Verkrustete Laizität
„Ein Mensch, der glaubt, ist ein Mensch, der hofft.“ Das sagte kürzlich kein Bischof oder Kardinal, sondern ein europäischer Staatspräsident. Eine muselmanische Vorstadt ist ihm lieber als eine Jugend, die an gar nichts mehr glaubt.
(kreuz.net) Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy führt einen Generalangriff auf die teils
verkrusteten Strukturen Frankreichs. Das erklärte Michaela Wiegel am 12. Januar in einem Artikel für
die ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’.
Von Sarkozys Offensive ist auch das Verhältnis zwischen Staat und Religion nicht ausgenommen.
Frau Wiegel verweist auf die Rede des Präsidenten vom 20. Dezember in der römischen Lateranbasilika.
Darin habe Sarkozy zum ersten Mal seinen Wunsch nach einer Rückbesinnung auf das christliche Erbe Frankreichs und nach einer stärkeren Einbindung der Religionen in das öffentliche Leben dargelegt.
Sarkozy rüttle damit an den Grundfesten der „laizistischen Republik“.
Schon als Ende 2003 den muslimischen Mädchen in den französischen Schulen das Kopftuch verboten wurde, stellt sich Sarkozy gegen diesen Entscheid.
Ihm sei eine von islamischen Wertvorstellungen geprägte Vorstadt-Jugend lieber sei als eine Jugend, „die an gar nichts mehr glaubt“.
Im Lateran erklärte Sarkozy, daß auf der Laizität und Aufklärung beruhenden Wertvorstellungen nicht das „Streben nach der Unendlichkeit“ befriedigen können, das jedem Menschen innewohnt.
Die Festigkeit der laizistischen Werte sei dementsprechend relativ: „Die Republik hat ein Interesse daran, daß es moralische Erwägungen gibt, die von religiösen Überzeugungen inspiriert sind“, so Sarkozy:
„Eine laizistische Moral läuft immer das Risiko, sich zu erschöpfen, weil sie nicht an eine Hoffnung geknüpft ist, die das Streben nach Unendlichkeit erfüllt.“
Der Staatspräsident will eine „positive Laizität“, welche die Glaubensfreiheit schützt, aber die Religionen als Trumpf und nicht als Gefahr betrachtet.
Die zunehmende Säkularisierung Frankreichs ist für Sarkozy bedauerlich: „Ein Mensch, der glaubt, ist ein Mensch, der hofft.“
Es sei das Interesse der Republik, daß es viele Männer und Frauen gibt, die hoffen.
Der Rückgang der ländlichen Gemeinden, die spirituelle Wüste in der Vorstädte, das Verschwinden der Wohltätigkeitsvereine sowie der Priestermangel haben die Franzosen nicht glücklicher gemacht: „Das ist offensichtlich“.
Im Vatikan klang bei Sarkozy der Wunsch an, die Stellung der katholischen Kirche in Frankreich aufzuwerten. Er hob besonders den bevorstehenden Besuch von Papst Benedikt XVI. in Frankreich hervor.
Unklar bleibt, ob Sarkozy plant, das Gesetz von 1905 zu ändern, wie er es in seinem 2004 im Gespräch mit dem Dominikanerpater Philippe Verdin geschriebenen Buch „La République, les religions et l’espérance“ angedeutet hatte.
Sarkozy schenkte dieses Buch dem Papst bei seinem Besuch im Vatikan.
Nach den Protesten, die seine Lateranrede bei den Verteidigern der französischen Laizität hervorrief, versicherte Sarkozy, er plane keine Gesetzesänderung.
Aber zugleich kündigte der Staatspräsident an, der Kirche zu helfen, wenn sie staatliche Unterstützung brauche. „Frankreich braucht Ihre Großzügigkeit, Ihren Mut und Ihre Hoffnung“, sagte Sarkozy an die Katholiken gerichtet.
Bei einer Ansprache zu Ehren des Kardinals und Vorsitzenden der französischen Bischofskonferenz, André Vingt-Trois, versprach Sarkozy, er sehe es als seine Aufgabe als Staatspräsident, „die großen Festtage der anerkannten Religionen zu respektieren“.
Wie ernst die Lateranrede genommen werden muß, kann Sarkozy bald unter Beweis stellen: In Frankreich muß das Bioethik-Gesetz überarbeitet werden.
Von Sarkozys Offensive ist auch das Verhältnis zwischen Staat und Religion nicht ausgenommen.
Frau Wiegel verweist auf die Rede des Präsidenten vom 20. Dezember in der römischen Lateranbasilika.
