Der Papst wollte nicht verzichten + Oberrabbiner: Flutwellenkatastrophe ist Rache Gottes + Bischof Küng im Kollegiatsstift Eisgarn + Die Rechte liegen bei der Kirche + Orthodoxer Metropolit seines Amtes enthoben + Schweizer Bischöfe enttäuscht
Der Papst wollte nicht verzichten
Vatikan. Heute Mittag wird der Papst nach dem sonntäglichen Angelus
auf dem Petersplatz vom Spitalbett aus den Apostolischen Segen erteilen. Dies berichtete der Vatikan-Sprecher
Joaquin Navarro Valls. Die Angelus-Ansprache wird vom argentinischen Erzbischof Leonardo Sandri, dem zweiten
Mann im Staatssekretariat verlesen. Der Papst habe aber auf die persönliche Erteilung des Segens nach
dem Angelus- Gebet nicht verzichten wollen, erklärte Dr. Navarro Valls. Dagegen wird der Papst am kommenden
Aschermittwoch weder die Generalaudienz halten noch die Segnung der Asche vornehmen. Den Platz des Papstes
wird der Päpstliche Großpönitenziar, James Francis Kardinal Stafford, einnehmen.
Oberrabbiner: Flutwellenkatastrophe
ist Rache Gottes
Israel. Ein ehemaliger israelischer Oberrabbiner betrachtet die südostasiatische Flutwellenkatastrophe
als Rache Gottes. Bei der Katastrophe kamen 280.000 Menschen ums Leben. Gott habe die Welt dafür bestraft,
daß sie den Abzug von israelischen Siedlern und Soldaten aus dem Gaza-Streifen gutheiße: „Der Allmächtige
war auf die Nationen wütend, die Israel nicht halfen und die eine Evakuierung und einen Abzug [von Gaza]
wollten… das provozierte die Erde zu beben.“ Das sagte Mordechai Eliahu in einer Schrift, die in tausenden
von Synagogen in Israel ausgeteilt wurde. Rechtsextreme Rabbiner gehören zu den Anführern der Opposition,
die sich dem beschlossenen Rückzug der israelischen Truppen aus dem Gaza-Streifen widersetzt.
Bischof
Küng im Kollegiatsstift Eisgarn
Österreich. Dieser Tage stattete der Diözesanbischof von St. Pölten,
Klaus Küng, dem für das laufende Jahr „ruhend“ gestellten Kollegiatstift Eisgarn im nördlichen Niederösterreich
einen Besuch ab. Bischof Küng wurde von Propst Ulrich Küchl und seinen insgesamt fünf Kanonikern empfangen.
Propst Küchl war letztes Jahr als Regens des Priesterseminars St. Pölten in die Schlagzeilen geraten.
Wie aus der Umgebung des Bischofs verlautet, lief die Begegnung in überraschend freundlicher Atmosphäre
ab. Das Treffen war auf Wunsch des Kapitels zustande gekommen. Bischof Küng erklärte bei der Zusammenkunft,
daß er der Idee eines Kollegiatstiftes prinzipiell positiv gegenüberstehe. Ein Kollegiatstift ist eine
frei strukturierte Gemeinschaft von Diözesanpriestern. Das Stift Eisgarn, das in der Diözese St. Pölten
als einziges seiner Art existiert, blickt auf eine mehr als 650-jährige Geschichte zurück. Das Priesterkapitel
des Stiftes Eisgarn existierte seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr und wurde nur noch durch den jeweiligen
Propst repräsentiert. Im Jahre 1997 hat der damalige Diözesanbischof Kurt Krenn das Kapitel wiederbelebt.
Die Rechte liegen bei der Kirche
Mexiko. Ein Privatunternehmen in Mexiko muß aufgrund eines richterlichen
Beschlusses mindestens 1,2 Millionen Dollar (930.000 Euro) an die katholische Kirche bezahlen. Dies berichtete
Radio Vatikan mit Bezugnahme auf die Nachrichtenagentur EFE. Die Firma hatte Abbildungen der Jungfrau
von Guadalupe sowie des Heiligen Juan Diego für Werbezwecke mißbraucht, ohne die Bildrechte zu besitzen.
