In einem Interview zum Jahresende hat der vatikanische Staatssekretär offizielle Ausführungsbestimmungen zum Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ angekündigt.
Tarcisio Kardinal Bertone
(kreuz.net) Der vatikanische Staatssekretär, Tarcisio Kardinal Bertone (73), hat ein langes Interview
gegeben, daß am 6. Januar im großen katholischen Wochenmagazin ‘Famiglia Christiana’ erscheinen wird.
Das berichtet Andrea Tornielli, Vatikanist der Mailänder Tageszeitung ‘Il Giornale’, auf seinem Internet-Blog.
In dem Interview spricht der Kardinal auch über die italienische Innenpolitik. In den Zeiten der ‘Italienischen
Kommunistischen Partei’ habe die Kirche im Land mehr Respekt genossen – so der Kardinal.
Die Position
der damaligen Kommunisten habe sich von der Haltung gegenwärtiger Laizisten unterschieden, „die behaupten,
daß ein Katholik keine positive Auffassung der Laizität des Staates vertreten könne.“
Kritisch äußerte
sich der Kardinal zum Verhältnis des Vatikan mit dem Staat Israel:
„Wir bemühen uns um einen intensiven
Dialog. Aber leider erreichen wir bei vielen konkreten Problemen keine Lösungen: Eigentumsrechte, Visa,
usw.“
Kirchliche Mitarbeiter im Heiligen Land würden keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten – „obwohl
man nicht behaupten kann, daß sie die Sicherheit bedrohen.“
Der Kardinal sprach im Interview auch über
das Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’:
„Es ist vorgesehen, eine Instruktion auszuarbeiten, welche die
Anwendungskriterien des Motu Proprio klar umreißt“.
Es habe zu diesem päpstlichen Schreiben unangemessene
Reaktionen gegeben, erklärt der Kardinal und fährt salomonisch weiter:
„Die einen haben den Papst angeklagt,
die Lehren des Konzils geleugnet zu haben.“
Auf der anderen Seite habe es Stimmen gegeben, welche das
Motu Proprio als Erlaubnis interpretiert hätten, zum vorkonziliären Ritus zurückzukehren:
„Beide Positionen
sind verkehrt.“
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26 Lesermeinungen
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@Gotthard:Bertone Wieso denn, der Kardinal hat doch völlig recht. In der aus seiner Sicht „guten alten
Zeit“ (Don Camillo und Peppone lassen grüßen) hat die uninformierte und dumm gehaltene Landbevölkerung
(Radios konnten sich nur die Reichen leisten und an Fernseher war nicht zu denken, eine Reise in die nächste
Kleinstadt war ein Abenteuer) entweder den Kommunisten oder den Pfaffen alles geglaubt, was die ihnen
vorgelogen haben, je nach persönlicher Präferenz. Klar dass sich einer wie dieser Kardinal wieder nach
diesen Zeiten zurücksehnt. Nicht umsonst erwähnt er die Kommunisten: Die waren ja auch so ein totalitärer
Verein, und auch sie sind heute nur noch bei Folkloristen und Ewiggestrigen hochangesehen, genau wie die
Kirche. Die Mehrheit der Menschen denkt heute selbst und lässt nicht mehr in Rom oder Moskau denken,
das bedauert der Kardinal natürlich.
@maliems wozu sollte denn das mp gut sein, wenn nicht, um den alten ritus wiederzubeleben? Vaticanum II
hat diesen Ritus, zuletzt 1962 von PP Johannes XXIII. leicht geändert, noch einmal einer kleineren Änderung
unterworfen. Herausgekommen ist die Vorlage von 1965. Sie wurde nach dem Konzil von der Liturgischen Kommission
abgelehnt und es kam der Novus Ordo. Die Vorlage von 1965 kann sich auf das Konzil berufen, nicht der
Novus Ordo. Der Hl. Vater macht das einzig Richtige: Einen Schritt zurück vor das Konzil um sich mit
vorsichtigen Schritten zur Konzilsvorlage von 1965 zu begeben.
@ prawda oder ihr verabschiedet euch am besten in richtung pius brüder! Ach, Sie wollen die Kirche spalten?
Ihre Ritus-Paranoia ist mehr als auffällig.
