Alte Messe
Auf Lateinisch oder gar nicht
Drei Priester in der norditalienischen Diözese sind letzten Sonntag in den Meß-Streik getreten. Ihre Gemeinden folgten ihnen nach.
Gefüllte Kirche bei einer Firmung im Alten Ritus
Gefüllte Kirche bei einer Firmung im Alten Ritus
© Vernon Quaintance, traditionalcatholic.org.uk
(kreuz.net) „Unser Priester wird jetzt keine Messe zelebrieren. Ihr könnt in Frieden hingehen oder um 18.00 Uhr wiederkommen, wenn die Messe auf Latein zelebriert wird“.

Das verkündigte ein Ministrant am Sonntag morgen in der Kirche im 1.200-Seelen-Ort Santa Maria Maggiore, 130 Kilometer nordöstlich von Turin. Die Gemeinde gehört zur Diözese Novarra.

Die Ereignisse wurden am 26. November von der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’ bekanntgemacht.

Der Pfarrer von Santa Maria Maggiore heißt Hw. Alberto Secci. Er dispensierte sich am Sonntag selber von der Feier der Novus-Ordo-Sonntagsmesse.

Ähnlich verhielt sich auch Hw. Stefano Coggiola, Pfarrer im 5000-Seelen-Ort Crevoladossola – ebenfalls 130 Kilometer nordöstlich von Turin.

Ein dritter streikender Priester war Hw. Marco Pizzocchi, Pfarrer von Garbagna und Nibbiola.

Nach Angaben von ‘La Stampa’ rebellieren die drei Geistlichen gegen den Bischof von Novara, Mons. Renato Corti (71). Dieser hatte sich vor einigen Tagen zur korrekten Anwedung des päpstlichen Motu Proprio zur Freigabe der Alten Messe geäußert:

„An Sonn- und Feiertagen ist es obligatorisch, die Messe in voller Übereinstimmung mit dem Meßbuch von Paul VI. zu zelebrieren – also die ordentliche Form auf Italienisch.“

Die Alte Messe dürfe den ordentlichen Ritus nicht ersetzen.

Die drei Pfarrer, welche die Lateinische Messe täglich zelebrieren, meldeten sich darauf zu Wort:

„Der Alte Ritus ist jener Ritus, in dem auch unser Bischof getauft und zum Priester geweiht wurde. Wir sind keine Juke-Box-Priester, die bald eine Messe auf Italienisch und bald eine andere auf Lateinisch lesen.“

So beschlossen die drei nach Angaben von ‘La Stampa’ der italienischen Sonntagsmesse fernzubleiben.

Der für die Gegend zuständige Bischofsvikar beeilte sich, Vertretungen für die streikenden Priester zu organisieren.

Dennoch mußte eine italienische Messe, die um 17.00 im Ort Santa Maria Maggiore stattfinden sollte, abgesagt werden.

Denn in der Kirche befanden sich zu Meßbeginn nur vier Frauen. Sie erklärten dem Aushilfspriester, lieber auf die lateinische Messe von Hw. Secchi warten zu wollen.

Ein anderer Aushilfspriester fand sich nur vierzig Gläubigen gegenüber und zog es vor, in einer Seitenkapelle zu zelebrieren.

Der Bischof hat offenbar beschlossen, eine Konfrontation mit den Priestern zu vermeiden – nicht zuletzt, weil die drei Geistlichen die Gläubigen hinter sich haben.

In Crevoladossola hatten zwar einige Mütter behauptet, daß die lateinische Messe die Kinder angeblich entmutige.

Doch in der Ortschaft Santa Maria Maggiore unterschrieben 600 Personen – die Hälfte der Gemeindebevölkerung – zugunsten der Alten Messe.

Der Vizebürgermeister des Ortes lobt den Ortspfarrer: „Hw. Secchi arbeitet zum Wohl der Bevölkerung, indem er einen Ritus verwendet, über den man diskutieren kann.“

Es sei die Sache der Priester und der Diözese, in dieser Sache eine Entscheidung zu fällen.
      
