Yoga-Priester
Toiletten- Spiritualität
Im Jahr 2001 vollzog ein abgefallener indischer Priester seine letzte Amtshandlung. Jetzt sitzt er nicht mehr in der Dritten Welt – sondern in Berlin.
Monstranz zeigt den Heiland in buddhistischer Meditationsposition
Monstranz zeigt den Heiland in buddhistischer Meditationsposition
(kreuz.net) Anfang Dezember pries die deutsche Tageszeitung ‘Die Welt’ den ehemaligen indischen Priester Anthony Lobo. Bis zu seinem Abfall war Lobo Priester der kleinen Diözese Pune im mittleren Westindien. Er war in seiner Heimat auch als Yoga-Meister tätig.

Yoga ist eine indische philosophische Lehre, die eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen, Meditation und Askese umfaßt.

Mit Yoga kam Lobo über einen österreichischen Jesuitenpater in Kontakt. Diesen traf er bei einer Romreise. Damals studierte Lobo Theologie in Frankfurt.

Der abgefallene Priester Lobo präsentiert sich auf der Webseite seines Yoga-Studios
Der abgefallene Priester Lobo präsentiert sich auf der Webseite seines Yoga-Studios
Zurück in Indien, fuhr er als junger Priester nach Angaben von ‘Die Welt’ mit dem Fahrrad zu einem Yoga-Meister: „Nur auf dem Fahrrad war es gestattet, den Talar hochzukrempeln“. Auf diese Weise wurde Lobo nicht als Kirchenmann erkannt.

Bei dem Meister angekommen legte der Priester seine Soutane ab.

„Im Kopfstand, die Beine zur Lotushaltung verschränkt, hätte der Katholik leicht hinaufschauen können zum Himmel, zu dem Gott, der sein einziger Herr sein sollte. Er tat es nicht“ – so ‘Die Welt’.

Beim Yoga suchte Lobo die Leere, in der jedes Bild im Nichts aufgeht: „Es gibt beim Yoga keine Gotteserfahrung“, sagt Lobo:

„Aber wie im Wald, wenn die Wolken sich verziehen und der Blick frei ist, fühlt man, daß da ein Wesen ist, das unsere Kräfte übersteigt.“

Der Bischof hatte an Lobos Yoga-Experimenten keine Freude: „Stop that nonsense“ – Hör auf mit diesem Unsinn – sagte er.

Doch der Priester gehorchte nicht. Statt dessen organisierte Lobo für eine Europareise seines Yogameisters einen Besuch beim Papst.

Der Bischof – der angeblich so sehr gegen Yoga eingestellt war – schrieb dafür den benötigten Begleitbrief.

Nachdem der Yogi beim Papst gewesen war, konnte niemand mehr seinen Priesterschüler kritisieren.

Vom Priestertum fiel Lobo erst im Pensionsalter ab. Mit 67 Jahren lernte er die damals 45jährige Berliner Architektin und Yoga-Interessentin Marina Alvisi kennen. Lobo war seit 41 Jahren Priester.

Ein Jahr später heirateten die zwei. Auf einen Dispens vom Priesteramt wartete Lobo nicht.

Die zwei sind überzeugt, daß ihre Eskapaden den Willen Gottes darstellen.

Bei der Hochzeit amtete Lobo zugleich als Zelebrant und Bräutigam: „Es war seine letzte Amtshandlung, ehe die Druckwellen des Skandals sie aus dem Land und nach Berlin spülten“ – formuliert ‘Die Welt’ dramatisch.

Es ist unklar, ob der Skandal der einzige Grund war, warum Lobo sich entschloß, nach Deutschland zu ziehen.

Seit 2001 lebt der Inder in Berlin und bietet dort Yoga-Kurse an. Er trifft nach Angaben von ‘Die Welt’ auf großes Interesse.

Seinen Tag beginnt Lobo mit Atemübungen: abwechselnd Atmen durch ein Nasenloch, Ein- und Ausatmen mit verschiedenen Muskeln.

Er liest auch in der Bibel und betet angeblich viel: „Ob im christlichen Sinne, weiß ich nicht“, sagt Lobo.

Der ‘Welt’ erzählt er auch, als 44jähriger in Bombay eine Gotteserfahrung gehabt zu haben, wobei er eine halbe Stunde lang leise und glücklich geweint habe.

Der Anlaß? Nach eigenen Angaben war Lobo gerade mit dem Stuhlgang beschäftigt.
      
