In Oberösterreich, einer der katholischsten Gegenden des Landes, leidet die Beichte an unbehandelter Schwindsucht. Seit der Erneuerung der Liturgie durch das Zweite Vatikanische Konzil wird zehnmal weniger gebeichtet.
(kreuz.net, Linz) Auch den frommen Oberösterreichern scheint die Lust am Beichten vergangen zu sein.
Das Beichtzentrum in der oberösterreichischen Hauptstadt Linz ist der von den Jesuiten betreute Alte
Dom. Doch dort bleiben die Beichtstühle immer öfters leer. Das berichtet der Online-Nachrichtendienst
des österreichischen Rundfunks. Die Zahl der Beichten sei in den vergangenen Jahren rapide zurückgegangen.
70.000 bußfertige Oberösterreicher seien noch im Jahre 1970 zu den Beichtstühlen geströmt. Inzwischen
ist die Zahl der Beichten auf 6.000 pro Jahr zurückgegangen. Wenn man das Durchschnittsalter der Beichtkinder
anschaut, ist eine Umkehrung des Trends nicht zu erwarten. Die meisten von ihnen sind noch Relikte aus
der Zeit vor dem Konzil.
„Man könnte meinen, die Oberösterreicher hätten keine Sünden mehr. Zumindest
redeten sie nicht darüber“, sagt der Linzer Jesuitenpater Heinz Urban.
Ehrlicherweise – fügt eine Linzer
Kirchgängerin an – müsse man auch zugeben, daß das Wort Sünde in den Predigten kaum mehr genannt werde.
Ein Priester, der es wage, in der Sonntagspredigt über die Beichte zu sprechen, riskiere unter Umständen
seine berufliche Zukunft. Die Beichte sei ein Tabu-Thema nicht nur unter den Gläubigen, sondern auch
bei den Bischöfen und Priestern. Man rede halt lieber über Solidarität und die Bewahrung der Schöpfung.
Pater Urban meinte vor dem Informationsdienst des österreichischen Rundfunks, er habe persönlich beobachtet,
daß viele Oberösterreicher mit dem Beichten schon in der Kindheit bedrückende Erfahrungen gemacht hätten.
Doch der weitaus größte Teil der Gläubigen – so ein Vikar in der Diözese Linz – habe mit dem Beichtsakrament
weder gute noch schlechte Erfahrungen gemacht, sondern sei überhaupt noch nie mit ihm in Kontakt gekommen.
Die dennoch sehr verbreiteten Vorurteilen gegen die Beichte seien angelernt und müßten als eine normale
Reaktion des Sünders gegen sein schlechtes Gewissen betrachtet werden. Man mache die Beichte schlecht,
weil man sich nicht eingestehen könne, selber schlecht zu sein und schlecht zu handeln.
Der Beichtvater
am Alten Dom in Linz erklärt, daß Frauen öfter beichten als Männer. Das sei damit zu erklären, daß
sich Frauen eher mit Problemen in ihrem Inneren beschäftigen als Männer.
Männer – so ein kirchlicher
Ehetherapeut – seien stärker in Gefahr, vor sich selber davonzulaufen und sich in äußere Tätigkeiten
zu flüchten oder sogar einer Sucht zu verfallen, statt die eigenen Sünden zuzugeben und zu beichten.
In Linz ist die Beichte zwar am Aussterben. Dagegen gibt es die neue Form der Aussprache. Grundsätzlich
zögen die Oberösterreicher die Möglichkeit einer längeren Aussprache der kurzen Beichte vor, meint
der Beichtvater im „Alten Dom“.
Und was wird in Linz am häufigsten gebeichtet? Probleme mit dem Ehepartner.
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3 Lesermeinungen
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#2 bonifatius 23:08:31 | Mittwoch, 9. Februar 2005
der aufgeklärte Mensch ist sündenfrei weil es keine Sünden mehr gibt,ist das Bußsakrament überflüssig!
Aber:“ Was von Gott entfernt, ist nicht die Sünde, sondern der Versuch, sie zu entschuldigen“.(Davila)
#1 Athanasius 18:34:32 | Mittwoch, 9. Februar 2005
Logisch Logisch, wenn die Liturgie (denke daran: „Lex orandi, Lex credendi“ sprachen die Kirchenväter!)
das ganze Konzept der Sünde und Strafe nicht mehr oder nur noch – im offiziellen Neuen Messbuch – sehr
verwassert anerkennt und unter Aufmerksamkeit bringt, und wenn das Konzept der einzigen Heilsfähigen
Kirche in der der sündige und, fast immer todsündige, Mensch Erlösung finden kann durch Unsern Herrn
Jesus-Christus alleine, ersetzt wird mit einer Doktrin von Universalerlösung und Heilsfähigkeit anderer
Glaubensgemeinschaften, warüber wundert man sich dann? Dann wird die Reue und Humiliation in der hl.
Beichte und vor einem bekannten oder unbekannten Priester doch zweck- und nutzlos??? Sicher ist aber,
dass ich mit leeren Beichstühlen nicht konfrontiert werde bei meinem durchschnittlichen sonntäglichen
Messgang. Das ist so weil ich mir die Mühe – als Junger Junge – gebe, nach einer traditionell-Katholische
Kapelle zu reisen um dort das Römische Messopfer aller Zeiten beizuwohnen. Oft komm ich gar nicht an
den Priester mehr ran, weil soviele Schlange stehen, oft viele Mädel und Buben von nur knapp über sieben,
acht Jahre – wie auch 17, 15 oder so – (diese Kategorie is wie die Puberalen und Jungerwachsene bis 45
Jahre gut vertreten bei den tridentinischen Messen)… Da lebt das ganze Problem nicht. Das soll uns nicht
wundern. Warum sucht man immer eine Lösung wenn sie schon vorhanden ist? Führen die Blinden die Blinden
und alle fallen in dem Loch? Wenn die Bischöfe und die Träger der hl. Ämbter unserer Mutter der Kirche
im Vatikan mal genauer zuschauen würden, und offen ohne liberalen Vorurteilen gegenüber Katholiken die
Katholisch geblieben sind wie die Englischen Märtyrer, könnte man einsehen, dass die Lösung diese ist:
Zurück zur Tradition Zurück zur traditionellen Liturgie und Theologie. Das wird früher oder später
doch nötig sein. Denn auf den Vatikan hört die alte ‘konservative’ Kategorie in 10 Jahre nicht mehr,
weil sie dann stocktaub im Grabe liegt. Die fast tote (+78 J. alt) Modernistischen Laiengruppen hören
sowieso nicht zu. Wem will der Vatikan dann helfen und instruieren und wen regieren? Nur die traditionalistischen –
treuen, aber kritischen – Gläubigen der hl. Kirche hören noch auf den Vetreter des Herrn, wenn auch
schwierig heute in dieser Verwirrung. Die ‘Konservativen’ (heute synonym für diejenige Gruppen die noch
nicht die Gottheit Christi leugnen) nicht mehr, denn wie heute, fabrizieren diese selbst eine Liturgie,
eine Doktrine (z.B. Neokatechumenatliturgie; Opus Dei ‘Mission’; Life Teen ‘Parties’), und lassen diese
nachher, unter Druck von indifferenten Klerikern vatikanischer Einstellungen gutheissen. Trotzdem sind
diese auch ‘unabhängig’ (lies:schismatisch) wegen dieser Sachen. –------------ Wenn man Macht behalten
wil, MUSS man wohl zuhören. (Abgesehen noch von der günstigen Bevölkerungspyramide bei den ‘Traditionalisten’.)