[ « 100 101 102 103 104 » ]
Freitag, 4. Januar 2008 10:46
Der nächste Pfarrer von Ars?
Selbstverständlich muß das Leben und Wirken dieses Priesters aus dem Kontext seiner Zeit heraus gedeutet und verstanden werden.
Gemälde von Hw. Augustinus Hieber
Gemälde von Hw. Augustinus Hieber
(kreuz.net, Leutkirch) Am 4. Januar 1968 starb Hw. Augustinus Hieber. Er war 31 Jahre lang Pfarrer in Merazhofen.

Der kleine Ort ist einer der zahlreichen Weiler, die zur Stadt Leutkirch im Allgäu im Südosten des Bundeslandes Baden-Württembergs gehören.

Hw. Hieber wurde am 15. Februar 1886 in Straßdorf – fünfzig Kilometer östlich von Stuttgart – geboren. Der Ort wurde im April 1972 in die Stadt Schwäbisch Gmünd eingemeindet.

Der spätere Priester war nach vier Töchtern der einzige Sohn seiner Eltern. Er sollte ursprünglich den großen Bauernhof übernehmen.

Nach seiner Priesterweihe war er zunächst
Der Chauffeur Hw. Hieberers
„Was Pfarrer Hieber mit der rechten Hand bekommen hat, das hat er mit der linken Hand an die Armen weitergegeben.“
mehrere Jahre Kaplan in Stuttgart und Schramberg, danach Stadtpfarrer in Göppingen – vierzig Kilometer östlich von Stuttgart.

Wegen gesundheitlicher Probleme erhielt er die Pfarrei in Merazhofen. Dort wurde er als „Wunderpfarrer“ bekannt.

Gläubige aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Österreich reisten in den winzigen Ort, um bei Pfarrer Hieber zu beichten.

Schon zu Lebzeiten war er für seine heilenden und segensspendenden Kräfte bekannt.

Nach Angaben der jüngsten Ausgabe der ‘Schwäbischen Zeitung’ pilgern heute mehr Pilger an das Grab des toten Priesters.

Die Zeitung befragte dazu Theodor Steur, der zu Zeiten von Pfarrer Hieber Kirchenpfleger in Merazhofen und Chauffeur des Geistlichen war: „Was Pfarrer Hieber mit der rechten Hand bekommen hat, das hat er mit der linken Hand an die Armen weitergegeben.“

Außerdem habe der Geistliche viel Charisma besessen: „Um seine Predigten zu hören, sind die Leute schon damals von weit her gekommen.“

In der Zeit des national-sozialistischen Regimes sollten die Kreuze in den Schulen abgehängt und der Religionsunterricht verboten werden.

Hw. Hieber betete mehrere Nächte, um dies abzuwenden. Darauf blieb im Dekanat Leutkirch im Allgäu alles beim alten.

Auf sein Gebet und seinen Segen hin wurden auch Kranke geheilt.

Die priesterliche Arbeit von Hw. Hieber wurde nach Angaben der ‘Stuttgarter Zeitung’ sehr geschätzt: „Selbstverständlich muß das Leben und Wirken dieses Priesters aus dem Kontext seiner Zeit heraus gedeutet und verstanden werden“ – relativiert das Blatt.

Diakon Kurt Susak – Vorsitzender des „Pfarrer Augustinus Hieber-Gedächtnisvereins“ – berichtet von einem Familienvater, der nach zehn Krebs- und Chemotherapien die Hoffnung auf Heilung schon aufgegeben hatte: „Dann betete er am Grab von Pfarrer Hieber und der Krebs verschwand.“

Der Diakon unterstreicht vor der ‘Schwäbischen Zeitung’, daß sich Hw. Hieber selber scharf gegen „Wundersucht und Aberglauben“ gestellt habe.

Inzwischen haben bereits 20.000 Menschen eine Bitte um die Seligsprechung des Geistlichen unterschrieben.

Die Entscheidung darüber liegt beim Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Mons. Gebhard Fürst.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 13 Lesermeinungen:
Mittwoch, 9. Januar 2008 21:45
Rudolfus: Wenn sich da „Gunsenum“ nicht einmal wieder täuscht!
Dazu, dazu mein lieber, wirst Du sicher nicht gehören!
In Gefahr ist da wohl Herr „Gunsenum“ selbst, später nicht dazu zu gehören, wie die törichten Bräute ohne Öl in der Brennkerze
Samstag, 5. Januar 2008 01:40
Jörg Guttenberger, Köln: Stuttgarter Zeitung: Relativierung
Was soll das? Heilungswunder müssen nur insweit im Zusammenhang (neudeutsch: Kontext) der Zeit gesehen werden, als sie unter Zugrundelegung der damaligen wissenschaftlichen Erkenntnisse als solche anerkannt werden. Was vor 50 Jahren als unheilbar galt, ist zum Teil heute medinzinisch therapierbar. Es blebt aber ein Wunder, daß der Kranke trotz fehlender Therapie geheilt wurde.
Freitag, 4. Januar 2008 15:54
Gunsenum: @ruDOLLFUß
Dazu, dazu mein lieber, wirst Du sicher nicht gehören!
Freitag, 4. Januar 2008 14:30
Rudolfus: Was man auf kreuz.net nicht alles lernt!
Der Rübezahl erklärt exklusiv den neuen päpstlichen Selig- und Heiligsprechungsmodus.

Vielleicht wird ja der eine oder der andere, der heute Christus die Treue hält, morgen auch eine Sache für die zuständige Kongregation für Seligsprechungen sein.
Freitag, 4. Januar 2008 14:20
LandorganistII: Lieber Rübezahl,
sauber recherchiert! Bravo! Sowas erwarte ich allerdings von der „Redaktion“ bevor die etwas veröffentlichen. Und der in Rede stehende Artikel sagt eindeutig nicht das aus, was Sie freundlicher Weise zugesteuert haben, und was mir ebenfalls bekannt ist. Aber an Eindeutigkeit und Beweisbarkeit hapert es hier ja in fast jedem Artikel. Ich denke wir sind uns einig darin, dass es nicht Aufgabe der Leser ist, ständig irgendwelche Veröffentlichungen eines sich „katholisch“ nennenden Mediums zu korrigieren.
Freitag, 4. Januar 2008 14:13
Rübezahl: Landorganist = schlecht informiert!
Staunen kann ja nie schaden – so kann man in der eigenen Verwunderung ja eventuell noch das ein oder andere dazulernen…

Ich empfehle in diesem Fall die Lektüre der apostolischen Konstitution „Divinus perfectionis magister“, vom 25. Januar 1983, durch welche der Hl. Vater, JPII., die Selig- und Heiligsprechungsverfahren neu ordnete.

Hier wird der Landorganist – aber auch jeder andere Interessierte – dann lesen können, dass die erste Beurteilung eines „Falles“ (und auch der weitere Fortgang & die Zulassung überhaupt) de facto in der Hand des Ortsbischofs liegt.

Erst wenn die ganze „Sache“ tatsächlich spruchreif und gut vor-geprüft ist, wird sie der Kongregation für Heiligsprechungsverfahren in Rom vorgelegt.

… In diesem Sinne, lieber VORHER sich informieren – sonst trifft jenes auf einen SELBST zu, was man anderen vorwirft …

liebe Grüße,
der Rübezahl
Alle Lesermeinungen anzeigen 7 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net