Alte Messe
Zelebrationsfunktionäre
In Deutschland stirbt die Kirche ab. Die Priester sind überaltert, die Kirchen leer und Berufungen selten. Es gäbe Altgläubige. Doch diese Art von Auferstehung will man nicht.
Die Alte Messe lockt die Leute zurück in die Kirche.
Die Alte Messe lockt die Leute zurück in die Kirche.
(kreuz.net) Die Bischöfe der deutschen Bistümer Görlitz und Hildesheim unterlaufen das Motu Proprio.

Das beweist ein Artikel in der Dezemberausgabe der monatlich erscheinenden „IK-Nachrichten“, die den Vereinigungen ‘Initiativkreise’ und ‘Pro sancta Ecclesia’ nahestehen.

Keine „Zelebrationsfunktionäre“

Der Bischof von Görlitz, Mons. Konrad Zdarsa, gewährte Antragstellern aus seiner Diözese, die um eine Alte Messe gebeten hatten, ein Gespräch.

Anschließend speiste er sie mit Allgemeinplätzen ab. Sie mögen sich gegen Liturgiemißbräuche einsetzen, Geduld haben und leidend ausharren. Es herrsche Priestermangel.

Das Angebot, Priester von ‘Ecclesia-Dei’ Gemeinschaften einzuladen, lehnte der Bischof kategorisch ab. Er wolle – so seine Formulierung – keine „Zelebrationsfunktionäre“.

Lüge oder Nachlässigkeit?

Ein ähnliches Schicksal erlebte eine Schar Altgläubigen in Braunschweig. Die Stadt liegt sechzig Kilometer östlich von Hannover und gehört zum Bistum Hildesheim.

Der Hildesheimer Generalvikar Werner Schreer erklärte den Altgläubigen, daß es derzeit für die Alte Messe keine geeigneten Priester gäbe.

Ein solcher müsse dem Motu Proprio und seinen Ausführungsbestimmungen genügen: „Diese Vorgabe ist im Moment im Bistum Hildesheim jedoch nicht gegeben“ – behauptete der Generalvikar.

Dagegen wissen die ‘IK-Nachrichten’ von Priestern in der Region, die sich bereit erklärt haben, die Alte Messe zu lesen.

Die ‘IK-Nachrichten’ nennen allerdings keine Namen, um die Betroffenen vor Repressalien ihrer Diözesen zu schützen.

Ungehorsam gegenüber dem Papst

Eiskalt wurde auch eine zweite Gruppe von Antragstellern im Bistum Hildesheim abserviert.

In Duderstadt im Landkreis Göttingen beantragten achtzig Gläubige bei ihrem Propst eine Sonntagsmesse im Alten Ritus. Zunächst kam keine Antwort.

Auf Nachfrage wurden die Gläubigen vertröstet.

Einen schriftlichen Antrag der achtzig Gläubigen bei Bischof Norbert Trelle schmetterte Generalvikar Schreer nieder.

Als Begründung verwies er laut den ‘IK-Nachrichten’ allgemein auf die Ausführungsbestimmungen der Deutschen Bischofskonferenz zum Motu Proprio.

Die Antragsteller haben sich in der Zwischenzeit an die Päpstliche Kommission ‘Ecclesia Dei’ gewandt.
      
