01:52:28 | Dienstag, 25. Dezember 2007
Benedikt XVI.
Der Thron Davids steht leer. Andere herrschen über das Heilige Land. Der Palast ist zum Stall und der Stall zum Palast geworden. Die Weihnachtspredigt des Papstes.

Weihnachtsdarstellung aus dem 14. Jahrhundert
(kreuz.net, Vatikan) Heute nacht feierte Papst Benedikt XVI. im Petersdom die Weihnachtsmette.
In seiner
Predigt sprach der Heilige Vater über das jahrhundertelange Harren Israels auf den Heiland.
Doch nicht
nur Israel, die ganze Menschheit habe – in dunkler Vorahnung – auf den Augenblick gewartet, da Gott aus
seiner Verborgenheit heraustrete und die Welt heil werde:
„Die Menschheit wartet auf Gott, auf seine
Nähe. Aber wenn es so weit ist, hat sie keinen Platz für ihn“ – so der Papst.
Die Menschheit sei so
sehr mit sich selber beschäftigt. Sie brauche Raum und Zeit nur für sich selber. Für den anderen, den
Nächsten, den Armen, für Gott bleibe nichts:
„Je reicher die Menschen werden, desto mehr füllen sie
alles mit sich selber aus. Desto weniger kann der Andere hereintreten.“
Das Fleisch im Fleische zu befrei’n

Vom
französischen Maler William Bouguereau († 1905)
Klassischer Realismus

Vom italienischen Maler Lorenzo
Monaco († 1425)
Gotik

Vom italienischen Maler Giotto di Bondone († 1337)
Wegbereiter der Renaissance

Vom
spanischen Maler Bartolomé Esteban Murillo († 1682)
Barock

Vom italienischen Maler Federigo Barocci († 1612)
Beginn des Barock

Vom britischen Maler Edward Coley Burne-Jones († 1898)

Vom niederländischen Maler Gerard
David († 1523)
Renaissance

Vom italienischen Maler Orazio Gentileschi († 1639)
Barock
Dreifache Ablehnung
Nach den Worten des Evangelisten Johannes kam Christus in sein Eigentum, wobei die Seinigen ihn nicht
aufnahmen.
Das betreffe zunächst Bethlehem: „Der Davidssohn kommt in seine Stadt, aber er muß im Stall
geboren werden, weil in der Herberge kein Platz ist für ihn.“
Das gelte für Israel: „Der Gesandte kommt
zu den Seinigen, aber man will ihn nicht.“
Das gelte für die ganze Menschheit: „Der, durch den die Welt
geworden ist, tritt ein in die Welt, aber er wird nicht gehört.“
Palast wird zum Stall – und umgekehrt
Der Papst erwähnte auch Weihnachtsbilder des späten Mittelalters und der beginnenden Neuzeit, wo der
Stall wie ein heruntergekommener Palast dargestellt wird:
„Man kann noch seine ehemalige Größe erkennen,
er ist verfallen, die Wände stehen offen“.
Diese Legende hätte zwar keinen historischen Gehalt: „Sie
drückt dennoch etwas Wahres aus“ – so Benedikt XVI.
Denn der Thron Davids, welchem Ewigkeit verheißen
war, stehe leer: „Andere herrschen über das Heilige Land. Josef, der Nachfahre Davids, sei ein einfacher
Handwerker. Der Palast ist zur Hütte geworden.“
Im Stall zu Bethlehem beginne das davidische Königtum
neu:
„Der neue Thron, von dem aus der neue David die Welt an sich ziehen wird, ist das Kreuz.“
Vom Kreuz
komme das wahre Königtum: „Der Stall wird zum Palast.“
Die Predigt im Wortlaut
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#4
Colgate 11:58:20 | Dienstag, 25. Dezember 2007
#3
Nachtlaterne 10:31:42 | Dienstag, 25. Dezember 2007
#2
Aloah 08:51:56 | Dienstag, 25. Dezember 2007
#1
r.ruhrgebietler 06:55:26 | Dienstag, 25. Dezember 2007