Bertone In den Zeiten der ‘Italienischen Kommunistischen Partei’ habe die Kirche im Land mehr Respekt
genossen – so der Kardinal. zu diesem Satz gibt es nur 2 Deutungen: 1. die Redaktion kann kein Italienisch …
2. der Kardinal hat einen Knall …
Riten – Laizizität Riten: ein widerholter Hinweis: es gibt keine zwei,sondern nur einen einzigen römischen
Ritus!!!!!! Laizität: der Laizismus ist eine Ideologie unter vielen (Kommunismus, Sozialismus, 68er Ideologie
usw.) nur deswegfen können seine Anhänger so wirklichkeitsfremdes Zeug verzapfen, wie ein Katholik könne
kein positives Verhältnis zu einem laikalen Staat gewinnen. Sollte allerdings tatsächlich ein laizistischer
Staat gemeint sein, haben diese Leute recht: ernstzunehmende Religiösität schließt jedes positive Verhältnis
zu jeglicher Ideologie aus.
@sturmius So sturmius – jetzt hört man aus rom genau die gründe, die ich angesprochen hatte: das motus
proprio wurde von dem ein oder anderen falsch ausgelegt, nämlich um vorkonziliare riten wieder zu beleben.
und deshalb gibts demnächst für dich und den rest der sjm’ler ausführungsbestimmungen. die werden euch
vielleicht etwas helfen oder ihr verabschiedet euch am besten in richtung pius brüder!
@aurelius …bitte nicht immer die selben falschen behauptungen…mit erlaubnis , zitiere ich die völlig
richtige antwort des posters typ auf die gleichen einwände von rodolfus : Und wieder und wieder: Verwechseln
Sie nicht das kirchliche Lehramt mit dem kirchlichen Gesetzgeber. Entscheidungen des kirchlichen Gesetzgebers
können selbstverständlich durch einen späteren Gesetzgeber wieder aufgehoben werden. Sonst hätte in
das Messbuch von 1570 ja niemals ein neuer Feiertag oder ein Einschub ins Hochgebet eingefügt werden
können. Nur weil da „auf immer und ewig“ drinsteht, heißt das noch lange nicht, dass es auch die nachfolgenden
Gesetzgeber binden würde – es ist nur eine Bekenntnisfloskel. Schon kurz nach 1570 wurden neue Feiertage
eingeführt, und niemand hatte das Recht, zu sagen: „Nein, das Fest feiere ich nicht, weil ich bei dem
Messbuch von 1570 bleiben will, und Überpapst Rudolfus(oder aurelius) hat mir gesagt, dass ich das darf.“
Kleiner Tipp von mir: Lesen Sie mal Grundlagenliteratur zu Dogmatik und Kanonistik! Da können Sie noch
viel lernen…
#17 Nachtlaterne 19:44:04 | Dienstag, 1. Januar 2008
Du aber, Menschensohn, fürchte dich nicht vor ihnen, hab keine Angst vor ihren Worten! Wenn dich auc
Du aber, Menschensohn, fürchte dich nicht vor ihnen, hab keine Angst vor ihren Worten! Wenn dich auch
Dornen umgeben und du auf Skorpionen sitzt, hab keine Angst vor ihren Worten, und erschrick nicht vor
ihrem Blick; denn sie sind ein widerspenstiges Volk. Du sollst ihnen meine Worte sagen, ob sie hören
oder nicht, denn sie sind wider-spenstig Ez. 2/6-7
Formunterlassung Benedikt @ Können Sie mir nachsehen, dass ich bei ordentlich und außerordentlich den
Begriff Formnicht verwendet habe. Mea culpa. Von zwei Riten ist auch in meinem Beitrag nicht die Rede.
@ Aleph Sie hätten sich das lieber zu Herzen nehmen sollen, stattdessen reden Sie weiterhin vom „ordentlichen
Ritus“, obwohl es so etwas nicht gibt. Lesen Sie den Begleitbrief von Benedikt XVI. zum Motu Proprio.
Dort heißt es: Es ist nicht angebracht, von diesen beiden Fassungen des Römischen Meßbuchs als von
„zwei Riten“ zu sprechen. Es gibt also nur EINEN römischen Ritus, der allerdings zwei Ausdrucksformen
hat: 1. Die ordentliche Form nach dem Missale Pauls VI. 2. Die außerordentliche Form nach dem Missale
Johannes’ XXIII. (MP Summorum Pontificum Art 1)
Ganz schön schroff Aurelius@ Was haben Sie jetzt neues gesagt? Alle Ihre sorgsam aufgeführten Positionen
sind sattsam bekannt und werden von niemand angezweifelt. Sie werden ja nicht in Abrede stellen wollen,
dass Benedikt XVI. zwischen der ordentlichen (=NOM) und der außerordentlichen (Tridentinischer Ritus)
unterscheidet. NOM ist derzeit für die die meisten Katholiken der ordentliche Ritus, eben nicht die Messe
im Tridentinischen Ritus und NOM hat derzeit die Gültigkeit, auch wenn Sie das persönlich gern anders
hätten. Aber darauf kannwohl nicht Rücksicht genommen werden. Ganz abgesehen davon ist Rudolfus als
ursprünglicher Autor, dem ich den „Humbug“ vorgeworfen habe durchaus selbst in der Lage zu antworten.
