Wo bleiben die nachdenklichen Stimmen?
Man muß nicht Schmidberger heißen, um nicht in das allgemeine Wehgeschrei über den Rücktritt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz einzustimmen. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Ob es ein Zufall ist, daß die Hochzeit des jahrzehntelang hoch angesehenen Pfarrers von Egelsbach
im Bistum Mainz mit dem Rücktritt von Karl Kardinal Lehmann als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
zusammenfällt?
Der abgefallene Pfarrer von Egelsbach war ein brutaler Modernist.
Ungeachtet dessen veröffentlichte der Journalist Erich Michael Lang am 16. Januar ein kritikloses Panegyrikum auf den scheidenden Vorsitzenden.
Der Artikel trägt den an Dramatik und Trost kaum noch zu überbietenden Titel: „Geschenk des Himmels in schwerer Zeit“. Gemeint ist Karl Kardinal Lehmann.
Lang hat sich bei „der katholischen Basis in Mainz“ herumgehört und daraus eine Art lauretanische Litanei gezimmert.
Gelobt wird Kardinal Lehmanns Art, „die vieles zusammenhalten kann“, „er kommt sehr gut an und ist anerkannt“, er sei ein Mann des Ausgleichs und habe stets gute Kompromisse gefunden, „er hat einfach Gutes geleistet“, „die Hauptamtlichen konnten vor allem von seiner Nähe zum Puls der kirchlichen Entscheidungen profitieren“, „was er sagt, hat immer Hand und Fuß“, „der Kardinal hat die katholische Kirche in Deutschland sehr gut vertreten“, „er verbreitet immer Hoffnung und Zuversicht“.
Andere Stimmen ließ Lang in seinem Hurrah-Artikel nicht zu Wort kommen.
Schon im September 2004 äußerte sich der emeritierte Mainzer Kirchenrechtler, Hw. Georg May, vor der Zweimonatszeitung ‘Kirchliche Umschau’ über die Amtsführung des Kardinals als Bischof von Mainz:
„Es ist keine Frage, daß Bischof Lehmann seine Diözese sträflich vernachlässigt.“
Der Kardinal sei wenig in seinem Bistum präsent: „Von einer Seelsorge durch den Oberhirten des Bistums kann kaum die Rede sein.“
Er kümmere sich wenig um seine Priester: „In seiner Diözese ist seit seiner Ernennung zum Oberhirten das kirchliche Leben drastisch zurückgegangen.“
Die kirchliche Disziplin sei weitgehend zusammengebrochen.
Die „schlimmen Verhältnisse“ im Bistum Mainz machte Hw. May damals an den Zuständen im Mainzer Priesterseminar fest: „Als ich 1960 nach Mainz kam, befanden sich im Seminar ungefähr 150 bis 170 Alumnen. Heute sind es noch zwanzig.“
Die gegenwärtige Ausbildung der Seminaristen sei zudem nicht geeignet, Priester nach dem Sinne der Kirche zu erziehen.
Auch die Rolle als Ausgleicher nimmt Hw. May dem Kardinal nicht ab: „Die angebliche Vermittlung, die Lehmann geübt hat, besteht darin, daß er alle an seinen progressistischen Kurs gebunden hat.“
Wie wenig er in Wahrheit entgegenkommend sei, zeige seine hartnäckige Weigerung, den Gläubigen in Mainz eine Alte Messe zuzugestehen: „Von Vermittlung ist nichts zu spüren.“
Ein Bischof müsse seine Diözese durcheilen, die Menschen im Glauben aufbauen, die Sakramente spenden, die Priester aufrichten, trösten und stärken: „Das alles geschieht in der Diözese Mainz nicht.“
Kardinal Lehmann sei unermüdlich tätig bei Vorträgen, Konferenzen und Sitzungen: „Er findet sich ein bei Verabschiedungen oder Empfängen.“
Er schreibt Vorworte – sogar für Kochbücher – oder Artikel für die Kundenzeitung der Bundesbahn, aber die intensive Seelsorge sei nicht seine Sache:
„Papier wird in großen Mengen produziert, Regelungen für Räte und Zusammenkünfte entstehen. Aber Leben ist dadurch nicht geweckt worden.“
Ein Trost bleibt. Nach seiner Verabschiedung als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz wird der Kardinal mehr Zeit haben, sich um seine angeschlagene Diözese zu kümmern.
© Titelbild: Wikipedia-Benützer „Kandschwar“ unter den Lizenzen GFDL und CC
Der abgefallene Pfarrer von Egelsbach war ein brutaler Modernist.
