Jugendkirche
In die Irre geführt
Ist die gegenwärtige Labyrinth-Begeisterung katholischer Jugendorganisationen ein Ausdruck für deren Methoden-Konfusion? Von Hubert Hecker.
Labyrinth in der niederländischen Stadt Nijmegen.
Labyrinth in der niederländischen Stadt Nijmegen.
© flickr-Benützer „Eelco“, CC
(kreuz.net) Die kirchliche Jugendpastoral schwört seit einigen Jahren auf Labyrinthe. Katholische Jugendorganisationen bauen begehbare Labyrinthkurse – so die drei Jugendkirchen oder das Jugendhaus Kirchähr im Bistum Limburg.

In Firmkursen glaubt man an die katechetische Wirkkraft labyrinthischer Durchgänge.

Sie werden als handlungsorientiertes Gleichnisse für das Hin und Her der Lebenswege verkauft.

Das Ziel: Kinder und Jugendliche sollen im Nachgehen verschlungener Pfade zu einer Mitte finden. Dabei sollen sie ihre eigene Lebensmitte finden.

Die meisten Kinder machen diese Übungen gerne mit – und spielen in den Irrgärten schon mal Fangen.

Die begeisterten Katecheten schwadronieren dann von dem angeblich hohen Gleichniswert des Labyrinths fürs Leben.

Aber auch nach mehreren penetranten Hinweisen der Betreuer finden die Betreuten partout nicht, was sie bei den Durchgängen finden und empfinden sollten: „die eigene Mitte oder so“.

Darum ist das Labyrinthgehen eher ein Gleichnis für das durcheinandergeratene Konzept kirchlicher Jugendarbeit – ein Methoden-Irrgarten bei der vergeblichen Suche nach dem eigenen Selbst.

In den „Thesen zur Jugendarbeit und Jugendpastoral im Bistum Limburg“ von 1999 heißt es:

„Die Jugendarbeit der Kirche hat zum Ziel, die Subjektwerdung junger Menschen zu unterstützen und ihre Identitätsbildung zu ermöglichen“.

„Die Kirche tut dies ohne ‘Geschäftsinteresse’, da sie am gelungenen Subjektwerden junger Menschen interessiert ist.“

Im Bistum Limburg soll das „Subjektwerden“ zum Beispiel durch Jugendkirchen oder in Schülercafés erreicht werden.

Diese werben mit Alternativprogrammen, die sich von Schule und Elternhaus absetzen, wo die Jugendlichen mit Leistungsdruck, Lerninhalten und vorgegebenen Regeln traktiert würden.

Dagegen bieten sich die Schülercafés als Räume an, wo man auch nichts machen kann und sich an nichts halten muß – „chillen“ ist das Modewort der Organisatoren.

Die Jugendkirchenmacher locken bei Orientierungstagen mit freier Themenwahl. Die Kids können auch Jugendgottesdienste nach eigenem Geschmack gestalten.

Das Begehen eines Labyrinths ist die augenfällige Demonstration dessen, was bei dieser jugendkirchlichen Nicht-Pädagogik herauskommt: Wenn die jungen Menschen auf ihren verschlungenen Wegen in der Mitte des Labyrinths ankommen, stellen sie fest, daß die Mitte leer ist – ein Nichts.

Weder bei Labyrinth-Spielchen noch bei Spaß-Angeboten der Jugendkirche finden die Jugendlichen zu „ihrer eigenen Mitte“ oder gar zu dem „eigenen Selbst“.

Wie sollen Kinder und Heranwachsende auch fündig werden – da ihr eigenes Menschen-, Welt- und Gottesbild noch nicht einmal in Ansätzen herausgebildet ist?

Es ist die Aufgabe kirchlicher Pädagogen, die Jugend in Praxis und Lehre der Kirche einzuführen, statt sie in einen Irrgarten zu schicken.

Die Jugendlichen erwarten von der Kirche eine klare Linie, moralische Leitlinien und eine Einweisung ins religiöse Leben.

Daran krankt die kirchliche Jugendarbeit seit dem Würzburger Synodenbeschluß zur Jugendpastoral aus dem Jahr 1974.

Damals wurde das pädagogische Führen und geistliche Formen von Kindern und Jugendlichen durch eine unverbindliche Angebotstheorie ersetzt.

Auch die pädagogische Erstempfehlung von Labyrinthen durch den laisierte Priester Hubertus Halbfas (75) sollte zu denken geben.

Schon 1994 pries er in seinen umstrittenen Religionsbüchern für die Grundschule Labyrinth-Begehungen an.

Dabei behauptete er, daß Kinder ähnlich wie bei Märchen durch Labyrinth-Erfahrungen das Höchste erfahren können.

Es ist aber wahrscheinlicher, daß die Labyrinthgängerei eine Blindenführung im Rahmen einer Religion ist, die mehr und mehr im Nebulösen, Beliebigen und Unverbindlichen verdampft.
      
