Ein bloßes liturgisches „Weiter so“ wäre die falsche Lösung
Eine große deutsche Tageszeitung veröffentlichte kürzlich einen spektakulären Kommentar: „Es wäre in Benedikts Sinn, wenn der Volksaltar verschwände, sofern er eine historisch gewachsene Bausubstanz verunstaltet.“
(kreuz.net) Am 15. Januar kommentierte der Journalist Alexander Kissler (38) in der ‘Süddeutschen Zeitung’
die Tatsache, daß der Papst die Messe zum Epiphaniefest am Hochaltar der Sixtinischen Kapelle zelebriert
hat.
Kissler ist seit dem Jahr 2002 Kulturjournalist im Feuilleton der ‘Süddeutschen’. Sein Beitrag trägt den Titel „Ende des Volksaltares“.
Dieses Jahr ließ der Papst – so Kissler – für seine Messe „keinen golden bemalten Holztisch“ in die Sixtinische Kapelle tragen: „Der Volksaltar blieb im Depot.“
Damit habe der Pontifex Gerüchten Nahrung gegeben, wonach er bald eine Messe im Alten Ritus feiern werde:
„Dieser zeichnet sich durch Gregorianik und lateinische Gebete aus, durch Mundkommunion und den Verzicht auf die Fürbitten – und eben durch die Zelebrationsrichtung »versus Deum« statt »versus populum«.“
„Die Gemeinde – einschließlich des Priesters – schaut auf das Kreuz des Hochaltares“ – erklärt Kissler.
Kardinal Ratzinger habe als Präfekt der Glaubenskongregation für die gemeinsame Ausrichtung des Priesters und des Volkes auf den Herrn geworben:
„Diese »Tradition aus apostolischer Zeit« (Ratzinger) hat Benedikt XVI. nun in der Sixtinischen Kapelle aufgegriffen und in den neuen, seit 1970 dominierenden Ritus integriert, in die sogenannte »ordentliche Form«.“
Dadurch gebe er fast ein halbes Jahr nach ‘Summorum Pontificum’ zu verstehen:
„Wer die nachkonziliar reformierte Messe für modernistisch hält, der muß nicht komplett zurückkehren zur tridentinischen Form; eine behutsame Erneuerung ist innerhalb des Ritus von 1970 möglich, wenn man diesen für traditionelle Elemente öffnet.“
Kissler verweist auf das Communiqué des Büros für Päpstliche Zeremonien, wonach sich der Papst zugunsten architektonischer „Schönheit und Harmonie“ entschieden habe.
Für den Journalisten ist das eine „bewußte Abkehr von Johannes Paul II.“:
„Daß die Sistina durch die Verbannung des Holztisches an Klarheit und Eleganz gewinnt, leuchtet unmittelbar ein; nun wäre es in Benedikts Sinn, wenn auch andernorts der Volksaltar verschwände, sofern er eine historisch gewachsene Bausubstanz verunstaltet“ – so Kissler.
In der Aufwertung des Hochaltars sieht der Journalist einen weiteren Beleg für den „frischen Wind“, der mit dem neuen päpstlichen Zeremonienmeister Guido Marini eingezogen ist:
„Seit dessen Antritt im vergangenen September schreitet die Renaissance der klassischen Liturgie in einem Tempo voran, das unter Vorgänger Piero Marini undenkbar gewesen wäre.“
Damit habe Benedikt XVI. in einer hitzigen Debatte „Pflöcke eingeschlagen“.
Besonders in Deutschland würden sich manche Bischöfe viel Mühe geben, durch komplizierte Ausführungsbestimmungen den Sinn des Motu Proprios zur Freigabe der Alten Messe ins Gegenteil zu kehren:
„Sie wehren sich gegen jene spirituelle Frischzellenkur, die Benedikt der neuen Messe durch ihre Gleichstellung mit der alten verordnen wollte.“
Diesen Kräften der Beharrung habe die Messe zur „Taufe des Herrn“ vor Augen geführt, daß ein bloßes liturgisches „Weiter so“ die falsche Lösung wäre.