Ungeachtet dessen veröffentlichte der Journalist Erich Michael Lang am 16. Januar ein kritikloses Panegyrikum auf den scheidenden Vorsitzenden.
Der Artikel trägt den an Dramatik und Trost kaum noch zu überbietenden Titel: „Geschenk des Himmels in schwerer Zeit“. Gemeint ist Karl Kardinal Lehmann.
Lang hat sich bei „der katholischen Basis in Mainz“ herumgehört und daraus eine Art lauretanische Litanei gezimmert.
Gelobt wird Kardinal Lehmanns Art, „die vieles zusammenhalten kann“, „er kommt sehr gut an und ist anerkannt“, er sei ein Mann des Ausgleichs und habe stets gute Kompromisse gefunden, „er hat einfach Gutes geleistet“, „die Hauptamtlichen konnten vor allem von seiner Nähe zum Puls der kirchlichen Entscheidungen profitieren“, „was er sagt, hat immer Hand und Fuß“, „der Kardinal hat die katholische Kirche in Deutschland sehr gut vertreten“, „er verbreitet immer Hoffnung und Zuversicht“.
Andere Stimmen ließ Lang in seinem Hurrah-Artikel nicht zu Wort kommen.
Schon im September 2004 äußerte sich der emeritierte Mainzer Kirchenrechtler, Hw. Georg May, vor der Zweimonatszeitung ‘Kirchliche Umschau’ über die Amtsführung des Kardinals als Bischof von Mainz:
„Es ist keine Frage, daß Bischof Lehmann seine Diözese sträflich vernachlässigt.“
Der Kardinal sei wenig in seinem Bistum präsent: „Von einer Seelsorge durch den Oberhirten des Bistums kann kaum die Rede sein.“
Er kümmere sich wenig um seine Priester: „In seiner Diözese ist seit seiner Ernennung zum Oberhirten das kirchliche Leben drastisch zurückgegangen.“
Die kirchliche Disziplin sei weitgehend zusammengebrochen.
Die „schlimmen Verhältnisse“ im Bistum Mainz machte Hw. May damals an den Zuständen im Mainzer Priesterseminar fest: „Als ich 1960 nach Mainz kam, befanden sich im Seminar ungefähr 150 bis 170 Alumnen. Heute sind es noch zwanzig.“
Die gegenwärtige Ausbildung der Seminaristen sei zudem nicht geeignet, Priester nach dem Sinne der Kirche zu erziehen.
Auch die Rolle als Ausgleicher nimmt Hw. May dem Kardinal nicht ab: „Die angebliche Vermittlung, die Lehmann geübt hat, besteht darin, daß er alle an seinen progressistischen Kurs gebunden hat.“
Wie wenig er in Wahrheit entgegenkommend sei, zeige seine hartnäckige Weigerung, den Gläubigen in Mainz eine Alte Messe zuzugestehen: „Von Vermittlung ist nichts zu spüren.“
Ein Bischof müsse seine Diözese durcheilen, die Menschen im Glauben aufbauen, die Sakramente spenden, die Priester aufrichten, trösten und stärken: „Das alles geschieht in der Diözese Mainz nicht.“
Kardinal Lehmann sei unermüdlich tätig bei Vorträgen, Konferenzen und Sitzungen: „Er findet sich ein bei Verabschiedungen oder Empfängen.“
Er schreibt Vorworte – sogar für Kochbücher – oder Artikel für die Kundenzeitung der Bundesbahn, aber die intensive Seelsorge sei nicht seine Sache:
„Papier wird in großen Mengen produziert, Regelungen für Räte und Zusammenkünfte entstehen. Aber Leben ist dadurch nicht geweckt worden.“
Ein Trost bleibt. Nach seiner Verabschiedung als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz wird der Kardinal mehr Zeit haben, sich um seine angeschlagene Diözese zu kümmern.
© Titelbild: Wikipedia-Benützer „Kandschwar“ unter den Lizenzen GFDL und CC
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Samstag, 19. Januar 2008 22:25
Jörg Guttenberger, Köln: Landorganist: „es wurde erzählt, daß…“
entspricht den Tatsachen. Sie hätten mich zu recht angegriffen, wenn ich das Verbot Lehmanns als Tatsache
hingestellt hätte. In Wirklichkeit weiß ich aber nur, daß das erzählt wurde und habe die Erzählung
als solche als Tatsache hingestellt, nicht jedoch den Inhalt der Erzählung. Zum Wahrheitsgehalt der Erzählung
habe ich also keine Stellung genommen und das mit dem Hinwes ausgedrückt: „wenn das stimmt…“ d. h.,
ich habe mich rechtlich einwandfrei ausgedrückt.
