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Spekulation um Play-Back Segen unsinnig + Kirche auf Konfrontationskurs + Kardinal Wetter lobt christliche Widerstandskämpfer + Wie komme ich zu einer Kinderabtreibung? + Rechtsweg ausgeschlossen
Spekulation um Play-Back Segen unsinnigVatikan. Wie angekündigt zeigte sich Papst Johannes Paul II. gestern anläßlich des sonntäglichen „Engel des Herrn“ am Fenster seines Krankenzimmers in der römischen Gemelli-Klinik. Der argentinische Erzbischof Leonardo Sandri, der zweite Mann im vatikanischen Staatssekretariat, sprach das Angelusgebet und verlas die Botschaft des Papstes. Das Staatssekretariat ist die wichtigste Behörde im Vatikan. Den Segen spendete Papst Johannes Paul II., der durch die Erkrankung der Atemwege noch stark geschwächt ist, selbst. Presseberichte wollen eine plötzliche Veränderung in der Stimme des Papstes bemerkt haben. Es sei ein angeblich „lautes Knacken“ zu hören gewesen. Anschließend sei der Mund des Heiligen Vaters durch ein Blatt Papier verdeckt worden. Einige Medien behaupteten, daß man angesichts der Sprachschwierigkeiten des Papstes mit einer „Tonbandaufnahme nachgeholfen“ habe. Der Segen sei „wahrscheinlich“ eine Aufnahme gewesen. Am späten Sonntagnachmittag dementierte der Vatikan-Sprecher, Joaquin Navarro-Valls, die Presseberichte. Die Worte des Papstes zum Ende des Gebetes und der Segen seien im Augenblick der Übertragung gesprochen worden.
Kirche auf Konfrontationskurs
Spanien: Die spanische Bischofskonferenz kritisierte in einer Erklärung, daß die EU- Verfassung die christlichen Werte Europas nicht erwähne. Es sei geauso legitim bei der Volksabstimmung nicht oder ungültig zu wählen, wie mit Ja oder Nein zu stimmen. Am 20. Februar wird Spanien als erstes Land über die Ratifizierung der EU-Verfassung abstimmen. Der sozialistische spanische Ministerpräsident José Luis Rodróguez Zapatero warf der Kirche vor, sich zuwenig für die EU-Verfassung einzusetzen. „Es ist unglaublich, daß sich manche nicht von der Geschichte unseres Landes belehren lassen. Wir sind immer zu spät gekommen: zur Modernität, zum Fortschritt und zur Demokratie.“ Zapatero sprach am Sonntag bei einer Presseskonferenz seiner Sozialistischen Arbeiterpartei.
Kardinal Wetter lobt christliche Widerstandskämpfer
Deutschland. Der Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter (76), gedachte am Samstag in einer Messe des 60. Todestages von Pater Alfred Delp. Der Münchner Jesuitenpater war einer der führenden Köpfe der Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“. Pater Delp wurde am 2. Februar 1945 durch die nationalsozialistische Justiz hingerichtet. In seiner Predigt rief Kardinal Wetter auf, dem Vorbild der christlichen Widerstandskämpfer und Gegner des Nationalsozialismus zu folgen: „Seien wir Menschen der Anbetung, die vor Gott allein das Knie beugen und ihr ganzes Dasein in seine Hand legen“. Pater Alfred Delp habe „die Gottesferne des neuzeitlichen Menschen“ klar erkannt. Dieser Gottesferne müßten die Christen offensiv begegnen, indem sie „missionarisch wirken und Menschen für das Evangelium gewinnen“. Am Vorbild von Pater Delp werde „eine Wert- und Lebensordnung sichtbar, die Gott unverrückbar in die Mitte stellt“.
Wie komme ich zu einer Kinderabtreibung?
Großbritannien. Eine Beilage zur britischen Tageszeitung „The Times“ veröffentlichte in der letzten Ausgabe eine Befragung von 700 Lehrern zum Thema der Kinderabtreibung. Dabei gaben 69 Prozent der Lehrer an, daß sie es begrüßen, Kindern praktische Hinweise für die Durchführung einer Kinderabtreibung zu geben. Man wolle den Schülern konkret beibringen, wie sie an eine Abtreibung herankommen können. Einige Lehrer äußerten Bedenken. „In der Schule wird bereits massiv für die Abtreibung geworben. Man darf sich nicht wundern, wenn die Zahl der Kindstötungen im Mutterleib dramatisch ansteigt“, meinte eine Volksschullehrerin.
Rechtsweg ausgeschlossen
Deutschland. Ein in Deutschland erscheinendes Heavy-Metal-Magazin wirbt in seiner jüngsten Ausgabe für eine Verlosung. Unter den Preisen befindet sich auch eine Flasche Wein für das letzte Abendmahl. Heavy-Metal ist eine Musikrichtung der Pop-Kultur aus den späten 80er Jahren. Auf einer graphisch eher konfus aufgemachten Seite lockt das Magazin mit einer „Flasche Wein für das letzte Abendmahl“ sowie drei Postern einer Musikgruppe. Das Magazin spricht intellektuell anspruchslose Leser an. Von einem Sakrileg kann man insofern nicht sprechen, als die Macher und Leser der Zeitschrift wohl Mühe bekunden würden, dieses Wort zu verstehen, auszusprechen oder korrekt zu schreiben. Das Magazin beteuert, daß der Rechtsweg ausgeschlossen sei.
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Montag, 7. Februar 2005 09:29
Catholicus: Inhaltliche und stilistische Fragen
„Von einem Sakrileg kann man insofern nicht sprechen, als die Macher und Leser der Zeitschrift wohl Mühe bekunden würden, dieses Wort zu verstehen, auszusprechen oder korrekt zu schreiben.“ Sakrilegien können sehr wohl auch dann gegeben sein, wenn niemand diesen Begriff kennt! Es geht um die Sache, und ein Sakrileg ist (objektiv) dann gegeben, wenn das Heilige (= Gott selber, heilige Personen, heilige Vollzüge, Orte, Gegenstände …) in irgendeiner Form entehrt wird. Eine andere Frage ist, ob sich jene, die so handeln, sich dessen ausreichend bewußt sind. Außerdem ist die Polemik einer solchen Feststellung zu bedauern, womit man sich die Brücke zu jenen verbaut, die tatsächlich jene Zeitschrift lesen bzw. jene Musik hören und die man nicht auf so primitive Weise abwerten soll. Es soll doch darum gehen, Irrende und Sünder zu bekehren, nicht sie unnötig vor den Kopf zu stoßen!
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