18:52:11 | Samstag, 1. Dezember 2007
Alle Jahre wieder wird in der Schweiz das Opfer für die Universität Freiburg aufgenommen. Warum? Das weiß niemand. Von Dr. Lukas Brühwiler- Frésey.

Hauptgebäude der Universität Freiburg
© Norbert Aepli, CC(kreuz.net, Freiburg) Auch in diesem Jahr empfehlen die Schweizer Bischöfe das Kirchenopfer für die
Universität Freiburg. Diese Lehranstalt wurde im Jahr 1889 auf Anregung katholischer Pioniere als katholische
Universität und Bollwerk gegen den antiklerikalen Liberalismus gegründet.
Zu Recht galt die Hochschule
lange als „Universität der Schweizer Katholiken“. Doch davon sind heute nur noch klägliche Reste verblieben.
Schon lange hat sich diese Hochschule dem Zeitgeist verkauft. Die ‘Katholische Volkspartei’ rief bereits
in den Jahren 2000, 2003 und 2006 auf, das Universitätsopfer nicht mehr zu unterstützen.
Sie tut es
auch dieses Jahr in der Hoffnung, daß sich die Hochschule eines Besseren besinnt.
Die Universität Freiburg
ist heute eine staatliche Institution, die hauptsächlich vom Staat finanziert wird.
Den katholischen
Boden hat die Hochschule schon lange unter ihren Füßen verloren. Dafür wird Lehre und Forschung dazu
mißbraucht, um den Glauben, die Kirche und ihre Hierarchie zu verspotten.
In Freiburg wird die Ehescheidung
akzeptiert und vielfach von den Mitgliedern des Lehrkörpers praktiziert. Wie man eine Ehe trotz aller
Schwierigkeiten mit Erfolg leben kann, hört man aus Freiburg kaum.
Die Universität und ihre Organe
gaben keinen Piepser von sich, als in der Schweiz der letzten Jahre das Homo-Konkubinat eingeführt und
ungeborene Menschen um ihr Lebensrecht gebracht wurden.
Wo ist in Freiburg die wissenschaftlich Aufarbeitung
der Tatsache, daß assistierter Selbstmord von Staat verboten werden muß und es kein Recht auf Selbstmord
gibt?
Wer in Freiburg hat die gräßlichen Methoden der Reproduktionsmedizin auf der Grundlage der katholischen
Moral als wissenschaftlich unvertretbar ausgewiesen?
Nie wurden neuzeitliche Geschichtsklitterungen gegen
die Kirche in einem rechtshistorischen Seminar der Universität auseinandergenommen.
Dafür machte der
Historiker und ehemalige Rektor der Universität, Urs Altermatt, in seinen Publikationen das katholische
Milieu der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts madig.
Am 19. Mai 2004 legte der inzwischen emeritierte
Freiburger Neutestamentler Hw. Hermann-Josef Venetz dem „sehr geehrten Herrn Papst“ den Rücktritt nahe.
Im Jahr 2005 weigerte sich die Universität zunächst, ein neues Gebäude kirchlich einzusegnen.
Die
Universität lieferte auch keine Beiträge, die das ungerechte Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft
im Fall Sabo hätten verhindern können.
Die Reaktion von Bischof Kurt Koch von Basel auf das umstrittene
Urteil bezeichnete der Freiburger Universitätsprofessor für Staats- und Verwaltungsrecht, Peter Hänni,
in der Freiburger Tageszeitung ‘La Liberté’ vom 14. November sogar als unverständlich.
Im Gleichschritt
mit den Regierungsparteien bis hin zur extremen Rechten vertrat er die Auffassung, daß die Kirche dem
Staat unterworfen werden müsse.
Mittlerweile hat die Universität – die einmal pro Jahr anläßlich
des Kirchenopfers ihrer katholischen Wurzeln gedenkt – das Logo mit dem Kreuz aufgegeben.
Dennoch bezeichneten
die unbeirrten Schweizer Bischöfe die Hochschule noch im Jahr 2006 als „Universität von weltoffener
Katholizität“.
Ob sie deren Leitbild nicht gelesen hatten? Dort ist gerade mal von „Qualität, Verantwortlichkeit
und Dialogbereitschaft“ die Rede.
Solche Selbstverständlichkeiten sollten eigentlich auch für jeden
Betrieb – auch für die Müllabfuhr – gelten.
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#6
peter strub 13:25:21 | Freitag, 28. Dezember 2007
#5
Rudolfus 13:55:26 | Donnerstag, 27. Dezember 2007
#4
peter strub 13:52:57 | Donnerstag, 27. Dezember 2007
#3
Aleph † 20:52:12 | Samstag, 1. Dezember 2007
#2
Peter-Pan 20:03:44 | Samstag, 1. Dezember 2007
#1
ExBochumer † 19:58:48 | Samstag, 1. Dezember 2007