24 Lesermeinungen
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#24   Gotthard   20:29:53 | Donnerstag, 29. November 2007
@r.ruhrgebietler
zu feiern??? Weit gefehlt! In Demut zu zelebrieren!
alle Sakramente werden gefeiert!
In Treue gegenüber dem Auftrag des Herrn „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ hat die Kirche die Eucharistie immer gefeiert, vor allem am Sonntag, dem Tag der Auferstehung Jesu.
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#23   r.ruhrgebietler   07:14:02 | Donnerstag, 29. November 2007
@Gotthard – weit gefehlt!
jeder Priester eines Bistums hat die Aufgabe, ordentlich die hl.Messe zu feiern.
zu feiern??? Weit gefehlt! In Demut zu zelebrieren! Und nicht den Schwachfug und die Alberheiten des V-II mit der NOM durchzuführen.
Wie sagte schon ein weiser Mann: lesen schafft wissen!
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#22   Rudolfus   02:33:54 | Donnerstag, 29. November 2007
@Cherubim / Die Zorngerichte Gottes finden auch noch in dieser Welt statt,
ähnlich wie im Alten Testament.
Siehe auch die Erklärung Unserer Lieben Frau von Fátima 1917 über den Weltkrieg als Strafe für die Sünden der Menschen.
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#21   Rudolfus   02:21:08 | Donnerstag, 29. November 2007
@Cherubim / Die katholische Kirche ehrt Gott auch unter dem Namen JHWH
Mit dem Gesetz des Moses hat der Gottesname wenig zu tun.
Auch in den katholischen Kirchenbauten findet sich häufig der Gottesname JHWH in hebräischen Schriftzeichen.
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#20   Rudolfus   02:07:02 | Donnerstag, 29. November 2007
JHWH ist „Elohim“
Es ist derselbe Gott.
Moses gegenüber nannte Er sich JHWH.
An vielen Schriftstellten wird auch „Elohim“ als Gottesbezeichnung verwendet.
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#19   Rudolfus   01:59:37 | Donnerstag, 29. November 2007
Der Gottesname, mit dem sich der wahre Gott gegenüber dem Moses offenbarte, ist JHV
Es gibt auch andere Gottesbezeichnungen im Alten Testament,
der Gottesname, mit dem sich Gott im brennenden Dornbusch gegenüber Moses offenbarte, ist JHV (Jahve).
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#18   Gotthard   01:52:49 | Donnerstag, 29. November 2007
@Tridentinus
den ordentlichen Usus des Röm. Ritus in der Volkssprache zu feiern (auch mit Volksaltar, Ministrantinnen und Handkommunion) können die genannten Priester nicht gezwungen werden.
jeder Priester eines Bistums hat die Aufgabe, ordentlich die hl.Messe zu feiern. Dazu ist er geweiht und vom Bischof beauftragt worden.
Der Bischof ist der erste Liturge seines Bistums – also weder der Papst noch ein einzelner Priester.
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#17   Rudolfus   01:34:46 | Donnerstag, 29. November 2007
Die Neue Messe in der forma ordinaria kann auch im Geiste der Alten Messe
zelebriert werden.
Ein Diözesankleriker ist eben auch der Angestellte seines Bischofs.
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#16   Tridentinus   13:21:50 | Mittwoch, 28. November 2007
Jedenfalls dazu,
den ordentlichen Usus des Röm. Ritus in der Volkssprache zu feiern (auch mit Volksaltar, Ministrantinnen und Handkommunion) können die genannten Priester nicht gezwungen werden. Dass das den Ideologen von der Gegenseite immer noch zu „tridentinisch“ wäre, zeigt, dass es diesen um etwas anderes geht und sie schon dann endgültig von gestern sind, wenn Benedikt XVI. mit der „Reform der ‘Reform’“ konsequent ernstmacht.