Kissler ist seit dem Jahr 2002 Kulturjournalist im Feuilleton der ‘Süddeutschen’. Sein Beitrag trägt den Titel „Ende des Volksaltares“.
Dieses Jahr ließ der Papst – so Kissler – für seine Messe „keinen golden bemalten Holztisch“ in die Sixtinische Kapelle tragen: „Der Volksaltar blieb im Depot.“
Damit habe der Pontifex Gerüchten Nahrung gegeben, wonach er bald eine Messe im Alten Ritus feiern werde:
„Dieser zeichnet sich durch Gregorianik und lateinische Gebete aus, durch Mundkommunion und den Verzicht auf die Fürbitten – und eben durch die Zelebrationsrichtung »versus Deum« statt »versus populum«.“
„Die Gemeinde – einschließlich des Priesters – schaut auf das Kreuz des Hochaltares“ – erklärt Kissler.
Kardinal Ratzinger habe als Präfekt der Glaubenskongregation für die gemeinsame Ausrichtung des Priesters und des Volkes auf den Herrn geworben:
„Diese »Tradition aus apostolischer Zeit« (Ratzinger) hat Benedikt XVI. nun in der Sixtinischen Kapelle aufgegriffen und in den neuen, seit 1970 dominierenden Ritus integriert, in die sogenannte »ordentliche Form«.“
Dadurch gebe er fast ein halbes Jahr nach ‘Summorum Pontificum’ zu verstehen:
„Wer die nachkonziliar reformierte Messe für modernistisch hält, der muß nicht komplett zurückkehren zur tridentinischen Form; eine behutsame Erneuerung ist innerhalb des Ritus von 1970 möglich, wenn man diesen für traditionelle Elemente öffnet.“
Kissler verweist auf das Communiqué des Büros für Päpstliche Zeremonien, wonach sich der Papst zugunsten architektonischer „Schönheit und Harmonie“ entschieden habe.
Für den Journalisten ist das eine „bewußte Abkehr von Johannes Paul II.“:
„Daß die Sistina durch die Verbannung des Holztisches an Klarheit und Eleganz gewinnt, leuchtet unmittelbar ein; nun wäre es in Benedikts Sinn, wenn auch andernorts der Volksaltar verschwände, sofern er eine historisch gewachsene Bausubstanz verunstaltet“ – so Kissler.
In der Aufwertung des Hochaltars sieht der Journalist einen weiteren Beleg für den „frischen Wind“, der mit dem neuen päpstlichen Zeremonienmeister Guido Marini eingezogen ist:
„Seit dessen Antritt im vergangenen September schreitet die Renaissance der klassischen Liturgie in einem Tempo voran, das unter Vorgänger Piero Marini undenkbar gewesen wäre.“
Damit habe Benedikt XVI. in einer hitzigen Debatte „Pflöcke eingeschlagen“.
Besonders in Deutschland würden sich manche Bischöfe viel Mühe geben, durch komplizierte Ausführungsbestimmungen den Sinn des Motu Proprios zur Freigabe der Alten Messe ins Gegenteil zu kehren:
„Sie wehren sich gegen jene spirituelle Frischzellenkur, die Benedikt der neuen Messe durch ihre Gleichstellung mit der alten verordnen wollte.“
Diesen Kräften der Beharrung habe die Messe zur „Taufe des Herrn“ vor Augen geführt, daß ein bloßes liturgisches „Weiter so“ die falsche Lösung wäre.
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Sonntag, 20. Januar 2008 17:35
Pünktchen: Danke ichthys,
haben Sie möglicherweise auch eine brauchbare Internetadressse (womögl. mit Bildern), auf die ich verlinken könnte?
Sonntag, 20. Januar 2008 17:08
)ichthy’s: weitere Kirche mit NOM versus apsidem
Göffingen Gde. Unlingen (nicht das Pius-Priorat, sondern die katholische Pfarrkirche).
