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Sonntag, 6. Januar 2008 11:11
Aus dem Gedächtnis
Er verteidigte die kniende Mundkommunion, wollte keine Laien als Kommunionspender, verschonte seine Gläubigen mit dem Friedensgruß – und machte keine Ferien.
Prälat Heliodore Mejak RIP
Prälat Heliodore Mejak RIP
(kreuz.net) Am Christtag starb Prälat Heliodore Mejak in der Stadt Kansas City im Zentrum der USA. Er stand im 98. Lebensjahr.

Geboren wurde er 1909 in Rijeka, einer Küstenstadt in Nordkroatien, die damals St. Veit am Flaum hieß und zu Österreich gehörte. Später emigrierten seine Eltern in die Vereinigten Staaten.

Im Jahr 1935 wurde der Emigrantensohn zum Priester der Erzdiözese Kansas City geweiht. Zunächst wirkte er in mehreren Pfarreien.

Am 1. August 1944 ernannte ihn der Erzbischof von Kansas City zum Pfarrer der slowenischen Personalpfarrei, die nach der Heiligen Familie benannt ist.

Damals war der Priester 35 Jahre alt. Seinen Dienst in der neuen Pfarrei sollte er 63 Jahre lang verrichten. Für die Predigt mußte er sich dazu auch die slowenische Sprache aneignen.

Nach Angabe der Regionalzeitung ‘Kansas City Star’ war Prälat Mejak für seine „traditionelle Sicht des Katholizismus“ bekannt.

Er stellte nach der Abschaffung des alten Römischen Meßbuches als letzter Priester der Erzdiözese auf die Neue Messe um.

Zeitlebens hoffte er, in seiner Pfarrei wieder im Alten Ritus – dessen Wiederzulassung er Jahrzehnte später noch erleben durfte – zelebrieren zu können.

Prälat Mejak setzte nie Laien als Kommunionspender ein. Er war auch ein offener Gegner der Handkommunion.

Den Friedensgruß unter den Gläubigen, der die Liturgie an einer wichtigen Stelle stört, führte er nicht ein: „Die Gegenwart Jesu Christi am Altar soll der Mittelpunkt sein.“

Den Tabernakel in seiner Kirche schob er nie auf die Seite. Das Kommuniongitter ließ er nicht zerstören. Auch weibliche Ministranten führte er nicht ein.

In den 1980er Jahren war die Pfarrei von Prälat Mejak als Zufluchtsort mitten in einem Meer der liturgischen Verwüstung bekannt.

Bis zu seinem Tod führte Prälat Mejak in seiner Pfarrei eigenhändig alle priesterlichen und administrativen Dienst aus. Er besorgte Reparaturen an der Kirche, mähte den Rasen, stand der Vewaltung vor und verfaßte den wöchentlichen Pfarrbrief.

Er las jeden Tag die Messe. Niemals nahm er sich einen Tag frei. Ferien hat er während seines 63jährigen Dienstes nie gemacht.

In den letzten Jahren war Prälat Mejak fast blind. Deshalb war er gezwungen, die wechselnden Teile der Heiligen Messe jeden Tag auswendig zu lernen. Während der Messe rezitierte er sie aus dem Gedächtnis.

Prälat Mejak besaß auch eine verspielte Seite, die den Kindern seiner Pfarrei zugute kam.

Er liebte Züge und baute im Untergeschoß der Kirche an einer elektrischen Eisenbahn.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 48 Lesermeinungen:
Donnerstag, 10. Januar 2008 17:27
Horst Metzker: @ Lieber Rudolfus, erst den Balken aus dem eigenen Auge,
dann sieht man den Splitter des wild Fremden besser. Zumeist ist da gar nichts da. Und wenn: Ich bin nicht würdig das du eingehest unter mein Dach, aber …
In Frieden sollen wir vor Gott treten, und dann ist der Fremde auch der Bruder im Herrn, dem ich Frieden wünsche.
Mittwoch, 9. Januar 2008 19:30
landorganist: Der Verstorbene
ist sicher sofort nach dem Hinschied in den Pius-Himmel aufgenommen worden. Da wo EB Lefrevel zur Rechten eines von ihm creierten Gottes sitzt.
Dienstag, 8. Januar 2008 17:16
Horst Metzker: Liebe Freunde, muß nochmal auf Paulus zurückkommen.
Wenn profane Ritual, die menschlich sind, (was könnte es anderes sein?) Inhalte der Lehre übertünchen, sind wir nahe am Götzendienst, vor dem Gott selbst immer wieder warnte.
Wenn wir durch unser sektiererisches Suchen nach dem richtigen Weg der Anbetung das Wesentliche, und das ist nun mal keine Heiligenverehrung sondern GOTT persönlich, ins Zentrum einer Gottesfurcht stellen, dann können wir gleich ganz „katholisch“ einpacken.

„Wisset ihr nicht, dass ihr ein Tempel des Allerhöchsten seid?“

Liebe Freunde, dem Herrn ist es völlig wurscht, ob ihr im liegen, im knien, stehend und mit den Fingern berührend, den Laib Christi konsumiert. Aber euer Tempel im Herzen muss Platz haben zumindest für den, der an eurer Seite in ehrlicher Andacht, die Messe verfolgt.
Dienstag, 8. Januar 2008 16:34
Rudolfus: Informationen eines Lesers nach ist der gebürtige Altösterreicher
kroatischer Volkszugehörigkeit.
Volkskroaten gibt es auch im heutigen Österreich als jahrhundertelange Siedler im heutigen Bundesland Burgenland,
einer von ihnen ist der gegenwärtige österreichische Verteidigungsminister Norbert Darabos.
Dienstag, 8. Januar 2008 03:57
Dagmar Kunze: hallo kumpel
es werden hier fragen gestellt, die ein grundverständnis für die hl. kommunion vermissen lassen. wieso nicht knien? die kommunionbank mit tuch, das über die unter dem tuch gefalteten hände gelegt wurde, war ausdruck einer tiefen ehrfurcht. das tuch verhinderte den kontakt der hände mit dem leib christi im falle einer missglückten darreichung. die heutige gedankenlose hostien-massenabfütterung zeigt, wie platt alles geworden ist. da passt dann auch der „hallo kumpel“-friedensgruss, der ursprünglich als ganzkörperumarmung praktiziert wurde. ich bin darauf hin nicht mehr zur messe gegangen. religionen und glaubensmässige sachverhalte drücken sich zum teil in formalisierten verhaltensweisen aus. diese abzuschaffen bedingt nicht automatisch ein mehr an inhalt. die messe ist und bleibt ein mysterium.

dagmar kunze
Montag, 7. Januar 2008 23:26
Rudolfus: @Genoveva: Natürlich ist er das
Der Nachbar in der Kirchenbank ist kein „wildfremder Mensch“, sondern Bruder und Schwester in demselben Herrn, dessen Opfer auf dem Altar vergegenwärtigt wird.
Natürlich ist er das.
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