Zur Zeit des Kirchenvolksbegehtens und danach haben ich das genannte Predigtverbot mehrfach kritisiert, auch gegenüber Kreisen, die Kardinal Lehmann wohlgesonnen sind. Das Predigtverbot wurde von der Gegenseite jedenfalls mir gegenüber nie abgestritten, sondern -allerdings nicht gerade überzeugend – verteidigt. Auch Sie und die anderen Kritiker meiner Ausführungen haben nicht abgestritten, sondern lediglich meine Meinungsäüßerung kritisiert.
Auch clarissa colonia hat inzwischen keineswegs abgestritten, sondern versucht, zu rechtfertigen, wenn auch nicht gerade überzeugend, siehe meine Stellungnahme hierzu.
Lediglich mein Hinweis auf Lehmanns Behandlung des MP wurde bisher ordnungsgemäß berichtigt.
Zur Zeit des Kirchenvolksbegehtens und danach haben ich das genannte Predigtverbot mehrfach kritisiert, auch gegenüber Kreisen, die Kardinal Lehmann wohlgesonnen sind. Das Predigtverbot wurde von der Gegenseite jedenfalls mir gegenüber nie abgestritten, sondern -allerdings nicht gerade überzeugend – verteidigt. Auch Sie und die anderen Kritiker meiner Ausführungen haben nicht abgestritten, sondern lediglich meine Meinungsäüßerung kritisiert.
Auch clarissa colonia hat inzwischen keineswegs abgestritten, sondern versucht, zu rechtfertigen, wenn auch nicht gerade überzeugend, siehe meine Stellungnahme hierzu.
Lediglich mein Hinweis auf Lehmanns Behandlung des MP wurde bisher ordnungsgemäß berichtigt.
Samstag, 19. Januar 2008 21:30
dominus vobiscum: @Gotthard
In diesem Leben würde sie kein Richter verurteilen. Sie werden dem gerechten Spruch aber nicht entgehen!
Samstag, 19. Januar 2008 21:13
Gotthard: @vobiscum
Lehmann und Co. sind Verbrecher
entweder Du zeigst diese Herren sofort an –-- oder Du entschuldigst Dich für diesen beleidigenden Schwachsinn!
entweder Du zeigst diese Herren sofort an –-- oder Du entschuldigst Dich für diesen beleidigenden Schwachsinn!
Samstag, 19. Januar 2008 20:42
dominus vobiscum: Nachdenkliche Stimme
Lehmann und Co. sind Verbrecher, die eine ganze Generation von Katholiken um ihr kulturelles Erbe gebracht haben!
Samstag, 19. Januar 2008 12:13
Strepto von Kokke: @Expedit
Ein Christ, der jahrelang die deutsche Praxis der Beratungsscheine unterstützt hat, ist für mich unglaubwürdig!
Na, Sie wollen doch Herrn Lehmann nicht etwa etwas unterstellen? Habe ich da ein Wort vergessen? Mir fällt nur gerade nicht ein welches.
Wichtig ist doch nur, dass wir uns alle lieb haben. Wenn ich an die vielen Fernsehauftritte des Herrn Lehmann mit Herrn Huber denke und an die vorbildlich, nur durch Rom noch ausgebremste demonstrierte Einheit wird mir noch heute warm ums Herz. Leider werde ich in Zukunft auf diese öffentliche Herzenseinheit verzichten müssen.
Na, Sie wollen doch Herrn Lehmann nicht etwa etwas unterstellen? Habe ich da ein Wort vergessen? Mir fällt nur gerade nicht ein welches.
Wichtig ist doch nur, dass wir uns alle lieb haben. Wenn ich an die vielen Fernsehauftritte des Herrn Lehmann mit Herrn Huber denke und an die vorbildlich, nur durch Rom noch ausgebremste demonstrierte Einheit wird mir noch heute warm ums Herz. Leider werde ich in Zukunft auf diese öffentliche Herzenseinheit verzichten müssen.
Samstag, 19. Januar 2008 11:52
expedit: Wenn er Zivilcourage gehabt hätte, wäre er
schon viel früher zurück getreten!
Ein Christ, der jahrelang die deutsche Praxis der Beratungsscheine unterstützt hat, ist für mich unglaubwürdig!
Ein Christ, der jahrelang die deutsche Praxis der Beratungsscheine unterstützt hat, ist für mich unglaubwürdig!
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