15 Lesermeinungen
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#15   carolusmagnus   16:25:26 | Mittwoch, 16. Januar 2008
…Leute wie Pfarrer Goesche…
Was hat denn Pfarrer Goesche böses getan? Vielleicht weiß es hier jemand? Wenn ich in dem Fall richtig informiert bin, war es übrigens umgekehrt, was Pfarrer Goesche betrifft. Pfarrer Goesche war früher im Bistum Aachen und ist dort weggegangen – vermutlich nicht ohne gutem Grund. Da braucht man wohl nicht zu versuchen, Pfarrer Goesche wieder nach Aachen zu bitten. Es gibt meines Wissens auch noch mehr „Ecclesia-Dei“-Priester als nur Pfarrer Goesche. Abfällige Pauschalisierungen wie „Leute wie Goesche“ und „solche Typen“ ohne weitere Erläuterungen helfen einer sachlich fundierten Diskussion wohl nicht wirklich weiter. Im Erzbistum Köln hat man scheinbar keine Angst vor „Ecclesia-Dei“-Priestern, dort scheint es auch reibungslos zu funktionieren, wenn man beispielsweise die Kirche „Maria-Hilf“ in Köln oder „St.Dionysius“ in Düsseldorf betrachtet. Wo ist das Problem? Die Fähigkeit des Bistum Aachen hat man ja auch auf betriebswirtschaftlichem Gebiet bewundern können, wie clarissa colonia richtig bemerkt hat…
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#14   clarissa colonia   22:00:41 | Dienstag, 15. Januar 2008
Das Bistum Aachen
kennt sich auch mit Buchführung aus … die werden sich hüten, Leute ins Land zu holen, die das beherrschen …
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#13   Pippifax   21:53:43 | Dienstag, 15. Januar 2008
Jaja Dr. Zdarsa
Das einzig Positive, was ich von S.Ex. Dr. Zdarsa in Erinnerung habe, als er in der Unterprima mein Religionslehrer wurde, war, daß er anfing Noten nach Leistung zu vergeben und Notendifferenzierung einzuführen. Religion ist ansonsten ja ausgewiesenes Kuschelfach.
Das war gut für mich und schlecht für andere. Da ich aber damals sicher kein besonders entschiedender Katholik war, auch wenn ich mich vielleicht dafür hielt, scheint es, daß Exzellenz leicht zu beeindrucken war.
Ansonsten träumt er wahrscheinlich heute noch von diesem spießig-zonigen Gemeindekatholizismus, der es geschafft hat, die Katholikenzahl hierzulande von 15% auf 5% zu drücken. Laut seinen eigenen Aussagen war das größte Ärgernis seiner Jugend in den 50iger und 60iger Jahren die Struktur der Kirche und nicht etwa der gottlose Bolschewismus, der die halbe Welt im Würgegriff hatte.
Geistliche von außerhalb, die die überlieferte Messe lesen, traditionelle Seelsorge praktizieren und sich der weltanschaulichen Auseinandersetzung offen stellen, passen da halt nicht so rein.
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#12   Gotthard   21:04:30 | Dienstag, 15. Januar 2008
@carolusmagnus
Das Bistum Aachen kennt sich mit ecclesia Dei Leuten wie Goesche aus Berlin aus… ich vermute mal, die werden sich bedanken, solche Typen ins Land zu holen.
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#11   carolusmagnus   18:58:51 | Dienstag, 15. Januar 2008
Angst?
Haben die machthabenden Kirchenfunktionäre Angst vor dem „außerordentlichen Ritus“? Man versucht doch mit allen erdenklichen Ausreden das zu verhindern, was der Papst in „Summorum Pontificum“ gewollt hat. Es ist im „Motu Proprio“ die Rede von „bereitwilliger Aufnahme“ des Wunsches nach der Messe Johannes’XXIII. Davon spürt man allerdings in den deutschen Diözesen wenig, eher das Gegenteil ist der Fall. Selbst wenn man keine geeigneten Priester in der Diözese hat, Priester einer „Ecclesia-Dei“-Gemeinschaft will man nicht. Nachzulesen auch bei kreuz.net in dem Artikel „Das Bistum Aachen zieht die Bremse“. Dahinter steckt doch die Angst der regierenden Kirchenfunktionäre vor „Machtverlust“ und die Angst, daß den gar nicht mehr so seltenen priesterlosen Wortgottesdiensten ein Teil der Gläubigen davonläuft und lieber die „alte Messe“ besucht. Angst davor, daß die „mündigen Christen“ selbst entscheiden wollen, welche Form des Gottesdienstes sie bevorzugen. Da schließt man lieber Kirchen oder bricht sie ab, als „Ecclesia-Dei“-Priester, die dazu bereit wären, den außerordentlichen Ritus zu zelebrieren, hineinzulassen…
