Benedikt XVI.
Kein Raum für den armen Gott
Der Thron Davids steht leer. Andere herrschen über das Heilige Land. Der Palast ist zum Stall und der Stall zum Palast geworden. Die Weihnachtspredigt des Papstes.
Weihnachtsdarstellung aus dem 14. Jahrhundert
Weihnachtsdarstellung aus dem 14. Jahrhundert
(kreuz.net, Vatikan) Heute nacht feierte Papst Benedikt XVI. im Petersdom die Weihnachtsmette.

In seiner Predigt sprach der Heilige Vater über das jahrhundertelange Harren Israels auf den Heiland.

Doch nicht nur Israel, die ganze Menschheit habe – in dunkler Vorahnung – auf den Augenblick gewartet, da Gott aus seiner Verborgenheit heraustrete und die Welt heil werde:

„Die Menschheit wartet auf Gott, auf seine Nähe. Aber wenn es so weit ist, hat sie keinen Platz für ihn“ – so der Papst.

Die Menschheit sei so sehr mit sich selber beschäftigt. Sie brauche Raum und Zeit nur für sich selber. Für den anderen, den Nächsten, den Armen, für Gott bleibe nichts:

„Je reicher die Menschen werden, desto mehr füllen sie alles mit sich selber aus. Desto weniger kann der Andere hereintreten.“

Das Fleisch im Fleische zu befrei’n
A solis ortus cardine Ad usque terrae limitem, Christum canamus Principem, Natum Maria Virgine. Vom Morgentor des sonnenwegs Bis zu der Erde letztem Raum Schall unser Sang dem Fürsten Christ, Marien Sohn, der reinen Frau.Beatus auctor saeculi Servile corpus induit: Ut carne carnem liberans, Non perderet quod condidit. Der hohe Bildner allen Seins Ummantelt sich mit Sklavenkleid Um, Fleisch durch Fleisch entschimpflichend, Nicht preiszugeben, die er schuf.Clausae parentis viscera Caelestis intrat gratia: Venter puellae baiulat Secreta, quae non noverat. In keuscher Mutter Werdestatt Schmiegt Gnade sich des Himmels ein; Geheimstes trägt der Jungfrau Schoß, Was keine Jungfrau noch erfuhr.

Dreifache Ablehnung

Nach den Worten des Evangelisten Johannes kam Christus in sein Eigentum, wobei die Seinigen ihn nicht aufnahmen.

Das betreffe zunächst Bethlehem: „Der Davidssohn kommt in seine Stadt, aber er muß im Stall geboren werden, weil in der Herberge kein Platz ist für ihn.“

Das gelte für Israel: „Der Gesandte kommt zu den Seinigen, aber man will ihn nicht.“

Das gelte für die ganze Menschheit: „Der, durch den die Welt geworden ist, tritt ein in die Welt, aber er wird nicht gehört.“

Palast wird zum Stall – und umgekehrt

Der Papst erwähnte auch Weihnachtsbilder des späten Mittelalters und der beginnenden Neuzeit, wo der Stall wie ein heruntergekommener Palast dargestellt wird:

„Man kann noch seine ehemalige Größe erkennen, er ist verfallen, die Wände stehen offen“.

Diese Legende hätte zwar keinen historischen Gehalt: „Sie drückt dennoch etwas Wahres aus“ – so Benedikt XVI.

Denn der Thron Davids, welchem Ewigkeit verheißen war, stehe leer: „Andere herrschen über das Heilige Land. Josef, der Nachfahre Davids, sei ein einfacher Handwerker. Der Palast ist zur Hütte geworden.“

Im Stall zu Bethlehem beginne das davidische Königtum neu:

„Der neue Thron, von dem aus der neue David die Welt an sich ziehen wird, ist das Kreuz.“

Vom Kreuz komme das wahre Königtum: „Der Stall wird zum Palast.“

Die Predigt im Wortlaut
      
4 Lesermeinungen
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#4   Colgate   11:58:20 | Dienstag, 25. Dezember 2007
Erschienen am 30. November 2007
nachrichten.t-online.de/…/25/00/13582500.html
Benedikt XVI. veröffentlicht zweite Enzyklika
Papst erteilt Fortschrittsglauben eine Absage
Erschienen am 30. November 2007
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(Quelle: Reuters)
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„Gott ist die Hoffnung“
Das 80 Seiten lange Dokument wendet sich gegen Ideologien, Wissenschaft, Politik und Fortschrittsglauben als Ersatz für christliche Hoffnung auf das ewige Leben. „Wir alle sind Zeugen geworden, wie Fortschritt in den falschen Händen zu
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#3   Nachtlaterne   10:31:42 | Dienstag, 25. Dezember 2007
behindert sind wir alle
in wirklichkeit müsste man uns menschen allesamt als blinde, lahme, bettler und krüppel darstellen, allerdings in der weise, dass niemandem seine behinderung bewußt ist. denn behindert sind wir ausnahmslos alle, weil nur in der begegnung frei, die wir nicht „machen“ können, auf die wir uns innerlich nicht einmal vorbereiten und formen lassen wollen. kaum ein wort in dieser welt ist innerlich so ausgehöhlt und leer und mit falschen vorstellungen gefüllt wie das wort TROST. wir entbehren den trost nicht einmal mehr, weil wir von falschen tröstern umgeben sind, die uns echten trost vergessen machen. wir haben keine sehnsucht nach freiheit, weil wir das wort sehnsucht bis zur sucht aufgespalten und damit die „königskrone“ tief in den dreck geworfen haben. ausnahmslos alle sind wir tief behinderte, machen uns aber vor, dass dem nicht so sei. wofür haben wir schließlich den „markt unserer möglichkeiiten!“ unter dem himmel verstehen wir immer noch die langeweile harveschwingender engel und unter hölle „die sau rauslassen“.
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#2   Aloah   08:51:56 | Dienstag, 25. Dezember 2007
Weihnachten
Euch allen, gesegnete und frohe Weihnachten.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
wünscht,
Aloah
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#1   r.ruhrgebietler   06:55:26 | Dienstag, 25. Dezember 2007
@Redaktion
Gesegnete Weihnacht!
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