Darin habe Sarkozy zum ersten Mal seinen Wunsch nach einer Rückbesinnung auf das christliche Erbe Frankreichs und nach einer stärkeren Einbindung der Religionen in das öffentliche Leben dargelegt.
Sarkozy rüttle damit an den Grundfesten der „laizistischen Republik“.
Schon als Ende 2003 den muslimischen Mädchen in den französischen Schulen das Kopftuch verboten wurde, stellt sich Sarkozy gegen diesen Entscheid.
Ihm sei eine von islamischen Wertvorstellungen geprägte Vorstadt-Jugend lieber sei als eine Jugend, „die an gar nichts mehr glaubt“.
Im Lateran erklärte Sarkozy, daß auf der Laizität und Aufklärung beruhenden Wertvorstellungen nicht das „Streben nach der Unendlichkeit“ befriedigen können, das jedem Menschen innewohnt.
Die Festigkeit der laizistischen Werte sei dementsprechend relativ: „Die Republik hat ein Interesse daran, daß es moralische Erwägungen gibt, die von religiösen Überzeugungen inspiriert sind“, so Sarkozy:
„Eine laizistische Moral läuft immer das Risiko, sich zu erschöpfen, weil sie nicht an eine Hoffnung geknüpft ist, die das Streben nach Unendlichkeit erfüllt.“
Der Staatspräsident will eine „positive Laizität“, welche die Glaubensfreiheit schützt, aber die Religionen als Trumpf und nicht als Gefahr betrachtet.
Die zunehmende Säkularisierung Frankreichs ist für Sarkozy bedauerlich: „Ein Mensch, der glaubt, ist ein Mensch, der hofft.“
Es sei das Interesse der Republik, daß es viele Männer und Frauen gibt, die hoffen.
Der Rückgang der ländlichen Gemeinden, die spirituelle Wüste in der Vorstädte, das Verschwinden der Wohltätigkeitsvereine sowie der Priestermangel haben die Franzosen nicht glücklicher gemacht: „Das ist offensichtlich“.
Im Vatikan klang bei Sarkozy der Wunsch an, die Stellung der katholischen Kirche in Frankreich aufzuwerten. Er hob besonders den bevorstehenden Besuch von Papst Benedikt XVI. in Frankreich hervor.
Unklar bleibt, ob Sarkozy plant, das Gesetz von 1905 zu ändern, wie er es in seinem 2004 im Gespräch mit dem Dominikanerpater Philippe Verdin geschriebenen Buch „La République, les religions et l’espérance“ angedeutet hatte.
Sarkozy schenkte dieses Buch dem Papst bei seinem Besuch im Vatikan.
Nach den Protesten, die seine Lateranrede bei den Verteidigern der französischen Laizität hervorrief, versicherte Sarkozy, er plane keine Gesetzesänderung.
Aber zugleich kündigte der Staatspräsident an, der Kirche zu helfen, wenn sie staatliche Unterstützung brauche. „Frankreich braucht Ihre Großzügigkeit, Ihren Mut und Ihre Hoffnung“, sagte Sarkozy an die Katholiken gerichtet.
Bei einer Ansprache zu Ehren des Kardinals und Vorsitzenden der französischen Bischofskonferenz, André Vingt-Trois, versprach Sarkozy, er sehe es als seine Aufgabe als Staatspräsident, „die großen Festtage der anerkannten Religionen zu respektieren“.
Wie ernst die Lateranrede genommen werden muß, kann Sarkozy bald unter Beweis stellen: In Frankreich muß das Bioethik-Gesetz überarbeitet werden.
Sämtliche Artikel weiterlesenWeiterlesen:
Samstag, 2. Februar 2008 19:10
k.h. Friedgen: Was nun?
Und jetzt hat heute das ehefeindliche Nacktmodel geheiratet!
Samstag, 26. Januar 2008 05:57
Vineta: @ Friedgen: Na also, Sie geben es ja zu!
Sarko hat bisher noch keine politischen Qualitäten , bzw. erfreulichen Leistungen, wie Sie wohl meinen,
an den Tag legen können (, auch nicht in seinen 5 Jahren als Innenminister).
Ob Sie nun aber auf Godot warten wollen oder auf die Rettung des Abendlandes durch ihn ( den Beschleuniger des Untergangs) kommt aufs gleiche hinaus. Wer Frauen und Kinder als Marionetten benutzt und von islamischen Regierungen abgewiesen wird, weil er ungeniert mit einem über die Ehe lästernden Playgirl antanzt, das ebenso wie etliche ihrer zahllosen Liebhaber nackt zu ergoogeln ist, macht nirgends halt. Auch nicht davor, den Papst als Marionette für eine Politshow zu benutzen, bei der letzterem medienwirksam eine Lockerung der Laizität (zugunsten von was Nebulösem) angedeutet wird, während in Paris die Abänderung von Gesetzen in dieser Hinsicht in Abrede gestellt wird.