Wenn ich Sie vergrätzt haben sollte, war es nicht Absicht. Aber Ihre schroffe belehrende Reaktion sagt
mir, dass ich bei Ihnen ins Schwarze getroffen habe. So ist es mal auf dieser Welt: Ein Hund wird getroffen,
was macht er, er bellt.
@Aleph: „totaler Humbug“ Die außerordentliche Messe im tridentinischen Ritual ist eben nicht verbindlich
für alle Zeiten festgelegt. Erst mal heißt es „außerordentliche Form“ (Lat.: forma extraordinaria)
und zweitens gibt es kein „tridentisches Ritual“. Man bezeichnet das vom hl. Papst Pius V. im Anschluss
an das Konzil von Trient 1570 herausgegebene und, bis auf wenige Ausnahmen, für die lateinische Kirche
verbindlich festgeschriebe Missale Romanum als „Tridentinische Messe“. Ob sie nun verbindlich für alle
Zeiten festgelegt worden ist, ist eben eine der ständigen Streitfragen zwischen Traditionalisten und
„normalen“ Katholiken. Auch wenn Quo primum www.fsspx.info/…ius_v_quo_primum.php keinen dogmatischen
Charakter hat, legt der hl. Papst Pius V. doch das Missale Romanum von 1570 für alle Zeiten verbindlich
fest. Die Lektüre des Dokumentes lohnt sich auf jeden Fall. NOM wurde im Motu Proprio als die ordentliche
Messe definiert. Nein, das von Papst Paul VI. 1969 approbierte Missale Romanum wird als „ordentliche Form“
(Lat.: forma ordinaria) bezeichnet. Vielleicht sollten Sie sich erst einmal informieren und sich mit der
richtigen Terminologie anfreunden, bevor Sie hier anderen Postern „totalen Humbug“ unterstellen.
Vaticanum II wollte den Ritus nicht wesentlich ändern, wohl aber mehr Schriftlesungen, Heiligenfeste,
Lesungen und Evangelium in der Landessprache usw. einfügen (siehe Modell von 1965?). Eine solche Änderung
dürfte der Heilige Vater anstreben.
ein Trauerspiel Es ist schon traurig, wenn man mit ansehen muss, wie ein Gutteil der Bischöfe die Initiative
des Heiligen Vaters bezüglich alter Messe auszubremsen versucht. Sie wollen einfach nicht das Anliegen
des Papstes – eine würdige und gottgefällige Liturgie – teilen und haben Angst vor den „Kirchenvolksbegehrern“,
die mittlerweile in allen pfarrlichen Greminen und Grupierungen sitzen. Wir brauchen noch einen sehr langen
Atem und viel Gebet.
Persönliche Phantasien Es kann nur die trid. Liturgie gelten. Ein Vorgänger des hlg. Vater diese Lit.
als die verbindliche Messe aller Zeiten festgelegt. r.ruhrgebietler@ Das ist totaler Humbug, den Sie da
verbraten. Die außerordentliche Messe im tridentinischen Ritual ist eben nicht verbindlich für alle
Zeiten festgelegt. NOM wurde im Motu Proprio als die ordentliche Messe definiert. Sie verwechseln Ihre
persönlichen Phantasien und Wunschwelten mit der Wirklichkeit. Der Schadensstatus ist schon ziemlich
weit vorangeschritten.
verstehe ich nicht „Die einen haben den Papst angeklagt, die Lehren des Konzils geleugnet zu haben.“ Auf
der anderen Seite habe es Stimmen gegeben, welche das Motu Proprio als Erlaubnis interpretiert hätten,
zum vorkonziliären Ritus zurückzukehren: „Beide Positionen sind verkehrt.“ letztes verstehe ich nicht.
batürlich ist das motu proprio eine erlaubnis für den alten ritus. komisch, komisch
@ruhrgebietler: stimmt genau Es kann nur die trid. Liturgie gelten. Ein Vorgänger des hlg. Vater diese
Lit. als die verbindliche Messe aller Zeiten festgelegt. Bis das oben gesagte alle Bischöfe und der Großteil
der Katholiken begreifen, die mittlerweile protestantischer als die Protestanten denken, muß man noch
viel beten.
Sie irren, Herr Kardinal! Es kann nur die trid. Liturgie gelten. Ein Vorgänger des hlg. Vater diese Lit.
als die verbindliche Messe aller Zeiten festgelegt.