Noch vor der weltlichen schuf die kirchliche Macht die Universitäten und übertrug ihnen Vorrechte und einen rechtlichen Status. Die christliche Universität, die christliche Wissenschaft ist die Grundlage für die heutige Sicht der Realität. Europa und die Bildung. Ein Essay von Joachim Volkmann.
Montag, 7. Februar 2005 07:42
Uwe Schmidt: universitäten
Und wieder muss man darauf hinweisen, dass der BOLOGNAPROZESS der EU gerade darauf abzielt, die Universitäten
aus der Verantwortung der Nationalstaaten zu nehmen und sie den Kräften der „freien Wirtschaft“ auszusetzen,
sodass wirklich nur das gefördert und gesponsort wird, was „auch wirklich gebraucht wird“, sprich: was
sich vermarkten lässt.
Die Idee der EU-Vordenker ist dabei aber auch, dass gerade das historische Wissen um das Wesen Europas möglichst nur noch am Rande oder am besten gar nicht mehr unterrichtet wird, denn eine solide humanistische und religiöse Bildung würden dem postmodernen Europäer einen viel zu sicheren Rahmen und viel zu starke Wurzeln verleihen, mit deren Hilfe er sogar am Ende in der Lage wäre, sich gegen Willkür und Anmaßung der multinationalen Weltgestalter zur Wehr zu setzen! Da ist es doch besser, denkt sich da unsere neoliberale „Polit-Elite“ in Brüssel, wenn das dumme EU-Volk gerade mal einen Computer bedienen kann und Wirtschaftsenglisch beherrscht (so kürzlich der jüdische Philosoph ALAIN FINKIELKRAUT im frz. Fernsehen) und sich nicht so unnötige Gedanken um die Verortung in Zeit und Raum seiner Sprache, seiner Religion, seiner Herkunft und seines Volkes macht! Besser, die Leute schwimmen mehr oder weniger wurzellos im Hier und Jetzt, als dass sie wüssten, woher sie kommen und wohin sie gehen.
Die Idee der EU-Vordenker ist dabei aber auch, dass gerade das historische Wissen um das Wesen Europas möglichst nur noch am Rande oder am besten gar nicht mehr unterrichtet wird, denn eine solide humanistische und religiöse Bildung würden dem postmodernen Europäer einen viel zu sicheren Rahmen und viel zu starke Wurzeln verleihen, mit deren Hilfe er sogar am Ende in der Lage wäre, sich gegen Willkür und Anmaßung der multinationalen Weltgestalter zur Wehr zu setzen! Da ist es doch besser, denkt sich da unsere neoliberale „Polit-Elite“ in Brüssel, wenn das dumme EU-Volk gerade mal einen Computer bedienen kann und Wirtschaftsenglisch beherrscht (so kürzlich der jüdische Philosoph ALAIN FINKIELKRAUT im frz. Fernsehen) und sich nicht so unnötige Gedanken um die Verortung in Zeit und Raum seiner Sprache, seiner Religion, seiner Herkunft und seines Volkes macht! Besser, die Leute schwimmen mehr oder weniger wurzellos im Hier und Jetzt, als dass sie wüssten, woher sie kommen und wohin sie gehen.
Montag, 7. Februar 2005 07:22
Uwe Schmidt: …
Wie ich gerade ergooglet habe, wurde die Septuaginta (70 Übersetzer + 2 Frauen!) im Auftrag von Ptolomäus
II. schon im 3.JH.V.CHR. (!) in Auftrag gegeben – VON DAHER IST DIE SEPTUAGINTA IN JEDER HINSICHT UNVERDÄCHTIG,
IM SINNE DES CHRISTENTUMS FORMULIERT ODER ÜBERSETZT ZU HABEN; DAGEGEN IST DER MASORETISCHE TEXT GERADE
IN ABGRENZUNG ZUM CHRISTENTUM ENTSTANDEN –---> MIT HOHER WAHRSCHEINLICHKEIT OFT WENIGER GLAUBWÜRDIG ALS
DIE SEPTUAGINTA.