Soweit ist es also schon gekommen mit dem Christentum, daß Leute, die sich hier Christen nennen, einem PC-Zeitgeist frönen, der besagt: Vom Konkubinenbett aus, das keinem (Wähler) was angeht, zu tolerieren ist und nicht diskriminiert werden darf, läßt sich sehr wohl ein politischer Job toll leisten – besonders, wenn es dabei darum geht, der „zunehmenden Säkularisierung entgegenzuwirken“!?
Ob Sie nun aber auf Godot warten wollen oder auf die Rettung des Abendlandes durch ihn ( den Beschleuniger des Untergangs) kommt aufs gleiche hinaus. Wer Frauen und Kinder als Marionetten benutzt und von islamischen Regierungen abgewiesen wird, weil er ungeniert mit einem über die Ehe lästernden Playgirl antanzt, das ebenso wie etliche ihrer zahllosen Liebhaber nackt zu ergoogeln ist, macht nirgends halt. Auch nicht davor, den Papst als Marionette für eine Politshow zu benutzen, bei der letzterem medienwirksam eine Lockerung der Laizität (zugunsten von was Nebulösem) angedeutet wird, während in Paris die Abänderung von Gesetzen in dieser Hinsicht in Abrede gestellt wird.
Soweit ist es also schon gekommen mit dem Christentum, daß Leute, die sich hier Christen nennen, einem PC-Zeitgeist frönen, der besagt: Vom Konkubinenbett aus, das keinem (Wähler) was angeht, zu tolerieren ist und nicht diskriminiert werden darf, läßt sich sehr wohl ein politischer Job toll leisten – besonders, wenn es dabei darum geht, der „zunehmenden Säkularisierung entgegenzuwirken“!?
Samstag, 26. Januar 2008 01:06
Weißer Ritter: 8 cm: Wo liegt das Problem?
Zitat:
Repräsentant des Abendlandes, dieser entwurzelte Homoehebefürworter mit einem 8 cm größeren ehefeindlichen Nacktmodel an seiner Seite
Wieso haben sie ein Problem mit einer Frau, die 8 cm größter als der Mann ist? Sie ist Model!
Oder gehört das zu den Komplexen bestimmter Kreise?
Repräsentant des Abendlandes, dieser entwurzelte Homoehebefürworter mit einem 8 cm größeren ehefeindlichen Nacktmodel an seiner Seite
Wieso haben sie ein Problem mit einer Frau, die 8 cm größter als der Mann ist? Sie ist Model!
Oder gehört das zu den Komplexen bestimmter Kreise?
Freitag, 25. Januar 2008 20:33
k.h. Friedgen: @vineta, christ, logischer Denker und Politisch Informierter in Person
Christen gibt es in vielen Schattierungen, auch solche, die vor allem das 6. Gebot in allen Schattierungen
kennen und es allen, die nicht so vollkommen sind wie sie, ständig um die Ohren schlagen (siehe „Narziß
u. Goldmund“, H.Hesse).
Logisch dürften ja eigentlich nur Zölibatäre an der Spitze der Staaten stehen, die anderen taugen nichts (weil sie ja vom Bett aus regieren).
Politisch informieren Sie sich ja wohl in BUNTE, brisant und „leute heute“: Was hat eine Rückbesinnung auf das christl. Erbe Frankreichs (s. Artikel) damit zu tun, ob Sarkozy Briefmarken, Uhren und Füller sammelt, seine neue Gespielin 8 cm größer ist, welche Kinder er aus welchen Ehen hat usw.?
Und was, in aller Welt, ist ein ehefeindliches Nacktmodel? Nackt scheint ja für Sie ganz schrecklich zu sein, besonders bei Frauen! Wollen Sie wieder Hexenverbrennungen?
Noch einmal: Sarkozy muß seine politischen Qualitäten noch beweisen, aber sein Privatleben sollte in einer pluralistischen Gesellschaft nicht thematisiert werden, es sei denn, er stellt es als Vorbild für andere hin.
Zum Artikel ist nur zu sagen, daß die von Sarkozy genannten Ansätze, der zunehmenden Säkularisierung Frankreichs entgegenzuwirken, durchaus positiv zu werten sind. Warten wir seine Taten ab, und zwar seine politischen, nicht die in seinem Bett (das geht niemand etwas an).