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#15   kath.Sachs †   10:20:23 | Mittwoch, 28. November 2007
Wer den Gläubigen am Sonntag die Messe verweigert
nur weil sie nicht in Latein gefeiert werden soll, sondern nach dem in der ganzen katholischen Kirche geltenden Ritus gemäß der Liturgiereform des VAT II, ist kein Held des Glaubens sondern einer, der sich selbst aus der Kirchengemeinschaft ausschließt. Von daher ist es gut, daß diese Herren „Streikenden“ keine Messe feiern (wollen). Sie sind offensichtlich in der Kirche nicht mehr zu Hause, in der sie zu Priestern geweiht wurden. Das ist bedauerlich; aber daran ändern können nur die „streikenden“ Priester selbst etwas, indem sie diese egoistische und ideologische Auseinandersetzung von sich aus beenden. :'(
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#14   Typ   09:20:04 | Mittwoch, 28. November 2007
@ möchtegern-kathole
Eine Messe … die das Opfer des Allerhöchsten absichtlich und vorsätzlich in den Texten totschweigt, kann und wird nie gut für die Gläubigen sein.
Sehr richtig – aber worauf wollen Sie hinaus? Im Messbuch von 1970 ist in allen Hochgebeten, dem allergrößten Teil der Präsidialgebete und außerdem in der Institutio Generalis lang und breit vom Opfer Jesu Christi die Rede. Das können Sie also nicht gemeint haben.
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#13   r.ruhrgebietler   08:11:53 | Mittwoch, 28. November 2007
@Krak des Chevaliers – Ehre wem Ehre gebührt!
In der Tat ist es so wie von Ihnen dargestellt!
Wenn ich sehen (Joseph von Eichendorff – posting mit Link), daß zur Firmung, wo doch der Heilige Geist auf die gläubige Seele erfleht werden soll die Kleriker ums Buffet stehen, da erbebt es in mir.
Wären wir doch nicht so schwach im Gebet. (*seufz*)
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#12   Krak des Chevaliers   07:59:49 | Mittwoch, 28. November 2007
Lieber Ruhrgebietler!
Die mutige Aktion der drei italienischen Mitbrüder dürfte eine Ausnahme bleiben. In Deutschland wird das MP des Heiligen Vaters nach Kräften ausgebremst und viele Priester erklären vollmundig, dass sie nicht daran denken, die Alte Messe in ihrer Kirche zuzulassen. Es bedarf also noch vieler Gebete. Gruß ins Ruhrgebiet
KRAK DES CHEVALIERS
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#11   r.ruhrgebietler   07:17:12 | Mittwoch, 28. November 2007
Bleibt zu hoffen, daß die deutschen Kleriker dem Beispiel folgen
wider V-II, niemals NOM!
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#10   Joseph von Eichendorff   23:56:08 | Dienstag, 27. November 2007
@ Pseudoseminarist
Das weiß ich auch, daß die Kirche bei einer Firmung immer voll ist, das ist ja der Grund, warum ich den Link reingestellt habe: um zu zeigen, wie wenig aussagekräftig das kreuz.net-Bild ist.
Ganz nebenbei glaube ich, daß Ihre Schlußfolgerung nicht richtig ist. Nur weil sich ein FSSPXler firmen läßt, heißt das noch lange nicht, daß auch die ganze Verwandtschaft, die in der Regel zu solchen Anlässen zu kommen pflegt, ebenfalls ein Bedürfnis sieht, oft in die Kirche zu kommen.
P.S.:
Hier nochmal der Link, diesmal hoffentlich mit richtiger Weiterleitung:
images.google.de/imgres?imgurl=http://…
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#9   Seminarist   22:46:19 | Dienstag, 27. November 2007
@Eichendorff – Dichterdummschwätzer
Sie Schlaumeier!
Bei einer Firmung ist die Kirche immer voll – danach sieht man das die Typen in der Regel höchstens zwischendurch bei einer Hochzeit oder Taufe, spätestens bei der Beerdigung erst wieder.