Zu Europa: man muss Schichten unterscheiden: die Hauptschicht bilden die barbarischen Germanenvölker (vor allem die Franken), die neben dem biologischen „Humankapitals“ die Rechtsordnung („Lex salica“) des Abendlandes, Sitten und Gebräuche auch auf den Boden des alten Römerreichs gebracht haben; wir haben weiter das Substrat der spätantiken Kultur der Römer und Griechen und, ganz wesentlich natürlich, die Staatsreligion des Römischen Reichs, das Christentum; ab dem 7.Jh. kommt das „arabische“ Adstrat hinzu (in Anführungszeichen, weil das Meiste davon natürlich nicht genuin aus der arabischen Wüste, sondern aus Byzanz und dem Perserreich der Sasaniden stimmt, wobei aramäische Christen im Vorderen Orient eine Vermittler- und Übersetzerrolle ins Arabische spielten), d.h. vor allem byzantinisches oder auch indisches Wissen (die sog. „arabischen“ Zahlen sind natürlich indische!) wurde über das arabische Spanien und das arabische Sizilien vermittelt; das europäische Superstrat schließlich, das aber – und hier muss man ehrlicherweise der Pesterregerin YERSINIA PESTIS Recht geben – unsere gegenwärtige Kultur, die Art, wie wir Europäer leben, mehr als alles andere bestimmt, ist natürlich die Aufklärung, d.h. der Primat der Vernunft (über den Glauben). Und eben diesen Primat der Vernunft gilt es mit dem Ziel der Gleichberechtigung von fides und ratio zu knacken, weswegen viele hier auch auf kreuz.net schreiben…
Zu Europa: man muss Schichten unterscheiden: die Hauptschicht bilden die barbarischen Germanenvölker (vor allem die Franken), die neben dem biologischen „Humankapitals“ die Rechtsordnung („Lex salica“) des Abendlandes, Sitten und Gebräuche auch auf den Boden des alten Römerreichs gebracht haben; wir haben weiter das Substrat der spätantiken Kultur der Römer und Griechen und, ganz wesentlich natürlich, die Staatsreligion des Römischen Reichs, das Christentum; ab dem 7.Jh. kommt das „arabische“ Adstrat hinzu (in Anführungszeichen, weil das Meiste davon natürlich nicht genuin aus der arabischen Wüste, sondern aus Byzanz und dem Perserreich der Sasaniden stimmt, wobei aramäische Christen im Vorderen Orient eine Vermittler- und Übersetzerrolle ins Arabische spielten), d.h. vor allem byzantinisches oder auch indisches Wissen (die sog. „arabischen“ Zahlen sind natürlich indische!) wurde über das arabische Spanien und das arabische Sizilien vermittelt; das europäische Superstrat schließlich, das aber – und hier muss man ehrlicherweise der Pesterregerin YERSINIA PESTIS Recht geben – unsere gegenwärtige Kultur, die Art, wie wir Europäer leben, mehr als alles andere bestimmt, ist natürlich die Aufklärung, d.h. der Primat der Vernunft (über den Glauben). Und eben diesen Primat der Vernunft gilt es mit dem Ziel der Gleichberechtigung von fides und ratio zu knacken, weswegen viele hier auch auf kreuz.net schreiben…
Sonntag, 6. Februar 2005 21:32
Vetter Taferl: War die Septuaginta vor dem Masoretentext?
Ja, den sie stellt den authentischen Stand der alttestamentlichen Schriften ca. (eher schon spätestens) 50 v. Chr. dar (wenn man die spätesten Schriften nimmt). Der Masoretentext ging viele Jahrhunderte nach Christus (ich beziehe mich nicht auf die hebraeische Bibel bis zum Tod Christi) durch jüdische Hände, die antichristlich waren und erstmals die Behauptung aufstellten, dass nur hebraeisch überlieferte Texte authentisch seien (auch noch nach Christus gab es viele hellenistische Synagogen, in denen auch die Schriftlesungen auf Griechisch waren). Dass ist rein nationalistische Anmaßung, das ist so, wenn man behauptet, die UNO-Charter ist nur auf Englisch authentisch, der französische – genauso alte Text, der genauso authentisch ist – sei nicht authentisch. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Die Septuaginta wurde von Juden für Juden geschrieben, lange bevor Christus geboren war oder ersichtlich, in welcher Weise sich die alttestamentarischen Prophezeiungen erfüllen würden. Warum sollte man auch Leuten (den Juden) trauen, die in ihrer spezifischen Schrift, dem Talmud (der sie vom Christentum abgrenzt, das AT tut das ja nicht) die Behauptung aufstellen, Christus sei der unehelich gezeugte Balg eines röm. Besatzungssoldaten mit Maria. Sogar der Koran, der in vielem äußerst problematisch ist, beschreibt dies wesentlich positiver. Danach wird die Fleischwerdung Christi in Maria und deren lebenslange Jungfrauschaft anerkannt, immerhin wird Christus als Prophet bezeichnet und es werden ihm tatsächliche (wie eine Totenerweckung und Wunderheilungen) und apogryphe (wie die Schöpfung eines Vogels aus Erde) Wunder zugeschrieben. Nichts davon im Talmud. Und da soll man denen – schon grundsätzlich einmal – trauen, dass die über Jahrhunderte nicht ihre Ideologie in den von ihnen redigierten Bibeltext einfließen haben lassen? Auch Luther hat ja gezielte Falschübersetzungen begangen, was paradox ist in einer Relgion mit dem Grundsatz „sola scriptura“ (oder muß man das übersetzen mit „nur die von Martin Luther abgefälschte Bibel gilt“?)
Sonntag, 6. Februar 2005 21:10
GerdEric: Huhn oder Ei?
