Kardinal appelliert an das Gewissen des Papstes + Die gute, alte Priesterausbildung + Schlüpfiges aus Griechenland + Bischöfe wollen Homo-Paare nicht mehr „diskriminieren“ + St. Pölten: Der ehemalige Subregens dementiert
Kardinal appelliert an das Gewissen des Papstes
Vatikan. „Überlassen wir das dem Gewissen des Papstes.“
Der Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano äußerte sich am Montag zu Rücktrittsspekulationen des Heiligen
Vaters. „Wenn es einen Mann gibt, der die Kirche mehr als jeder andere liebt, und wenn es einen Mann von
großer Weisheit gibt, ist das er. Wir müssen großes Vertrauen in den Papst haben.“ Der Heilige Vater
befindet sich seit einer Woche wegen einer Erkrankung der Atemwege im Spital. Sicherheitshalber werde
er noch einige Tage im Krankenhaus bleiben, meinte der Vatikan-Sprechen Joaquin Navarro-Valls. Papst Johannes
Paul II. sei fieberfrei, esse regelmäßig und sitze bereits mehrere Stunden aufrecht in einem Stuhl.
Die gute, alte Priesterausbildung
Vatikan. Gestern äußerte sich der Präfekt der Päpstlichen Bildungskongregation,
Zenon Kardinal Grocholewski (65), über die Priesterausbildung. Dies berichtete Radio Vatikan. „Ich glaube
nicht, daß wir da etwas ändern müssen – eher sollten die Richtlinien, die es in der Kirche schon gibt,
beachtet werden, denn sie sind die Frucht einer jahrhundertelangen Erfahrung“, meinte Kardinal Grocholewski.
Er glaube, daß die entscheidende Rolle des Priesterseminars immer deutlicher erkannt werde. „Alle verschiedenen
Erfahrungen, die man bei der Ausbildung des Klerus während des Konzils und danach gemacht hat, sind gescheitert.
Bevor man etwas gibt, muß man etwas haben. Darum ist eine Zeit der Stille und des vertieften geistlichen
Lebens notwendig – dann kann man in die Welt gehen und andere mit diesen Werten bereichern.“
Schlüpfiges
aus Griechenland
Griechenland. Die Athener Boulevardzeitung „Avriani“ veröffentlichte gestern ein Foto,
welches einen griechisch-orthodoxen Bischof in einer höchst kompromittierenden Position darstellt. Die
Gesichter der Beteiligten sind unkenntlich gemacht. Laut Angaben der Zeitung soll einer der Beteiligten
ein Bischof aus Südgriechenland sein. Die Synode der Bischöfe Griechenlands ordnete eine Untersuchung
an. Die Kirchenväter ermitteln gegen einen Bischof der Region Messinien auf der Halbinsel Pelopponnes,
südlich von Athen und gegen den Bischof von Kefallinia. Kefallinia ist eine Insel im Ionischen Meer.
Seit einiger Zeit kursieren im Land heftige Vorwürfe gegen einzelne orthodoxe Prälaten. Die Vorwürfe
lauten auf Antiquitätenschmuggel, Veruntreuung von Kirchengeldern und Bestechung.
Bischöfe wollen Homo-Paare
nicht mehr „diskriminieren“
Großbritannien. Die katholische Bischofskonferenz von England und Wales
erließ neue Bestimmungen. Ab sofort sollen „homosexuelle Paare“ nicht mehr „diskriminiert“ werden und
eine kirchliche Anstellung erhalten. Dadurch wolle man eine „gerechtere Gesellschaft aufrichten“. Dies
berichtete die Nachrichtenagentur CWNews unter Bezugnahme auf britische Quellen. „Katholische Organisationen
müssen sicherstellen, daß kein Arbeitssuchender oder Angestellter aufgrund von Rasse, Geschlecht, Invalidität,
Religion oder Glauben, sexueller Orientierung oder Alter schlechter behandelt werde.“ Ein Freund der Alten
Liturgie in London äußerte sich über die neuen Bestimmungen erfreut. Sie könnten dazu beitragen, den
jahrelangen massiven Benachteiligungen von Liebhabern der lateinischen Messe im tridentinischen Ritus
ein Ende zu setzen.
St. Pölten: Der ehemalige Subregens dementiert
Österreich. Der ehemalige Subregens
von St. Pölten, Dr. Wolfgang Rothe, veröffentlichte in der Februarausgabe des radikal-progressistischen
ökumenischen Magazins „Kirche In“ eine Gegendarstellung zu einem dort im Januar publizierten Artikel.
