[ « 464 465 466 467 468 » ]
Freitag, 11. Februar 2005 09:51
Mit Seitenhieb: Erzbischof Kothgasser ruft zum zivilen Ungehorsam gegen die Abtreibung auf
In seinem diesjährigen Fastenhirtenbrief schreibt der Erzbischof von Salzburg über das Recht auf Leben. Kein Gesetz könne die Verbrechen der Abtreibung oder Euthanasie legitimieren. Um es allen Recht zu machen, kritisiert der Erzbischof auch Lebensschutzgruppen mit „fanatischem Eifer“. Auszüge aus dem Brief.
(kreuz.ner, Salzburg) Dieses Jahr hat der Erzbischof von Salzburg einen langen, fünfzehnseitigen Fastenhirtenbrief geschrieben. Das Thema? Der Lebensschutz.

Erzbischof Alois Kothgasser ruft die Salzburger Gläubigen dazu auf, sich Gesetzen zu widersetzen, welche die Kinderabtreibung und die Euthanasie legitimieren. Abtreibung und Euthanasie seien „Verbrechen“. Kein menschliches Gesetz könne aus ihnen ein Recht machen.

Der Wert einer Demokratie stehe und falle mit jenen Werten, die ein demokratischer Staat verkörpere. Grundlegend seien die Würde der menschlichen Person, die Achtung ihrer unveräußerlichen Rechte sowie das Gemeinwohl als regelndes Kriterium für das politische Leben.

Gesetze, welche Abtreibung und Euthanasie begünstigten, stellten sich radikal gegen das Gut des Einzelnen und gegen das Gemeinwohl: „Sie sind daher ganz und gar ohne glaubwürdige Rechtsgültigkeit.“

Das Recht des Stärkeren sei kein Recht, erklärt der Erzbischof. Ein ‘Recht’ auf Abtreibung, Kindestötung und Euthanasie zu fordern, bedeute, eine absolute Macht über und gegen die anderen zu behaupten: „Aber das ist der Tod der wahren Freiheit. Das ist der Untergang der Grundrechte des Menschseins.“

Unter allen Verbrechen, die der Mensch gegen das Leben begehen könne, weise die Abtreibung Merkmale auf, die sie besonders verwerflich machten. Der Erzbischof verweist auf das Zweite Vatikanum, das die Kinderabtreibung in der Konstitution „Gaudium et Spes“ ein „verabscheuungswürdiges Verbrechen“ nennt.

Angesichts einer so ernsten Situation sei der Wahrheit mutig ins Gesicht zu schauen. Die Dinge gehörten beim Namen genannt, „ohne bequemen Kompromissen nachzugeben.“ Der Erzbischof zitiert den Propheten Jesaja: Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen.

Allerdings. „Gruppen, die aktiv und engagiert für das Leben eintreten, sollten nicht in blinden, nahezu fanatischen Eifer verfallen, der mehr zu feindseliger Konfrontation als zur Überwindung der Schwierigkeiten beiträgt.“ Kriterien der Glaubwürdigkeit seien, daß solche Gruppen mit ihren Aktionen eine christliche Motivation erkennen ließen. Andersdenkenden sei mit Respekt zu begegnen.

Wenn heute so viel ehrliches Bemühen um die Schöpfung an den Tag gelegt werde, um wie viel mehr Sorge müsse dem wehrlosen, ungeborenen menschlichen Leben gelten. Es könne nicht sein, daß Pflanzen und Tiere besser geschützt würden als der Mensch.

Salzburgs Erzbischof kritisiert auch die Behauptung, wonach die Abtreibung in manchen Fällen das „kleinere Übel“ sei. Man versuche grundsätzlich am Wert des Lebens des ungeborenen Kindes festhalten, ordne ihm aber im konkreten Fall, andere sekundäre Gesichtspunkte vor: „Abtreibung erscheint dann als ein von den Zwängen des Lebens diktierter Ausweg. Dabei wird das Lebensrecht des ungeborenen Kindes dem geborenen Menschen untergeordnet.“

Die Gründe für die Abtreibung hielten einer rationalen Überprüfung nicht stand: „Das ungeborene Kind trägt bereits alle Möglichkeiten seiner späteren Entwicklung in sich.“ Erzbischof Kothgasser unterstreicht, daß es ein und derselbe Mensch ist, der vom Augenblick der Zeugung an seine Anlagen in einem kontinuierlichen Prozeß entfaltet.

„Deshalb ist ein menschliches Geschöpf vom Augenblick seiner Empfängnis an als menschliche Person zu achten und zu behandeln.“


Die sozialistische Landeshauptfrau von Salzburg, Gabriele Burgstaller, will mit 1. April im Landeskrankenhaus gegen den Willen der Bediensteten die blutige Kinderabtreibung einführen. Lebensschützer protestieren gegen die brutale Willkür der Abtreibungspolitikerin. Zur Zeit ist es in den staatlichen Spitälern von Salzburg, Tirol und Vorarlberg nicht möglich, Kinder abzutreiben. Es wird befürchtet, daß die Einführung der Kinderabtreibung in Salzburg in Tirol und Vorarlberg ähnliche Schritte nach sich ziehen werde.
Keine Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net