17 Lesermeinungen
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#17   Franz Kappes   08:41:50 | Mittwoch, 23. September 2009
Fröhliche Urständ
Hier feiert der Abfall nach wie vor fröhliche Urständ. Wehe, wenn sie auf Laien losgelassen werden.
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#16   Waldemar Michael   08:25:25 | Mittwoch, 30. Januar 2008
@redaktion
Dieser Artikel war zum Beginn des Tages nicht ganz schlecht, hoher Informationswert und so, aber morgen hätte ich gerne wieder einen von/über den Pornojäger und dann noch einmal den Lingen.
Immerhin ist jetzt Karneval.
Waldemar Michael
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#15   timpressum †   00:48:58 | Mittwoch, 30. Januar 2008
Labyrinthe
Die katholischen Jugendorganisationen samt der Redaktion von kreuz.net brauchen sich keine Sorgen zu machen.
In einem Labyrinth kann man sich – anders als in einem Irrgarten – gar nicht verlaufen. Man kommt immer zum Ziel und auch wieder heraus. Man kann gar nicht fehlgehen!
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#14   kath.Sachs †   20:56:18 | Dienstag, 29. Januar 2008
Labyrinth
Es ist schon witzig, daß gerade Traditionalisten an der Verwendung des Labyrinths herumnörgeln. Das Labyrinth war im Mittelalter (besonders im Zeitalter des Tridentinums) ein beliebtes Symbol für die Suche des Menschen nach Gott: besonders berühmt ist das Labyrinth von Chartre.
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#13   Samurai   16:46:26 | Dienstag, 29. Januar 2008
@ Steini kreuz.net muß bleiben…
schon des Unterhaltungswertes wegen.
Und der Autor des Artikels hätte sich im Voraus informieren sollen, dann wüßte er auch, daß ein Labyrinth immer (!) zu einem Ziel führt, im Gegensatz zu einem Irrgarten.
Samurai
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#12   Dr. Christoph Heger   15:43:39 | Dienstag, 29. Januar 2008
@signumsalutis: Und du selbst?
haben nicht den A… in der Hose, mit Name und Adresse zu ihrem Zeug zu stehen
Das provoziert die Frage, ob denn „signumsalutis“ den A… in der Hose hat, bekannt zu geben, wie er mit bürgerlichem Namen heißt und wo er wohnt.
MfG
Christoph Heger
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#11   SignumSalutis †   15:23:53 | Dienstag, 29. Januar 2008
@rudifiliusratlosusw.
Die ketz.net -Autoren haben sich hier ihre Diktatur im Kleinformat geschaffen, wo sie die Sau rauslassen können. Sie scheren sich nicht um Gesetze der Bundesrepublik Deutschland oder der Republik Österreich, sondern verbreiten Un- und Halbwahrheiten, verunglimfpen kirchliche Amtsträger, homosexuell empfindende Menschen und andere Personen und haben nicht den A… in der Hose, mit Name und Adresse zu ihrem Zeug zu stehen, das ihnen schon manchen Prozess eingebracht hätte.
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#10   FiliusEcclesiae   14:07:29 | Dienstag, 29. Januar 2008
Wird jemand gezwungen, diese Seite zu lesen?
Es wird höchste Zeit, dass den hier ewig gestrigen und Realitätsfremden das Licht ausgemacht wird (m.a.W. die Seite vom Netz genommen wird), dann bleibe der Welt, diese ewige Schwarzmacherei erspart und sie würde ein wenig heller sein… schaltet endlich dieses Forum aus!
So viel ich weiß, wird niemand gezwungen, diese Seite zu lesen.
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#9   Regina 1961   14:04:04 | Dienstag, 29. Januar 2008
Bitte nicht ausschalten!!!
Mensch Steini, bist Du denn von allen guten Geistern verlassen? Um Gottes Willen nicht dieses Forum abschalten. Mein Zwerchfell wäre ja arbeitslos!!! :-D
LG Regina1961
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#8   FiliusEcclesiae   14:01:51 | Dienstag, 29. Januar 2008
Diese diktatorischen Ansprüche eines Antikatholiken sollte man doch festhalten
Steini1974
Es wird höchste Zeit, dass den hier ewig gestrigen und Realitätsfremden das Licht ausgemacht wird (m.a.W. die Seite vom Netz genommen wird), dann bleibe der Welt, diese ewige Schwarzmacherei erspart und sie würde ein wenig heller sein… schaltet endlich dieses Forum aus!
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#7   Steini1974   13:58:55 | Dienstag, 29. Januar 2008
es wir immer doller bei kreuz.net
mittlerweile verliert für mich kreuz.net die letzte Ernsthaftigkeit. Der hier vorliegende Beitrag entzieht sich jeder Fachlichkeit. Wenn einer in die Irre geführt ist, dann höchstens der Verfasser, der alles und jeden über einen Kamm schert.
Es wird höchste Zeit, dass den hier ewig gestrigen und Realitätsfremden das Licht ausgemacht wird (m.a.W. die Seite vom Netz genommen wird), dann bleibe der Welt, diese ewige Schwarzmacherei erspart und sie würde ein wenig heller sein… schaltet endlich dieses Forum aus!
