Gestern erhielt der Produzent des umstrittenen Klonschafes „Dolly“ die Erlaubnis, das gleiche mit Menschen zu machen. Er wird in Zukunft Menschen reproduzieren, um eine bestimmte Nervenkrankheit zu therapieren. Sechs Tage darf ein Klonkind auf Gottes Erde weilen. Dann geht es ihm an den Kragen. Heilen durch Töten.
(kreuz.net, London) Mit der Etikette des sogenannten „therapeutischen Klonens“ werden in England künstlich
produzierte Kinder gezüchtet und nach sechs Tagen wieder umgebracht. Dies berichtete gestern der britische
Staatsfunk.
Ian Wilmut, der mit dem von ihm erzeugten umstrittenen Klonschaf „Dolly“ weltbekannt wurde,
darf nun das gleiche auch mit Menschen tun. Ian Wilmut geriet im Juli 1996 in die internationalen Schlagzeilen,
als er als Weltpremiere ein Säugetier, das Schaf Dolly, reproduzierte. Das Schaf starb in der Zwischenzeit
an einem rätselhaft beschleunigten Alterungsprozeß.
Wilmut erhielt die staatliche Erlaubnis für seine
Experimente am Menschen am gestrigen Dienstag. Er erhält damit als zweiter Brite das Recht, Kinder zu
produzieren, um sie anschließend wieder umzubringen und industriell auszuschlachten. Eine erste Genehmigung
erging letzten August an ein biotechnologisches Projekt zur kommerziellen Produktion von Insulin. In Großbritannien
ist die Produktion und Tötung von Kleinstkindern der Biotechnologie seit 2001 erlaubt.
Ian Wilmut vom
Roslin Institut in Schottlands Hauptstadt Edinburgh will Zellen der selbstproduzierten Kleinstkinder dazu
verwenden, um die sogenannte „amyotrophe Lateralsklerose“ – eine tödliche Nervenkrankheit – zu erforschen.
Von dieser Krankheit wird jener Teil des Nervensystems angegriffen, der für die kontrollierte Steuerung
der Skelettmuskulatur zuständig ist. Die meisten Betroffenen sterben innerhalb von fünf Jahren. Gegenwärtig
leidet der bekannte britische Physiker Steven Hawking daran.
Für seine Experimente am Menschen will
Wilmut nach dem gleichen Verfahren wie bei der Produktion seines Klonschafes vorgehen. Man werde aus der
Haut oder dem Blut von Patienten Gen-Material entnehmen. Dieses Gen-Material wird anschließend in eine
Eizelle implantiert, aus der man vorher den Zellkern entfernt hat. Danach wird die Eizelle ähnlich wie
bei einer normalen Schwangerschaft zur Entfaltung gebracht. Sechs Tage lang darf das durch den Eingriff
der Biotechniker entstandene Kind wachsen. Am sechsten Tag wird es umgebracht, weil die Techniker an seinen
Zellen interessiert sind. Die Zellen des Kindes werden anschließend mit gesunden und kranken Zellen der
Patienten verglichen. Über diesen Vergleich will man neue Erkenntnisse über die amyotrophe Lateralsklerose
gewinnen und am Ende womöglich ein Heilmittel entwickeln.
„Unser Ziel ist, ausschließlich Stammzellen
für Forschungszwecke zu schaffen.“ Es gehe absolut nicht um reproduktives Klonen, beschwichtigte Wilmut.
Beim reproduktiven Klonen könnte aus den Zellen eines erwachsenen Menschen ein Zwilling mit identischem
Gen-Material herangezüchtet und zur Geburt gebracht werden.
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