11:51:23 | Dienstag, 8. Februar 2005
Johannes Paul II.
Ich bin Johannes Paul II. im Jahre 1987 begegnet, als ich Seminaristen in Rom Einkehrtage hielt. Kardinal Jean-Marie Lustiger hatte mir gesagt: „Besuche den Papst! Das wird eine große Gnade für dich sein.“ Von Guy Gilbert.
(kreuz.net/
christicity, Paris) Die Messe mit unserem Papst war der Höhepunkt meiner ersten Begegnung
mit ihm. Wir haben in seiner privaten Kapelle zelebriert, mit einigen Bischöfen, einigen Priestern und
einer Handvoll Christen. Es war 7.30 Uhr morgens. Zwei Dinge beeindruckten mich:
– der Lärm der Stadt
Rom drang in die Kapelle ein, der Lärm des Lebens, der Welt, zu der wir gesendet sind…
– der Rücken
des Papstes, hinter dem ich mich während der Danksagung nach der Messe befand. Der breite Rücken seines
kräftigen polnischen Körperbaus und, zugleich der Rücken dessen, dem die Sendung aufgetragen ist, die
Menschheit zu tragen.
Die Begegnung nach der Messe, alleine mit dem Papst, hatte den Glanz von einigen
Sätzen und seines leuchtenden Blickes… 17 Jahre später, eine zweite Begegnung in Lourdes. Wegen seiner
übergroßen Müdigkeit bemühte ich mich nicht ausdrücklich, den Papst zu treffen.
Ein Bischof in der
Nähe des Papstes forderte mich auf, den Heiligen Vater mit meiner Gruppe zu treffen. Eine außerordentliche
Gnade für meine Begleiter. Der Papst war körperlich gesprochen ganz anders. Er war hier, am Ende seiner
Kräfte, nur mit dem gleichen Blick. Das genügte.
Ein zutiefst geistliches Wesen wird nie schwach, auch
wenn nur seine Hülle bleibt und auseinanderzufallen beginnt. Man kann über seine Kamikaze-Präsenz auf
dem Thron des Heiligen Petrus sagen, was man will. Es ist eine Gegenwart die anhält, die Gewisse ermüdet
und von anderen in die Höhe stilisiert wird.
Das Wichtige besteht nicht darin, sondern in der Tatsache,
daß ein Papst vor uns leidet und stirbt. Das ist eine Premiere in der Kirche. Johannes Paul II. hängt
sich nicht verzweifelt an seinen Thron. Er vollendet auf eine schöne Art, was er als Athlet Gottes begonnen
hat.
Ein Athlet im Sinne des Evangeliums ist jener, der alle Rekorde bricht… Er ist ein Mensch des
gelebten und nicht des versteckten Leidens. Und vor allem ist er jener, welcher der Welt – die von Muskeln
und Schönheit eingenommen ist – zu zeigen vermag, daß das zählt, was man ist und mit Sicherheit nicht
das, was man scheint.
Christen, beten wir für diesen alten Kämpfer…
Verfaßt von Guy Gilbert, um
1.00 Uhr morgens, in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar 2005 in einer Bar von Paris.
Guy Gilbert (70)
ist ein französischer Priester, der für seine Arbeit unter den Rockern und Hippies bekanntgeworden ist.
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#7
Rachid Bennacef 19:22:18 | Donnerstag, 11. August 2005
#6
1+1=7 17:07:57 | Dienstag, 8. Februar 2005
#5
GerdEric 17:05:10 | Dienstag, 8. Februar 2005
#4
1+1=7 16:46:45 | Dienstag, 8. Februar 2005
#3
GerdEric 15:32:12 | Dienstag, 8. Februar 2005
#2
Der katholische Polterer 13:16:30 | Dienstag, 8. Februar 2005
#1
Maurice Corvisier 12:25:22 | Dienstag, 8. Februar 2005