugendkirchen ein breitgefächertes Programm.

Es bewegt sich zwischen sozial nützlichen Lernangeboten und Spiel-, Spaß-, Spannungskomponenten:

Kletterkurse und Hochseilgarten, Entspannungs- und Meditations-Wochen, Konfliktlösungs- und Anti-Mobbingkurse, Berufsberatung und Bewerbungstraining sind im Angebot.

Bei diesen Angeboten darf die lustvolle Sexualität natürlich nicht fehlen: „No love, no fun“ – heißt die entsprechende Programmeinlage der Limburger Jugendkirche bei den Orientierungskursen für Schulabgänger.

Bei vierzehntäglichen Jugendmessen sollen die Jugendliche sich und die „lebensrelevanten Themen ein Stück weit einbringen“.

Das Programm der kirchlichen Selbstverweltlichung wird von berufsjugendlichen Eventmanagern, die von den bischöflichen Ordinariaten beschäftigt werden, als „niederschwelliger Einstieg“ für kirchenferne Jugendliche verkauft.

Doch mit dem von Christus verkündigten Reich Gottes hat das alles wenig zu tun.

Die Jugendkirchenmacher verstehen das „Reich“ so, wie der Theologe, Pater Karl Rahner († 1984) das Christsein definierte: Dazu gehört jeder, „der ernsthaft sein Dasein betreibt“.

Kürzlich wurde in der Limburger Jugendkirche ein Schöpfungstag abgehalten.

Eine Schulklasse baute bei dieser Gelegenheit einen Bachlauf im Kirchenraum. Der Bachlauf war natürlich unreguliert, um die Bewahrung der Schöpfung zu demonstrieren.

Dagegen ist die Welle der Mülltrennungs-Gottesdienste für Kinder, die von ökologiebegeisterten Pastoral-Laiinnen losgetreten wurde, schon wieder abgeebbt.

Der politisch uminterpretierte Reichsgedanke beschränkt sich nicht auf den eigenen Kirchturm:

„Das Reich Gottes ist nicht indifferent gegenüber den Welthandelspreisen“ – erkannte bereits das Hauptdokument der Würzburger Synode (1971-1974) im fernen Jahr 1974.

Bis zum heutigen Tag weiß keiner genau, was der Spruch mit der doppelten Verneinung eigentlich sagen wollte. Aber er beruhigte das globalisierungskritische Gewissen.

Wer bei ‘Lidl’ „fair trade“ Honig aus der Dritten Welt kauft, der trägt seinen Teil zu einem neuen Reich von weltweiter Gerechtigkeit bei. Wenn dann noch das Rohöl fair gehandelt wird, wird es auch im Nahen Osten sicherlich bald Frieden geben.

Mit der Phantasie-Frage „Was würde Jesus heute tun?“ versuchen altprogressive Laien das Reich Gottes an die Ziele radikaler Vereinigungen wie der Antiglobalisierungs-Organisationen ‘attac’ anzunähern.

Im Bistum Limburg haben sich mehrere kirchliche Gruppierungen auf einen globalisierungskritischen Demonstrationsweg gemacht, um aus dieser „ungerechten Welt eine andere Welt möglich“ zu machen.

Dabei glauben sie „dem Beispiel Jesu“ zu folgen, „der die Tische der Geldwechsler und Opfertierhändler im Tempel umgestoßen hat, der römischen Herrschaft Widerspruch entgegengesetzt und eine Alternative radikal gelebt hat“.

Papst Benedikt XVI. kritisiert diese säkular-utopische Reichsidee in seinem Jesus-Buch als Verdrehung des „Evangeliums vom Reiche Gottes“.

In diesem Konzept sei Gott verschwunden: „Es handelt nur noch der Mensch. Der christliche Glaube wird auf politische Ziele hin finalisiert“ – so der Papst.

Ein Eindruck aus der protestantischen Jugendkirche Stuttgart
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Mittwoch, 28. November 2007 01:01
Josef Preßlmayer: Heiliges Messopfer mitgestalten?
Liebe „Regina 1961!“ Habe einen langen Tag hinter mir – einiges wird sich demnächst in „kreuz.net“ niederschlagen, möchte aber trotzdem noch antworten.

Wenn Sie sich wohl fühlen in dieser Messe, möchte ich Ihnen das nicht ausreden.

Es freut mich, dass Sie auch bei der Kommunion und beim Segen knien.

Bei der Handkommunion besteht die Gefahr, dass Teile der Hostie auf der Hand zurückbleiben, die sonst in der Patene aufgefangen werden.

Aber dazu wäre noch sehr viel zu sagen. Sie ist auch ein unmittelbarerer Empfang des Leibes des Herren als wenn man ihn dann noch von von einer Hand in die andere geben muss.

Wenn Sie noch kleinere Kinder haben, werden Sie wahrscheinlich viel jünger sein als ich. Wahrscheinlich ist 1961 Ihr Geburtsjahr, meines ist 1942.

Ich bin noch als Kind mit der alten Messe aufgewachsen. Diese verbindet sich wohl auch mit den Erinnerungen an die Kindheit, wo noch ein voller Gesang in der Kirche war und mit „Wohin soll ich mich wenden“ begonnen und mit „Herr Du hast mein Fleh’n vernommen“ geendet wurde, ein Lied das mir immer einen Adrenalin-Stoß beschert hat.

Das alles ist vorbei und Sie sind mit der Neuen Messe aufgewachsen, die auch ihre guten Seiten hat.

