14:24:32 | Freitag, 25. Januar 2008
Die Alte Messe ist schön und recht. Aber gäbe es nicht die Möglichkeit, noch mehr zu machen? Von Dr. Wolfgang B. Lindemann.
(kreuz.net) Seit dem ersten Adventssonntag des vergangenen Jahres gibt es im Nord-Elsaß eine weitere
Sonntagsmesse im Alten Meßritus. Sie ist dem jungen Pfarrer von Durrenbach,
Hw. Jean- François Harthong,
zu verdanken.
Das 1000-Seelen-Dorf Durrenbach liegt acht Kilometer nördlich von Hagenau und 45 Kilometer
westlich von Karlsruhe.
Bei der ersten Alten Messe im Dorf fanden sich über sechzig Personen ein. Jetzt
hat sich die Teilnehmerzahl auf etwas über dreißig Seelen eingependelt.
Am Sonntag nach Epiphanie wurde
im Alten Ritus das Fest der Heiligen Familie begangen. Zu diesem Anlaß predigte Hw. Harthong über die
Notwendigkeit, geistliche Gebetsketten gegen die Zerstörung der Familie zu bilden.
In der Kirche waren
alle Bevölkerungsschichten vertreten: Familien mit Kindern, junge und ältere Ehepaare und Alleinstehende
jeden Alters.
Als Kantor und Organist wirkte ein junger Polizeioffizier aus Hagenau. Er sang
die achte gregorianische Messe ‘De Angelis’.
Den meisten Gläubigen war diese bekannteste unter den gregorianischen
Messen nicht vertraut. Eine Ausnahme bildeten die Gläubigen, die üblicherweise bei der Priesterbruderschaft
St. Pius X. praktizieren.
Man erkennt sie an der feierlichen Sonntagskleidung und daran, daß die Frauen
Röcke tragen.
Die Priester der Bruderschaft haben ihnen viel beigebracht. Das sind Dinge, die zwar einfach
nur normal und katholisch sind. Dennoch wird es selbst für einen außergewöhnlichen Pfarrer wie Hw.
Harthong schwierig sein, sie „normalen“ modernen Katholiken anzugewöhnen.
Das lateinische Vaterunser
wird in der Alten Messe in Durrenbach – entgegen den liturgischen Regeln – von allen mitgebetet. Eine
Ausnahme machen nur die Gläubigen, die von der Piusbruderschaft herkommen.
Diese kleine Abwandlung im
Meßverlauf ist kein Grund für Polemik. Es ist gut, den Ritus zu respektieren. Aber es ist auch gut,
das Gebet Jesu gemeinsam zu sprechen.
Die vier Meßdiener machen ihre Sache hervorragend. Zwei von ihnen
sind bereits erwachsen, kennen den klassischen Meßritus aber nicht mehr aus ihrer Jugend.
Die Kommunionbank
hat ein modernistischer Vorgänger des jetzigen Pfarrers schon vor Jahren entfernen lassen.
Zum Glück
ist der wundervolle Hochaltar noch vorhanden. Er wurde vermutlich auf Intervention des Denkmalschutzes
gerettet.
Anstelle der fehlenden Kommunionbank improvisiert Pfarrer Harthong einen Ersatz mit Gebetsstühlchen.
Die Gläubigen sind zufrieden. Denn nicht alle Laien haben Gefallen an einer verwässerten und verweltlichten
katholische Religion.
Man hofft, daß sich Hw. Harthong zu seiner schönen und würdigen Albe noch eine
Kasel und Stola zulegen wird.
Vielleicht wird er es eines Tages auch riskieren können, seine priesterliche
Autorität zu zeigen, indem er von der alten erhöhten Kanzel der Kirche predigt statt von dem dahingestellten
Lesepult im Altarraum.
Wenn man nicht bloß eine weitere alte Sonntagsmesse, sondern auch eine missionarische
und wachsende Gemeinde wünscht, könnte man in Durrenbach noch weitere Schritte setzen.
Zwei Grundvoraussetzungen
sind bereits gegeben: ein katholischer Priester und eine feste, spirituelle Basis.
Die Meßbesucher müßten
die Möglichkeit bekommen, der Gemeinde wie einem Verein oder einer geistlichen Gemeinschaft beitreten
zu können.
Als Vorbereitung darauf wäre es notwendig, die Gläubigen in einigen Abend- und Wochenendschulungen
auf ein katechetisches Mindestniveau zu bringen.
Zugleich würden sie sich verpflichten, die kirchliche
Glaubens- und Morallehre zu akzeptieren und bestimmte Aufgaben zu übernehmen.
Wer nicht will, wird höflich
abgewiesen.
Das Rückgrat einer wachsenden Gemeinde ist die Teilnahme an Hauskreisen, in die der Pfarrer
die Gläubigen einteilt.
Diese Hauskreise dienen der theologischen Bildung, dem gemeinsamen Gebet und
der Freundschaft. Das macht sie auch für weitere Interessenten anziehend.
Wenn jetzt die missionarisch
begabten Gemeindemitglieder gefunden, weiter ausgebildet werden und in Durrenbach mit der Neuevangelisierung
beginnen, besteht alle Hoffnung, daß das seit dem letzten Konzil gottlos gewordene Dorf geistlich wieder
in Fahrt kommt.
Die einzige Gefahr droht dann noch von häretischen Bischöfen und deren Mitarbeitern,
die der Blüte einen Strich durch die Rechnung machen könnten.
Eine genau so aufgebaute wachsende Personalgemeinde
ist das
„Mannheimer- Evangelisations-Team“ – aber mit Neuem Messritus.
Gemeindewachstum ist zwar komplex,
aber möglich.
Es genügt, wenn eine kleine Reihe von Voraussetzungen erfüllt ist.
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