14 Lesermeinungen
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#14   ichbindieichbin   21:29:27 | Mittwoch, 2. November 2011
Was sind das hier für Artikel und Leser /Schreiber? Das hat ja wohl nichts mit dem Glauben zu tun. Wenn sich zwei Menschen lieben – ob nun Priester oder nicht – dann hat das immer mit der Liebe Gottes zu tun. Alle anderen, die einen schmutzigen Artikel schreiben, darüber herziehen oder die Kommentatoren, die noch eins drauf setzen, sind wohl mit der wirklichen Gottesliebe noch nie in Kontakt gewesen. Ich wünsche Euch allen, dass die Gnade Gottes doch groß ist!
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#13   Tilly   10:25:07 | Mittwoch, 9. Januar 2008
Alles ist heute möglich …
Na, da würde er ja bestens zur Konzilliären Kirche passen – dort gibt es doch keine eine Wahrheit mehr. Evtl. überlegt er schon in deren Schoß zurückzukehren…
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#12   BossCo139   08:55:14 | Mittwoch, 9. Januar 2008
Toiletten-Spiritualität
Naja, vielleicht hat den Erlauchten grad ein geistiger Dümnnpfiff ereilt. So ein Ereignis kann ja allzuweilen sehr erleichternd sein. Die dabei evtl. auftretenden Flatulenzen könnten ja evtl. einem gewissen Auftrieb bzw. Abheben dienen. :-]
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#11   r.ruhrgebietler   07:06:49 | Mittwoch, 9. Januar 2008
Berlin – Stadt der unzüchtigen,
Schwulen und Lesben und anderer Pervertierter!
Vielleicht gesellt sich ja auch Milingo jetzt dazu. Dann geht der Moon über yoga-berlin auf.
Es wird Zeit, daß Jesus Christus diesen Sündenpfuhl endlich ausbrennt!
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#10   methusalix †   01:38:09 | Mittwoch, 9. Januar 2008
Das glaube ich Ihnen sofort, Galatea!
Nicht das ich sehen könnte, was Ihre Beiträge zur Sache beitragen könnten.
Um so gläubig zu sein wie Sie, muss man einfach einen ganz grossen Teil der Realität einfach ausblenden.
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#9   Dr. Natterbach   21:35:41 | Dienstag, 8. Januar 2008
Wie rührend!
Ja, ab und zu fallen solche Leute ab.
Manchmal sind es auch Juden, die dann Al-Kaida-Terroristen spielen und zu opportuner Stunde Amerika mit Rache drohen; besonders dann, wenn es den Medien gefällt:
judicial-inc.biz/…ahn_threatens_bu.htm
Jedem seine Rolle und jedem seine Konversion
o^/
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#8   Galatea   21:05:44 | Dienstag, 8. Januar 2008
Wenn’s das nicht mal erkennen, Methusalix,
dass der gute Elohim-Troll wieder einmal sein Zeug postet.
Nicht das ich sehen könnte, was Ihre Beiträge zur Sache beitragen könnten.
lg Galatea
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#7   Sirilo   21:02:11 | Dienstag, 8. Januar 2008
Waran = Bokrug
„Waran“ ist die xte Tarnidentität des Spammomanen Bokrug. Bitte an die Redaktion, ihn schnell wieder zu sperren (auch in der Leserzeitung)!
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#6   methusalix †   19:50:20 | Dienstag, 8. Januar 2008
@Waran
… und Ihr ganzes Geschwurbel bedeutet jetzt, dass es für Sie bewiesen ist, dass die römisch katholische Kirche das Freiwilligkeitsprinzip auch für die Frau eingeführt und durchgesetzt hat? Von Anfang an, bis heute?
Um das glauben zu können muss man aber SEHR leichtgläubig sein. Dass Sie mir ja nicht vom rechten Glauben abfallen! Sie wissen ja wohin das unausweichlich führt.
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#5   methusalix †   19:36:14 | Dienstag, 8. Januar 2008
@Waran
Und dann ist da noch die Tatsache, dass die Kirche in der Antike die Freiwilligkeit der Ehe als Forderung erhoben und überhaupt erst eingeführt hat.
Und dieses Freiwilligkeitsgebot hat die katholische Hierarchie dann auch rigoros durchgesetzt? So wie „Marranenjäger www.kreuz.net/reader.4318.html“ noch in den sechziger Jahren als Pfarrer das sechste Gebot mit Gewalt durchgesetzt haben will?
[Jetzt sorgen sie sich um Anstand und Sitte
Marranenjäger: Damals, es war so Ende der sechziger Jahrehab ich in meiner Pfarrei eine Säuberungsaktion durchgeführt.]
Schmonzes! Das gibt’s in keinem Russenfilm!
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#4   methusalix †   19:24:28 | Dienstag, 8. Januar 2008
ganz einfach, Tridentinus
Tridentinus: Wie traut man sich selbst?
Consensus facit matrimonium!
Oder glauben Sie, der Liebe Gott ist mit so einem Fetzen Papier zu beeindrucken, der von einem katholischen Pfarrer bekrakelt wird?
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#3   Strepto von Kokke   19:23:00 | Dienstag, 8. Januar 2008
@Toiletten- Spiritualität = Latrinenphilosophie
Die zwei sind überzeugt, daß ihre Eskapaden den Willen Gottes darstellen.
Aha, darüber werden sich Bussmann und Regina freuen. Regina mit ihrer festen Überzeugung gegen den Zölibat und Bussmann mit ihrer festen Überzeugung gegen alles was römisch katholisch ist.
Redaktion:
Der Titel ist genial gewählt – könnte glatt von mir sein. Aber im Gegensatz zum Al-äffchen dem Selbsterlöser, empfinde ich keinen Neid auf diese Genialität.
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#2   thaumaturgos   18:56:50 | Dienstag, 8. Januar 2008
bitte doch mal nachlesen …
schon seit der schriftlichen fixierung (aber auch schon vor trient war es lehre) spenden braut und bräutigam sich das sakrament … nicht der priester oder diakon!
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#1   Tridentinus   18:50:14 | Dienstag, 8. Januar 2008
Wie traut man
sich selbst? :-D
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