Logisch dürften ja eigentlich nur Zölibatäre an der Spitze der Staaten stehen, die anderen taugen nichts (weil sie ja vom Bett aus regieren).
Politisch informieren Sie sich ja wohl in BUNTE, brisant und „leute heute“: Was hat eine Rückbesinnung auf das christl. Erbe Frankreichs (s. Artikel) damit zu tun, ob Sarkozy Briefmarken, Uhren und Füller sammelt, seine neue Gespielin 8 cm größer ist, welche Kinder er aus welchen Ehen hat usw.?
Und was, in aller Welt, ist ein ehefeindliches Nacktmodel? Nackt scheint ja für Sie ganz schrecklich zu sein, besonders bei Frauen! Wollen Sie wieder Hexenverbrennungen?
Noch einmal: Sarkozy muß seine politischen Qualitäten noch beweisen, aber sein Privatleben sollte in einer pluralistischen Gesellschaft nicht thematisiert werden, es sei denn, er stellt es als Vorbild für andere hin.
Zum Artikel ist nur zu sagen, daß die von Sarkozy genannten Ansätze, der zunehmenden Säkularisierung Frankreichs entgegenzuwirken, durchaus positiv zu werten sind. Warten wir seine Taten ab, und zwar seine politischen, nicht die in seinem Bett (das geht niemand etwas an).
Freitag, 25. Januar 2008 20:10
raindance1: Sarkozy hat Frankreich eine moderne
Monarchie auf Zeit gegeben…und so regiert er wie ein absoluter Herrscher und er lebt und liebt wie alle seine Vorgänger mit gekrönten Häuptern…
Freitag, 25. Januar 2008 13:46
Pius XII: Was ist denn ein „ehefeindliches Nacktmodell“?
Es gibt eine schöne Spruchweisheit von – horribile dictu – Mao Tse-Tung: „Was ist ein dummer Mensch?
Einer, dem man mit dem Finger den Mond zeigt und der dann auf den Finger statt auf den Mond schaut.“
Was, bitte schön, hat denn Sarkozys Lebenswandel mit seiner Aussage zu tun, die Laizität sei „verkrustet“ und es bedürfte vorrepublikanischer Kräfte, um das Gemeinwesen zu erhalten? Auf Deutsch heißt das: Der demokratische Rechtsstaat lebt von Voraussetzungen, die er weder schafft noch erhält. Und wenn solcherart Erkenntnisse nun auch beim liberalen Establishment salonfähig werden -Sarkozy in Frankreich, Habermas in Deutschland – dann ist das doch zunächst begrüßenswert. Es zeigt doch, daß hier geistig was in Bewegung kommt. Und will man nun in dieser Debatte mitmachen, damit sie vielleicht zu einem guten Ende führt, oder will man sich über die „Unkeuschheit“ der Frau Bruni erregen?
Und was, bitte, ist ein „ehefeindliches Nacktmodell“? Ist Frau Bruni Nacktmodell und ehefeindlich, oder ist sie ein besonderer Typus Nacktmodell, eben ein ehefeindliches? Worin genau äußert sich diese Ehefeindlichkeit, etwa im Gegensatz zu anderen Nacktmodellen? Und wer glaubt eigentlich ernsthaft, mit derlei Debatten irgendwas bewegen zu können?
Was, bitte schön, hat denn Sarkozys Lebenswandel mit seiner Aussage zu tun, die Laizität sei „verkrustet“ und es bedürfte vorrepublikanischer Kräfte, um das Gemeinwesen zu erhalten? Auf Deutsch heißt das: Der demokratische Rechtsstaat lebt von Voraussetzungen, die er weder schafft noch erhält. Und wenn solcherart Erkenntnisse nun auch beim liberalen Establishment salonfähig werden -Sarkozy in Frankreich, Habermas in Deutschland – dann ist das doch zunächst begrüßenswert. Es zeigt doch, daß hier geistig was in Bewegung kommt. Und will man nun in dieser Debatte mitmachen, damit sie vielleicht zu einem guten Ende führt, oder will man sich über die „Unkeuschheit“ der Frau Bruni erregen?
Und was, bitte, ist ein „ehefeindliches Nacktmodell“? Ist Frau Bruni Nacktmodell und ehefeindlich, oder ist sie ein besonderer Typus Nacktmodell, eben ein ehefeindliches? Worin genau äußert sich diese Ehefeindlichkeit, etwa im Gegensatz zu anderen Nacktmodellen? Und wer glaubt eigentlich ernsthaft, mit derlei Debatten irgendwas bewegen zu können?
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.