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#10   maliems   17:07:13 | Dienstag, 15. Januar 2008
@petrus
wer soll denn in d auf den Kirchplätzen zelebrieren?
Die dt. preister haben zu viel geld.
die piusbrüder wären eine möglichkeit, aber vielleicht ist ihr potential erschöpft?
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#9   Krak des Chevaliers   15:52:22 | Dienstag, 15. Januar 2008
Paderborn
Dem Vernehmen nach soll es demnächst im EB Paderborn ein weiteres Angebot für die Alte Messe geben. Wir werden sehen.
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#8   Muslim   14:41:02 | Dienstag, 15. Januar 2008
Was sollen die Bischoefe tun,
wenn sie eben keine Priester haben, die sie abstellen koennen um diese alternative Form zu zelebriern?
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#7   PetrusII   13:24:49 | Dienstag, 15. Januar 2008
Wie kommen die Gläubigen zu Ihrer Hl. Messe
Macht es so wie in Frankreich!!!
Geht vor die leeren Kirchen und liest dort die überlieferte Hl. Messe auf den Plätzen. Die Menschen in Deutschland müssen, wenn nötig, über die Medien mit solchen Aktionen wie in Frankreich informiert werden, dass die Kirche lebt. Die Gläubigen und auch Ihr Priester, welcher bereit ist diese Hl. Messe zu lesen, müssen vom Hl. Geist erfüllt werden und vors Volk treten. Diese Hl. Messen werden wie Lichter im Sumpf sein und den Sumpf erhellen und besiegen.
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#6   Aleph †   13:00:41 | Dienstag, 15. Januar 2008
stimme der vernunft
Da locken irgendwelche frommen Erbtanten oder Nachbarschaftsklatsch hundertmal mehr Leute in die Kirche (weil man sonst enterbt wird oder weil sonst die Nachbarn anfangen zu reden) als die alte Messe.
Sie sind so schonungslos, sympathisch offen. Vor allem lassen sich die Schlüsse nicht widerlegen… :)3 :(3
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#5   FiliusEcclesiae   11:46:53 | Dienstag, 15. Januar 2008
Jede einzelne Menschenseele ist es wert, gerettet zu werden
„Die alte Messe lockt die Menschen zurück in die Kirche“
Ja, für je 100.000 Weggelaufene kommt 1 wegen der alten Messe zurück.
„Einfach lächerlich.“
Für jede einzelne Menschenseele wäre Christus den Kreuzestod gestorben, um dieser das ewige Seelenheil zu erlangen:
So ist es nur recht und billig, daß die Kirche auch Anstrengungen unternimmt, jeder einzelnen Menschenseele zum ewigen Seelenheil verhelfen zu wollen.
Das ist auch die Aufgabe der Hierarchie, die Christi Auftrag erfüllen muß, und nicht, den Gläubigen in selbstgefälliger Weise die von Christus geforderten Sakramente im kirchentreuen Ritus zu verweigern, so wie es das Papsttum wünscht, und die Menschen mit Experimentierriten in die Irre zu führen.
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#4   Karl Murx   11:21:36 | Dienstag, 15. Januar 2008
Die Besatzungsmacht Frank’nchurch um Zelebrationserlaubnis zu bitten,…
…ist dasselbe, als wenn man Pro Familia darum ersuchte, ohne „Safer Sex“ in gottgefälliger Weise von der katholischen Ehe Gebrauch machen zu dürfen.
:-!
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#3   Mathias Wagener   11:15:57 | Dienstag, 15. Januar 2008
Zelebrationsfunktionäre
So wird also das Wort des Papstes umgesetzt. Man blockiert.
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#2   stimme der vernunft †   11:09:20 | Dienstag, 15. Januar 2008
zum Todlachen
„Die alte Messe lockt die Menschen zurück in die Kirche“
Ja, für je 100.000 Weggelaufene kommt 1 wegen der alten Messe zurück.
Einfach lächerlich.
Da locken irgendwelche frommen Erbtanten oder Nachbarschaftsklatsch hundertmal mehr Leute in die Kirche (weil man sonst enterbt wird oder weil sonst die Nachbarn anfangen zu reden) als die alte Messe.
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#1   clarissa colonia   10:33:14 | Dienstag, 15. Januar 2008
Rat des Gamaliel (Act. 5, 38f):
Wenn die göttliche Vorsehung will, daß der außerordentliche wieder der ordentliche Ritus wird, wird er das schon selbst zu wirken wissen, wenn nicht, dann nicht.
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