Sonntag, 20. Januar 2008 15:51
Pünktchen: Kirchen im deutschsprachigen Raum, in denen
die erneuerte Liturgie (NOM) „versus deum“ zelebriert wird:
St. Peter / München (Homepage d. Stadtpfarre)
Heilig Geist / München
St. Rochus / Wien (A)
Karmelitinnen-Klosterkirche im Mayerling (A)
Maria Vesperbild / Ziemetshausen
Pfarrkirche in Altomünster
Klosterkirche Fürstenfeld (ehem. Zisterzienserkloster) / Fürstenfeldbruck
St. Maria in der Kupfergasse / Köln
Maria Rehkogel / Frauenberg (A)
Wallfahrtskirche Maria Pöllauberg / Pöllauberg (A) (werktags)
Die Liste ist sicher nicht vollständig! Weitere Hinweise werden berücksichtigt und sind erbeten als Leserzuschriften unter
>>>>>>diesem<<<<<
Artikel!
St. Peter / München (Homepage d. Stadtpfarre)
Heilig Geist / München
St. Rochus / Wien (A)
Karmelitinnen-Klosterkirche im Mayerling (A)
Maria Vesperbild / Ziemetshausen
Pfarrkirche in Altomünster
Klosterkirche Fürstenfeld (ehem. Zisterzienserkloster) / Fürstenfeldbruck
St. Maria in der Kupfergasse / Köln
Maria Rehkogel / Frauenberg (A)
Wallfahrtskirche Maria Pöllauberg / Pöllauberg (A) (werktags)
Die Liste ist sicher nicht vollständig! Weitere Hinweise werden berücksichtigt und sind erbeten als Leserzuschriften unter
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Sonntag, 20. Januar 2008 12:04
)ichthy’s: Zelebrationshostie
@Gotthard gibt es neben „Zelebrationshostien“ noch andere Hostien?
Als Zelebrationshostie kann man die Hostie bezeichnen, die der Priester bei der Wandlung in die Hand nimmt und die er nach dem Einsetzungsbericht für das Brot resp. den Leib Christi der Gemeinde zeigt. Daneben gibt es ja normal die kleinen Hostien, die in der Hostienschale liegen bleiben.
Als Zelebrationshostie kann man die Hostie bezeichnen, die der Priester bei der Wandlung in die Hand nimmt und die er nach dem Einsetzungsbericht für das Brot resp. den Leib Christi der Gemeinde zeigt. Daneben gibt es ja normal die kleinen Hostien, die in der Hostienschale liegen bleiben.
Samstag, 19. Januar 2008 04:43
Doriano: @Jörg Guttenberger, Köln
Es muß heißen ‘Versus Deum’ (gemeinsame Gebetsrichtung
mit den Gläubigen) – hin zu Gott. Die Bezeichnung
‘mit dem Rücken zum Volk’ ist missverständlich und
klingt sehr abwertend – lag wahrscheinlich auch so im
Sinne der Erfinder dieses Ausdrucks.
mit den Gläubigen) – hin zu Gott. Die Bezeichnung
‘mit dem Rücken zum Volk’ ist missverständlich und
klingt sehr abwertend – lag wahrscheinlich auch so im
Sinne der Erfinder dieses Ausdrucks.
Samstag, 19. Januar 2008 00:10
Jörg Guttenberger, Köln: Fürbitten
hat es in den Pfarrkirhen St. Cornelius in 1953 und ab 1954 in „Zum Göttlichen Erlöser“ in Köln Rath
schon gegeben. Hier wurde nach Bekanntgabe der Intention allerdings nur derer gedacht, für die die hl.
Messe gefeiert wurde. Die Fürbitten schlossen mit dem Psalm „Aus der Tiefe rufe ich zu Dir o Herr“
Außer in der Kupfergasse wird auch in der Sakramentskapelle des Kölner Domes ausschlielich mit dem Rücken zum Volk zelebriert. Diese hl. Messen finden von November bis April werktags und sontags früh bis 8 Uhr statt.
Außer in der Kupfergasse wird auch in der Sakramentskapelle des Kölner Domes ausschlielich mit dem Rücken zum Volk zelebriert. Diese hl. Messen finden von November bis April werktags und sontags früh bis 8 Uhr statt.
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