11:11:35 | Mittwoch, 19. Dezember 2007
In einem Interview wurde der neue Bischof von Limburg vom Journalisten auch mit dem Dauerbrenner Zölibat konfrontiert: „ An der Ehelosigkeit der Priester, am Zölibat halten Sie unbedingt fest?“

Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst
(kreuz.net) Gespräch und Gebet sind die Mittel, mit denen der neuernannte Bischof von Limburg, Mons.
Franz-Peter Tebartz-van Elst, der Jugend begegnen will.
Das erklärte der Bischof am 12. Dezember vor
dem ‘Deutschlandradio’.
Der Bischof wurde vom interviewenden Journalisten mit dem Dauerbrenner Zölibat
konfrontiert: „An der Ehelosigkeit der Priester, am Zölibat halten Sie unbedingt fest“
Die Antwort des
Bischofs: „Ja“.
Die Kirche habe zu allen Zeiten davon gelebt hat, das hat Jesus schon am Anfang gewollt,
„daß Menschen sich ganz einbringen.“
Deswegen bekomme die zölibatäre Lebensform ihre größte Argumentationskraft
durch ein überzeugendes Beispiel.
Dazu brauche es auch eine priesterliche Lebenskultur, die sich für
Gott Zeit nehme:
„Ich erlebe das selber in meinem Dienst. Wenn ich ganz viel zu tun habe, wenn ich mir
Zeit des Gebets nehme, auch wenn es äußerlich so scheint, als wenn vieles andere nach mir greift, dann
merke ich, darin wird mir eine andere Zeit, im Sinne von innerer Geduld, von Gelassenheit geschenkt, um
mich den Menschen zu widmen.“
Zum Thema der Mission erwähnt Mons. Tebartz-van Elst den Heiligen Paulus
auf dem Athener Areopag:
„Er hört den Menschen zu, er bekommt mit, welche Fragen sie haben, welche Themen
des Lebens sie bewegen“. Er bringe ihnen auch das „Christusereignis“ als Antwort nahe.
Im Hinblick auf
die Seelsorge in den Landgebieten will der Bischof noch einmal neu wahrnehmen, wie sich das Leben auf
dem Land abspielt:
„Ich komme aus dem Münsterland, das ist wieder anders. Ich habe gewisse Erfahrungen
mit dem Landleben. Ich komme von einem Bauernhof am Niederrhein.“
Dennoch: „Aber es gibt doch immer auch
noch mal wieder besondere mentalitätsmäßige Prägungen.“
Dagegen sei die Großstadt Frankfurt für
ihn eine ganz neue Erfahrung:
„Ich stamme aus dem Bistum Münster. Münster ist eine große Stadt, aber
Frankfurt hat doch noch mal eine ganz andere Prägung.“
In diesem Zusammenhang sind auch hohe Managergehälter
für Mons. Tebartz-van Elst ein Thema.
Es sei wichtig, vom Evangelium her anzusprechen, daß Gerechtigkeit
in der Gesellschaft notwendig sei.
Im Interview sprach Mons. Tebartz-van Elst auch über seine Zeit in
den USA. Er habe dort „einen ganz eigenen Sinn für Pragmatismus“ in der Pastoral entdeckt.
Es gebe dort
ein größeres Selbstbewußtsein dafür, den Blick nach vorne auf das zu richten, was wachse: „Wir sind
in Deutschland manchmal mehr auf das fixiert, was alles weniger wird, was wegbricht.“
Als Beispiel für
den Aufbruch in den USA nennt der Bischof die Sorge um erwachsene Taufbewerber. Das sei in den Vereinigten
Staaten schon vor zwanzig Jahren ein Thema in der Seelsorge gewesen:
„Es waren kleine Zahlen, aber die
Aufmerksamkeit für diese Gruppe hat dazu geführt, daß die Gemeinden selber darauf aufmerksam geworden
sind und ihr Taufbewußtsein neu entdeckt haben.“
Dadurch sei ein positiver Stimmungswandel in die Gemeinden
hineingekommen.
Es gebe manchmal in Deutschland viel Gejammer über das, was nicht mehr so ist, wie es
mal war: „Aber damit behindern wir uns eigentlich nur selbst.“
Wichtiger sei, sich an dem zu freuen,
was sich in all den Veränderungen und Umbrüchen auch neu ergibt und neu auf den Weg kommt:
„Das ist
für mich so ein Grundimpuls, den ich aus der Zeit in den USA mitgenommen habe.“
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