„Kirche In“ erscheint in der Nähe von Wien. Rothe weist Behaupten zurück, nach denen er aller seiner
Ämter verlustig geworden sei und nach einer durchzechten Nacht einen Selbstmordversuch unternommen habe:
„Herr Dr. Wolfgang F. Rothe wurde nicht aller seiner Ämter enthoben, sondern nur jener, die in der Begleitung
der täglichen Arbeit des Bischofs und im Bereich der kirchlichen Rechtspraxis angesiedelt sind. Sein
Sturz vom Balkon war kein Selbstmordversuch, sondern laut ärztlicher Diagnose eine akute Belastungsreaktion,
der weder eine bewußte Absicht noch eine willentliche Steuerung zugrunde lag. Schließlich wurde ihm
auch kein einjähriger Bußaufenthalt in einem deutschen Kloster verordnet, sondern eine von jeder Schuldzuweisung
unabhängige geistliche Zeit, die vor allem der nötigen körperlichen und seelischen Erholung des Betroffenen
dienen soll.“
Email-Adressen der Empfänger
2 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#2 Vetter Taferl 10:11:58 | Donnerstag, 10. Februar 2005
Die Meldung betreffend Una Voce England ist falsch, wie sowohl vom Vorsitzenden der mit der int. Una Voce
Föderation zusammenarbeitenden „Latin Mass…“ Organisation als auch vom Vorsitzenden der Int. Una Voce
Föderation festgestellt wurde. Es gab überhaupt keinen Kommentar eines Vertreter der einschlägigen
Organisation zu der Angelegenheit. In Großbritannien existiert keine Organisation mit der Bezeichung
„Una Voce“.
Im Grunde sinnlose Entgegnungen und dauernde Widersprüche, wem bringt das etwas? Wenn diese Entgegnung
stimmt, dann sind einige rechtsextrem wirkende Journalisten hereingefallen und der Unwahrheit überführt.
Im Grunde hätte also Bischof Küng gar nichts gegen die Seminarvorsteher gemacht, sondern sie nur bestimmter
Ämter enthoben. Und dann sogar noch aus Gutmütigkeit einen Erholungsurlaub vermittelt. Haben die beiden
Herren ihn schon angetreten? Schön, dass Wolfgang Rothe zugesteht, in der „täglichen Arbeit des Bischofs
und im Bereich der kirchlichen Rechtspraxis“ nicht mehr mitwirken zu können. Was aber der Unterschied
zwischen Suizidversuch und einer Handlung aufgrund „akuter Belastungsreaktion“ ist, müßten seine Anwältin
oder er selbst oder noch besser ein neutraler Gutachter erst klären. Komisch, dass für Rothe „Kirche
intern“ so wichtig ist, dass er dort etwas schreiben läßt. Wieviele sinnlose Entgegnungen werden wir
im längst abgeschlossenen Fall St. Pölten noch zu lesen bekommen, oder gehört dies alles der vergangenen
Faschingszeit an? Und doch passen die Berichte der sich selbst als 13. benennende Zeitschrift nicht zur
Entgegnung in Kirche intern: denn diese 13. Zeitung berichtet mit großer künstlicher Empörung zitierend
aus den Ermahnungen des Bischofs Küng an die beiden Seminarvorsteher von damals. In der Ausgabe vom 13.
Dezember 2004, Seite 18, berichtet ein gewisser Dr. Engelmann von „fürchterlichen Dekreten und Ermahnungen“
des neuen Bischofs von St. Pölten. Engelmann: „Es gibt eine Unmenge Dekrete und Verwarnungen Küngs,
die zum Teil ihren Weg sogar in die Öffentlichkeit gefunden haben.“ Küchl und Rothe wurden ermahnt,
ihre „kirchlichen Amtshandlungen nicht durch Unklugheit in den Dienst homosexueller Beziehungen zu stellen.“
Mehr noch, spricht die Ermahnung an die beiden Priester klar aus, „keine homoerotisch wirkenden Dinge
beziehungsweise ein zweideutig unkluges Verhalten gegenüber anderen Männern zuzulassen“ oder gar „eine
homosexuelle Beziehung fortzuführen oder zu beginnen oder keine homosexuellen Lokale zu besuchen“. Die
Ermahnten sollten auch eine gewählte Alltagssprache pflegen, und die gewählte Alltagssprache sollte
auch immer von der Liebe zum Nächsten getragen sein. Diesen WIderspruch zwischen der rechtsextrem wirkenden
13. Zeitung und der linkskatholisch wirkenden Kirche-Intern-Zeitung kann wohl nur ein Visitator aufklären
Also allen kreuz.net-Lesern gutes Fasten!