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Montag, 10. Dezember 2007 16:00
Eine Diskussion darf es nicht geben
Der Diözese St. Pölten droht ein Erneuerungsprozeß. In sogenannten Start-Workshops will man die finstere Vergangenheit hinter sich lassen und eine neue Kirche sowie eine neue kirchliche Babysprache erfinden.
Stadtkern von Sankt Pölten
Stadtkern von Sankt Pölten
(kreuz.net, St. Pölten) In einem 16seitigen Hirtenwort hat der Bischof von St. Pölten, Mons. Klaus Küng, seiner Diözese kürzlich einen umfassenden Erneuerungsprozeß angedroht.

Die Vorbereitungen dazu sind bereits abgeschlossen.

In nächster Zeit soll in jeder Pfarrei ein „Start-Workshop“ stattfinden, wie Generalvikar Leopold Schagerl in einer in holprigem Deutsch verfaßten Aussendung bekanntgab.

Begriffe wie Glaube, Priester und Eucharistie kommen in der Aussendung nicht vor.

Ziel des angekündigten Workshops ist, „miteinander ins Gespräch zu kommen“.

Zu dem Workshop sollen sich die Gläubigen an einem „schönen Ort“ versammeln. Dabei wird die Kreisform als die „beste Form für eine offene Kommunikation“ empfohlen – denn „jeder ist gleichberechtigt im Gespräch“.

Das „ModeratorInnen-Team sitzt im Kreis oder vorne, direkt daneben der/die offiziell Einladende“ – lauten die vom Generalvikar für diese Veranstaltung publizierten Rubriken.

Wichtig sei die Gestaltung der „Mitte“.

Empfohlen werden „fünf Kerzen oder fünf Tücher mit einer Kerze & vier Teelichtern für die fünf Schwerpunkte, darunter ein großes Tuch als Symbol für die Gemeinde“.

Die fünf Schwerpunkte sollen nach Angaben des Generalvikars jeweils auf ein Blatt geschrieben und aufgelegt werden – „das sind unsere Schwerpunkte als Christen und Christinnen.“

Worin die fünf Schwerpunkte bestehen, erklärt die Aussendung nicht.

Darum soll es „keine Diskussion, sondern Austausch und tiefes Kennenlernen“ geben.

Es gehe nicht unbedingt um einen Konsens, erklärt der Generalvikar – „sondern die Vielfalt und Spannungen auch aushalten und zulassen, herauskommen lassen jede/n so wie sie/er ist, mit den Nöten, Ängsten, Ärger, aber auch Hoffnungen, Ideen, Freuden“ – flötet der Prälat in Babysprache vor sich hin.

Stichworte des Gesprächs sollen an einem „Flipchart“ mitgeschrieben und in einem Protokoll zusammengefaßt werden.

„Wenn schnelle Lösungen kommen, die nicht im Rahmen der Bestimmungen der Weltkirche liegen“ – gemeint sind offenbar die üblicherweise empfohlene Aufhebung des Priesterzölibats und die Einführung einer Frauenordination – sollen diese Vorschläge unbedingt ins Protokoll „zur Weitergabe an die Leitung“ aufgenommen werden.

„Stille“ – heißt es in der Aussendung – sollen die Veranstalter „nicht gleich selber füllen“, sondern „aushalten“.

Da man in der Diözese St. Pölten offenbar nicht mehr weiß, was Stille ist, wird der Begriff freundlicherweise erklärt: Stille sei dann gegeben, „wenn niemand etwas sagt“.

Am Ende des Start-Workshops soll die „Stimmung eingeholt“ werden.

Dazu empfiehlt der Generalvikar die Produktion von ausgeschnittenen Halbkarton-Füßen: „Jeder bekommt einen [Fuß] und schreibt drauf: was ist mein nächster Schritt“.

Ganz zuletzt soll es auch eine „Feedbackrunde“ geben. Diese wird in der Aussendung wörtlich so beschrieben:

„wenn geht jeder zwei Worte“; „wenn zu viele oder zeitlich eine Runde mit allen sich nicht mehr ausgeht, jeden auf ein Blatt Papier schreiben lassen, und wenn noch ein paar Minuten Zeit ist, spontan bitten, wen es drängt, dies auch öffentlich zum Ausdruck zu bringen, was er auf seinen Zettel geschrieben hat“.

Der letzte Tagesordnungspunkt lautet: „Verabschieden & Danken für das Engagement, daß der Geist Gottes wirken konnte“.

Nach jeder Sitzung soll das sogenannte ModeratorInnen-Team der Pfarrei einen Feedbackbogen „befüllt“ an das diözesane „MentorInnen-Team“ senden.

