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Dienstag, 22. Januar 2008 13:41
Saugeile Messe
In Wien lockt man Jugendliche mit Diskomusik und oberflächlichem Geschwätz in die Kirche. Am Schluß werden die konsekrierten Brotkrümel zusammengewischt.
Brotkrümmel bei einer Diskomesse der Katholischen Jugend Wien.
Brotkrümmel bei einer Diskomesse der Katholischen Jugend Wien.
(kreuz.net, Wien) Am 20. Januar organisierte die ‘Katholische Jugend’ Wien in der Gemeinde Eibesthal eine Diskomesse.

Einer der Organisatoren, Stephan Bazalka, bezeichnete die Messe in einer Pressemitteilung als „Event“ und als „Rockmesse“.

Eibesthal ist eine Katastralgemeinde der Stadt Mistelbach. Sie liegt fünfzig Kilometer nordöstlich von Wien.

Zwei Priester und zwei sogenannte Laien-Assistenten standen der Messe vor.

Die beiden Laien am Altar hießen Pamela (14) und Manuel.

Über 1.000 Jugendliche sollen zur Diskomesse ins Weinviertel gefahren sein. Die Kirche war gestoßen voll.

Die Messe widmete sich nach Angaben der Veranstalter einem „besonderen Thema“. Es lautete „Na typisch!“

Diskomesse: „Na typisch!“Diskomesse: "Na typisch!"Klicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 7 Bildern zu starten.

Pamela machte sich jugendliche Gedanken zum Motto: „Sicher hat euch das auch schon jemand an den Kopf geworfen. Aber etwas Nettes war damit wahrscheinlich nicht gemeint.“

Inhaltlich handelte die Messe von Rollenklischees zwischen Mann und Frau. Die Kirchenbesucher stimmten ab, wie tief Rollenbilder verwurzelt sind.

Die Predigt hielten die vier Vorsteher gemeinsam. Laut Pressemitteilung ernteten sie viele Lacher: „Was sich nicht gehört, das ist bei Eltern und Großeltern auch heute ganz schön viel: Tattoos und Piercings an bestimmten Stellen zum Beispiel!“

Die 14jährige Pamela ermutigte die Jugendlichen, „euren Weg“ zu gehen: „Wenn ihr euch aus innerster Überzeugung dafür entscheidet, ist Gott mit euch!“

Auch Manuel riet den Jugendlichen, sich nicht in klassische Rollen drängen zu lassen. Am Ende der Messe erhielten die Jugendlichen einen Spiegel als Geschenk. „Wenn Du reinschaust, sollst Du daran denken, typisch ‘DU’ zu sein“ – so Manuel.

Im Gästebuch lobten einige Gläubige die Diskomesse als „sau geil“.

Eine 18jährige Maria ist nicht gegen die Diskomessen: „Aber ich find das Ganze ist für Wortgottesdienste passender, aber nicht unbedingt für Messen geeignet.“

Wie bei den Wiener Rockmessen üblich, konsekrierten die Priester krümelige Brotstücke statt Hostien. Aber das war eher nebensächlich.

© Titelbild: Florian Unterberger
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 64 Lesermeinungen:
Samstag, 26. Januar 2008 17:18
wiener: @ patricius
die besagte jugendmesse in eibesthal hat allerdings mit der wiener jugendkirche nur insofern etwas zu tun, dass beide katholisch sind. die messe fand weder in der jugendkirche statt noch wurde sie von dieser veranstaltet.
so viel zu den tatsachen.
Samstag, 26. Januar 2008 16:25
patricius: Firmlinge werden zum Besuch der Jugendkirche gezwungen
Bei den Artikeln über die Jugendkirche ist immer von den vielen Jugendlichen die Rede, die diese Gottesdienste besuchen. Was hier verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass die Wiener Firmlinge zum Besuch der Jugendkirche gezwungen werden, das heißt die Teenager müssen eine bestimmte Anzahl an Jugendgottesdiensten besuchen , um überhaupt eine Firmkarte zu erhalten. Zumindest in meiner Pfarre ist das so…
Freitag, 25. Januar 2008 21:19
Florian Geyer: Protestant
gint bei euch eigentlich schon Nackt und Pornomessen ?
Freitag, 25. Januar 2008 21:17
Protestant: Was spricht wohl dagegen…?
Diese Art von Messe ist doch wohl (nicht nur für Jugendliche) weitaus gottverbindender als irgendein lateinischer Sch…, den sowieso keiner versteht!
Viele Wege führen nach Rom und viele Wege führen zu Gott… also freuen wir uns doch über die jungen Menschen, die diese Form der Gottverehrung mögen, von mir aus auch als saugeil bezeichnen!
Diese Menschen kann man mit fremdländischen Litaneien jedenfalls nicht zu Gott führen!
Freitag, 25. Januar 2008 00:18
Der Herr Jesus Christus hat reines Weizenbrot verwendet, eine Art Brotes die durchaus dem Matzè der heutigen Talmudjuden ähnlich sein kann, was also auf die ‘Oblate’ hinweist. Für das Pessach-Mahl waren vor allem z.Zt. des Tempels (wo dieses noch mehr Bedeutung hatte als im heutigen Talmudistischen Judaismus) nur die beste Sachen dar, z.B. rituelle silberne oder vergoldete Kelche und Teller. Das ist alles belegbar.

In den Ostkirchen verwendet man mehrheitlich gesäuertes Brot, aber reines, und nicht dieses Bayern-Bäck-Vollkorn-Braunkrustbrot was eine defectio materiae bringt und das oben erwähnte Mahltischfestival sakramentell sowieso ungültig macht.

A Kasperlschau joajoa. Sicherlich.
Donnerstag, 24. Januar 2008 16:05
Hódmezövásárhelykutasipuszta: Brotkrümelkonsekration ist durchaus auch bei solchen Messen schwerst unüblich
möchte ich meinen und ansonsten darf ich nur sagen, dass ich noch keine Bibelübersetzung kenne, in der zu lesen wäre „Er nahm die Oblate, brach sie, reichte sie seinen Jüngern …“
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