Requiem
Der Gitarrist Gottes verstorben
Am vergangenen Donnerstag gab der Pallotinerparter Heinz Perne sein Leben in Gottes Hand zurück.
Messe im Bistum Würzburg.
Messe im Bistum Würzburg.
© Kazi Shefaet Rahma, CC
(kreuz.net, Olpe) Am Tag zuvor wurde er mit dem Verdacht auf Herzinfarkt in das Olper St. Martinus-Krankenhaus eingeliefert. Trotz intensiver medizinischer Betreuung konnte ihm nicht mehr geholfen werden.

Der Geistliche stand im 78. Lebensjahr. Er war 53 Jahre Pallottiner. Am 20. Juli 2008 hätte er sein Goldenes Priesterjubiläum gefeiert.

Pater Perne wurde am 8. November 1930 in Oberhausen im Ruhrgebiet geboren. Durch den Krieg kam er zusammen mit seinen Geschwistern Walter und Johanna in die Heimat seiner Eltern nach Nentershausen im Westerwald.

Sein Vater war Maurerpolier und wurde 1945 als vermißt gemeldet. Danach heiratete die Mutter Helene, geborene Born, nicht mehr.

Pater Perne besuchte von 1937 bis 1945 die Volksschule und absolvierte bedingt durch die Nachkriegszeit erst einmal eine Malerlehre.

Mit diesem Anliegen, Priester zu werden, kam er 1947 in das Bischof-Vieter-Kolleg der Pallottiner nach Limburg und bestand dort 1952 das staatliche Abitur.

Am ersten Mai 1952 begann er in Olpe sein Noviziat und feierte im April 1957 seine Ewige Profeß in Vallendar. Am 20. Juli 1958 wurde er dort zum Priester geweiht.

Nach seiner Weihe war er bis 1965 Spiritual und Religionslehrer in Limburg. Anschließend wirkte er bis November 1972 im Exerzitienhaus in Vallendar.

Im November 1972 siedelte er nach Limburg über und arbeitete hauptamtlich in der Redaktion der Zeitschrift ‘Das Zeichen’.

Schon als Schüler, als Malerlehrling und Theologiestudent lernte er eifrig Gitarre und ließ dazu seine Stimme erklingen.

Zunächst sang er die in den 50er Jahren populären Lieder der französischen Priester Duval und Cocagnac nach.

Im Januar 1963 fand ein großes Treffen der ‘Christlichen Arbeiterjugend’ in Limburg statt. Mehrere tausend junge Leute bevölkerten die Domstadt an der Lahn.

Sie hörten den singenden Pater und machten ihn dann rasch in ganz Deutschland bekannt. Bald bereicherte er sein Programm mit eigenen Liedtexten.

So entstanden „Und Gottes Sonne geht auf über Gute und Böse“, „Bitte Jona, geh“, „Noah öffnet seine Hand“, „Petrus, komm über das Wasser“ oder das Marienlied „Eine Frau geht über die Straßen“.

Es folgten Schallplattenaufnahmen, Funk- und Fernsehauftritte, Konzerte und Liederabende in Europa, Nord- und Südamerika, Israel, Ägypten, Südafrika und Malawi, Australien und auf Island.

Bis in die 80iger Jahre hinein gab es keinen Katholikentag in Deutschland, auf dem Pater Perne nicht die Säle füllte.

Seit 1964 hat Pater Perne im Pallottiner-eigenen „STUDIO UNION“ zehn Singles und 15 Langspielplatten besungen. In den letzten Jahren brachte er noch zwei CD’s heraus.

Sein in fünf, teilweise erweiterten, Auflagen erschienenes Liederbuch zählt 150 Lieder.

Das Requiem für den Verstorbenen wird am 23. Januar 2008 um 10.30 Uhr in der Pallottinerkirche St. Marien, Wiesbadener Str.1 in Limburg zelebriert.
      