Taferl schrieb: Ebenso verwarfen die Juden … die Septuaginta, weil ebenfalls Altgriechisch und von den
Christen im Neuen Testament gerne zitiert. Der genuin jüdisch überlieferte Masoretentext enthält schon
antichristliche Interpretation und Textentstellungen, so z.B. die gerne gegen die Christen ins Treffen
geführte Stelle aus Jesaja mit der Jungfrau, die ein Kind gebären wird, im Masoretentext auf einmal
nur eine „junge Frau“ (nichtssagend, meistens gebären junge Frauen).
War die Septuaginta vor dem Masoretentext?
Taferl schrieb: Die Septuaginta wurde von Juden für Juden geschrieben. Zu den jüdischen „Wurzeln“ Europas (hier im negativen Sinne) gehören also auch schon Textverfälschungen der Hl. Schrift.
Verfälschung wäre fahrlässig,
eher verfälscht die „christliche“ Interpretation den Text.
War die Septuaginta vor dem Masoretentext?
Taferl schrieb: Die Septuaginta wurde von Juden für Juden geschrieben. Zu den jüdischen „Wurzeln“ Europas (hier im negativen Sinne) gehören also auch schon Textverfälschungen der Hl. Schrift.
Verfälschung wäre fahrlässig,
eher verfälscht die „christliche“ Interpretation den Text.
Sonntag, 6. Februar 2005 20:51
Vetter Taferl: Die geistigen „Wurzeln“ Europas
@ Yersinia: Die christlichen Wurzeln sind die absolut zentralen. Die jüdischen Wurzeln Europas erschöpfen sich in Wirklichkeit im Alten Testament und zwar in der vollständigen Fassung einschließlich der deuterokanonischen Schriften, die die Juden und Protestanten verwerfenn (obwohl genuin jüdisch!), weil sie überwiegend auf Altgriechisch überliefert sind. Ebenso verwarfen die Juden die edelste aller auf uns gekommenen Wiedergaben des Alten Testament, nämlich die Septuaginta, weil ebenfalls Altgriechisch und von den Christen im Neuen Testament gerne zitiert. Der genuin jüdisch überlieferte Masoretentext enthält schon antichristliche Interpretation und Textentstellungen, so z.B. die gerne gegen die Christen ins Treffen geführte Stelle aus Jesaja mit der Jungfrau, die ein Kind gebären wird, im Masoretentext auf einmal nur eine „junge Frau“ (nichtssagend, meistens gebären junge Frauen). Die Septuaginta wurde von Juden für Juden geschrieben. Zu den jüdischen „Wurzeln“ Europas (hier im negativen Sinne) gehören also auch schon Textverfälschungen der Hl. Schrift. Mit der jüdischen „Synode von Jamnia“ 101 n. Chr. war die Trennung zwischen Synagoge und Kirche endgültig. Damit konnten die Juden auch keinen Beitrag mehr liefern, nicht geistlich und bis zur ebenfalls antichristlichen Aufklärung auch nicht personell. Es gibt keine Freimaurerwurzeln Europas, es sei denn, man mißversteht die Europäische Union als Europa. Die Freimaurer sind die fast vollkommene Negation des Christentums, übertroffen nur von den Atheisten, die aber unglaubwürdig sind (wie wurde die Welt geschaffen?). Über die Einflüsse aus dem arabisch-islamischen Raum kann man diskutieren, diese schlagen sich in der Architektur (Gotik, Festungsbau), in der Kochkunst (Gewürze) etc. nieder, außerdem aber auch in der neu entdeckten ägyptischen Magie. Als „Wurzeln“ kann man diese Einflüsse nicht bezeichnen. Vorchristliche Wurzeln gibt es, neben den jüdischen sind dies die griechisch-römischen (wenn man will auch etruskischen und phönizischen) Wurzeln, die an sich unstrittig sind und zum Großteil durch christliche Vermittlung erhalten geblieben sind. Selbst wenn „protestantische Philosophen“, die „Aufklärung und die Freimaurer unbestreitbar Einfluß auf die Entwicklung Europas genommen haben, sind dies vor allem negative Einflüsse, die zuerst die Kirche, dann denn christlichen Glauben überhaupt und zuletzt die menschliche Existenz überhaupt (Abtreibung, Euthanasie, In-Vitro-Fertilisation, Umweltgifte aller Art,…) in Frage stellten und weiterhin stellen. Von Wurzeln kann man naturgemäß nicht sprechen, genausowenig wie man Karies als Bestandteil eines gesunden Gebißes ansehen kann, obwohl fast in jedem Gebiß „anwesend“ bzw. „auf der Lauer“
Sonntag, 6. Februar 2005 18:30
Yersinia: die „christlichen Wurzeln Europas“
sind doch nur ein Teil der Identität; die vorchristlichen Wurzeln, die Einflüße aus dem arabisch-islamischen Raum müßen genauso beachtet werden wie der Beitrag von Juden, Freimaurern (diesmal aber wirklich!) und protestantischen Philosophen zur Aufklärung – und gerade die Geisteshaltung der Aufklärung ist seit Jahrhunderten das eigentlich Bestimmende Europas.
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