Vatikan
Kein Hinterstubengerücht
In der Reihe der Kandidaten für das Amt des kommenden Kardinalvikars für die Diözese Rom ist ein neuer Name aufgetaucht.
Wer wird der nächste Kardinalvikar für die Diözese Rom?
Wer wird der nächste Kardinalvikar für die Diözese Rom?
© Francesco Maga, CC
(kreuz.net) Agostino Kardinal Vallini (67) könnte der nächste Kardinalvikar der Diözese Rom werden.

Das berichtete Maurizio di Giacomo, Vatikanist der italienischen ‘Nuova Agenzia Radicale’, am Sonntag.

Der Rücktritt des gegenwärtigen Amtsinhabers, Camillo Kardinal Ruini (76), wird für August 2008 erwartet.

Der römische Kardinalvikar residiert bei der römischen Lateranbasilika und leitet die täglichen Amtsgeschäfte der Diözese Rom, dessen Bischof offiziell Papst Benedikt XVI. ist.

Kardinal Vallini ist gegenwärtig Präfekt der Apostolischen Signatur – des Obersten Gerichtshofes des Heiligen Stuhles.

Vatikanist di Giacomo hält einen Wechsel von Kardinal Vallini an den Lateran für mehr als ein Hintertreppengerücht.

Kardinal Vallini wurde in dem 2.300-Seelen-Dorf Poli in der Diözese Tivoli – dreißig Kilometer östlich von Rom – geboren. Im Juli 1964 wurde er zum Priester für die Erzdiözese Neapel geweiht.

Von 1989 bis 1999 amtete er als Weihbischof in Neapel. Dort hat er sich offenbar in der diözesanen Administration bewährt.

Er soll auch Schwarz auf Weiß gegen gewisse Entscheidungen des damaligen Erzbischofs von Neapel, Michele Kardinal Giordano, protestiert haben.

Mit großer Leichtfertigkeit hat sich der Kardinal in dunkle Geldgeschäfte seines Bruders verwickeln lassen und so einen Medienskandal ausgelöst.

Mons. Vallini wurde daraufhin versetzt und zum Bischof von Albano Laziale ernannt, auf deren Gebiet sich der päpstliche Sommersitz Castelgandolfo befindet.

Nach Angaben von di Giacomo ist einigen Beobachtern aufgefallen, daß sich Kardinal Vallini seit einigen Monaten noch diskreter und zurückhaltender verhält als noch vor einigen Monaten.

Das wird als typische Reflexhandlung eines Kurienbeamten gedeutet, der in der Luft eine wichtige Ernennung verspürt.

Die Ernennung von Kardinal Vallini könnte noch ein anderes Problem lösen.

Der Präfekt der Kongregation für die katholische Erziehung, Zenon Kardinal Grocholewski (68), soll gebeten haben, das Amt von Kardinal Vallini übernehmen zu dürfen.

Kardinal Grocholewski ist Kirchenrechtler und fühlt sich offenbar in der Erziehungskongregation, die zukünftig abgespeckt werden soll, nicht richtig zuhause.

Der Wunschkandidat von Kardinal Ruini für seine Nachfolge ist der gegenwärtige Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz, Mons. Giuseppe Betori.

Doch dieser erlitt im September 2006 einen leichten Hirnschlag. Seither scheint für ihn eher eine Karriere in der Römischen Kurie vorgezeichnet zu sein.
      