13 Lesermeinungen
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#13   Brigitte Bussmann   12:55:21 | Mittwoch, 23. Januar 2008
an Exbochumer
ich verteufele überhaupt nichts, schon gar nicht Pater Perne. Er war ein toller Mensch, der die Leute angesprochen hat, besonders damals uns StudentInnen.
Oft ist bei manchen Leseraussagen bei Kreuz-net von „Zeitgeist“ die Rede und dieser Zeitgeist wird immer wieder verteufelt. Es muss auch Zeitgeist in den Kirchen zu spüren sein, Umdenken. Umorientieren, mal etwas wagen, auch in der Liturgie. Deshalb gehe ich nach wie vor und das nicht nur aus beruflichen Gründen in Jugendmessen, wo so richtig Schwung ist.
Aber ich habe auch nichts gegen das Lied „Stille Nacht“. Es gehört für mich zu Weihnachten, wie die Krippe und der Tannenbaum. Genauso mag ich auch das spanische Lied „Feliz navidad“. Es ist eben ein ganz anderer Kulturkreis, aber warum sollte so etwas nicht mal an Weihnachten auch in unseren Kirchen gewagt werden. Überall wird von Globalisierung gesprochen, warum nicht auch mal in der katholischen Liturgie.
Jede Form von Musik kann auch in unseren Gottesdiensten zu Hause sein, jede Form von Liturgie und nicht nur die neuerdings so hochgelobte Lateinische Messe, wo der Priester mit dem Rücken zur Gemeinde zelebriert. Aber wer es mag, sollte diese Form auch hin und wieder ermöglicht bekommen. Aber die Mehrheit der Katholiken in Deutschland steht auf der anderen Seite.
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#12   Strepto von Kokke   11:04:02 | Dienstag, 22. Januar 2008
@Gotthard – Sehnsucht der jungen Leute
Da war eine ganz große Sehnsucht nach anderer Musik auch in der Messe …Da war die große Sehnsucht, dass auch in der Messe die Instrumente spielen sollten, die in der Alltagsmusik der jungen Leute damals allein wichtig waren: Guitarren!
Ja, wir blasen bei uns zur Zeit immer sehnsuchtsvoll, „Stille Nacht, heilige Nacht,“ – auf dem Kamm.
Es weckt bei uns alte Erinnerungen an die Pausen auf dem Schulhof, die der zelebrierende Geistliche gerne mit uns teilt. Die paar anwesenden alten Leute sind sowieso schwerhörig und von daher gibt es auch keine Konflikte mit den „Gestrigen“.
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#11   ExBochumer †   10:50:00 | Dienstag, 22. Januar 2008
Und wen und/oder was …
verteufeln Sie, Frau Bußmann?
Man lese aufmerksam hier Ihre Lesermeinungen im kreuz.net und man wird die Antwort(en) schnell finden.
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#10   Brigitte Bussmann   10:47:38 | Dienstag, 22. Januar 2008
Zum Tod von Pater Perne
Pater Perne konnte ich persönlich kennen lernen, als ich noch in Freiburg u.a. Theologie studierte. Ja, er war ein Priester, der auf moderne Weise Gott näher bringen wollte und auch konnte. Heute gibt es viele dieser Pater Perne und diese werden oft wegen ihres „Zeitgeistes“ verteufelt.
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#9   Michael07   19:27:03 | Montag, 21. Januar 2008
@Nachtlaterne
…aber so sind die deutschen ja dressiert…
Eine Frage bitte: Wie sind ihrer Meinung nach die
Niederländer eigentlich dressiert? Erlauben Sie mir
vielleicht auch noch eine zweite Frage: Wie steht es
mit Ihrer Dressur?
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#8   Nachtlaterne   17:25:56 | Montag, 21. Januar 2008
„Wen hast du beschimpft und verhöhnt, gegen wen die Stimme erhoben, auf wen voll Hochmut herabgeblic
„Wen hast du beschimpft und verhöhnt, gegen wen die Stimme erhoben, auf wen voll Hochmut herabgeblickt? Auf den Heiligen Israels.“ Jes. 37/23
„Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, wenn der Atem des Herrn darüberweht. Wahrhaftig, Gras ist das Volk. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, doch das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit.“ Jes. 40 7-8
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#7   Hyazinth   17:17:45 | Montag, 21. Januar 2008
Die Konzelebranten
werden gebeten eine violette Gitarre und Ersatzseiten selbst mitzubringen! :-D
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#6   RJH   15:26:13 | Montag, 21. Januar 2008
Das Lied „stille Nacht“
wurde ja auch für Gitarre geschrieben! Und das war sogar noch lange vor dem 1. vatikanischen Konzil.
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#5   LandorganistII   14:01:14 | Montag, 21. Januar 2008
Wurden zu der Zeit
nicht auch schon eigene Hochgebete formuliert?
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#4   Gotthard   13:25:09 | Montag, 21. Januar 2008
eigene Liedtexte
Sie hörten den singenden Pater und machten ihn dann rasch in ganz Deutschland bekannt. Bald bereicherte er sein Programm mit eigenen Liedtexten.
Da war eine ganz große Sehnsucht nach anderer Musik auch in der Messe … und diese große Sehnsucht wurde mit diesem Pater bedient.
Da war die große Sehnsucht, dass auch in der Messe die Instrumente spielen sollten, die in der Alltagsmusik der jungen Leute damals allein wichtig waren: Guitarren!
WANN war das? richtig: 1963 – also noch bevor der Rauch Satans in die Kirche eingezogen sein soll…
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#3   LandorganistII   12:48:59 | Montag, 21. Januar 2008
Genau, und das am besten
mit einer Gitarre!
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#2   Nachtlaterne   12:06:21 | Montag, 21. Januar 2008
landorganist,
immer was zu stänkern, hm?
aber so sind die deutschen ja dressiert: niemals einer meinung sein und niemals einen anderen in seiner meinung unterstützen. jeglicher gemeinschaftssinn erstickt. hier braucht es dringend einen wiederaufbau!
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#1   LandorganistII   11:59:36 | Montag, 21. Januar 2008
Er möge in Frieden ruhen.
Ich frage mich allerdings, was +net bewegt, einen solch ausführlichen Nachruf zu verfassen. Sind Gitarren jetzt etwa von der Tradition bevorzugte Instrumente, oder was?
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