© Titelbild: Peter Knorr
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 33 Lesermeinungen:
Donnerstag, 3. Juli 2008 14:11
Hugo: inSt. Pölten fliegen die Fetzen
Ist Generalvikars Rücktritt ein trauriger Schlußpunkt hinter einer 4 jährigen obstrusen Kardinalsintrige. Was da Leute wie Agsutin u. Konsorten für Nonsens verzapfen, geht ja auf keine Kuhhaut. Da können ehrliche Menschen nur den Hut nehmen und abhaun. Verblendete Menschen haben einfach kein Gespühr mehr für die wichtigen Dinge der Kirche wie „ Nächstenliebe, Ehrfurcht vor dem Nächsten und vor allem der Wahrheit“. Die eigenwillige Auslegung des Dekretes vom Vaitkan zeigt, wie Hass und Vernichtungswille manche Menschen in ihrem Inneren verändern können. Einaufmerksamer Beobachter erkennt aber schon wie auch der Mensch diese Veränderung nach außen trägt.
Mittwoch, 12. Dezember 2007 11:22
Rudolfus: Man kann doch Gott immer nur danken für einen rechtgläubig katholischen Bischof
Ein Bischof, der aus der Personalprälatur Opus Dei kommt, kann nur rechtgläubig katholisch sein.
Mittwoch, 12. Dezember 2007 11:02
sani: Diesen Schwachsinn, wie er hier …
… einerseits redaktionell verfasst, andererseits kommentiert wird, kann nur geschrieben werden von Menschen, die von der r.k. Kirche so gut wie keine Ahnung haben. Es ist nun mal nicht katholisch (im Sinne von allumfassend), sich mit auserwähltem Klüngel sich zu einer Liturgieshow zu versammeln, diese als die wahre Messe zu bezeichnen, und nach viel Weihrauchdunst sich wieder ätzend und geifernd im Internet breit zu machen.

Die ganze Träumerei vom Seelsorger, der sich um seine Schäflein kümmert, entspricht höchstens noch irgendwelchen Büchlein der 50er Jahre, hat aber mit heutiger Lebensrealität schlicht nix mehr zu tun. Zugegeben: Priester für vielleicht 1500 Leute zu sein, wäre ganz nett, spielt’s aber so gut wir gar nicht mehr. Die Bemühungen in St. Pölten mögen vielleicht nicht immer 100% sein, aber sind geprägt vom Anliegen, die Kirche lebendig zu erhalten.

Natürlich wären mir geweihte Priester(innen), evtl. verheiratet lieber; aber das spielt’s halt voerst nicht, also müssen andere Verfahren her, um unsere katholische Kirche zu bewahren (bin mir aber dann oft nicht sicher, ob nicht um der Disziplin des zölibatären Priesters nicht gar wichtige „katholische Essentiels“ auf’s Spiel gesetzt werden, wie zB. Eucharistie, Sakrament, sakramental verfasste Gemeinde …), aber die da oben werden’s schon wissen
Dienstag, 11. Dezember 2007 14:43
Seminarist: Priester = Seelsorgender Bezugspunkt des pastoralen Raumes…
Heutzutage kann man sich nicht einmal mehr auf das Opus Dei verlassen. Da hätte ich doch von Hw. Dr. Dr. Küng ein bisschen mehr erwartet, als dieses pastoraltheologische Geschwätz á la Bistum Limburg.

Eine Mitte bilden – das ist so lächerlich, dass wir das jetzt höchstens noch in der Seminarbar um einen Kasten Bier machen.
Dienstag, 11. Dezember 2007 11:44
defendor: Welch eine debile Gesellschaft !
Dieser sogenannte „Erneuerungsprozess“ – eine Schmieren-Tragikkomödie mehr – fusst mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit in den verlogenen „Drehbüchern“ der „Autoren der Hölle“, den Freimaurern !

Augenscheinlicher kann es nicht mehr sein, wie sehr ihr Gift das zerstörerische Werk streuen will !

Der sog „Feedback-Bogen“ dürfte wohl in den Kreisen dieser Kohorten der Hölle reissenden Absatz finden !

Welch eine debile Gesellschaft, die die Einzige Wahrheit JESUS CHRISTUS, das LICHT DER WELT, „zur Seite schiebt“ und sich somit in tiefste Finsternis versetzt !
Dienstag, 11. Dezember 2007 11:32
Florian Geyer: Symptome
einer schweren Krankheit welche seit 40 Jahren durch den von aussen induzierten Wahnsinn wuchert und ungehemmt metastasiert. Auf der Basis kranker Philosophien und deren Handlanger wird daran gearbeitet mittels der Schwachsinnigkeit die Gläubigen mürbe zu machen indem man die radikale Glaubenswahrheit zu einem lächerlichen konglomerat pseudohumanistischer Floskeln degradiert. Der Gläubige zerbricht dann entweder an dieser frustrierenden Pervertierung oder er durchschaut die Hintergründe. Wissen um die Wahrheit lässt durchschauen und schützt davor !
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