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Sonntag, 6. Februar 2005 08:41
kreuzmeldungen
Der Papst wollte nicht verzichten + Oberrabbiner: Flutwellenkatastrophe ist Rache Gottes + Bischof Küng im Kollegiatsstift Eisgarn + Die Rechte liegen bei der Kirche + Orthodoxer Metropolit seines Amtes enthoben + Schweizer Bischöfe enttäuscht
Der Papst wollte nicht verzichten

Vatikan. Heute Mittag wird der Papst nach dem sonntäglichen Angelus auf dem Petersplatz vom Spitalbett aus den Apostolischen Segen erteilen. Dies berichtete der Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro Valls. Die Angelus-Ansprache wird vom argentinischen Erzbischof Leonardo Sandri, dem zweiten Mann im Staatssekretariat verlesen. Der Papst habe aber auf die persönliche Erteilung des Segens nach dem Angelus- Gebet nicht verzichten wollen, erklärte Dr. Navarro Valls. Dagegen wird der Papst am kommenden Aschermittwoch weder die Generalaudienz halten noch die Segnung der Asche vornehmen. Den Platz des Papstes wird der Päpstliche Großpönitenziar, James Francis Kardinal Stafford, einnehmen.

Oberrabbiner: Flutwellenkatastrophe ist Rache Gottes

Israel. Ein ehemaliger israelischer Oberrabbiner betrachtet die südostasiatische Flutwellenkatastrophe als Rache Gottes. Bei der Katastrophe kamen 280.000 Menschen ums Leben. Gott habe die Welt dafür bestraft, daß sie den Abzug von israelischen Siedlern und Soldaten aus dem Gaza-Streifen gutheiße: „Der Allmächtige war auf die Nationen wütend, die Israel nicht halfen und die eine Evakuierung und einen Abzug [von Gaza] wollten… das provozierte die Erde zu beben.“ Das sagte Mordechai Eliahu in einer Schrift, die in tausenden von Synagogen in Israel ausgeteilt wurde. Rechtsextreme Rabbiner gehören zu den Anführern der Opposition, die sich dem beschlossenen Rückzug der israelischen Truppen aus dem Gaza-Streifen widersetzt.

Bischof Küng im Kollegiatsstift Eisgarn

Österreich. Dieser Tage stattete der Diözesanbischof von St. Pölten, Klaus Küng, dem für das laufende Jahr „ruhend“ gestellten Kollegiatstift Eisgarn im nördlichen Niederösterreich einen Besuch ab. Bischof Küng wurde von Propst Ulrich Küchl und seinen insgesamt fünf Kanonikern empfangen. Propst Küchl war letztes Jahr als Regens des Priesterseminars St. Pölten in die Schlagzeilen geraten. Wie aus der Umgebung des Bischofs verlautet, lief die Begegnung in überraschend freundlicher Atmosphäre ab. Das Treffen war auf Wunsch des Kapitels zustande gekommen. Bischof Küng erklärte bei der Zusammenkunft, daß er der Idee eines Kollegiatstiftes prinzipiell positiv gegenüberstehe. Ein Kollegiatstift ist eine frei strukturierte Gemeinschaft von Diözesanpriestern. Das Stift Eisgarn, das in der Diözese St. Pölten als einziges seiner Art existiert, blickt auf eine mehr als 650-jährige Geschichte zurück. Das Priesterkapitel des Stiftes Eisgarn existierte seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr und wurde nur noch durch den jeweiligen Propst repräsentiert. Im Jahre 1997 hat der damalige Diözesanbischof Kurt Krenn das Kapitel wiederbelebt.

Die Rechte liegen bei der Kirche

Mexiko. Ein Privatunternehmen in Mexiko muß aufgrund eines richterlichen Beschlusses mindestens 1,2 Millionen Dollar (930.000 Euro) an die katholische Kirche bezahlen. Dies berichtete Radio Vatikan mit Bezugnahme auf die Nachrichtenagentur EFE. Die Firma hatte Abbildungen der Jungfrau von Guadalupe sowie des Heiligen Juan Diego für Werbezwecke mißbraucht, ohne die Bildrechte zu besitzen.

