Johannes Paul II.
Johannes Paul II., der alte Kämpfer
Ich bin Johannes Paul II. im Jahre 1987 begegnet, als ich Seminaristen in Rom Einkehrtage hielt. Kardinal Jean-Marie Lustiger hatte mir gesagt: „Besuche den Papst! Das wird eine große Gnade für dich sein.“ Von Guy Gilbert.
(kreuz.net/christicity, Paris) Die Messe mit unserem Papst war der Höhepunkt meiner ersten Begegnung mit ihm. Wir haben in seiner privaten Kapelle zelebriert, mit einigen Bischöfen, einigen Priestern und einer Handvoll Christen. Es war 7.30 Uhr morgens. Zwei Dinge beeindruckten mich:

– der Lärm der Stadt Rom drang in die Kapelle ein, der Lärm des Lebens, der Welt, zu der wir gesendet sind…
– der Rücken des Papstes, hinter dem ich mich während der Danksagung nach der Messe befand. Der breite Rücken seines kräftigen polnischen Körperbaus und, zugleich der Rücken dessen, dem die Sendung aufgetragen ist, die Menschheit zu tragen.

Die Begegnung nach der Messe, alleine mit dem Papst, hatte den Glanz von einigen Sätzen und seines leuchtenden Blickes… 17 Jahre später, eine zweite Begegnung in Lourdes. Wegen seiner übergroßen Müdigkeit bemühte ich mich nicht ausdrücklich, den Papst zu treffen.

Ein Bischof in der Nähe des Papstes forderte mich auf, den Heiligen Vater mit meiner Gruppe zu treffen. Eine außerordentliche Gnade für meine Begleiter. Der Papst war körperlich gesprochen ganz anders. Er war hier, am Ende seiner Kräfte, nur mit dem gleichen Blick. Das genügte.

Ein zutiefst geistliches Wesen wird nie schwach, auch wenn nur seine Hülle bleibt und auseinanderzufallen beginnt. Man kann über seine Kamikaze-Präsenz auf dem Thron des Heiligen Petrus sagen, was man will. Es ist eine Gegenwart die anhält, die Gewisse ermüdet und von anderen in die Höhe stilisiert wird.

Das Wichtige besteht nicht darin, sondern in der Tatsache, daß ein Papst vor uns leidet und stirbt. Das ist eine Premiere in der Kirche. Johannes Paul II. hängt sich nicht verzweifelt an seinen Thron. Er vollendet auf eine schöne Art, was er als Athlet Gottes begonnen hat.

Ein Athlet im Sinne des Evangeliums ist jener, der alle Rekorde bricht… Er ist ein Mensch des gelebten und nicht des versteckten Leidens. Und vor allem ist er jener, welcher der Welt – die von Muskeln und Schönheit eingenommen ist – zu zeigen vermag, daß das zählt, was man ist und mit Sicherheit nicht das, was man scheint.

Christen, beten wir für diesen alten Kämpfer…

Verfaßt von Guy Gilbert, um 1.00 Uhr morgens, in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar 2005 in einer Bar von Paris.

Guy Gilbert (70) ist ein französischer Priester, der für seine Arbeit unter den Rockern und Hippies bekanntgeworden ist.
      
7 Lesermeinungen
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#7   Rachid Bennacef   19:22:18 | Donnerstag, 11. August 2005
Guy Gilbert ist FRANZOSE !
Hallo,
ich wollte nur mitteilen, dass Guy Gilbert franzose ist,
kein belgier.
Beste Grüsse
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#6   1+1=7   17:07:57 | Dienstag, 8. Februar 2005
Dumm sind deine Fragen nicht, GerdEric
aber lieblos.
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#5   GerdEric   17:05:10 | Dienstag, 8. Februar 2005
Es gibt keine dummen Fragen
(Anstösse – anstossende Bemerkungen),
nur dumme Antworten…
(das muss ich nier auch noch jemandem anderen sagen)
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#4   1+1=7   16:46:45 | Dienstag, 8. Februar 2005
GerdEric Was wünscht du Dir,
von der Kirche und von Gott?
Dein Vakuum an Liebe wirst du nicht durch Fragen oder Klagen, sinnvolle oder wenig sinnvolle, ausgleichen, sondern durch dein Trachten andere zu lieben.
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#3   GerdEric   15:32:12 | Dienstag, 8. Februar 2005
Klare Worte findet Gilbert zur Ökumene:
Er findet es merkwürdig, dass Katholiken und Protestanten auf der Basis derselben Bibel denselben Glauben haben, aber nicht gemeinsam am Tisch des Herrn sitzen sollen.
Hm…
Auch Jesus sass !nur mit Juden zum Abendmahl.
da waren keine Heiden,
keine Götzendiener und keine Frauen am Tisch…
(grübel)
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#2   Der katholische Polterer   13:16:30 | Dienstag, 8. Februar 2005
Sollen alle katholisch werden?
Wird lt. Stephanscom.at von Guy Gilbert wie folgt beantwortet:
Mission, was heißt das für Gilbert, will eine junge Journalistin wissen. Sollen alle katholisch werden? „Quatsch“, antwortet Gilbert mit einem selbst gedrehten „Tschik“ im Mund und einem schalkhaften Blinzeln in den Augen: Zu sagen, dass alle katholisch werden müssen, würde Krieg bedeuten. Denn dann würden auch die Muslime und andere wollen, dass alle sich ihnen anschließen. Gilbert will, dass die Religionsgemeinschaften einander respektieren. Alle Religionen sollten Gott ins Zentrum stellen, der für Liebe, Solidarität und Gemeinschaft steht. In seiner Heimat habe er viel mit Protestanten, Muslimen, Buddhisten, aber auch Atheisten zu tun. Auch unter ihnen würden viele das leben, was Gott meint, „die Kirche hat kein Monopol auf Liebe“. Klare Worte findet Gilbert zur Ökumene: Er findet es merkwürdig, dass Katholiken und Protestanten auf der Basis derselben Bibel denselben Glauben haben, aber nicht gemeinsam am Tisch des Herrn sitzen sollen. Größere Aufmerksamkeit will er dieser Debatte aber nicht widmen, „darüber könnten wir die ganze Nacht diskutieren“. Viel wichtiger sei es, im Sinne Gottes zu handeln und damit zu überzeugen. Es werde viel zu viel geredet, viel zu wenig getan, meint Gilbert.
Ich finde es glaubwürdig, dass der Hl. Vater und Guy Gilbert sich schätzen. Schließlich haben sie ähnliche Ansichten… Auskennen tut sich Guy Gilbert auch nicht: Die gleiche Bibel: Quatsch! Da würde sogar Luther protestieren…!
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#1   Maurice Corvisier   12:25:22 | Dienstag, 8. Februar 2005
Guy Gilbert
Weiß die kreuz.net-Redaktion wirklich nicht, wer dieser Gilbert ist und wofür er steht? Ich fasse es kaum.
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