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#6   Ydefix   12:42:23 | Dienstag, 29. Januar 2008
So einen lächerlichen Schwachsinn habe ich auch mitgemacht
zuerst bei der Vorbereitung zur „Erstkommunion“, da hieß das aber Mandala. Bei der Firmvorbereitung bekam ich dann so ein Heft zugeschickt, Überschrift:„Und plötzlich willste zur Mitte“, also die Autoren hatten offenbar auch etwas Probleme mit der Rechtschreibung. Da bin ich dann nicht mehr hingegangen.
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#5   Regina 1961   12:34:40 | Dienstag, 29. Januar 2008
@lorenz
Der Witz ist klasse und ziemlich treffend. Kannte ihn noch nicht. Trotzdem kann ich mich der Meinung des Schreiberlings nicht anschließen. Kein auch nur halbwegs gebildeter Pädagoge oder Firmkursleiter, wird Kinder in ein Labyrinth schicken mit der Aufforderung „Nun finde doch mal Deine Mitte!“ Das ist absoluter Schwachsinn. Das Labyrinth kann ein Hilfsmittel sein, um sich über eine Situation klar zu werden. Es KANN. Muß aber nicht. Es deswegen in Grund und Boden zu verdammen ist mit Sicherheit nicht der richtige Weg. Außerdem finde ich die Jugendarbeit im Bistum sehr gut. Auch wenn die Ergebnisse nicht immer dahin führen, wo Herr Hecker sie gerne hin hätte.
Sollen Jugendkirchen und -caffees wieder abgeschafft werden? Warum beteiligt er sich nicht mal in einer solchen Jugendkirche? Wäre doch mal interessant zu sehen, was dabei herauskäme.
Regina1961
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#4   Lorenz   12:25:30 | Dienstag, 29. Januar 2008
Zum Verständnis des Beitrages
Wenn ich es richtig gelesen habe, geht es dem Autor darum, ihm allzu modern erscheinende religionspädagogische Praktiken zu kritisieren und nicht darum die Labyrinthsymbolik zu verwerfen.
Die Logik des Beitrages entfaltet sich demnach in etwa wie in diesem Mathematikwitz über die Reformpädagogik:
„Hauptschule 1960: Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für DM 50.-. Die Erzeugerkosten betragen DM 40.-. Berechne den Gewinn! Realschule 1970: Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für DM 50.-. Die Erzeugerkosten betragen vier fünftel des Erlöses. Wie hoch ist der Gewinn des Bauern? Gymnasium 1980: Ein Agrarökonom verkauft eine Menge subterraner Feldfrüchte für eine Menge. G entspricht der Mächtigkeit 50. Für die Elemente G: g = 1.- DM. Die Menge der Herstellungskosten ist um 10 Elemente weniger mächtig als die Menge G und geben Sie die Lösungsmenge an für die Frage: Wie mächtig ist die Gewinnmenge? Integrierte Gesamtschule 1990: Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für DM 50.-. Die Erzeugerkosten betragen DM 40.-, der Gewinn DM 10.-. Aufgabe: unterstreiche das Wort Kartoffel und diskutiere mit deinem Nachbarn darüber! Schule 2000: (nach der Rechtschreibereform) ein kapitalisch – priviligierter Ögronom bereichert sich one rechtfertigunk an einem sak kartofln um 10 euro. Untersuch das tekst auv inhaltliche feler, korigire das aufgabenstelunk unt demonstrire gegen das lösunk. 2010: es khipt kaine gartofl mer.“
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#3   Sirilo   12:20:20 | Dienstag, 29. Januar 2008
Labyrinth ist kein Irrgarten
Ein großer Fehler ist Herrn Hecker unterlaufen: Ein Labyrinth ist keineswegs ein Irrgarten, und in einem Labyrinth wird niemand „in die Irre geführt“.
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#2   Regina 1961   12:16:46 | Dienstag, 29. Januar 2008
H.H…
Herr Hecker ist im Bistum bekannt für seine Meinungen. Daß Labyrinthe uralte Symbole sind, scheint ihm „irgendwie“ wohl entgangen zu sein. Ich weiß nicht, welchen Beruf er ausübt, aber wer im Reliunterricht alles auf Labyrinthe zuschneiden würde, und so wird es ja in diesem „Bildzeitungsartikel“ dargestellt, hat den tieferen Sinn von Religionsunterricht nicht verstanden, oder nicht die Intention, die hinter diesem Lehrmaterial steht.
Regina1961
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#1   SignumSalutis †   11:14:04 | Dienstag, 29. Januar 2008
ich bin baff
:-D und ich hatte vermutet, Reli-Lehrer Hecker unterrichtet nach dem (von der DBK zugelassenen) Halbfas-Büchern … ;-)
Da mag er mal erklären, weshalb es das weltberühmte Labyrinth von Chartre gibt- neben vielen anderen –, waren die Altvorderen der Kirche auch schon so dekadent, wie Halbasbuchverwender oder Jugendarbeit im Bistum Limburg?
Vielleicht läuft H. H. auch vor der eigenen Mitte davon, um nicht dort hinsehen zu müssen …
SignSal
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