Nur zur Bühne der Selbstdarstellung sollte sie nicht werden. Das meinte der Autor im Wesentlichen und das ist auch meine Sorge.

Das Anbiedern an die „no love, no fun“ Assoziationen finde ich peinlich für eine kirchliche Website.

Zu Kurt K.: Treue ist für mich an einen einzigen Menschen gebunden!
Dienstag, 27. November 2007 16:53
Kurt K.: @ J. Preßlmayer:
Es ging nicht um „Unzucht“, sondern um Treue.
Dienstag, 27. November 2007 16:06
Lieber Herr Preßlmayer,
Solange Sie auch den höflichen Ton beibehalten können wir gerne weiterdiskutieren. Auch wennn Sie sich als Fudamantalist bezeichnen. Ich schlage nur scharfe Töne an, wenn ich merke, daß mein Gegenüber sich im Ton vergreift. Oder an der Wahrheit. (Bitte jetzt keine philosophische Abhandlung über dieses Thema!) Sie werden es mir vielleicht nicht glauben, aber auch ich empfange die Kommunion und den Segen knieend. Und das in einem NOM. Und es gibt noch mehr Gläubige in unserer Gemeinde, die das ebenfalls so praktizieren. Und kein Mensch, wirklich keiner regt sich darüber auf. Allerdings nehme ich auch die Handkommunion. Was ist daran denn so schlimm? Ich kann mit dem Ehrfurchtsgetue einiger Leute nichts anfangen. Wenn ich an früher denke, wie einige Gläubige in meiner Heimatgemeinde die Mundkommunion empfingen, und hinterher in der Dorfkneipe sich beim Frühschoppen haben vollaufen lassen und dann nach Hause kamen und Frau und Kinder verprügelten… Da ist mir eine „ehrliche“ Handkommunion schon lieber. Und sie kann genauso würdevoll sein wie eine MK. Dies ist nur ein Beispiel von vielen. So, meine Kinderschar ruft. Bis dann!
LG Regina1961
Dienstag, 27. November 2007 14:54
Josef Preßlmayer: „Lust deine Ideen – zum Vorbereiten der Jugendgottesdienste – mit einzubringen?
Liebe Frau „Regina 1961“! Ich habe mir diese Homepage noch einmal angeschaut. Offensichtlich kann dort jeder seine Ideen zur Gestaltung des Gottesdienstes einbringen!

Es gibt aber eine klare Norm, den Meßkanon!

Hier wird den Jugendlichen nicht mehr und nicht weniger versprochen, als dass sie den Gottesdienst mitgestalten können!

Ich gehe davon aus, dass sich diese Mitgestaltung nicht auf die Art der Lieder und die Zahl der gesungenen Strophen beschränkt.

Die Luftballons in der Kirche erinnern mich an einen Jahrmarkt!

Ich bekenne, dass ich mich als katholischer „Fundamentalist“ betrachte, hoffe aber trotzdem, dass Sie mich weiter so respektvoll behandeln, wie bisher.

Ich möchte knieend mit Gott kommunizieren, bei der Wandlung und beim Segen ebenfalls.

In Gmünd bin ich der einzige, der kniet, in Nagelberg knieen noch ein Großteil und es gibt auch eine Kommunionbank. Der Priester dort kommt aus dem „erzkonservativen“ Kloster St. Josef im Wienerwald, was mir sehr zusagt und wofür ich sehr dankbar bin, denn so lustig ist es nicht, beim Segen allein zu knien.

Auch bei der Gebetsvigil zum Krankenhaus Gmünd bin ich zuweilen allein. Doch auch die Babys dort müssen allein sterben und ich opfere mein Alleinsein dort auf.

Zu Bischof Kamphaus fällt mir ein, dass er die Tötungslizenz, den „Beratungsschein“ am längsten verteidigt hat. Die vielen Babys, die er am Gewissen hat, werden ihn vor dem Angesicht Gottes ansehen!

Zu Kurt K: Intime Beziehung außerhalb der Ehe ist Unzucht!
Dienstag, 27. November 2007 12:05
Don Camillo: Dem Pfarrer
werden andauernd aus dem Obstgarten Früchte gestohlen. Er stellt ein Schild auf: „GOTT sieht alles!“
Am nächsten Tag steht darunter: „Aber er petzt nicht!“
Dienstag, 27. November 2007 08:23
Regina 1961: @preßlmayer
Lieber Herr Preßlmayer,
„no love, no fun“ habe ich nirgends gelesen. Wie gesagt, ich kenne auch dieses ominöse Blättchen nicht, was angeblich ausgelegen hat. Ich habe schon des öfteren Jugendgottesdienst in cross-over mitgefeiert, und diese Gottesdienst sind weder würdelos noch irgendwelche event-Partys. Nur weil ein Gottesdienst nicht genau der VOM Vorgabe folgt, ist nicht weniger wertvoll als eine alte Messe. Ich habe auch nichts gegen eine alte Messe. Ich habe auch nichts gegen Traditionalisten. Ich habe nur etwas gegen Fundamentalisten. Und die sind in diesem Forum leider viel zu oft vertreten, und machen es unkatholisch. Wo Fundamentalisten am Werk sind, geht der Glaube verloren. Und nicht nur der! Ich hoffe, Sie haben mich richtig verstanden. Ich unterstelle Ihnen allerdings keinen Fundamentalismus.
LG Regina1961
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