10 Lesermeinungen
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#10   Nachtlaterne   21:22:08 | Montag, 14. Januar 2008
Der Mensch
Der Mensch lebt und bestehet
Nur eine kleine Zeiit;
Und alle Welt vergehet
Mit ihrer Herrlichkeit.
Es ist nur einer ewig und an allen Enden,
Und wir in seinen Händen.
Matthias Claudius
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#9   Aleph †   20:44:12 | Montag, 14. Januar 2008
Sirilo
Das eine oder andere habe ich von Rosendorfer gelesen. Am meisten ist mir aber der „Ruinenbaumeister“ im Gedächtnis geblieben. Da wird ein Mensch doch wirklich Baumeister, um Ruinen zu bauen. Ist das nicht faszinierend. Allein schon der Titel! :-)
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#8   Nachtlaterne   19:15:39 | Montag, 14. Januar 2008
Am Sautrog des Zeitgeistes: GIFT und nochmals Gift
Geistiger Schweinetrog
In der Geschichte vom verlorenen Sohn erinnert sich der Sohn in der Fremde daran wie dreckig es ihm geht und kehrt wieder um zum Vater. Wir sind hier auch in der Fremde und wollen nicht wahrhaben was wir im allgemeinen für ein geistiges Schweinefutter erhalten und wenden uns nicht an Gott, weil wir uns ja betäuben, berieseln, verblenden könnnen, während die Seele friert, der Verstand verkommt und das Herz zugrunde geht…
Das ist die große Gefahr: Alles auf die äußere Karte setzen und damit also in einer gefährlichen Oberfläche zu leben, während der innere Mensch zum lebenden Toten wird und dem unausweichlichen Gericht entgegengeht…
Die Seele ist schlecht fürs Geschäft , wenn sie sich an ihre wirklichen Bedürnisse erinnert, an echte Nahrung der Demut, des Gebetes, der Bescheidenheit, der Reue, Hilfsbereitschaft und Umkehr. Die Seele ist gut fürs Geschäft, wenn man die Sehnsucht des Menschen bis zur Sucht nach verschiedenen Dingen aufspaltet und der Mensch sich somit selbst vergisst und im Konsum, in glatten Worte, in der propagierten Untreue verliert…
Wir können leider den wahren Zauber des Lebens nicht erfahren, weil wir das selbstgeschaffene Gegenparadies zu Gottes Liebe nicht entzaubern und somit also eine Trennwand zwischen ihm und uns aufgebaut haben. Wollen wir das Wahre oder die Ware? Wenn wir nur noch Ware wollen geht das Wahre verloren und wir hängen wie die armen Schweine am Sautrog der Zeit, um sich mästen zu lassen und schlachtreif zu wer…
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#7   Sirilo   17:18:59 | Montag, 14. Januar 2008
@Aleph
Da ich Rosendorfer-Leser bin und Herbert Rosendorfer persönlich kenne, freue ich mich über jeden, der dem Rosendorferschen Werk schon begegnet ist. Es wäre einmal interessant, eine Doktorarbeit über die Kleriker in Rosendorfers Bücher zu schreiben, angefangen mit dem Pfarrer von St.Adelgundis in „Das Messingherz“…
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#6   Amanda   17:06:19 | Montag, 14. Januar 2008
@stimme der vernunft
Ja ja, die unfreiwillige Komik…
:-D
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#5   clarissa colonia   16:04:07 | Montag, 14. Januar 2008
famae divulgantur
Ist Agostino Vallini nicht ebenfalls Kirchenrechtler? Davon gibts mehr als Zenon Grocholewski alleine!
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#4   stimme der vernunft †   15:14:21 | Montag, 14. Januar 2008
Beste Karrierevoraussetzungen…
Doch dieser erlitt im September 2006 einen leichten Hirnschlag. Seither scheint für ihn eher eine Karriere in der Römischen Kurie vorgezeichnet zu sein.
:-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D
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#3   Aleph †   15:12:28 | Montag, 14. Januar 2008
Sirilo
Freut mcih, dass Sie den Roman „Ruinenbaumeister“ offenbar auch inhaliert haben. Ich dachte ja bloß wegen sich aufdrängenden namentlichen Identitäten, ob es da möglicherweise eine Gemeinsamkeit gibt. Und dann habe ich doch nur genüßlich angefragt, und es lag an Ihnen, den Hinweis zu geben, dass es sich bei dem Ruinenbaumeister des Romans um einen unklerikalen Menschen handeln soll. Danke! o^/
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#2   Sirilo   15:06:53 | Montag, 14. Januar 2008
@Aleph
Die Titelfigur des Romans „Der Ruinenbaumeister“ ist Ruinenoberbaurat Weckenbarth – ein durch und durch unklerikaler Herr.
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#1   Aleph †   13:16:07 | Montag, 14. Januar 2008
Identität
Der Rücktritt des gegenwärtigen Amtsinhabers, Camillo Kardinal Ruini (76), wird für August 2008 erwartet.
Ist er identisch mit der Hautpfigur des Romans „Der Ruinenbaumeister“ von Herbert Rosendorfer?
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