Orthodoxer Metropolit seines Amtes enthoben
Griechenland. Ein hoher griechisch-orthodoxer Geistlicher
wurde am Freitag für sechs Monate von seinem Amt suspendiert. Dem Metropolit Panteleimon von Attika wird
vorgeworfen, Antiquitäten geschmuggelt, Kirchgelder veruntreut und Richter bestochen zu haben. „Wenn
er uns bis zum Ende dieser Zeit nicht glaubhaft beweisen kann, daß er unschuldig ist, wird er seine Stelle
für immer verlieren“, erklärte ein Sprecher der orthodoxen Gemeinschaft Griechenlands im Fernsehen.
Presseberichte sprechen davon, daß der Metropolit Vermögenswerte im Wert von mehreren Millionen Euro
besitze.
Schweizer Bischöfe enttäuscht
Schweiz. Heute schließen die Schweizer Bischöfe ihren Ad-limina
Besuch ab. Zu einem Treffen mit Papst Johannes Paul II. ist es dabei nicht gekommen. „Die Enttäuschung
bei den Schweizer Bischöfen sei groß“, erklärte der Informationsbeauftragte der Schweizerischen Bischofskonferenz
aus Rom, Mario Galgano, laut einem Bericht von Radio ‘kath.ch’. „Vor allem ist aber auch Traurigkeit da
oder Besorgnis um die Gesundheit des Papstes.“ Es sehe gut aus, aber man habe trotzdem eine gewisse Sorge.
Zum Abschluß des Ad-Limina Besuches werden die helvetischen Bischöfe heute von der Kongregation für
die Glaubenslehre und vom Päpstlichen Rat für die Kommunikationsmittel empfangen. „Es ist eigentlich
so, daß der Vatikan offen und respektvoll ist, gegenüber seinen Gästen“, kommentierte Galgano. Morgen
Vormittag wird die Bischofskonferenz in Bern über erste Ergebnisse des Ad-Limina Besuches sowie über
die Neustrukturierung des Sekretariats der Bischofskonferenz informieren. Ende Dezember war der Generalsekretär,
Agnell Rickenmann, überraschend zurückgetreten. Marc Aellen, der stellvertretende Generalsekretär der
Bischofskonferenz, hat das Sekretariat schon Ende letzten Jahres verlassen. Der Grund dafür seien persönliche
Konflikte gewesen.
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2 Lesermeinungen
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Neuer Propst Kollegiatsstift Ja oder Nein ist für mich keine Frage, habe mich auch zu selten damit beschäftigt
und wüßte nicht die genauen kirchenjuristischen Definitionen, wieso und warum. Grundsätzlich wahrscheinlich
eine historische Sache, und die könnte man ja in einem alten katholischen Land wie Österreich bewahren.
Allerdings Propst Küchl, Ja oder Nein, das ist schon eher die Frage. Dieser Priester hat Diözesanbischof
Krenn aufs Glatteis geführt und sein Vetrauen und auch das Vertrauen Bischof-Krenn-treuer Seminaristen
zutiefst mißbraucht, indem er sich seine Gespielen ins Seminar geholt hat und mit ihnen ein Geheimleben
in eben dieser Einsiedelei geführt hat. Die Propstei diente – wie jetzt bekannt – als Schwulenrefugium,
daneben funktionierte er sie zu einem Kellerbeisel um. Während er in seiner Doppelrolle als „konservativer“
Regens von Seminaristen strengsten Gehorsam forderte, hat er seinem neuen Bischof diesen verweigert, noch
dazu in einer Sache, die selbstverständlich wäre: nach derartigen Skandalen ein Umzug in ein Nonnenkloster.
Propst Küchls Seele ist die ewige Rettung zu wünschen, und seine Entwicklung mag durch die Wirren des
Montini-Pontifikates vielleicht zu verstehen sein, aber als Priester sollte er nicht mehr wirken, außer
in einem Nonnenkloster.
Eisgarn gehört geschlossen Prinzipiell ist vieles gut, was das Recht der Kirche ermöglicht. Aber dieses
Kapitel in Eisgarn unter Leitung von Propst Küchl mit seinem Mitbruder Rothe gehört baldigst geschlossen.
Wieso sollen diese Herren nach dem Skandal in Pölten auch noch violett herumlaufen?