Wer dagegen bei der FSSPX zur Firmung gegangen ist, wird auch die nächste Jahre noch dort zu finden sein.
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#8   Joseph von Eichendorff   21:08:38 | Dienstag, 27. November 2007
Und hier gibt es
Photos von einer Firmung nach dem Missale Pauls VI. – ebenfalls mit bis zum letzten Platz gefüllter Kirche.
images.google.de/imgres?imgurl=http://… www.kreuz.net/
(Verzeihung, daß der Link so lang ist…)
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#7   Baron Bolligru   20:45:37 | Dienstag, 27. November 2007
Hallo, Gotthard, Juhuu, Lando! Euer Thema!
Ihr könntet ja mal so Kommentare mit „Gardinen“ ablassen, oder „verstaubt“ oder so!
Jungens – nicht nachlassen! Ihr fehlt uns!
Gotthard? Lando? Hallo?
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#6   Aspergil   20:41:28 | Dienstag, 27. November 2007
ungehorsam???
ungehorsam gegnüber dem ortsbischof wird von kreuz.net hier ja gar nicht erwähnt; darüber müsste sich kreuz.net doch wohl aufregen… im übrigen wird an keiner stelle im artikel erwähnt ob sonst mehr als 40 pesonen an der messfeier teilnehmen…
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#5   möchtegern-kathole   20:21:28 | Dienstag, 27. November 2007
Eine Messe …
… die das Opfer des Allerhöchsten absichtlich und vorsätzlich in den Texten totschweigt, kann und wird nie gut für die Gläubigen sein.
Das ist die Theorie. Und die Praxis: zeigt das selbe.
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#4   Burgorus   20:16:08 | Dienstag, 27. November 2007
Frage
Trifft Folgendes wirklich zu?
„An Sonn- und Feiertagen ist es obligatorisch, die Messe in voller Übereinstimmung mit dem Meßbuch von Paul VI. zu zelebrieren – also die ordentliche Form auf Italienisch.“
Auf der Seite zum Motu proprio www.kreuz.net/article.5493.html habe ich so eine Bestimmung nicht gefunden. Man kann doch nicht von einem Priester, der sich für den Usus extraordinarius entschieden hat, verlangen, am selben Tag noch eine Messe im Usus ordinarius zu halten?
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#3   matt2 †   19:48:11 | Dienstag, 27. November 2007
Juke Box Priester…
das erscheint mir doch sehr übertrieben. Was ist denn dabei, wenn man abwechselnd auch in der Landessprache zelebriert? Da liegen die Gründe wohl nicht im Unvermögen sondern im Unwillen. Ich finde, da müsste eine Disziplinarstrafe verhängt werden. Z.B. halbes Geld für halbe Arbeit.
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#2   Christian Hüller   18:51:48 | Dienstag, 27. November 2007
Wer weiß am besten Bescheid?
Der Ortspfarrer wird doch wohl selbst am besten wissen, was seinen Schäfchen gut tut. Oder will der Bischof sich vierteilen und an vier Orten gleichzeitig den einen Ordo vollziehen? Ich plädiere dafür, hier dem Urteil des Ortspfarrers zu trauen. Spalterischen Tendenzen begegnet man dadurch, dass man bei völlig gleichwertigen Riten den Verantwortlichen vor Ort ernst nimmt und diesen nicht zum Spielball der Vorlieben entfernter Hierarchien macht.
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#1   stimme der vernunft †   18:28:00 | Dienstag, 27. November 2007
Nunja
„Hw. Secchi arbeitet zum Wohl der Bevölkerung, indem er einen Ritus verwendet, über den man diskutieren kann.“
Zu deutsch „er ist ein guter Seelsorger, und was er da vorne am Altar tut ist uns wurscht.“
So kann man es natürlich auch sehen.
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