Orthodoxer Metropolit seines Amtes enthoben

Griechenland. Ein hoher griechisch-orthodoxer Geistlicher wurde am Freitag für sechs Monate von seinem Amt suspendiert. Dem Metropolit Panteleimon von Attika wird vorgeworfen, Antiquitäten geschmuggelt, Kirchgelder veruntreut und Richter bestochen zu haben. „Wenn er uns bis zum Ende dieser Zeit nicht glaubhaft beweisen kann, daß er unschuldig ist, wird er seine Stelle für immer verlieren“, erklärte ein Sprecher der orthodoxen Gemeinschaft Griechenlands im Fernsehen. Presseberichte sprechen davon, daß der Metropolit Vermögenswerte im Wert von mehreren Millionen Euro besitze.

Schweizer Bischöfe enttäuscht

Schweiz. Heute schließen die Schweizer Bischöfe ihren Ad-limina Besuch ab. Zu einem Treffen mit Papst Johannes Paul II. ist es dabei nicht gekommen. „Die Enttäuschung bei den Schweizer Bischöfen sei groß“, erklärte der Informationsbeauftragte der Schweizerischen Bischofskonferenz aus Rom, Mario Galgano, laut einem Bericht von Radio ‘kath.ch’. „Vor allem ist aber auch Traurigkeit da oder Besorgnis um die Gesundheit des Papstes.“ Es sehe gut aus, aber man habe trotzdem eine gewisse Sorge. Zum Abschluß des Ad-Limina Besuches werden die helvetischen Bischöfe heute von der Kongregation für die Glaubenslehre und vom Päpstlichen Rat für die Kommunikationsmittel empfangen. „Es ist eigentlich so, daß der Vatikan offen und respektvoll ist, gegenüber seinen Gästen“, kommentierte Galgano. Morgen Vormittag wird die Bischofskonferenz in Bern über erste Ergebnisse des Ad-Limina Besuches sowie über die Neustrukturierung des Sekretariats der Bischofskonferenz informieren. Ende Dezember war der Generalsekretär, Agnell Rickenmann, überraschend zurückgetreten. Marc Aellen, der stellvertretende Generalsekretär der Bischofskonferenz, hat das Sekretariat schon Ende letzten Jahres verlassen. Der Grund dafür seien persönliche Konflikte gewesen.
2 Lesermeinungen:
Montag, 7. Februar 2005 20:04
Dolfus: Neuer Propst
Kollegiatsstift Ja oder Nein ist für mich keine Frage, habe mich auch zu selten damit beschäftigt und wüßte nicht die genauen kirchenjuristischen Definitionen, wieso und warum.
Grundsätzlich wahrscheinlich eine historische Sache, und die könnte man ja in einem alten katholischen Land wie Österreich bewahren.

Allerdings Propst Küchl, Ja oder Nein, das ist schon eher die Frage.
Dieser Priester hat Diözesanbischof Krenn aufs Glatteis geführt und sein Vetrauen und auch das Vertrauen Bischof-Krenn-treuer Seminaristen zutiefst mißbraucht, indem er sich seine Gespielen ins Seminar geholt hat und mit ihnen ein Geheimleben in eben dieser Einsiedelei geführt hat.
Die Propstei diente – wie jetzt bekannt – als Schwulenrefugium, daneben funktionierte er sie zu einem Kellerbeisel um.

Während er in seiner Doppelrolle als „konservativer“ Regens von Seminaristen strengsten Gehorsam forderte, hat er seinem neuen Bischof diesen verweigert, noch dazu in einer Sache, die selbstverständlich wäre: nach derartigen Skandalen ein Umzug in ein Nonnenkloster.

Propst Küchls Seele ist die ewige Rettung zu wünschen, und seine Entwicklung mag durch die Wirren des Montini-Pontifikates vielleicht zu verstehen sein, aber als Priester sollte er nicht mehr wirken, außer in einem Nonnenkloster.
Montag, 7. Februar 2005 01:00
turk: Eisgarn gehört geschlossen
Prinzipiell ist vieles gut, was das Recht der Kirche ermöglicht. Aber dieses Kapitel in Eisgarn unter Leitung von Propst Küchl mit seinem Mitbruder Rothe gehört baldigst geschlossen. Wieso sollen diese Herren nach dem Skandal in Pölten auch noch violett herumlaufen?
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